Zitat von Eldath: Vor ca. 6 Wochen hat mir meine Frau im betrunkenen Zustand erzählt das sie 1x Sex mit einem Arbeitskollegen hatte
Bis hierher dachte ich beim Lesen noch sowas wie "Hm... schlimm, aber ein ONS über 15 Jahre ist dann doch was anderes als eine Affäre".
Zitat von Eldath: Sie meinte, man kann in keine Beziehung hineinschauen und man weiß ja nie "was der andere macht", von daher sei das "ok".
Ach so, die traurige Realität heiligt also die Mittel?
Sicher nicht.
Aber schieben wir es mal auf ihren Suff, daß sie sowas dahergelallt hat.
Zitat von Eldath: ich habe sie dann konfrontiert, ob sie auch was am laufen hat, was sie bis zuletzt immer abstritt.
Zitat von Eldath: Meine Frau hat mich systematisch angelogen, tlw. Arbeitskollegen in die Lügenkulisse eingebunden. Das schlimmste: Das ganze begann keine 2 Jahre nach unserer Hochzeit.
Nach 2019 war es 2020 und 2021 immer wieder eine On-Off Beziehung, welche laut ihrer Aussage Ende 2021 beendet wurde.
Ab hier habe ich den Threadtitel dann doch verstanden. Puh... mein Mitgefühl hast Du. Das ist starker Tobak, vor allem was ihre Lügerei betrifft.
Zitat von Eldath: Ich weiß nicht ob ich ihr das jemals verzeihen kann.
Diese Entscheidung kann Dir niemand abnehmen.
5 (hoffentlich) helfende Schritte auf dem Weg zum Verzeihen (so Du Dich dafür entscheiden solltest) findest Du u.a. hier:
https://melanie-mittermaier.de/blog/fre...verzeihen/Zitat von Eldath: Ich habe einen Funken Hoffnung (deswegen wohnen wir auch noch unter einem Dach und schlafen sogar im selben Bett), aber ich habe nicht das Gefühl das es besser wird oder ich das je verzeihen kann.
Eins steht fest: Kannst Du ihr nicht verzeihen, wird es wohl auf eine Trennung hinauslaufen. Denn eine Paartherapie macht nur Sinn, wenn der Betrogene sich das zumindest grundsätzlich vorstellen kann - erfolgreiche Aufarbeitung der Affäre natürlich erst mal vorausgesetzt.
Zitat von Eldath: Ihre Erklärung war, dass sie nach einem gemeinsamen Unfall "sich selbst finden musste" und das Gefühl hatte wir könnten nicht miteinander reden, bzw. ich verstehe ihre Gefühle nicht.
IMO hat sie da noch einiges zu präzisieren, aber eben dafür könnte Euch die Paartherapie sehr nützlich sein - entsprechendes Engagement Deiner Frau dabei vorausgesetzt.
Zitat von Eldath: Ich habe Angst alleine zu sein, niemanden mehr zu finden
Als kinderloser 33jähriger Mann, der beruflich und sozial fest im Leben steht, laß das mal Deine kleinste Sorge sein. Du wirst im Trennungsfall erst mal so um die zwei Jahre Zeit für die innere Verarbeitung brauchen und bleibst daher eh besser eine Weile allein. Aber dann sehe ich absolut keinen Grund, warum Du keine neue Partnerin finden solltest, im Gegenteil.
Zitat von Eldath: Das ganze umfasst nun mein privates wie auch berufliches Umfeld und ich vermute bzw. weiß, dass ein Großteil der Kollegenschaft bescheid weiß und ihr die Mauer gemacht hat.
Zitat von Eldath: Ich stehe finanziell gut da (immer fleißig gespart + künftiger Hausverkauf), habe aktuell einen sehr guten Job, den ich sicher auch in einer anderen Firma bekommen würde, habe Hobbies und Qualitäten und würde mich als sehr integren Menschen bezeichnen. Ich habe einen überschaubaren aber guten Freundeskreis. Ich bin also praktisch nicht abhängig
Ich fände es ideal, wenn Ihr
beide den Arbeitgeber wechselt. Du bräuchtest Dir keine Gedanken mehr über Gesichtsverlust unter Kollegen zu machen und Deine Frau nähme so klaren Abstand von ihrer Ex-Affäre.
Zitat von Eldath: Sie sieht den Kerl jeden Tag in der Arbeit
Dann sollte vor allem sie wirklich den Job wechseln. Würde ich an Deiner Stelle sogar zur festen Grundbedingung für die Fortführung der Paartherapie machen.
Zitat von Eldath: Überstürze ich es? Sollte ich mir mehr Zeit lassen? Oder den 1. Impuls folgen?
Ich würde nicht dem 1. Impuls folgen. Frag Dich aber bitte gründlich, ob Du Dir ein Verzeihen irgendwann zumindest
vorstellen kannst. In dem Zusammenhang empfehle ich gern diesen Vortrag der belgischen Paartherapeutin Esther Perel: