50

16 Jahre Beziehung vorbei wie geht man jetzt weiter?

inMemories
@Brightness2 Dass ich Fehler gemacht habe, ist doch der Ausgangspunkt meines Beitrags. Wenn du mir dieselben Fehler nochmal aufzählst und ein „Wow“ dahintersetzt, weiß ich ehrlich gesagt nicht, was ich daraus mitnehmen soll.

Ich will meine Ex auch nicht zurückgewinnen. Ich versuche zu verstehen, wie ich in Zukunft manches anders machen kann. Wenn dir dabei etwas auffällt, das ich selbst noch nicht sehe, höre ich gerne zu. Aber dass mein Verhalten teilweise daneben war, darüber sind wir uns längst einig.

Mir wird das gerade zu sehr auf „arbeitslos und gezockt“ reduziert. Dass beides unsere Beziehung belastet hat, bestreite ich nicht. Aber ich war auch jahrelang berufstätig, und unsere Probleme haben nicht erst mit der Arbeitslosigkeit angefangen. Für die ganzen 16 Jahre reicht diese Erklärung einfach nicht.

• x 2 #16


Blindfisch
Zitat von inMemories:
Ich versuche zu verstehen, wie ich in Zukunft manches anders machen kann.

(M)ein Vorschlag:
Zitat von inMemories:
Es gab von ihrer Seite Vertrauensbrüche, auch intime Nachrichten und Bilder an andere Männer. Dieses Jahr kam eine Onlinebekanntschaft dazu, die sie im Ausland besuchen wollte. Das hat mich natürlich getroffen.

Illoyalität ernst nehmen und bereit sein, jederzeit den Partner zu verlassen. Auch wenn Liebe mit im Spiel ist.
Wenn "Betrug" toleriert wird, braucht man sich am Ende nicht wundern.
Zitat von inMemories:
Aber ich will hier auch nicht so tun, als hätte ich alles richtig gemacht. Ich habe vieles schleifen lassen. Nähe, kleine Aufmerksamkeiten und auch Verantwortung im Alltag. Sie hat viel getragen, mit Arbeit, Haushalt und Einkaufen. Ich habe mich zu sehr an diesen Zustand gewöhnt.

Es ist völlig in Ordnung, wenn deine Frau viel im Haushalt und mit den Einkäufern zu tragen hat. Wenn du auf der anderen Seite andere Dinge trägst. Gerade als Mann sich darauf zu "verlassen", das die Frau es schon macht, funktioniert nur kurzeitig. Dann, wenn du nicht kannst, weil du gesundheitlich nicht in der Lage bist usw.. Aber das ist kein Dauerzustand. Denn dann "drängst" du deine Partnerin deine Rolle.

• x 1 #17


A


16 Jahre Beziehung vorbei wie geht man jetzt weiter?

x 3


Stella31
Zitat von Blindfisch:
Es ist völlig in Ordnung, wenn deine Frau viel im Haushalt und mit den Einkäufern zu tragen hat. Wenn du auf der anderen Seite andere Dinge trägst

Ist das so?
Sollte das nicht miteinander abgesprochen werden, wer was tut?
Oder ist das einfach automatisch die "Aufgabe" der Frau, sich um Haushalt, Einkauf, Kinder zu kümmern, während der Mann so richtig arbeitet?
Sind wir in den 50ern des letzten Jahrhunderts wieder angekommen?

• x 3 #18


inMemories
@Stella31 Ich hab Blindfisch so verstanden, dass beide ihren Teil beitragen sollen, nicht dass Haushalt automatisch Frauensache ist. Dass man die Aufgaben miteinander absprechen sollte, sehe ich genauso.

Bei uns war das Problem, dass ich mich irgendwann zu sehr auf „sie macht das schon“ verlassen habe. Auch wenn sie gesagt hat, dass sie es gern für uns macht, hätte ich mehr Verantwortung übernehmen müssen. Das sehe ich heute.

• x 1 #19


Blindfisch
Zitat von Stella31:
Ist das so? Sollte das nicht miteinander abgesprochen werden, wer was tut? Oder ist das einfach automatisch die "Aufgabe" der Frau, sich um Haushalt, Einkauf, Kinder zu kümmern, während der Mann so richtig arbeitet? Sind wir in den 50ern des letzten Jahrhunderts wieder angekommen?

Nun, in einer Beziehung tragen Beide. Ich habe nichts anderes gesagt. Mir scheint es so, das man das Wort Frau und Haushalt nicht mehr in einem Satz sagen darf. Da werden die 50 er bemüht, um sich zu empören. 🙄
Zeig mir doch heutzutage ein Paar, in der die Frau den Haushalt usw. komplett allein übernimmt. Gibt es heutzutage noch Männer, die die ganze Arbeit zu Hause der Frau überlassen? Ich meine die Männer, die in einer langfristigen Beziehung sind.
Zitat von inMemories:
Bei uns war das Problem, dass ich mich irgendwann zu sehr auf „sie macht das schon“ verlassen habe. Auch wenn sie gesagt hat, dass sie es gern für uns macht, hätte ich mehr Verantwortung übernehmen müssen

Und darauf hab ich hingewiesen. Es ist völlig in Ordnung, das man in einer Beziehung nicht immer 50/50 machen kann.
Das macht auch kein Sinn, denn wenn man anfängt zu rechnen, dann ist es keine Beziehung sondern eine Transaktion. Mal ist es 40/60, mal 20/80, je nachdem wie die Umstände sind. Wenn man "Aufgaben" in einer Beziehung übernehmen muss, weil man an die 50/50 Aufteilung glaubt, und diese "Aufgaben" vom Partner besser erledigt werden könnten, dann endet es nur im Frust. Jeder hat unterschiedliche Stärken und Schwächen und zusammen ergänzt man sich.

• x 1 #20


alleswirdbesser
Zitat von inMemories:
Für die ganzen 16 Jahre reicht diese Erklärung einfach nicht.

Ihr wart 16 Jahre zusammen? Das bedeutet aber nicht, dass all die Jahre zum Zerfall der Beziehung beigetragen haben. Manchmal reichen ein paar Jahre oder ein paar Monate oder gar ein Augenblick. Und ja, würde mein langjähriger Partner zu Hause sitzen und nur zocken, während alles an mir hängen bleibt, wären ein paar Monate ausreichend. Das allerdings dann, wenn man zusammen wohnt und eine Familie bildet.

• x 3 #21


inMemories
@Stella31 @Blindfisch Die Steinböcke verstehen sich untereinander ganz gut. 😜

• #22


inMemories
@alleswirdbesser
Ich möhcte das einmal klarstellen: Ich erwarte nicht, dass eine Frau Haushalt und Kinder übernimmt, weil sie eine Frau ist. Umgekehrt finde ich es genauso falssch, einen Mann hauptsächlich danach zu beurteilen, ob er arbeiten geht.
Über eine faire Aufgabenverteilung können wir gerne reden. Dazu gehört aber auch, was gesundheitlich möglich war und was ich tatsächlich übernommen habe. Ich war krankheitsbedingt ohne Arbeit und habe mich während ihrer Arbeitszeit um die Kinder gekümmert. Trotzdem blieb zu viel an ihr hängen. Beides stimmt.

Was mich hier stört: Ich schreibe, dass ich mich zu viel ins Zocken zurückgezogen habe. Daraus wird „du hast nur gezockt“. Ich schreibe, dass sie viel getragen hat. Daraus wird „sie hat alles allein gemacht“. Das ist eben nicht dasselbe.
Ich stelle mich der Kritik an meinem Verhalten. Aber bitte an dem, was ich tatsächlich geschrieben habe. Meine Fehler einzugestehen bedeutet nicht, dass unsere gesamte Beziehung damit erklärt ist oder ich allein für alles verantwortlich war.

• x 1 #23


alleswirdbesser
@inMemories da magst du Recht haben, natürlich hat euere Beziehung nicht nur dieses Thema ausgemacht und schließlich zur Trennung geführt. Aber aus meiner Sicht als Frau war das bestimmt einer der Punkte, die dazu geführt haben. Und es muss nicht deine Schuld sein, dass du nicht arbeiten gegangen bist, weil Krankheitsbedingt, die Folgen im Zusammenleben bleiben jedoch ziemlich die selben.

Ich kann mir zum Beispiel vorstellen, dass unser Familienleben (wir waren 18 Jahre zusammen und sind schon länger auseinander) schon viel früher ein Ende hätte, würde ich zum Beispiel während der Elternzeit Bücher lesen und mich nicht um die Hausarbeit, Kochen und Garten kümmern, während die Kinder selbst beschäftigt waren oder schliefen. Ich las spät abends, wenn alles erledigt war und die Kinder im Bett. War es bei dir auch so?

Sollte mein aktueller Partner jetzt arbeitslos werden (er hält keine zwei Wochen ohne Arbeit aus, drei Wochen Urlaub haben neulich eine Krise bewirkt), so hätte es überhaupt keine Auswirkung auf unsere Beziehung, würde er die Zeit mit Zocken verbringen. Wir haben kein gemeinsames Haushalt, keine Kinder zusammen, das tangiert mich null. Es kommt halt immer auf die Perspektive an.

• x 1 #24


inMemories
@alleswirdbesser Nein, ich kann nicht behaupten, dass bei mir immer alles erledigt war, bevor ich gezockt habe. Sonst hätte ich das auch nicht als Fehler angesprochen. Ich verstehe deinen Vergleich insofern schon.

Was mir daran fehlt: Elternzeit und krankheitsbedingt zu Hause sein sind schon unterschiedliche Voraussetzungen. Dass die Belastung für sie trotzdem da war, bestreite ich nicht.

Mir ging es darum, dass aus meinem Rückzug nicht „er hat den ganzen Tag nichts anderes gemacht“ wird. Wenn du sagst, es war einer von mehreren Punkten, sind wir uns da auch einig. 😉

• x 1 #25


mokka_23
Zitat von inMemories:
Ich stelle mich der Kritik an meinem Verhalten.

Ich sehe es so, dass du im Moment nicht weisst, wo dir der Kopf steht, gleichzeitig aber schon Überlegungen anstellst, wie eine neue Beziehung aussehen könnte. Diese wird nur schon deswegen anders sein, weil du einen Rucksack voller Erfahrungen hast und du vermutlich keine neue Familie gründen wirst. Wahrscheinlich wirst du insgesamt an völlig einem anderen Punkt in deinem Leben sein. Ich würde an deiner Stelle im Moment noch den Kontakt zu deinen Kindern priorisieren. Wie alt sind sie?

• x 1 #26


Blindfisch
Nun, das "zocken" und das sich auf sie verlassen, deine zeitweise "Bequemlichkeit" sind Dinge die hier sehr stark thematisiert werden. Und ja, auch zurecht.
Aber das hier findet relativ wenig Beachtung:
Zitat von inMemories:
Es gab von ihrer Seite Vertrauensbrüche, auch intime Nachrichten und Bilder an andere Männer.

Ab welchen Zeitpunkt eurer Beziehung fing das an? Kann das auch ein Grund für dein "Rückzug" in der Beziehung sein? Nicht bewusst aber im Hintergrund immer da.

• x 2 #27


inMemories
@mokka_23

Meine Tochter ist 14, mein Sohn 12. Die beiden habe ich bei meinen nächsten Schritten selbstverständlich im Blick.
Nur bei „du weißt nicht, wo dir der Kopf steht“ erkenne ich mich nicht wieder 😄 Die Trennung beschäftigt mich, klar. Aber ich weiß schon, was ich will. Ich schreibe hier, um andere Sichtweisen zu hören und meine eigenen zu hinterfragen. Über eine spätere Beziehung nachzudenken heißt auch nicht, dass ich jetzt eine suche.



@Blindfisch
Dazu gehört noch etwas, das in meinem ersten Beitrag fehlt. Nach der Geburt unserer Kinder hatte ich zunehmend das Gefühl, als Partner kaum noch vorzukommen. Es ging fast nur noch ums Elternsein. nähe, GV und Zeit als Paar wurden weniger. Ich war da, habe mich aber oft vergessen gefühlt.

Sie hat in unserem letzten Gespräch selbst gesagt, dass sie sich sehr in ihrer Mutterrolle verloren hatte. Dazu kam, dass sie lange mit sich und ihrem Körper unzufrieden war. Auf mich wirkte es so, als hätte sie sich das Gefühl, begehrt zu werden, bei anderen Männern gesucht, während wir zu Hause kaum noch als Paar stattgefunden haben. Das hat mich verletzt.

Ich habe mich dann immer mehr in meine eigene Welt zurückgezogen. Das war keine bewusste Entscheidung nach dem Motto „Dann zocke ich eben“. Es hat sich nach und nach so entwickelt. Heute sehe ich, dass mein Rückzug die Entfernung zwischen uns noch größer gemacht hat.
Deshalb will ich auch verstehen, wie das alles zusammenhing. Mit „ich war bequem und habe gezockt“ beschreibe ich einen Teil meines Verhaltens, aber noch nicht, wie wir an diesen Punkt gekommen sind.

• x 2 #28


mokka_23
Zitat von inMemories:
@mokka_23 Meine Tochter ist 14, mein Sohn 12. Die beiden habe ich bei meinen nächsten Schritten selbstverständlich im Blick. Nur bei „du weißt ...

Was würdest du konkret für ein Feedback haben wollen bzw. welche Fragen sind bei dir aktuell noch offen?

• #29


Stella31
Zitat von Blindfisch:
Mir scheint es so, das man das Wort Frau und Haushalt nicht mehr in einem Satz sagen darf. Da werden die 50 er bemüht, um sich zu empören

Es kommt eben drauf an, wie das zusammen gesetzt wird.
Und klar ist auch, dass es nicht drum geht, jeden Abend zusammen zu sitzen und aufzurechnen, wer nun prozentual was genau gemacht hat oder nicht.

Aber mich stört dabei der Grundsatz, dass sich viele Männer immer noch selbst auf die Schultern klopfen, wenn sie ihrer Frau viel im Haushalt "helfen".

Dabei ist das der Haushalt von beiden. Also geht's nicht darum zu helfen, sondern nur, wie man ihn gemeinsam am besten hinkriegt.

Und dass der Mental Load eindeutig noch immer in der überwältigenden Mehrheit aufs Konto der Frau geht, ist einfach Fakt.
Ausnahmen bestätigen leider immer noch die Regel!

• x 2 #30


A


x 4