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35 Jahre Ehe wird entsorgt wie ein Müllbeutel!

Nur-ein-Mensch
Hallo

Das tut mir sehr Leid,was du gerade durchmachen musst.

35 Jahre sind eine verdammt lange Zeit und es wird auch ein Weilchen dauern,bis du das alles in den Griff bekommst.

Alles was jetzt folgt darfst du in kleinen Schritten tun,hetz dich nicht ,das bringt nichts.

Ich weiß nicht,was alles an dieser Zeit dranhängt,aber bedränge deine Ex Partnerin nicht.

Klärt ,was es zu klären gibt und dann geht jeder seiner Wege.

Ich weiß der Drang ist groß,alles wieder beim alten haben zu wollen.

Aber davon würde ich absehen.

Lass deine Gefühle zu.

Auch der stärkste Mann "darf"Gefühle haben,jedes Gefühl,von Angst ,Trauer über Freude ,Wut usw.

Wenn du weinen musst,dann tu das,solange du willst,du hast ja schon gemerkt ,das es danach besser ist.

Versuche bitte ,dir eine feste Struktur zu bewahren.

Arbeiten gehen ist hier mit am besten.
Halte dich und deinen Haushalt sauber.
Verfalle in keine Süchte.
Schreibe und lese hier viel.
Rede viel mit deine Freunden oder Familie.
Geh viel an die frische Luft,tanke Tageslicht.

Ansonsten kann ich nur sagen,lass die Zeit dein Freund werden,alles wird besser werden,aber es dauert.

x 5 #31


Worrior
@Träne71
Das Leben, so wie Du es kanntest gibt es plötzlich nicht mehr.
Deine Identität war mit dieser Beziehung verbunden, auch da ist momentan ein großes Stück mit weggebrochen.
Jetzt hast Du keine Ahnung wie es weiter gehen soll, bist verletzt und traurig, alles erscheint Dir sinnlos.
Deine Psyche kickt jetzt natürlich noch richtig mit rein und plagt Dich mit üblen Träumen.

Doch Du bist nicht nur diese Beziehung und auch nicht nur diese negativen Gefühle.
Du bist so viel mehr.
Es wird ein morgen geben und darauf soöltest Du Dich mit kleinen Schritten vorbereiten.
Du hast eine Zukunft und für diese musst Du im Hier und Jetzt die Weichen stellen.
Das wird nicht einfach werden und Pleiten, Pech und Pannen gehören zum Weg.
Denn das sind wichtige Indikatoren wo Du Deine Schwächen, Mängel und Unzulänglichkeiten erkennst.
Das ist zwar nicht sonderlich angenehm aber Du lernst dann daraus wo Du ansetzen musst.
Sammle Dich erst mal und wenn Du dann irgendeann magst erzähl und Deine Geschichte.
Alles Gute, lebe aufrecht und stolz, werde glücklich, das ist jetzt Deine Mission.

x 6 #32


A


35 Jahre Ehe wird entsorgt wie ein Müllbeutel!

x 3


Träne71
Alles was ihr hier schreibt rührt mich tiefst zuTräne . Ich war der Meinung momentan dass ich der einzige Mensch auf Erden bin der zu so etwas verdammt ist. Ich möchte mich ganz herzlich bei der Community bedanken. Dass ihr mich so gut auf fangt, hätte ich nie erwartet. Ich wünsche allen Menschen den es auch so geht alles Gute und nur das Beste auf ihrem Weg.

Danke 😘

x 7 #33


alleswirdbesser
Zitat von Träne71:
Ich war der Meinung momentan dass ich der einzige Mensch auf Erden bin der zu so etwas verdammt ist.

Das kenne ich zu gut, dank diesem Forum bin ich schlauer, also allgemein habe ich dank Forum viel gelernt, was das Thema Beziehung, Trennung, Affären, Neuanfang usw. angeht. Ich bin schon länger dabei, man lernt einfach nie aus. Und man weiß genau, man ist nicht allein.

x 7 #34


M
Zitat von Träne71:
Im Moment fühle ich mich damit oft einfach nur erschöpft und am Ende. Vielleicht gibt es hier Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben und wissen, wie man mit dieser Einsamkeit und diesen belastenden Nächten besser umgehen kann.

Ein Patentrezept gibt es da nicht. Es ist halt nichts, gegen was man eine Tablette einnimmt und dann geht der Schmerz.
Du bist erschöpft, weil Du sehr gestresst und belastet bist.
Und der Stress kommt daher, dass Du jetzt praktisch in ein Leben geschmissen wurdest, dass Du nicht willst. Es ist jetzt alles Neuland und Ungewissheit.

Du stehst vor dem Scherbenhaufen und der wird Dich noch lange beschäftigen. Liebeskummer ist nichts, was innerhalb von wenigen Wochen vergeht. Dann stehst Du vor einer gravierenden Lebensänderung, denn von zu zweit auf alleine stellt sich keiner so schnell um, vor allem nicht nach so vielen Jahren.

Ich glaube, Du solltest jetzt einfach akzeptieren, dass Deine Seele jetzt völlig durch den Wind und überfordert ist. Du hast Angst vor der Zukunft und das kann durchaus zu Alpträumen führen. Und die sorgen für einen schlechten Start in einen Tag, den Du eigentlich eh nicht willst. Denn welcher neue Tag gefällt Dir derzeit schon? Keiner.

Die Ablösung dauert und dauert und oft denkt man sich, ich will es einfach nicht mehr spüren. Und doch geht es nicht weg, zumindest nicht so schnell wie man möchte.

Nachdem Du die ganzen Jahre keine Verluste zu bewältigen hattest, ist auc das jetzt was Neues für Dich. Einen Verlust bewältigen, das Gefühl, dass Du wie ein alter Putzlappen weggeworfen wurdest, ist neu für Dich. Und das ist schwer.

Eure Beziehung war schon in einer Schieflage und so toll habt Ihr Euch die letzte Zeit auch nicht mehr verstanden. Und wenn es dann einem zu viel wird und er keine Aussicht auf Besserung sieht, dann geht er. Und dieses Gefühl, dass über einen entschieden wird, ist sehr stark, weil es Kontrollverlust bedeutet. Jemand entscheidet über Dich und Du hast nichts zu sagen.

Ich kann dir nur raten, akzeptiere, dass es jetzt eine schwere Zeit ist, denn Abkürzungen gibt es nicht. Es will alles durchlebt werden an negativen Gefühlen. Nach dem tiefen Kummer und dem Gefühl, dass jetzt alles zusammengebrochen ist, folgt vielleicht eine Phase, in der Du Wut verspürst. Auf sie, aber auch auf dich, weil Du ja auch einiges hast schleifen lassen.

Und dann kommt irgendwann die Akzeptanz. Es ist wie es ist und damit kann ich jetzt leben ohne in innere Panik zu verfallen.
Und dann kommt irgendwann auch die Einsicht und die Rückschau auf das, was ihr beide falsch gemacht habt. Nur dass sie in Deinem Fall schneller mit einer Entscheidung war.

Etwas kannst Du doch für Dich tun. Überlasse Dich nicht völlig dem Kummer. Du gehst weiterhin arbeiten (nehme ich zumindest an), denn Arbeit gibt auch Struktur und lenkt zetiweise ab. Sitz nicht nur daheim rum, denn ewiges Brüten bringt Dich auch nicht weiter. Finde etwas, was Dir hilft.
Ein Spaziergang allein im Wald, um die Gedanken ein wenig zu ordnen vielleicht? Ein anderer hört sich schwermütige Musik an. Und was auch wichtig und hilfreich ist. Suche Kontakt zu anderen Menschen, wärme alte Kontakt wieder auf, wenn es möglich ist. Rede mit anderen, aber heul Dich nicht aus. Aber soziale Kontakte tun gerade in solchen Phasen sehr gut.

Vielleicht hast Du noch Bekannte im Sportverein. Vielleicht geht da mal was zusammen. Ständiges Alleinsein ist Gift. Und beschränke den Kontakt mit ihr auf eine rein sachliche Ebene. Keine Klagen, kein Jammern, keine Bitten, kein wie geht es Dir?
Die Gefühle müssen sich umstellen und da gibt es nur ein Mittel: Distanz zu diesem Menschen. Irgendwann kapieren es die Gefühle dann schon, aber weiterhin Kontakt zu haben führt nur dazu, dass Du in einer Abhängigkeit bleibst.

Es bleibt nichts wie es war und es wird auch vergehen, denn der Mensch ist seit Jahrtausenden damit beschäftigt, Verluste verarbeiten zu können. Und irgendwann trifft es jeden. Manche sogar mehrmals.

x 6 #35


M
Zitat von Nur-ein-Mensch:

Ansonsten kann ich nur sagen,lass die Zeit dein Freund werden,alles wird besser werden,aber es dauert.

Ein sehr schöner und wahrer Satz!

x 2 #36


Träne71
@Margerite ich weiß nicht was ich dazu sagen soll, danke das es solche menschen gibt!
Es hat mich ins Herz getroffen. Ich kann eben nur noch heulen. Ich glaub ich brauche professionelle Hilfe. Ich komme nicht mehr mit mein Leben klar.Meine Firma hat mir heute gesagt dass ich nicht unter den Umständen arbeiten darf! Weil mir das ansieht das ich momentan krank bin, sie hätten eine Fürsorge Pflicht haben sie gesagt.

#37


Stella31
Zitat von Träne71:
Ich glaub ich brauche professionelle Hilfe.

Sprich am besten mal mit deinem Hausarzt darüber.
Vielleicht gibt es bei dir in der Nähe auch Gesprächsgruppen. Therapeuten sind oft schwierig zu finden.
Es gibt aber, auch über den Hausarzt eine Notfall Psychotherapie. Frag den mal.
Telefonseelsorge hilft auch.
Hier schreiben hilft.
Versuche milde mit dir zu sein. Jeder kleine Schritt ist stark!
Wenn du dir was kochst, einen Spaziergang machst, die Sonne einen kurzen Augenblick genießt usw.
Alles darfst du anerkennen für dich.
Mir hilft, abends nachzudenken, wofür ich an diesem Tag dankbar war.
Zb. wenn es draußen kalt ist, froh zu sein, dass die Heizung so gut wärmt oder wenn ich ein nettes Gespräch mit jemandem geführt habe.

x 3 #38


Rheinländer
Hallo @Träne71
das was du schreibst, hat mich sehr berührt, weil ich mich darin an vielen Stellen selbst wiederfinde. 35 Jahre sind eine unglaublich lange Zeit, und auch bei mir war es so, dass nach sehr vielen gemeinsamen Jahren plötzlich alles auseinandergebrochen ist. Meine Frau hat sich nach insgesamt 30 Jahren Beziehung getrennt, wir waren 24 Jahre verheiratet, sie war meine Jugendliebe, und die Scheidung kam nach dieser langen gemeinsamen Geschichte. Darüber zu sprechen fiel mir damals auch sehr schwer, und ich habe gemerkt, dass der Austausch mit Menschen, die Ähnliches erlebt haben, etwas ganz anderes ist als Gespräche mit Menschen, die das nur vom Hörensagen kennen. Das sind einfach extreme Lebenssituationen, die man erst wirklich versteht, wenn man selbst mittendrin gesteckt hat.
Das Thema, Konflikten aus dem Weg zu gehen, kann ich vor einer Trennung gut nachvollziehen, weil man oft einfach nur Ruhe möchte und hofft, dass sich Dinge wieder einpendeln. Im Zuge einer Trennung wird es allerdings schwierig, denn dann kommt man um Konflikte kaum herum. Neben der emotionalen Trennung vom Partner, die einen ohnehin schon sehr zusetzt, gibt es eben auch die wirtschaftliche Seite. Geld wird in solchen Phasen regelrecht vernichtet, und aus meiner Erfahrung heraus ist es wichtig, so früh wie möglich zu schauen, wie man den Schaden begrenzen kann, auch wenn einem emotional eigentlich gar nicht danach ist.
Was mir in deinem Beitrag ein wenig fehlt, sind ein paar Rahmenbedingungen, wobei ich natürlich verstehe, wenn du darüber nicht sprechen möchtest. Mich würde interessieren, ob ihr Kinder habt, ob Eigentum vorhanden ist, wie eure finanzielle Situation bisher war und ob ihr beide zum Familieneinkommen beigetragen habt. Auch Alter, sowohl von euch beiden als auch von möglichen Kindern, spielen später oft eine größere Rolle, als man zunächst denkt. Ebenso spannend finde ich das familiäre Umfeld: Wie haben Familie und Freunde reagiert, lebt ihr eher in einer großen Familie, in der Stadt oder in einem dörflichen Umfeld? All das beeinflusst stark, wie man diese Zeit erlebt.
Fällt dir die Decke auf den Kopf? Ich kenne das aus der Vergangenheit nur zu gut.
Bei mir ist die Trennung inzwischen über zehn Jahre her, und auch wenn ich heute wieder ein sehr glückliches und stabiles Leben habe, ist diese Zeit immer noch im Kopf präsent. Nicht mehr schmerzhaft, aber sehr klar in der Erinnerung. Ich weiß genau, wie es sich damals angefühlt hat. Eine Trennung nach so langer Zeit geht massiv an den eigenen Selbstwert. Gerade als Mann hätte ich nie gedacht, wie sehr mich das trifft, und ich kann das, was du dazu schreibst, komplett unterschreiben. Dieses Alleinsein am Anfang, nach Hause kommen, den Schlüssel umdrehen, reingehen und es ist einfach still, niemand da, mit dem man reden kann – das ist unglaublich schwer auszuhalten.
Umso positiver finde ich, dass dein Arbeitgeber offenbar gesehen hat, wie es dir geht, und dir den Raum gegeben hat, dich erstmal rauszunehmen. Das ist nicht selbstverständlich und kann in dieser Phase wirklich helfen. Ich finde es gut, dass du hier schreibst und den Austausch suchst. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke. Wenn du magst, erzähl gerne mehr von deinen Rahmenbedingungen und deinem Umfeld. Oft hilft es schon, Dinge auszusprechen und zu merken, dass da jemand sitzt, der genau weiß, wovon du redest.
Warst du schon bei einem Anwalt für Familienrecht? Wenn nein, dann möchte ich dich hier bestärken diesen einmal zwecks eines Beratungstermins aufzusuchen. Kostet ca. 250Euro und der kann dir aufzeigen, was wirtschaftlich auf dich zukommt. Das wird in der Regel nicht schön werden, aber verschafft eindeutig Klarheit und die braucht es jetzt eben auch.
Eines kann ich dir aber auch jetzt schon aus persönlicher Sicht mitteilen. Das Leben ist mit der Trennung nicht zu Ende. Es kommt noch so viel schönes auf dich zu.
Das wird eine Zeit brauchen, aber es wird kommen.
Fühl dich gedrückt in der schweren Zeit.
Gruss aus dem Rheinland

x 4 #39


S
Hallo @Träne71,
das tut mir Leid für dich und fühl dich gedrückt.

Magst du erzählen, warum sie sich getrennt hat?

x 1 #40


M
Zitat von Träne71:
Meine Firma hat mir heute gesagt dass ich nicht unter den Umständen arbeiten darf! Weil mir das ansieht das ich momentan krank bin, sie hätten eine Fürsorge Pflicht haben sie gesagt.

Das ist ein Vorwand, denn wenn die Firma so fürsorglich wäre, wie sie tut, würden sie Dich jetzt schonen und begreifen, dass Du in einer Ausnahmesituation bist. Und was heißt, Du darfst nicht arbeiten? Du kannst Dich krank schreiben lassen oder ist das eine Vorstufe zu einer mit edlen Worten verkleideten geplanten Kündigung?
Lass Dich erst Mal krankschreiben. Aber rede vorher mit dem Arbeitgeber, damit Du vielleicht dessen Beweggründe erkennst. Solltest Du im öffentlichen Dienst sein, wird Dir kaum was passieren, aber in der Wirtschaft sieht es oft schlechter aus.

Wenn Du jetzt völlig durch den Wind bist, suche Dir ärztliche Hilfe. Vielleicht erst mal den Hausarzt aufsuchen, der Dich in schweren Fällen an einen Psychiater überweist. Du kannst natürlich auch wegen einer Therapie anfragen, aber die Praxen sind voll und viele Therapeuten sind nicht allzu viel wert.

Ich denke, Du musst Mechanismen finden, mit denen Du Dich ein wenig regulieren kannst. Ob das jetzt eine Meditation ist oder Atemübrungen oder eher sportliche Betätigung, ist egal. Es gibtr viele Möglichkeiten. Aber gib Dich nicht auf, denn Du wirst wie so viele hier durch diese Zeit gehen und sie auch bewältigen.
Versuche, etwas zu finden, mit dem Du Dir selbst ein bißchen helfen kannst, um runterzukommen. Selbstfürsorgte ist etwas, was viele nie gelernt haben, aber sie ist sehr, sehr wichtig, auch um durch schwere Zeiten gehen zu können.

Sicher hast Du Dich damit auch nie befasst, dich zu fragen, was tut mir gut, was kann ich tun, um durch dunkle Stunden zu kommen. Wie gehe ich mit meiner Seele und meinem Körper um?
Du musst immer daran denken, dass Du Dir der nächste Mensch bist. Und wenn Du Dich nicht um Dich kümmerst, tut es keiner. Die Frau ist erst Mal weg und sie wird nicht wiederkommen. Das heißt für Dich, Du bist allein auf Dich gestellt. Auch wenn die Beziehung nicht mehr gut lief, Du hattest doch noch einen Anker, der aber jetzt weggefallen ist.

Tue alles für Dich, was möglich ist. Alk., schwere Psychopharmaka und sonstige stoffliche Dro. sind tabu, denn sie helfen Dir nicht.

Wenn Du Dich aufgibst, hilfst Du niemandem, am wenigsten Dir selbst. Orientiere Dich an Beiträgen wie dem von Rheinländer, der das auch geschafft hat. Liebe Träne, Krisen kann man durchstehen und bewältigen. Jeder hier weiß das.

x 4 #41


M
Zitat von Stella31:
Wenn du dir was kochst, einen Spaziergang machst, die Sonne einen kurzen Augenblick genießt usw.
Alles darfst du anerkennen für dich.

Das ist genau das, was ich der Träne auch ans Herz lege. Es ist Selbstfürsorge und Selbstachtsamkeit, die man lernen kann, indem man die Umwelt wahrnimmt und nicht alles als selbstverständlich ansieht.
Allein eine Heizung und warme Wohnung ist doch schon wunderbar. Heute selbstverständlich, nichts Besonderes, aber es war früher anders.

Wir heizten zu Hause mit Ölöfen. Ein Ofen heizte die beiden nebeneinander liegenden Kinderzimmer, ein anderer Küche und Wohn- und Esszimmer. Das elterliche Schlafzimmer hatte keinen Ofen, da war es im Winter unglaublich kalt und es dauerte, bis man unter den Federbetten warm wurde. Der Öltank befand sich in einem Schuppen und wurde mit der Ölkanne ins Haus getragen. Im Winter holte man das Heizöl für den nächsten Tag schon am Abend vorher, weil es versulzte und sich über Nacht anwärmte.
Lerne, Kleinigkeiten zu achten und zu bemerken. Ach, was interessiert mich eine Heizung oder eine Tasse Kaffee bei meinem Kummer? Es hilft, so klein es auch ist. Man muss es nur würdigen.

x 4 #42


Träne71
Danke für eure Unterstützung und die vielen verständnisvollen Worte. Ich weiß das wirklich zu schätzen.
Im Moment fällt es mir noch sehr schwer, vieles davon umzusetzen. Die Gedanken drehen sich ständig im Kreis und kommen immer wieder auf das Gleiche zurück. Genau das ist im Augenblick meine größte Herausforderung – einen Weg zu finden, dass dieses Gedankenkreisen irgendwann nachlässt.
Ich war heute auch bei meiner Hausärztin. Sie meint, dass es aktuell keine Depression ist und auch kein Fall für Tagesklinik oder Ähnliches. Es sei eine normale Reaktion auf die Situation, auch wenn sie sehr belastend ist. Sie hat mir eine Telefonnummer von der Arbeiterwohlfahrt mitgegeben, dort gibt es psychologische Beratung speziell für Themen wie Trennung und familiäre Krisen.
Beruflich muss ich mir zum Glück keine großen Sorgen machen. Als Gleichgestellter/Schwerbehinderter habe ich einen besonderen Kündigungsschutz, und mein Meister hat mir im Gespräch deutlich gesagt, dass ich als Fachkraft gebraucht werde – aber erst, wenn ich wieder stabil bin. Dafür bin ich sehr dankbar.
Meine Kinder sind erwachsen (25 und 35). Meine Tochter steht eher auf der Seite ihrer Mutter, aber mein Sohn unterstützt mich sehr und hilft mir durch diese schwere Zeit.
Was mich besonders traurig macht, ist die Art und Weise, wie alles läuft. Ich hatte mehrfach versucht, die Trennung ruhig und fair zu regeln. Trotzdem kam schon nach wenigen Tagen der erste Anwaltsbrief. Also musste ich mir ebenfalls einen Anwalt nehmen und mich über Zugewinngemeinschaft, Vermögen und alles Weitere aufklären lassen. Es ist nicht der Weg, den ich mir gewünscht hätte, aber ich habe akzeptiert, dass ich daran nichts ändern kann.
Verstehen und wirklich annehmen – das ist im Moment mein größter innerer Kampf.
Umso dankbarer bin ich für jeden Zuspruch und jedes offene Ohr hier. Das hilft mehr, als ihr vielleicht denkt.

x 1 #43


M
Zitat von Träne71:
Ich war heute auch bei meiner Hausärztin. Sie meint, dass es aktuell keine Depression ist und auch kein Fall für Tagesklinik oder Ähnliches. Es sei eine normale Reaktion auf die Situation, auch wenn sie sehr belastend ist. Sie hat mir eine Telefonnummer von der Arbeiterwohlfahrt mitgegeben, dort gibt es psychologische Beratung speziell für Themen wie Trennung und familiäre Krisen.

Glückwunsch, Du hast die Sache in Angriff genommen. Ich bin jetzt einigermaßen begeistert und was die Ärztin sagte, ist sehr wertvoll. Keine Depression (denn sonst wärst Du viel weiter unten) und auch kein Fall für eine Tagesklinik. Das ist sehr gut. Es ist eine normale Reaktion auf eine schwierige Situation. Psychologische Beratung solltest Du unbedingt in Anspruch nehmen. Sie kann Dir Deinen Kummer, Deine Angst nicht nehmen, aber die Leute dort sind geschult, hören zu und können sich auf Dich einstellen. Und allein, dass da Jemand ist, der zuhört, ist schon viel wert. Und vielleicht hörst Du auch gute Ratschläge.

Zitat von Träne71:
Also musste ich mir ebenfalls einen Anwalt nehmen und mich über Zugewinngemeinschaft, Vermögen und alles Weitere aufklären lassen. Es ist nicht der Weg, den ich mir gewünscht hätte, aber ich habe akzeptiert, dass ich daran nichts ändern kann.

ja, das ist schade. Schau bei Rheinländer, der Dich schon darauf hingewiesen hat. Du wirst in etwas gezwungen, was Du nicht willst und Dir zuwider ist. In rechtliche Konfliktsituationen, die bei Trennungen meist nicht ausbleiben. Vor allem nicht, wenn manche nicht mehr reden sondern nur durch den Anwalt sprechen. Und bei Geld hört jede Gemeinschaft auf, auch die, die man mal hatte.
Es tut mir leid für Dich, das müsste nicht auch noch sein. Vor allem nicht so.

Andererseits ist es vielleicht gut. Denn nun musst Du auch in die Aktion gehen und Aktion heißt, ich treffe Entscheidungen, ich greife die Sache an. Das wiederum kann Dir Mut machen. Das Gegenteil wäre Passivität, sich hängen lassen, alles geschehen lassen und nichts in die eigene Hand zu nehmen.
Such Dir bei allem das Positive raus, den positiven Aspekt, der Dir nützt.

Träne, Leben heißt leider auch lernen, was ja auch gut ist. Aber lernen ist selten bequem, leider.

ich sag Dir jetzt was: Heute in einem Jahr nennst Du Dich nicht mehr Träne, sondern Du stehst anders da. Selbstbewusster, selbstbestimmter und Krisen können Dich nicht mehr so leicht umhauen.
Glaub einfach dran und mache Dir Mut. Das kannst Du und was andere können, kannst Du auch. Rheinländer lebt heute ein glückliches Leben. Er hat nicht daran geglaubt, als alles zusammenbrach und doch kam es so.

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S
Lieber Träne,

ich fühle mit Dir!

Bei mir war es zwar der Tod, der mich von meinem geliebten Mann trennte, aber zumindest diese Albträume kenne ich auch sehr gut.

Vielleicht hilft es Dir, wernn ich Dir schreibe, dass in unserer Trauergrupe ALLE diese Träume hatten. Und man da einfach durch muss.

Das Unbewusste versucht, das Unbegreifliche irgendwie zu verarbeiten. Egal, ob Trennung oder Tod, beides ist Verlust.

Es dauert seine Zeit, ja, und die ist sehr belastend. Aber es wird besser! Versprochen!

Inniger Drücker, wenn Du magst!

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