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Lieber Forenbesucher,

wer bei uns Unterstützung sucht, soll sie finden, und wer helfen möchte, ist hier herzlich willkommen. Moderatoren und Mentoren begleiten das Forum und achten darauf, dass Beiträge respektvoll bleiben. Sachliche, tröstende, wohlwollende und empathische Beiträge sind ausdrücklich erwünscht, damit sich alle Mitglieder wohl fühlen. Abwertende oder verurteilende Inhalte haben hier keinen Platz.

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35 Jahre Ehe wird entsorgt wie ein Müllbeutel!

C
Zitat von Herbstblüte:
@Träne71 Mein Hausarzt hat auch keinerlei Behandlungsbedarf bei mr gesehen und mich entmutigt, dass ich eine Chance zu einer zeitnahen Psychotherapie bekomme. Statt medizinische Unterstützung gab er mir eine Adresse von einem Scheidungsanwalt …Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man fast darüber lachen. Auch ...

Dieses Post möchte ich in jedem Punkt unterschreiben.

@Träne71:

Zusätzlich gibt es Beratungsstellen (Diakonie, Caritas, AWO ...), bei denen man schnell und niedrigschwellig Termine bekommt, wenn man jemanden zum Reden braucht. Mir hat das sehr geholfen, weil ich dort kein schlechtes Gewissen haben musste, FreundInnen zu sehr mit meinen Problemen zu belasten. Auch das Schreiben im Forum hilft, finde ich.

Dass du zeitnah in eine neue Wohnung ziehst, finde ich sehr gut. Der Umzug wird nochmals hart sein, aber danach wird es dir besser gehen, ganz sicher. Minimiere den Kontakt zu deiner Ex - zum Glück sind eure Kinder schon groß, so dass du das Ganze fast auf Null wirst zurückfahren können, wenn alles Organisatorische geklärt ist. Was den notwendigen Austausch angeht, so finde ich es immer hilfreich, sich auf einen Kanal zu beschränken (finde dafür aus verschiedenen Gründen E-Mail sehr gut geeignet).

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hotte
Lieber @Träne71

auch von mir ein trauriges "Willkommen" hier. Wie du ja schon gesehen hast, bist du nicht alleine hier. Ich bin seit Ende letzten Jahres dabei und kann dir sagen das der Austausch hier wirklich helfen kann (auch wenn da manchmal wahrheiten kommen die mn(n) eher nicht lesen wollen würde).

Zitat von Träne71:
Wenn ich eben hier den Text schreibe das fällt mir sehr schwer dabei heule ich auch sehr stark. Aber danach ist es ein kleines Stück besser, immer wenn man geheult hat. Ich dachte eben mein ganzes Leben ich bin ein richtig starker Mann den nichts erschüttern kann. Aber so kann man sich auch in sich selber täuschen. Ich habe eben ein Stück weit den Glauben in mich selbst verloren. Ich versuche mich viel zu bewegen, aber selbst da kriege ich die Gedanken nicht immer frei.

Was bedeutet für dich "starker Mann"? Ich habe das Gefühl das hier ein fehlerhaftes Selbstbild mitspielt denn Mann sein bedeutet nicht immer stark sein zu müssen, nicht weinen zu dürfen oder ähnliches. Leider haben die Generationen über die Jahre immer weiter den Zugang zu ihren Gefühlen "verloren" so dass es viele Männer gibt die weder gelernt haben "ordentlich" mit Gefühlen umzugehen (ich gehöre dazu) und teilweise noch nicht mal die unterschiedlichen Gefühle zu differenzieren. Es ist vollkommen Ok mal nicht weiter zu wissen, es ist vollkommen ok ne ganze Packung Taschentücher vollzuheulen und auch wenn man beim Sport/Bewegung den Kopf nicht ganz frei bekommt. All das macht dich nicht zu einem schlechten Mann oder Menschen.

Zitat von Träne71:
Alles was ihr hier schreibt rührt mich tiefst zuTräne . Ich war der Meinung momentan dass ich der einzige Mensch auf Erden bin der zu so etwas verdammt ist. Ich möchte mich ganz herzlich bei der Community bedanken. Dass ihr mich so gut auf fangt, hätte ich nie erwartet. Ich wünsche allen Menschen den es auch so geht alles Gute und nur das Beste auf ihrem Weg.

Genau deshalb ist der Austausch mit anderen so wichtig. Ich habe, genau wie du, hier im Forum exakt diesen Zuspruch gefunden. Ich habe auch in meiner Firma mit offenen Karten gespielt und "öffentlich" gesagt das ich depressionen habe und das mir die Trennung zu schaffen macht. Plötzlich kamen von überall Kolleginnen und Kollegen die mir gesagt haben das es ihnen ähnlich gegangen sein, das auch sie gerade herausforderungen haben usw. Wir sind soziale Wesen und ich möchte dir dringend ans Herz legen dich mit Freunden und Familie zu "umgeben" damit du einen festen Anker im Leben hast. Auch wenn es sich gerade nicht so anfühlt.... du bist nicht der erste der da durch muss, du bist nicht der einzige der da gerade drin steckt und du wirst nicht der letzte sein der das durchmachen muss. Dieser Gedanken hat mir immer ein wenig geholfen in solche Situationen.

Zitat von Träne71:
Es hat mich ins Herz getroffen. Ich kann eben nur noch heulen. Ich glaub ich brauche professionelle Hilfe. Ich komme nicht mehr mit mein Leben klar.Meine Firma hat mir heute gesagt dass ich nicht unter den Umständen arbeiten darf! Weil mir das ansieht das ich momentan krank bin, sie hätten eine Fürsorge Pflicht haben sie gesagt.

Professionelle Hilfe ist nie verkehrt. Die Aussage "Ich komme nicht mehr mit meinem Leben klar" passt nicht zu der Aussage das deine Hausärztin keine Depression sieht. also entweder hast du starke Schwankungen (zwischen ich bekomme das alles geregelt und ich kann nicht mehr) oder da ist etwas das verhindert das deine Ärztin wahrnimmt wie schlecht es dir geht. Ich muss dir allerdings sagen das eine Krankschreibung und dann viel alleine sein nicht immer hilfreich ist. Ich habe mich tatsächlich dazu entschieden nicht mehr im Homeoffice zu arbeiten und fast jeden Tag ins Büro zu fahren, einfach damit ich zu Hause nicht alleine rumhänge. DAS hilft ungemein.

Ich habe von meiner Therapeutin damals auch zu hören bekommen das dies ja eine normale Lebenssituation ist und habe mich aufgrund dieser Aussage auch erstmal schlecht gefühlt. Ich habe für mich aber erkannt das es egal ist ob etwas "normal" ist oder nicht. Wichtig ist was es mit uns macht. Ich hatte nie gelernt "gesund" mit Gefühlen umzugehen und deshalb fühlte es sich für mich existenzbedrohend an. Lass dir deine Gefühle nicht absprechen, pass aber auch auf das du nicht anfängst dich in einer Opferrolle zu "suhlen". Du darfst dich entscheiden davon nicht unterkriegen zu lassen und stärker als vorher aus dieser Situation herauszugehen!

Zitat von Träne71:
Ich bin eigentlich kein besonders religiöser Mensch. Aber in meiner größten Verzweiflung habe ich Gott gefragt, warum mir das passiert und warum ich so bestraft werde. Mein Sohn hat darauf etwas gesagt, das mich sehr berührt hat: „Du wirst nicht bestraft, du wirst geprüft. Und nur die Würdigen werden geprüft.“

In unserer größten Not klammern wir uns an jeden Strohhalm der sich uns bietet und auch da bist du nicht der durch eine Lebenskrise zu Gott gefunden hat. Ich selbst bin nicht sehr gläubig aber generell ist Gott und Glaube in der "Männerarbeit" sehr häufig zu finden. Ich wünsche dir das du dadurch die Kraft bekommst die du brauchst.

Zitat von Träne71:
Gleichzeitig verändert sich gerade sehr viel. Ich habe meine jetzige Wohnung gekündigt und werde bald in eine neue ziehen. Hier halte ich es emotional nicht mehr aus – zu viele Erinnerungen, sogar Gerüche, die alles wieder hochholen. Ich werde vieles weggeben oder entsorgen, auch wenn es eigentlich schade ist. Aber im Moment schaffe ich es nicht, mich damit auseinanderzusetzen.

Mega. Du kannst echt stolz auf dich sein das du trotzdem es dir nicht gut geht schon solche zielführenden Schritte unternommen hast. Ich hatte meine Frau ausgezahlt und bin im gemeinsamen Haus geblieben. Das war, insbesondere am Anfang, teilweise hart und ich hätte mir gewünscht das ding doch verkauft zu haben. Viele Menschen mit denen ich gesprochen habe, haben gesagt das die neue Wohnung auch ein Neuanfang gewesen ist und wie glücklich sie darüber sind.



Zum Abschluss möchte ich dir gerne noch ein paar allgemeine Empfehlungen mitgeben, die ich Männern mit auf den Weg weil ich das Gefühl habe das wir nach all den Jahren "Ein Indianer kennt keinen Schmerz" und "Echte Männer weinen nicht" einfach so indoktriniert wurden das wir uns teilweise für unsere eigenen Gefühle schämen.

Der Austausch mit "neutralen" Männern kann dir helfen. Das kann ein Stammtisch sein oder eine Männergruppe (über das Selbsthilfenetzwerk findet man ggfs. solche Gruppen). Mir hat der Austausch mit Männern verschiedenen Alters und unterschiedlichem Background bei vielen Fragen sehr geholfen.

Nachdem was du beschrieben hast, insbesondere über deine Gefühlswelt, möchte ich dir ausserdem das Buch "Männerseelen" von Björn Süfke ans Herz legen. Süfke beschreibt wie Männer oft den Bezug zu den eigenen Gefühlen verloren haben und wie sich dies teilweise auf die Partnerschaft ausgewirkt hat. Für mich war es ein Augenöffner weshalb ich es jedem Mann gerne empfehle.

Zu guter letzt.... es wird Tage geben an denen du das Gefühl hast das die Welt über dir zusammenbricht. Wenn es ganz schlimm ist und niemand für dich da ist, ruf die Telefonseelsorge an. Ich habe das 2 oder 3 mal gemacht in den vergangenen Monaten und es hat geholfen. Die Menschen dort sind wirklich fantastisch und es ist keine Schande zuzugeben wenn man Hilfe braucht. Im Gegenteil, in meinen Augen ist es ein Zeichen von Stärke und Selbstreflektion wenn man die Verantwortung für sich selbst übernimmt um sich hilfe zu suchen.

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A


35 Jahre Ehe wird entsorgt wie ein Müllbeutel!

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Besserwisser60
Zitat von Träne71:

Mir ging es ähnlich: Krankenhaus angerufen, mit dem Hausarzt gesprochen, sogar nach einer Tagesklinik gefragt. Aber weil keine akute Depression festgestellt wurde, hieß es, das sei „eine normale Reaktion“ und würde vorübergehen. Vielleicht stimmt das fachlich – aber emotional fühlt es sich ganz anders an. Wenn die gemeinsame Zukunft plötzlich weg ist, fühlt sich nichts daran „vorübergehend“ an.

Deine Hausärztin liegt verkehrt, wer ein ganzes Leben mit einer Person geteilt hat, die plötzlich geht, fällt in eine tiefes tiefes Loch, physisch und psychisch. Das ist, als wenn ein Angehöriger gestorben ist. Ich glaube Männer werden, was das betrifft, oft nicht ernst genommen. Ich, als Frau, habe in Trennungssituationen Antidepressivum bekommen, unabhängig davon, ob es eine Depression ist oder nicht.
Man kommt damit zur Ruhe, schläft besser und das Gedankenkreisen hört auf.
Mir hat es unendlich geholfen.

Ich würde darauf bestehen oder mir einen empatherischen Arzt suchen.

Krankenhäuser und Kliniken orientieren sich meist an der Diagnose der Hausärzte....die überweisen ja auch...

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hotte
Zitat von Besserwisser60:
Deine Hausärztin liegt verkehrt, wer ein ganzes Leben mit einer Person geteilt hat, die plötzlich geht, fällt in eine tiefes tiefes Loch, physisch und psychisch. Das ist, als wenn ein Angehöriger gestorben ist. Ich glaube Männer werden, was das betrifft, oft nicht ernst genommen. Ich, als Frau, habe in ...

Guter Punkt... das hatte ich in meinem Beitrag noch vergessen zu erwähnen...

Ich bin während der Trennungsphase krank geschrieben worde und habe eine Therapie begonnen. Diagnose Angststörung und Depression (Ist jetzt ein Henne / Ei Thema ob das von der Trennung kommt oder die Trennung wegen der Herausforderung aber auf jeden Fall war die Trennung nicht hilfreich). Antidepressiva gab es auch, die ich aber nach ein paar Monaten abgesetzt hatte.

Als es dann einen "Rückfall" gab, habe ich wieder die Verordnung bekomme und nehme die seit anfang des Jahres wieder Regelmässig während ich mich aber in einer Psychotherapie mit den Themen meiner Vergangenheit auseinander setze.

Grundsätzlich ist jeder Mensch einzigartig und die Summe aller Erfahrungen. Es muss natürlich nicht bei jedem so laufen und es gibt viele Menschen die es geschafft haben ohne Therapie über eine Trennung hinweg zu kommen. Es ist aber wichtig das dieses Thema "entstigmatisiert" wird.

x 5 #64


Besserwisser60
Zitat von hotte:
Guter Punkt... das hatte ich in meinem Beitrag noch vergessen zu erwähnen...

Medical Gaslighting - google mal - Männer müssen immer stark sein, das ist auch in der Ärzteschaft häufig noch verankert.

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Löwenzeh
Zitat von Besserwisser60:
Medical Gaslighting - google mal - Männer müssen immer stark sein, das ist auch in der Ärzteschaft häufig noch verankert.

Mein Mann ist am Bahnhof über anderer Leute Gepäck gestolpert. Muss wohl Prellung gewesen sein, tat wochenlang weh.
Bei der Hausärztin wurde kurz darauf geguckt, nichts entdeckt, mit Widerwillen drei Tage krank geschrieben, Röntgen sei unnötig.
Wegen starker Schmerzen bestand er aufs Röntgen, es war nichts zu sehen.
Er ging mit Schmerzen wieder arbeiten, denn die Ärztin hatte empathisch erklärt, Kleinkinder würden den ganzen Tag hinfallen und es passiere nichts.
Mein Mann hatte schon beide Hände gebrochen, aber Sorgen machen darf er sich nicht?
Erzählt sie Oma Inge dasselbe?
Ich habe Arztwechsel empfohlen.

x 4 #66


Besserwisser60
Zitat von Löwenzeh:
Muss wohl Prellung gewesen sein, tat wochenlang weh.

Eine Prellung kann Schmerzen wie ein Bruch, das kann man dann im übertragenen Sinne auch auf den TE hier übertragen...

x 1 #67


Träne71
@Caecilia nein gibt überhaupt keine Kontakt mehr. Sie will nur noch über Anwalt, obwohl sie vorher gesagt hat wir wollen uns in guten trennen. Ich weiß nicht mit wem ich die ganzen Jahre zusammen gelebt habe?

x 1 #68


Träne71
Heute hat meine Frau ihre letzten Sachen aus der Wohnung geholt. Ich war nicht da, bin erst danach nach Hause gekommen. Die letzten Tage hatte ich das Gefühl, dass es langsam besser wird. Kleine Fortschritte, etwas mehr Ruhe, etwas mehr Alltag.

Und heute fühlt es sich an, als wäre ich wieder ganz am Anfang.

Als ich die Wohnung betreten habe, kam alles auf einmal zurück. Diese Endgültigkeit. Dieses Gefühl von Leere. Ich kann nur noch weinen und fühle mich unglaublich allein. Es ist, als würde der Boden unter den Füßen wieder wegbrechen.

Man denkt dann über alles nach – über das eigene Leben, den Sinn von allem. Ob es überhaupt noch eine Perspektive gibt. Im Moment fühlt es sich nicht nach Fortschritt an, sondern eher so, als würde es schwerer werden statt leichter.

Vielleicht kennt das jemand: Diese Wellen. Tage, an denen man denkt, es geht vorwärts – und dann kommt ein Ereignis, und man wird emotional komplett zurückgeworfen.

Ich versuche mir zu sagen, dass heute ein Abschluss war. Dass so ein endgültiger Schritt das Ganze noch einmal neu hochholen kann.

Trotzdem fühlt es sich gerade an, als wäre ich verloren im eigenen Körper und Leben.

Geht es anderen auch so nach solchen „endgültigen“ Momenten? Wird es nach solchen Rückfällen wirklich wieder besser? 😓😪😭

x 1 #69


A
Ja,@Träne71, ich und viele hier haben das erlebt und durchlitten.
Und JA,es wird nach Rückfällen besser,braucht seine Zeit. Bitte vertraue darauf und vertraue dir selbst. Es geht weiter, vielleicht sogar ganz schön,eines Tages.Ich wünsche es dir!

x 1 #70


T
@Träne71 jedes Mal wenn Du Weinst wird es besser.Ich zähle die Tage wo ich mal nicht weine. Ich kann mich sehr schwer ablenken, aber mir ist aufgefallen das Ich wieder mehr kleine Details wahrnehme. Ich hätte niemals gedacht das es besser Wird, aber das tut es. Ich habe entschieden das Ich mein Leben wieder anpacke. Ich freue mich wenn es wieder Wärmer wird und wieder mehr rausgehen kann. Trotzdem weiß Ich das Ich noch lange damit zu kämpfen haben werde. Die Erinnerungen fressen einen auf. Du bist nicht alleine

x 2 #71


C
Zitat von Träne71:
@Caecilia nein gibt überhaupt keine Kontakt mehr. Sie will nur noch über Anwalt, obwohl sie vorher gesagt hat wir wollen uns in guten trennen. Ich weiß nicht mit wem ich die ganzen Jahre zusammen gelebt habe?

Puh - das mit dem "nur über Anwälte" fände ich auch hart. Aber grundsätzlich ist es gut, wenn du möglichst wenig Kontakt zu deiner Ex hast. Am Anfang wirft einen jeder Kontakt, sogar ein Telefonat, wieder meilenweit zurück.

x 2 #72


C
Zitat von Träne71:
Heute hat meine Frau ihre letzten Sachen aus der Wohnung geholt. Ich war nicht da, bin erst danach nach Hause gekommen. Die letzten Tage hatte ich das Gefühl, dass es langsam besser wird. Kleine Fortschritte, etwas mehr Ruhe, etwas mehr Alltag. Und heute fühlt es sich an, als wäre ich wieder ganz am Anfang. Als ich ...

Ja - das fand ich auch ganz schrecklich - in die Bude zu kommen, wo überall "Lücken" waren (wo die Möbel standen, die mein Ex mitgenommen hatte - welche das waren, hatten wir vorher abgesprochen). Ich habe dann alles ein bisschen umgestellt, dann sah es eh anders aus und mir ging es ein bisschen besser. Trotzdem war für mich dieser Tag einer der absoluten Tiefpunkte, der zweite war dann nochmals mein eigener Auszug und die "Abwicklung" des ehemals gemeinsamen Zuhauses. Danach ging es mir aber ganz zügig sehr viel besser und das wünsche ich dir auch!

x 2 #73


M
Zitat von Besserwisser60:
Männer müssen immer stark sein

Da liegt immer noch viel im Argen. Männer sollten lernen , dass sie auch fühlende Wesen sind und dass Emotionen wie gefühlte Schwachheit, Trostlosigkeit, Mutlosigkeit normal sind und zum Leben gehören.
Glücksgefühle empinden sie gerne, weil sie ja für Erfolg stehen, aber wenn es in die andere Richtung geht, dann sind sie auf einmal "schwach" und meinen, diese nicht empfinden und schon gar nicht zeigen zu dürfen. Dann werden Gefühle unterdrückt und im Endeffekt abgespalten, weil man sie nicht spüren möchte.

Wer keinen Zugang zu seinen Gefühlen hat und findet oder diese sogar ablehnt, weil "unmännlich", kastriert sich sozusagen selbst und verliert den Bezug zu sich selbst.

Das Leben hat Phasen, wo es gefühlt so dahinplätschert und der Alltag gut geregelt ist, aber es gibt dazwischen auch Phasen mit Hochgefühlen und dunkle Zeiten. Eines gibt es nicht ohne das anderes und auf eine depressive Phase, in der alles duster und aussichtlos erscheint, kommen auch wieder bessere Zeiten, in denen man fühlt, dass es aufwärts geht.
Glaubt einfach daran, dass es, wenn man sich ganz unten fühlt, nur die Richtung nach oben gibt, auch wenn das hart erkämpft werden muss.

Gefühle zuzulassen und auch zu weinen, ist für Männer ebenso wichtig wie für Frauen. Ich hatte mal eine Beziehung mit einem Mann, der wenig Gefühle empfand. Die wurden ihm schon in der Kindheit ausgetrieben. Am Ende stand ein Mann, der bestenfalls lauwarm wirkte. Er ging zwar oft gefühlt traurig durch sein Leben, glaubte aber, die Umwelt merkt es nicht. Und richtitg lachen konnte er nicht, er lächelte hin und wieder, aber heftige Gefühle waren ihm völlig unbekannt. Mit so was möchte ich nicht tauschen.

Gefühle zuzulassen ist sehr wichtig und Gefühle brauchen auch einen Kanal. Wenn man den gefunden hat, geht es gefühlt schon besser. Schreiben kann z. B. sehr hilfreich sein oder auch der Austausch mit anderen, die diese Phasen schon durchlebt haben.



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x 2 #74


M
Zitat von Träne71:
Vielleicht kennt das jemand: Diese Wellen. Tage, an denen man denkt, es geht vorwärts – und dann kommt ein Ereignis, und man wird emotional komplett zurückgeworfen.

Seelische Schmerzen vergehen nicht linear, sondern in Wellenbewegungen. Wenn man sich einen Tag einigermaßen stabil fühlt, kann es am anderen Tag schon wieder ausssichtlos erscheinen. Ereignisse wie Abholung von Gegenständen durch den Expartner ziehen einen erst Recht runter, weil einem das Leben mit dem Holzhammer zeigt, wo man steht - gefühlt auf dem Abstellgleis der verlorenen Seelen.

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