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16 Jahre Beziehung vorbei wie geht man jetzt weiter?

Blindfisch
Zitat von Stella31:
Aber mich stört dabei der Grundsatz, dass sich viele Männer immer noch selbst auf die Schultern klopfen, wenn sie ihrer Frau viel im Haushalt "helfen".

Dabei ist das der Haushalt von beiden. Also geht's nicht darum zu helfen, sondern nur, wie man ihn gemeinsam am besten hinkriegt.

Und dass der Mental Load eindeutig noch immer in der überwältigenden Mehrheit aufs Konto der Frau geht, ist einfach Fakt.
Ausnahmen bestätigen leider immer noch die Regel!

Wer hat das hier im Thread behauptet und was hat das damit zu tun? Am Kopf kratzender Smiley

• x 1 #31


Blindfisch
Zitat von inMemories:
Nach der Geburt unserer Kinder hatte ich zunehmend das Gefühl, als Partner kaum noch vorzukommen. Es ging fast nur noch ums Elternsein. nähe, GV und Zeit als Paar wurden weniger. Ich war da, habe mich aber oft vergessen gefühlt.

Ja, das passiert öfter als man glaubt. Wenn Kinder mit im Spiel sind, leidet die Paar-Beziehung. Deshalb ist es entscheidend, die richtige Priorität zu setzen. Erst kommt die Beziehung und dann die Kinder. Denn nur ein "funktionierendes" Paar lebt seinen Kindern vor, wie eine gesunde Beziehung aussieht. Wenn beide Elternteile zusammen stehen, in einer Beziehung sind, in der beide sich ihre Bedürfnisse anerkennen und erfüllen (wollen). Wenn Kleinkinder da sind, steckt man natürlich als Paar zurück. Das ist völlig in Ordnung aber den Partner sollte man nicht außer Acht lassen.
Zitat von inMemories:
Sie hat in unserem letzten Gespräch selbst gesagt, dass sie sich sehr in ihrer Mutterrolle verloren hatte. Dazu kam, dass sie lange mit sich und ihrem Körper unzufrieden war.

Nun, sie ist unzufrieden mit sich und ihrem Körper. Kommt auch öfter vor als man glaubt. Deshalb ist es wichtig das du als Mann an ihrer Seite stehst und ihr zeigst, das du sie begehrst. Du wolltest Sex, Sex mit deiner Frau. Es kommt natürlich darauf an, wie du den Sex "gefordert" oder initiiert hast, bzw. es "versucht" hast, aber grundsätzlich hast du ihr damit gezeigt, das du sie begehrst.
Wie aber passt das dann mit ihrer Ablehnung dir gegenüber zusammen:
Zitat von inMemories:
Auf mich wirkte es so, als hätte sie sich das Gefühl, begehrt zu werden, bei anderen Männern gesucht, während wir zu Hause kaum noch als Paar stattgefunden haben.

Sie hat sich das "begehrt" Fühlen lieber bei anderen Männern gesucht, anstatt bei dir?
Zitat von inMemories:
Heute sehe ich, dass mein Rückzug die Entfernung zwischen uns noch größer gemacht hat.

Und du gibst dir auch noch selbst die "Schuld"?
Obwohl, "selbst Schuld" trifft ja irgendwie auch teilweise zu. Sie lehnt dich ab und du ziehst dich zurück. Eine "normale" Reaktion. Wenn man(n) "dauerhaft" abgelehnt wird, von seiner eigenen Frau, dann bricht der Mann mit der Zeit. Aber man(n) verlässt die Frau nicht. Man(n) muss seine Aufgabe erfüllen, für die Kinder da sein. Und man(n) will nicht als der "Böse" da stehen, der immer nur an das "Eine" denkt. Da kann es vorkommen, das man(n) sich auf andere Dinge konzentriert oder stürzt: auf die Arbeit, in Alk., ins zocken oder in Selbstaufgabe. Du bist nicht mehr der Mann der du mal warst oder sein möchtest.
Und am Ende steht doch die Trennung und/oder der Betrug. Und von dir als Mann ist nicht mehr viel übrig. Deshalb ist es so wichtig, Grenzen zu haben und zu gehen, wenn diese überschritten werden. Sie will keine Intimität mehr mit dir, sucht aber Aufmerksamkeit und Bestätigung von anderen Männern? Dann steh auf und geh. Eventuell sind Kinder, Kredite oder Immobilien involviert....egal. Der "Verlust" den man erleidet, tut weh, ist hart, aber nichts im Vergleich zu dem "Leben" was man dann hat, wenn man bleibt.

• x 2 #32


inMemories
@Blindfisch Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, so ausführlich auf mich einzugehen. Gerade dein Gedanke zu den Grenzen hat bei mir etwas angestoßen. Ich war so damit beschäftigt, meine eigenen Fehler aufzuzählen, dass das, was mich verletzt hat, ziemlich untergegangen ist. Deshalb tut es gut, dass du auch diesen Teil siehst.

Puh...
Ja, so habe ich das erlebt. Ich habe sie geliebt, wie sie war. Auch mit ihrem Gewicht. Dass sie mit ihrem Körper unzufrieden war, hieß nicht, dass ich sie nicht mehr attraktiv fand.

Was mir wehgetan hat: Zu Hause waren wir irgendwann fasst nur noch Eltern. Wenn ich Nähe wollte, war dafür wenig Platz. Bei anderen Männern gab es aber Flirten, intime Nachrichten und Bilder. Ich wollte nicht, dass sie weniger Mutti ist. Ich wollte, dass wir auch noch ein Paar sind und sie von sich aus meine Nähe sucht.

Angesprochen habe ich das. Unsere Gespräche waren allerdings oft eher Monologe. Ich habe erklärt, was mir fehlt, sie hat zugehört, aber richtig weiter kamen wir nicht. Oft kamen Tränen oder ihre Beschwerden durch Migräne und Asthma dazu. Ich habe dann wieder Rücksicht genommen und mein eigentliches Anliegen blieb liegen. Irgendwann fühlte ich mich mehr als Tröster und Kümmerer als ihr Partner. Ich war ratlos und zog mich immer weiter in meine eigene Welt zurück. Das war kein bewusster Entschluss, es wurde schleichend so.

Warum ich nicht gegangen bin? Die Kids waren ein großer Grund. Aber ehrlich gesagt auch Bequemlichkeit und emotionale abhängigkeit. Ich wollte unsere Familie zusammenhalten und habe dafür meine Grenzen immer weiter verschoben.
Als ich damals einen Chatverlauf mit zwei Männern entdeckt habe, war für mich eigentlich Schluss. Sie hat geweint, mich angefleht zu bleiben und sich Vorwürfe gemacht. Sie erzählte von der Scheidung ihrer Eltern, als sie zehn war, von ihrer Schutzmauer und ihren Bindungsängsten. Das hat mich berührt und ich bin geblieben. Aber das, was zwischen uns kaputtgegangen war, war dadurch nicht wieder gut.

Ich hätte damals konsequenter sein müssen. Stattdessen habe ich weitergemacht, obwohl mich vieles verletzt hat. Mein Rückzug und mein Verhalten gehören zu meinen Fehlern, dazu stehe ich. Ihre Nachrichten an andere Männer waren aber ihre Entscheidung.
Das ist für mich heute der Punkt: Ich möchte für jemanden da sein können, ohne meine eigenen Bedürfnisse ständig zurückzustellen. Verständnis hatte ich viel. Was gefehlt hat, war die Konsequenz, wenn sich trotz der Gespräche nichts änderte.

• #33