Zitat von Träne71: Im Moment fühle ich mich damit oft einfach nur erschöpft und am Ende. Vielleicht gibt es hier Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben und wissen, wie man mit dieser Einsamkeit und diesen belastenden Nächten besser umgehen kann.
Ein Patentrezept gibt es da nicht. Es ist halt nichts, gegen was man eine Tablette einnimmt und dann geht der Schmerz.
Du bist erschöpft, weil Du sehr gestresst und belastet bist.
Und der Stress kommt daher, dass Du jetzt praktisch in ein Leben geschmissen wurdest, dass Du nicht willst. Es ist jetzt alles Neuland und Ungewissheit.
Du stehst vor dem Scherbenhaufen und der wird Dich noch lange beschäftigen. Liebeskummer ist nichts, was innerhalb von wenigen Wochen vergeht. Dann stehst Du vor einer gravierenden Lebensänderung, denn von zu zweit auf alleine stellt sich keiner so schnell um, vor allem nicht nach so vielen Jahren.
Ich glaube, Du solltest jetzt einfach akzeptieren, dass Deine Seele jetzt völlig durch den Wind und überfordert ist. Du hast Angst vor der Zukunft und das kann durchaus zu Alpträumen führen. Und die sorgen für einen schlechten Start in einen Tag, den Du eigentlich eh nicht willst. Denn welcher neue Tag gefällt Dir derzeit schon? Keiner.
Die Ablösung dauert und dauert und oft denkt man sich, ich will es einfach nicht mehr spüren. Und doch geht es nicht weg, zumindest nicht so schnell wie man möchte.
Nachdem Du die ganzen Jahre keine Verluste zu bewältigen hattest, ist auc das jetzt was Neues für Dich. Einen Verlust bewältigen, das Gefühl, dass Du wie ein alter Putzlappen weggeworfen wurdest, ist neu für Dich. Und das ist schwer.
Eure Beziehung war schon in einer Schieflage und so toll habt Ihr Euch die letzte Zeit auch nicht mehr verstanden. Und wenn es dann einem zu viel wird und er keine Aussicht auf Besserung sieht, dann geht er. Und dieses Gefühl, dass über einen entschieden wird, ist sehr stark, weil es Kontrollverlust bedeutet. Jemand entscheidet über Dich und Du hast nichts zu sagen.
Ich kann dir nur raten, akzeptiere, dass es jetzt eine schwere Zeit ist, denn Abkürzungen gibt es nicht. Es will alles durchlebt werden an negativen Gefühlen. Nach dem tiefen Kummer und dem Gefühl, dass jetzt alles zusammengebrochen ist, folgt vielleicht eine Phase, in der Du Wut verspürst. Auf sie, aber auch auf dich, weil Du ja auch einiges hast schleifen lassen.
Und dann kommt irgendwann die Akzeptanz. Es ist wie es ist und damit kann ich jetzt leben ohne in innere Panik zu verfallen.
Und dann kommt irgendwann auch die Einsicht und die Rückschau auf das, was ihr beide falsch gemacht habt. Nur dass sie in Deinem Fall schneller mit einer Entscheidung war.
Etwas kannst Du doch für Dich tun. Überlasse Dich nicht völlig dem Kummer. Du gehst weiterhin arbeiten (nehme ich zumindest an), denn Arbeit gibt auch Struktur und lenkt zetiweise ab. Sitz nicht nur daheim rum, denn ewiges Brüten bringt Dich auch nicht weiter. Finde etwas, was Dir hilft.
Ein Spaziergang allein im Wald, um die Gedanken ein wenig zu ordnen vielleicht? Ein anderer hört sich schwermütige Musik an. Und was auch wichtig und hilfreich ist. Suche Kontakt zu anderen Menschen, wärme alte Kontakt wieder auf, wenn es möglich ist. Rede mit anderen, aber heul Dich nicht aus. Aber soziale Kontakte tun gerade in solchen Phasen sehr gut.
Vielleicht hast Du noch Bekannte im Sportverein. Vielleicht geht da mal was zusammen. Ständiges Alleinsein ist Gift. Und beschränke den Kontakt mit ihr auf eine rein sachliche Ebene. Keine Klagen, kein Jammern, keine Bitten, kein wie geht es Dir?
Die Gefühle müssen sich umstellen und da gibt es nur ein Mittel: Distanz zu diesem Menschen. Irgendwann kapieren es die Gefühle dann schon, aber weiterhin Kontakt zu haben führt nur dazu, dass Du in einer Abhängigkeit bleibst.
Es bleibt nichts wie es war und es wird auch vergehen, denn der Mensch ist seit Jahrtausenden damit beschäftigt, Verluste verarbeiten zu können. Und irgendwann trifft es jeden. Manche sogar mehrmals.