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16 Jahre Beziehung vorbei wie geht man jetzt weiter?

inMemories

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Hallo zusammen,
ich bin 43 und nach 16 Jahren ist meine Beziehung jetzt zu Ende. Wir haben zwei Kinder im Teenageralter und wohnen momentan noch zusammen. Ich wollte meine Geschichte mal aufschreiben und hören, wie andere das sehen. Vielleicht fallen euch Dinge auf, die ich selbst nicht sehe.
Bei uns kam die Trennung nicht aus dem Nichts. Seit 2016 gab es mehrere Trennungsversuche, trotzdem haben wir immer wieder weitergemacht. Seit etwa zwei Jahren schlafen wir getrennt. Ende Mai/Anfang Juni ging es wieder Richtung Trennung, seit September ist es offiziell.

Es gab von ihrer Seite Vertrauensbrüche, auch intime Nachrichten und Bilder an andere Männer. Dieses Jahr kam eine Onlinebekanntschaft dazu, die sie im Ausland besuchen wollte. Das hat mich natürlich getroffen.
Aber ich will hier auch nicht so tun, als hätte ich alles richtig gemacht. Ich habe vieles schleifen lassen. Nähe, kleine Aufmerksamkeiten und auch Verantwortung im Alltag. Sie hat viel getragen, mit Arbeit, Haushalt und Einkaufen. Ich habe mich zu sehr an diesen Zustand gewöhnt.
Ich war länger ohne Arbeit und habe mich viel ins Zocken zurückgezogen. Dabei sind auch gemeinsame Pläne und Verpflichtungen zu kurz gekommen. Meinen Frust habe ich teilweise an ihr ausgelassen, auch vor anderen. Das war nicht in Ordnung. Ich sehe das heute, nur macht es das natürlich nicht ungeschehen.
Was mir inzwischen auch auffällt: Ich wollte vieles immer logisch erklären und lösen. Dabei habe ich manchmal gar nicht richtig verstanden, was sie eigentlich von mir gebraucht hätte. Ich dachte, wir reden doch darüber. Aber reden allein reicht halt nicht, wenn sich danach nichts ändert.

Wir hatten vor Kurzem noch ein längeres, offenes Gespräch. Sie hat sich für Dinge entschuldigt und ich habe meine Fehler angesprochen. Ich bin froh, dass wir das konnten. Trotzdem ist da viel passiert über die Jahre.
Die Kinder möchten beide mit ihr in ihre neue Wohnung ziehen. Das tut mir schon weh, aber ich akzeptiere es. Ich möchte auch nicht, dass sie zwischen uns wählen müssen oder sich für ihre Entscheidung schlecht fühlen.
Jetzt muss ich schauen, wie mein eigenes Leben weitergeht. Wohnung, Arbeit, wieder mehr auf mich achten. Ich überlege auch, in eine andere Stadt zu ziehen. Einerseits würde mir ein Neustart guttun, andererseits sind da meine Kinder. Ich will weiter an ihrem Leben teilnehmen und nicht nur ab und zu mal anrufen.
Emotional merke ich, dass ich langsam Abstand gewinne. Ob ich nochmal zurückkönnte, falls sie es sich anders überlegt, weiß ich ehrlich gesagt selbst nicht. Ich möchte darauf auch nicht warten.
Ich versuche mich an dem Gedanken festzuhalten: Ich bestimme nicht, wer bleibt, sondern wie ich weitergehe. Klappt auch nicht immer. 16 Jahre legt man nicht einfach ab.

Wie war das bei euch nach so einer langen Beziehung? Gerade die Zeit, in der man noch zusammen wohnt? Und wie habt ihr es mit den Kindern geschafft, wenn sie danach hauptsächlich beim anderen Elternteil gelebt haben?
Mich würde auch interessieren, was ihr beim Lesen über meinen Anteil denkt. Ich kann meine Fehler inzwischen benennen. Aber ich will sie wirklich ändern und nicht irgendwann wieder genauso dasitzen.
Danke fürs Lesen. ☕

• x 3 #1


Heffalump
Zitat von inMemories:
über meinen Anteil denkt

das man seine Fehler erst dann erkennt, wenn die Trennung ausgesprochen wurde, ist typisch. Vorher glaubt man, man macht es doch OK.

Hast du nun n Job? Sonst könntest du ja nicht umziehen

• x 1 #2


A


16 Jahre Beziehung vorbei wie geht man jetzt weiter?

x 3


inMemories
@Heffalump Ja ich hab einiges zu lange laufen lassen. Vieles sehe ich jetzt deutlicher, wo es endgültig ist. Ärgerlich, dass es erst so weit kommen musste. Das Klassische eben.

Einen Job habe ich aktuell noch nicht. Der Umzug ist bisher eine Überlegung, noch nichts Festes. Arbeit und Wohnung muss ich erst klären. Und natürlich auch, wie ich weiterhin für meine Kinder da sein kann.

• x 1 #3


Heffalump
job ist quasi, das wichtigste, alles andere hängt da dran

• x 3 #4


mokka_23
@inMemories Manchmal ist es so, dass man/frau darauf vertraut, dass die Beziehung dieses Auf und Ab aushält. Bei mir war es so, dass ich mich mit diesem Unperfekten arrangiert hatte, weil unser Leben mit zwei kleinen Kindern so anstrengend war. Ich mochte da nicht noch an der Beziehung "arbeiten" etc. Dann habe ich das Berufliche priorisiert, weil mir das wichtig war. Mein Ex störte sich an der fehlenden Verbindung, unternahm aber auch nichts. So nahm das Unheil seinen Lauf. Im Nachhinein würde ich nichts anders machen, denn ich weiss, dass ich die Beziehung lange genug getragen habe. Wenn sie dann kaputt geht wenn ich einen Herzenswunsch priorisiere, dann nehme ich das in Kauf. Man kann nicht jede Beziehung retten und es gehören immer zwei dazu, finde ich.

• x 4 #5


Liv225
Hallo @inMemories

Trennungen sind immer Mist:/
Gut ist, dass Ihr gesprochen habt. Und Sachen zugegeben oder euch entschuldigt.
(Ihr Fremdschreiben und was es alles war geht nicht, genauso wenig dein Dich in die virtuelle Welt zurückziehen.)
Dass sich so die Seiten nicht total verhärten. Ihr beide geht auseinander, aber die Kinder brauchen euch beide.

Noch mal zurück… nach 10 Jahren, wo es nicht gepasst hat, halte ich aus der Ferne für keine Option.

Unter einem Dach hatte ich, ein ganzes Jahr. War schrecklich (Ex hatte allerdings schon eine Next) Das war kaum auszuhalten.
Heute würde ich es mir nicht mehr bieten lassen.

Bei Dir: Arbeit ist wichtig, damit Du zu einer Wohnung kommst. Da drück ich Dir die Daumen.
Wenn’s nicht sein muss, würde ich nicht umziehen wegen der Kinder. Damit du erreichbar bleibst für sie.

• x 4 #6


inMemories
@mokka_23
Danke dir fürs Teilen. Dieses Vertrauen, dass die Beziehung das nächste Auf und Ab auch noch aushält, kenne ich. Bei uns ging es ja mehrfach wieder weiter. Vielleicht habe ich mich zu sehr darauf verlassen.

Bei mir war es allerdings weniger ein Herzenswunsch, den ich verfolgt habe. Ich habe mich eher im Alltag eingerichtet und zu viel laufen lassen. Das möchte ich mir schon ehrlich eingestehen. Trotzdem hast du recht, ich hätte unsere Beziehung auch nicht alleine retten können.

• x 2 #7


H
Seh es auch als Neustart für dich allgemein, auch wenn es kein freiwillger ist.
Arbeit und Wohnung suchen reicht ja schon und ist schwierig. Ich würde immer die wohnliche Nähe zu den Kindern halten. Vielleicht können sie ja später 1 mal wöchentlich zum essen kommen und ihr verbringt abwechselnd die Wochenenden

Hast du Freunde, Hobbys, Familie? Austausch und Ablenkung sind nun auch wichtig!

• x 2 #8


DieSeherin
darf ich fragen, warum du schon länger ohne arbeit bist? und warum sie mit arbeit, haushalt und einkaufen voll belastet war? was hast du (außer zocken) den ganzen tag getan?

• x 3 #9


inMemories
@HeldinmL Ja, genau das macht die Entscheidung schwierig. Ich möchte einen Neustart, aber meine Kinder auch weiterhin im Alltag sehen. Zusammen essen oder spontan etwas unternehmen wäre mit größerer Entfernung natürlich schwieriger. Deshalb ist der Umzug auch noch nicht entschieden.

Freunde, Familie und Hobbys habe ich. Ich spiele seit vielen Jahren Saz und mache Krafttraining. Am Wochenende waren wir sogar noch zu viert im Gaming-Museum, ganz spontan. War ein schöner Tag. Solche gemeinsamen Momente gibt es also noch, obwohl wir uns als Paar getrennt haben. 🙂

• #10


B
Zitat von inMemories:
Ich habe vieles schleifen lassen. Nähe, kleine Aufmerksamkeiten und auch Verantwortung im Alltag. Sie hat viel getragen, mit Arbeit, Haushalt und Einkaufen. Ich habe mich zu sehr an diesen Zustand gewöhnt.
Ich war länger ohne Arbeit und habe mich viel ins Zocken zurückgezogen. Dabei sind auch gemeinsame Pläne und Verpflichtungen zu kurz gekommen. Meinen Frust habe ich teilweise an ihr ausgelassen, auch vor anderen. Das war nicht in Ordnung. Ich sehe das heute, nur macht es das natürlich nicht ungeschehen.

Du warst -und bist bis heute?- arbeitslos, sie hat gearbeitet, die Verantwortung für die Kinder -inzwischen Jugendlichen- getragen und alles rund um den Haushalt gewuppt während du gezockt hast? Dafür hast du deinen Frust an ihr ausgelassen. Wow. Was ist los mit dir, hast du mal in dich hinein gehört, was da bei dir in Schieflage geraten ist?

• #11


inMemories
@DieSeherin Ich bin aus gesundheitlichen Gründen länger ohne Arbeit gewesen. Inzwischen bin ich wieder aktiv auf Jobsuche und habe laufende Bewerbungsgesprche.
Die letzten Jahre war ich quasi Hausmann und habe mich während ihrer Arbeitszeit um die Kinder gekümmert. So hatte ich mir meine Rolle nicht ausgesucht, das hat sich durch die Umstände ergeben. Mein Alltag bestand jedenfalls nicht nur aus Zocken.😉

Ich habe im ersten Beitrag hauptsächlich meine Fehler aufgezählt. Dadurch ist wohl einiges untergegangen. Ja, an ihr ist zu viel hängen geblieben. Das ist Fakt! Aber ich habe auch meinen Teil beigetragen.
Mein Eindruck ist, dass sich mit dieser Rollenverteilung über die Jahre auch das Verhältnis zwischen uns verändert hat. Ich habe mich zunehmend abhängig und weniger auf Augenhöhe gefühlt. Wie viel davon von ihr ausging und wie viel mit meiner eigenen Unzufriedenheit zu tun hatte, versuche ich gerade selbst zu verstehen. 🤔


ps: Ich habe das eine oder andere Kommentar von dir gelesen, finde deine Ansichten wirklich direkt. Das mag ich. 👍

• #12


DieSeherin
Zitat von inMemories:
Ja, an ihr ist zu viel hängen geblieben. Das ist Fakt! Aber ich habe auch meinen Teil beigetragen.


wahrscheinlich habt ihr beiden das schon zur genüge ausdiskutiert, aber wenn ich so lese, was an ihr hängen geblieben ist, trotz der tatsache, dass du "daheim" warst, wundert mich ehrlich gesagt nicht, dass die beziehung stück für stück mehr in die schieflage geraten ist.

Zitat von inMemories:
Ich habe mich zunehmend abhängig und weniger auf Augenhöhe gefühlt.


habt ihr denn darüber reden können, oder hast du immer so lange in dich reingefressen, bis der frust aus dir geplatzt ist?

nun, im grunde gilt es ja jetzt nach vorne zu schauen und aus dem vergangenen für die zukunft zu lernen.

ich würde mir wohl eine to-do-liste machen, in der ich dann nach priorität sortiere. job stünde bei mir ganz oben, versehen mit dem zusatz, in welchem radius ich mich bewerbe - zum einen für einen neuanfang, zum anderen, damit ich die nähe zu den kindern nicht verlieren würde. erst dann käme eine eventuelle (leistbare) wohnung dran.

• x 1 #13


inMemories
@Brightness2 Aus „sie hat viel getragen“ machst du „sie hat alles gemacht und du nur gezockt“. Und auf dieser Grundlage kommt dann dein „Wow“.

Ich habe meine Fehler offen benannt. Frag mich gern nach dem, was dir fehlt. Aber wenn du die Antworten schon selbst ergänzt, wozu fragst du mich dann überhaupt? 🤔

• x 1 #14


B
Zitat von inMemories:
@Brightness2 Aus „sie hat viel getragen“ machst du „sie hat alles gemacht und du nur gezockt“. Und auf dieser Grundlage kommt dann dein „Wow“. Ich habe meine Fehler offen benannt. Frag mich gern nach dem, was dir fehlt. Aber wenn du die Antworten schon selbst ergänzt, wozu fragst du mich dann überhaupt? ...

Oh nein, ich habe zitiert, worauf ich mich bezogen habe:
Zitat von inMemories:
Sie hat viel getragen, mit Arbeit, Haushalt und Einkaufen. Ich habe mich zu sehr an diesen Zustand gewöhnt.
Ich war länger ohne Arbeit und habe mich viel ins Zocken zurückgezogen. Dabei sind auch gemeinsame Pläne und Verpflichtungen zu kurz gekommen. Meinen Frust habe ich teilweise an ihr ausgelassen, auch vor anderen.

Nun schreibst du, du warst lange krank. Hast gezockt, gemeinsame Pläne kompromittiert, Verpflichtungen zu kurz gekommen. Daraufhin die Frage, was los ist, zumal ihr auch noch zwei gemeinsame Kinder habt, die sich ihre Eltern als Vorbild nehmen.

• x 1 #15


A


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