Zitat von Sohnemann:@Kaetzchen
eine der Voraussetzungen ist glaube ich, die Gefühlsverbindung zu erhalten.
Das ist aber verdammt schwer und selten.
Och, so schwer und selten ist das ja gar nicht. Es geht halt nur darum, dauerhaft das richtige Nähe-Distanz-Verhältnis zu erhalten. Affären sind ja deshalb emotional so aufgeladen, weil die Distanz zu groß ist. Es gibt wenige, dafür extrem intensive Nähe-Momente, die von echter Nähe geprägt sind (man hat S., man kuschelt und knutscht, man spricht sehr viel über sich und die "Beziehung", über Gefühle, Wünsche, Hoffnungen, über intime Dinge und nicht über den Wocheneinkauf, die Heizabrechnung und wer heute den Müll ausbringt).
Und darauf folgend dann wieder eine oft brutale Distanz, in der man sich nicht sehen und oft nicht mal Kontakt haben kann. Das ist eine Bruststätte für sehr intensive Liebesgefühle, die man sonst so meistens nur ganz am Anfang einer Beziehung hat. Dazu kommt noch wenig Sicherheit, aber viel Unsicherheit, et voilà - alle Zutaten für eine Affären-Schokoladen-Sahnetorte. Wenn man jetzt da die Sahne abkratzt und sie in eine normale Beziehung einbringt - ab und zu mal mehr Distanz einstreuen, für regelmäßige echte Nähemomente sorgen, oder mal ein bisschen Unsicherheits-Schokostreusel oben drauf pappen - kann man auch eine langjährige Beziehung dauerhaft spannend halten. Dazu braucht man aber ZWEI Menschen

und es gibt heutzutage nur noch wenige Naturtalente.
Das Problem ist, dass man sich an diese heftigen Affärengefühle auch gut "gewöhnen" kann. Und wenn dann danach wieder was Normales kommt, kommt einem das vor wie lauwarmer Kaffee im Vergleich

Affären machen also durchaus auch beziehungsunfähig, zumindest temporär.