×

Lieber Forenbesucher,

wer bei uns Unterstützung sucht, soll sie finden, und wer helfen möchte, ist hier herzlich willkommen. Moderatoren und Mentoren begleiten das Forum und achten darauf, dass Beiträge respektvoll bleiben. Sachliche, tröstende, wohlwollende und empathische Beiträge sind ausdrücklich erwünscht, damit sich alle Mitglieder wohl fühlen. Abwertende oder verurteilende Inhalte haben hier keinen Platz.

325

35 Jahre Ehe wird entsorgt wie ein Müllbeutel!

M
Zitat von Taja1976:
. Ich kann mich sehr schwer ablenken, aber mir ist aufgefallen das Ich wieder mehr kleine Details wahrnehme.

Damit hast Du schon einen großen Schritt getan, denn Du merkst, es gibt auch Anderes als die enttäuschende Trennung. Damit leitest Du die emotionale Ablösung ein. Oh welch ein Wunder, ich sehe das erste Schneeglöcken. Wie schön es doch ist! Es ist sehr wertvoll, wenn es Dir gelingt, kleine Dinge wahrzunehmen. Die Seele hat dann schon mal wenigstens für kurze Zeit einen Überdruss an Leid und lässt Dich Kleinigkeiten wieder wahrnehmen. Das ist sooo hilfreich.
Schau Dich um und lerne, Dich über Kleinigkeiten zu freuen, ja sie überhaupt wieder zu bemerken.

Damit hilftst Du Dir und der geschundenen Seele sehr.

x 2 #91


M
Zitat von Träne71:
Die große Frage ist aber:
Wie realistisch ist es, dass man in vier Monaten schon wieder so stabil ist, dass man so eine Reise antreten kann?
Oder würdet ihr sagen, dass solche Reisen, die ursprünglich gemeinsam geplant waren, eher belasten als guttun?

Fahr, Du wirst es sicher nicht bereuen. Klar war die Reise zu zweit geplant, aber es ist ein super Signal an Dich selbst, wenn Du Dir sagst, ich mach es trotzdem. Und in vier Monaten sieht Deine Welt definitiv besser aus. Es wird nicht vorbei sein, aber schon wesentlich besser. Und Tapetenwechsel tut immer gut. Gerade in einer Trennungsphase.

Als ich eine Trennung hinter mir hatte, fand der alljährliche Kongress meiner Sparte in Berlin statt. Die Trennung lag zwar schon einige Monate zurück, aber ich wusste, ich war noch nicht über den Berg. Und die Wahrscheinlichkeit ihn dort sehen zu müssen, war groß.
Einige Wochen überlegte ich hin und her und schwankte zwischen Selbstvorwürfen (Du bist ein Angsthase, Du traust Dich nicht, typisch, dass Du jetzt wieder mal kneifst) und dem Wunsch, doch nach Berlin zu fahren. Es war eine Herausforderung. Und eines Tages buchte ich einfach und damit war es klar. ich würde hinfahren, egal wie es ausgehen würde.

Er war dann gar nicht da. Der Gedanke, dass er ein Wiedersehen mit mir vermeiden wollte, gefiel mir. Und dann war es so toll und ich hatte sehr viel Spaß. Später sagte ich mir, Berlin war wie ein Freischwimmer. Ich hatte es mir zugetraut und es war viel besser geworden als gedacht. Ich saß am Abend nicht heulend und verlassen im Hotelzimmer und ich hatte keine Angst mehr vor der großen unbekannten Stadt.

Trau Dich, liebe Träne, Du wirst davon profitieren.

x 1 #92


A


35 Jahre Ehe wird entsorgt wie ein Müllbeutel!

x 3


H
Hallo liebe Träne, ich habe deine Geschichte gerade überflogen, dich gerade erst entdeckt, da ich aktuell mit zusätzlichen anderen Themen beschäftigt bin.
Ich bin jetzt seit 14 Monaten nach 35 Jahren Beziehung getrennt und habe 2 erwachsene Kinder. Tränen habe ich länger keine mehr gehabt, aber Unsicherheiten und Ängstlichkeiten bezogen auf die weitere Zukunft.
In den meisten Bereichen meines Lebens geht es mir inzwischen gut, ich bin gewachsen und stark geworden. Hab Vertrauen und Zuversicht. Du schaffst das!

x 1 #93


T
So, ich wollte mal wieder ein kleines Update geben. Heute ist Tag 52 nach der Trennung. Körperlich geht es mir tatsächlich ziemlich gut. Ich mache viel Sport, gehe laufen, fahre Fahrrad, das funktioniert alles ganz ordentlich und tut mir auch wirklich gut. Seelisch ist es so lala, es schwankt noch. Es gibt Tage, die sind wirklich gut, da habe ich nur kleine Tiefs zwischendurch. Und dann gibt es eben Tage, da kommen die Gefühle stärker hoch. Aber es ist nicht mehr so, dass es ewig anhält. Wenn die Traurigkeit kommt, vielleicht auch mal mit ein paar Tränen, dann dauert das oft nur ein paar Minuten, vielleicht zwei, drei oder fünf, und danach kann ich mich wieder ganz gut fangen. Der Kopf wird dann relativ schnell wieder neutral.

Die Wohnung ist inzwischen fast komplett leer. Ich bin am Ausräumen, am Malern, baue das Laminat zurück, also alles, was eben noch gemacht werden muss. Das ist tatsächlich auch der Punkt, der mich immer noch wütend macht. Dass sie mich einfach sitzen gelassen hat und ich jetzt mit der ganzen Arbeit alleine dastehe, während ihre Priorität anscheinend nur noch das Geld ist. Das enttäuscht mich wirklich. Wenn man so lange zusammengelebt hat, hätte ich mir einfach etwas anderes erwartet. Da fragt man sich schon manchmal, was für Werte wir eigentlich noch haben und ob sich am Ende wirklich alles nur noch ums Geld dreht. Zumal sie ja eigentlich weiß, dass bei mir gar nicht so viel zu holen ist. Aber gut, ändern kann ich es sowieso nicht, vieles ist eben auch gesetzlich so geregelt.

In etwa fünf Wochen ziehe ich um, dann ist dieses Kapitel für mich erstmal abgeschlossen. Auf der Arbeit fange ich nächste Woche auch wieder mit der Wiedereingliederung an: erst zwei Stunden täglich, danach vier und dann sechs. Ich hoffe, dass sich das dann Schritt für Schritt wieder normalisiert.

Und an alle hier im Forum, denen es gerade ähnlich geht: Ich wünsche euch wirklich viel Kraft und Glück auf eurem Weg. Fühlt euch gedrückt. Ich weiß noch, wie ich am Anfang hierher gekommen bin und mir überhaupt nicht vorstellen konnte, dass das Leben irgendwann wieder weitergeht. Aber irgendwie tut es das doch. Deshalb auch nochmal ein großes Dankeschön an alle hier, die mich in meinen schwersten Momenten aufgefangen haben.

Alles Gute euch allen
Andreas

#94


A
Hallo Andreas,danke für dieses Update!
Ich freue mich für dich,dass du schon soweit bist,das klingt sehr gut! Klopfe dir auf die Schulter,du hast viel geschafft und gehst sehr straight deinen Weg.
Normal,dass du ab und zu weinst,das ging bei mir viel länger.
Alles Gute weiterhin für dich 🙏🍀

x 1 #95