Zitat von paulaner: Bin ich eigentlich der Einzige hier, der liest, was schreibt?
Nein.
Du hast mich ertappt. Ich antworte immer einfach so ins Blaue, ohne zu lesen.
Zitat von paulaner: Er hat ihr doch Freiraum gelassen.
Er hat sie doch nicht bedrängt.
Sie ist doch diejenige, die sich überhaupt nicht äußert, sich nicht bewegt, ihn in der Luft hängen lässt, hinter seinem Rücken nach Wohnungen sucht.
Nein, er hat ihr keinen Freiraum gelassen. Er ging ganz am Anfang seiner Erzählung in ein Hotel, meldete sich aber alle Nase lang bei seiner Frau, die die Situation für ihren klären sollte. Kannst Du Dich erinnern?
Er spioniert seine Frau aus (diese ganzen AirTags und Ortungsgedöns).
Er kommt immer wieder zu ihr zurück und bietet ihr irgendwas an. Sie fühlt sich davon sogar bedrängt, sonst würde sie ihn nicht fragen, ob er also sofort eine Antwort wolle.
Und er will ja gar nicht. Er will keine Antwort, weil er Angst hat, dass sie ihn sonst vor die Tür stellt. Nur da ist der Moment, wo er einknickt und ihr dann wieder Zeit geben will. Dass er ihr die Zeit aber nur geben will, damit sie sich in seine Richtung entwickelt, darf man nicht ausblenden. Genau darin besteht ein Teil des Bedrängens.
Sie bekommt alles, was sie will, wenn sie dann wieder zu ihm zurückkommt. Und er hat hier seitenweise berichtet, was er ihr alles "anbietet" und wie oft er schon bei ihr war, mit ihr reden wollte, sie wieder ausgeschnüffelt hat.
Wie wär's denn mal mit Zurücktreten und Atmenlassen?
So richtig und wahrhaftig, ohne sie ständig zu bedrängen?
Ich kann jedenfalls aus nichts, was der gute @Carl hier schreibt, entnehmen, dass er seine Frau nicht bedrängt. Mir wird ehrlich gesagt schon beim Lesen irgendwie anders und ich bekomme Beklemmungen, weil man diese Wucht, mit der er vorgeht und die er in sich hat, total merkt.
Er meint ernsthaft, sie wolle das doch auch. Und wenn er ihr nur ein wenig mehr Zeit gebe, dann sehe sie das auch und komme wieder zur Vernunft.
Eigentlich weiß er aber, dass der Zug abgefahren ist, das kommt zwischen den Zeilen durch, bspw. wenn er sagt, dass er die Tatsachen nicht sehen wolle. Guter Ansatz, aber wiederum schlechte Ausführung, sich dem Offensichtlichen zu verschließen und weiter Zeit zu geben, ihr einen Brief ans zu Auto stecken (Bedrängung - und hatte er nicht neulich Blumen geschickt? Naja.), Angebote zu machen, die seine Frau einfach nicht will. Und das macht sie ihm doch deutlich.
Wenn solche Aussagen wie "
weil wie soll ich sonnst ihre Liebe erwecken, wenn ich sie nicht z.b im Arm nehmen kann" nicht deutlich machen, welche Art von Druck und Bedrängung er aufbaut, dann weiß ich ehrlich auch nicht mehr.