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35 Jahre Ehe wird entsorgt wie ein Müllbeutel!

B
Guten Morgen
Ich kann deine Geschichte nicht konkret nachfühlen da ich nicht in Trennung lebe oder geschieden bin.
Dennoch wage ich es, ein paar Gedanken mitgegeben:
Die Frage, warum sie geht und nur noch über einen Anwalt spricht und als Thema nur das Geld sieht, kann man auf zwei Arten beantworten:
Zum einen, so blöd es klingt, weil sie es kann. Etwas in ihr ist geschehen und sie ist gegangen.
Oder sie schützt sich selbst, weil es auch für den, der geht, schwierig ist. Ihr seid mehr als die Hälfte eures Lebens zusammen gewesen und natürlich prägt das.
Aber was auch immer ihre Gründe sind, muss es dein Ziel sein, es hinzunehmen und zu akzeptieren. Denn du hast keinen Einfluss darauf.
Und ich kann mir gut vorstellen, dass das schwer ist.
Ein weiterer Punkt in der Geschichte ist dein neu entdeckter Glaube. Der übrigens nichts mit Religion zu tun hat. Religion fängt da an, wo Menschen anfangen zu interpretieren und daraus eine Vollmacht abzuleiten, die in Wirklichkeit lediglich der eigenen Macht dient.
Dass missbrauch in der katholischen Kirche oder andere Fragwürdigkeiten wie die Inquisition oder Hexenverfolgung sind Menschenwerk und haben mit den Möglichkeiten die dir Gott anbietet nichts zu tun. Sie sind die Konsequenz des uns gegebenen freien Willens. Deswegen darfst du immer zu Gott beten und ihn anrufen, weil es um deine persönliche Beziehung geht.
Ich bin auch der festen Überzeugung dass ich persönlich von Gott nur so belastet werde, wie ich aushalten kann. Zumindest bislang war das so und aller Mist in meinem Leben klärte sich. Nicht immer so wie ich dachte, aber es klärte sich.
Deine Entwicklung hier zeigt von außen betrachtet einen positiven Trend. Stück für Stück nimmst du die neue Situation an.
Und da kann ich dir nur weiter Mut zu sprechen.

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Vienne
@Träne71

Ich freue mich zu lesen, dass sich bei dir alles so gut entwickelt.

Mein Ex Mann hat sich nach 33 Jahren Beziehung von mir getrennt. Mir ging es wie dir damals, meine Welt brach zusammen, es war ein riesiger Scherbenhaufen. Alpträume...ich suchte nach ein paar Monaten, weil es mir sehr schlecht ging, auch Hilfe hier im Forum.
Das hat mir enorm geholfen.

Du machst das alles sehr gut!
Du wirst sehen, es gibt noch ein schönes Leben danach.
Bei mir ist die Trennung jetzt über 5 Jahre her.
Und mein Leben hat sich gut entwickelt...es gibt so viel Schönes danach, man muss es nur entdecken!
Heute mache ich viele Dinge, die ich nicht mehr während meiner Ehe gemacht habe. Und ich bin sehr glücklich damit.
Ich möchte dir damit ein bisschen Mut machen...es ist unsere Entscheidung, wie es wird. Eine Entscheidung, wieder zu leben und glücklich zu sein.

x 6 #107


A


35 Jahre Ehe wird entsorgt wie ein Müllbeutel!

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M
Zitat von Träne71:
In etwa fünf Wochen ziehe ich um, dann ist dieses Kapitel für mich erstmal abgeschlossen. Auf der Arbeit fange ich nächste Woche auch wieder mit der Wiedereingliederung an: erst zwei Stunden täglich, danach vier und dann sechs. Ich hoffe, dass sich das dann Schritt für Schritt wieder normalisiert.

Alles neu macht der Mai - so heißt es doch! Bei Dir stimmt es. Neue Wohnung, Du hast Dich von Altlasten in der Wohnung befreit und mit der Arbeit geht es schrittweise auch wieder los.

Dass Du über Deine Ex. mega enttäuscht bist, verstehe ich gut. Dieses konsequente Abtauchen ohne irgendeinen Kontakt tut weh, gerade wenn man Jahrzehnte zusammen war und manche Höhen und Tiefen erlebt hat. Aber leider kannst Du es nicht ändern. Sie wird ihre Gründe haben, aber erbärmlich ist es doch.
Lehn Dich zurück und belaste dich nicht mit Spekulieren, sondern sage Dir, es ist sehr schade, dass mich der Mensch, der mir am nähesten war, sich so verhält. Aber da ich es nicht ändern kann, muss es mein Leben auch nicht beeinflussen.
Es hat auch sein Gutes - durch ihre Distanz kommst Du schneller von Dir los.

Du machst das richtig gut und hast schon gelernt, mit emotionalen Rückschlägen umzugehen. Meinen Respekt! Mach weiter so und es wird noch etwas Gutes, vielleicht Besseres daraus entstehen. Für das Verhalten anderer bist Du nicht verantwortlich, aber du bist verantwortlich für dich selbst und das nimmst du auch wahr.

x 1 #108


Wulf
Zitat von Träne71:
nein seid 77 Tagen kein persönlichen Kontakt mehr.

Noch vermisst du sie, nach 1170Tagen würde dich selbst das nicht mehr interessieren. Musste grad selbst mal überschlägig nachrechnen.

Zitat von Träne71:
Und dann kommen sie wieder, diese Gedanken, die Sehnsucht nach früher.

Willkommen im Club, auch daß wird sich nach deinem Wohnungswechel ändern.
Du bist dann auch nicht mehr an dem Ort, wo dir die Erinnerungen täglich abgespult werden können.

Zitat von Träne71:
Einer geht einfach und der andere bleibt auf allem sitzen – mit der ganzen Arbeit, dem Chaos, allem drum und dran

Karma is a bi.tch. Wird sie später treffen, wenn du schon gar nicht mal mehr daran denkst.

Zitat von Stella31:
Norwegen war es

👍

x 1 #109


M
Zitat von Wulf:
Wird sie später treffen, wenn du schon gar nicht mal mehr daran denkst.

Daran glaube ich übrigens auch. Das Leben schafft Ausgleich - nicht unbedingt in Bezug zu bestimmten Personen, aber ich bin mir sicher, dass gute Taten an anderer Stelle belohnt und schlechte mit Schicksalsschlägen ausgeglichen werden.
Es wird ziemlich sicher eine Zeit kommen, in der es dir sehr gut geht und ihr schlecht.
Bei Dir zeigt derzeit der Zeiger nach oben! Es wird.

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Worrior
So viele Jahre haben ein Echo und dieses Echo braucht Raum und Zeit um zu verhallen.

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downie
Hallo,

hat sich Deine Frau denn geäussert warum sie sich getrennt hat? Sie wird doch nach so vielen gemeinsamen Jahren nicht einfach so gegangen sein. Darüber hinaus schreibst Du, Eure Tochter sei auf der Seite ihrer Mutter. Das passiert doch nicht einfach so.

Was ist denn konkret vorgefallen?

Gruß
downie

x 1 #112


Träne71
Hallo, meine Lieben,

Tag 89 nach der Trennung von meiner Frau. Ja… was soll ich sagen? Das Leben geht weiter. Manchmal besser, manchmal schlechter, manchmal schwer, manchmal leicht. Im Großen und Ganzen ist es auszuhalten, aber manchmal eben auch nicht. Nach wie vor, selbst nach so vielen Tagen, geht sie mir nicht aus dem Kopf. Und ich frage mich immer wieder, wann diese Liebe endlich aufhört, die ich immer noch für sie empfinde, egal was alles passiert ist. Und ja, sie hat mir Dinge angetan, wo wahrscheinlich jeder andere sagen würde: Lass sie gehen. Aber ich bin eben nicht so. Es ist schwer.

Das Weinen ist immer noch da, jeden Tag. Obwohl es zwischendurch schon besser war, ist es jetzt wieder schlechter geworden. Und ich weiß manchmal nicht mal, warum ich weine. Ist es Selbstmitleid? Ist es einfach nur Trauer? Manchmal hat es nicht mal direkt mit ihr zu tun, es ist einfach ein Gefühl, das da ist.

Ich habe inzwischen die neuen Schlüssel für die Wohnung und fange langsam an, Kartons rüberzubringen. Es läuft soweit, aber es belastet auch. Vor allem, weil ich damit auch Menschen zurücklasse, die mich 14 Jahre begleitet haben. Menschen, die in meiner dunkelsten Zeit für mich da waren und von denen ich nur Liebe bekommen habe. Und genau das tut weh. Manchmal weine ich nur deswegen, nicht mal, weil sie weg ist, sondern weil ich das verliere, was mir auch Halt gegeben hat. Und ich frage mich oft, ob die Entscheidung richtig war. Viele sagen ja, aber manchmal fühlt es sich für mich nicht so an.

Am Wochenende sitze ich oft da und grübel. Der Schmerz ist nicht mehr der gleiche wie am Anfang, es ist ein anderer Schmerz. Mehr dieses Vermissen. Vermissen von Nähe, von jemandem, der einen in den Arm nimmt oder den man selbst in den Arm nehmen kann. Vielleicht bilde ich mir manches auch ein, ich weiß es nicht.

In weniger als zehn Tagen ist der Umzug durch, dann ist mein altes Leben komplett weg. Die Wohnung und vielleicht auch ein Teil von mir. Vielleicht ist da Platz für etwas Neues, aber im Moment fühlt es sich eher so an, als würde ich manchmal wieder einen Schritt zurück machen statt nach vorne. Ich arbeite wieder Vollzeit, gehe auch in meinen Garten, aber oft sitze ich einfach nur da, höre Musik und genieße die Sonne, wenn sie da ist, und bin alleine mit meinen Gedanken. Gedanken, die ich selbst oft nicht verstehe.

Ich bin ratlos. Ich fühle mich getrieben und gleichzeitig leer. Schlafe schlecht und habe das Gefühl, irgendetwas in mir sucht nach etwas, aber ich weiß nicht was. Ich bin sogar, ihr werdet vielleicht drüber lachen, an Ostersonntag um 4:45 Uhr aufgestanden und in die Kirche gegangen. Ich war nie getauft und hatte damit nie wirklich was am Hut, aber ich bin auf der Suche nach irgendetwas, was mir Halt gibt. Und ehrlich gesagt, für mich war das eine schöne Erfahrung. Diese Orgel, dieser Chor… das hatte schon was.

Trotzdem bin ich noch weit davon entfernt, mein Leben im Griff zu haben. Auch wenn ich mich manchmal vielleicht so anhöre. Die Wahrheit ist, ich habe gerade gar nichts im Griff. Ich fühle mich verloren, irgendwo dazwischen, auf der Suche.

In diesem Sinne wünsche ich allen, die das hier lesen, egal wie es euch geht, nur das Beste. Und danke an alle, die mir hier zuhören.

Andreas

x 11 #113


H
Halt, Sicherheit, Geborgenheit waren auch bei mir Dinge, die nach der Trennung (auch nach 35 Jahren) plötzlich wegfielen und dieser Verlust gepaart mit dem Schmerz war monatelang schwer zu tragen. Rückblickend würde ich sagen, dass ich selten etwas so Heftiges, auch mit körperlichen Symptomen ( Hautausdchlag) erleben musste. Mehr als das halbe Leben lag am Boden.

Aber weißt Du, was mir geholfen hat - außer FreundeInnen und Familie. Trotz alledem konnte ich ihn spüren, den heilen Kern in mir, der davon unberührt blieb. Und immer, wenn es ganz schlimm wurde, bin ich tief in mein Inneres eingetaucht und habe mich an den Kern angelehnt.

Jetzt, nach 15 Monaten geht vieles besser, manches sogar sehr gut. Auch geholfen hat mir: alleine tanzen und ins Theater zu gehen, alleine in Urlaub zu fahren, überhaupt mir zu beweisen, dass ich auch alleine überlebensfähig bin.

Das kannst Du auch. Die Zielgerade ist noch nicht erreicht!

x 5 #114


Träne71
@Himmelssonne Ich habe wirklich großen Respekt davor, wie du das alles angehst und in Worte fassen kannst. Mir selbst fehlt dafür im Moment komplett der Zugang. Allein der Gedanke, einfach in den Urlaub zu fahren… ich kann mir das zwar irgendwie vorstellen, aber es fühlt sich nicht echt an. Ich kenne halt nur dieses eine Leben, so wie es war. Und genau das macht mir gerade am meisten zu schaffen – dieses Begreifen, dass es so nicht mehr ist und auch nie wieder so sein wird. Ich bewundere Menschen, die diesen Schritt gehen, die einfach losziehen, auch wenn ich mir denke, dass das wahrscheinlich alles andere als leicht war. Man sieht ja oft nur das Ergebnis, aber nicht den Weg dahin. Ich merke bei mir einfach, dass ich noch ganz am Anfang stehe, irgendwo zwischen festhalten wollen und loslassen müssen. Und ja… ehrlich gesagt fühle ich mich dabei oft einfach lost und hilflos.

x 2 #115


A
Zitat von Träne71:
In diesem Sinne wünsche ich allen, die das hier lesen, egal wie es euch geht, nur das Beste. Und danke an alle, die mir hier zuhören.

Andreas


Hammertext, das geht sehr nahe. Finde mich darin wieder.
Zitat von Träne71:
Ich bin ratlos. Ich fühle mich getrieben und gleichzeitig leer. Schlafe schlecht und habe das Gefühl, irgendetwas in mir sucht nach etwas, aber ich weiß nicht was. Ich bin sogar, ihr werdet vielleicht drüber lachen, an Ostersonntag um 4:45 Uhr aufgestanden und in die Kirche gegangen. Ich war nie getauft und hatte damit nie wirklich was am Hut, aber ich bin auf der Suche nach irgendetwas, was mir Halt gibt. Und ehrlich gesagt, für mich war das eine schöne Erfahrung. Diese Orgel, dieser Chor… das hatte schon was.

Ich kann dich sehr gut verstehen. Dein ganzes Umfeld hat gewechselt. Hast du gewechselt. Und so eine lange Zeit. Ihr wart so lang zusammen.
Manchmal treiben wir wie Satelliten. Allein durchs All. Das zu realisieren ist hart. Ich fühle mich manchmal auch so.

x 2 #116


A
Zitat von Träne71:
Allein der Gedanke, einfach in den Urlaub zu fahren…

Ich habe das auch schon mal gemacht, immer für ein paar Tage. Es geht, aber mir macht es wenig Spaß. Habe ich festgestellt. Ich mag einfach nicht allein essen. Und allein reisen mag ich auch nicht. Es gibt mittlerweile aber die Möglichkeit einen Reisepartner zu suchen.

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H
@Träne71
Es ist ein harter Weg, lieber @Träne71, aber auch Du wirst es schaffen, wie viele das hier geschafft haben. Was hast Du für Ressourcen, Freunde, Hobbies, Kinder? Hast Du schon einmal an eine begleitende Psychotherapie gedacht? Machst Du Sport?

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Träne71
Sport ja viel Fahrrad fahren.

#119


H
Vielleicht kannst Du Dir tatsächlich einen Therapeuten/in suchen, der Dich durch die schwerste Zeit begleitet. Das habe ich auch gemacht und es war in der Tat ein Anker in den ersten Monaten. Natürlich kannst Du so eine lange Zeit nicht einfach hinter Dir lassen, Du musst Dich ihr auch stellen - mit dem ganzen Schmerz. Es gibt auch Selbsthilfegruppen, die sehr hilfreich sein können. Du musst das nicht alleine stemmen!

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A


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