Träne71
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Ich bin eigentlich kein besonders religiöser Mensch. Aber in meiner größten Verzweiflung habe ich Gott gefragt, warum mir das passiert und warum ich so bestraft werde. Mein Sohn hat darauf etwas gesagt, das mich sehr berührt hat: „Du wirst nicht bestraft, du wirst geprüft. Und nur die Würdigen werden geprüft.“
Dieser Gedanke hat in mir etwas ausgelöst. Seitdem spreche ich öfter mit Gott, bitte auch um Vergebung für Dinge in meinem Leben. Mir wurde gesagt, dass man Antworten nicht direkt bekommt – man müsse auf die Zeichen achten. Vielleicht ist da etwas dran.
Ich versuche auch, mich zu bewegen und rauszugehen. Heute war ich mit dem Fahrrad unterwegs. Die Gedanken kommen zwar immer wieder, aber die Bewegung hilft zumindest für eine Zeit.
Gleichzeitig verändert sich gerade sehr viel. Ich habe meine jetzige Wohnung gekündigt und werde bald in eine neue ziehen. Hier halte ich es emotional nicht mehr aus – zu viele Erinnerungen, sogar Gerüche, die alles wieder hochholen. Ich werde vieles weggeben oder entsorgen, auch wenn es eigentlich schade ist. Aber im Moment schaffe ich es nicht, mich damit auseinanderzusetzen.
Am Wochenende holt meine Frau ihre letzten Sachen. Ich werde bewusst nicht da sein. Ich glaube, eine Begegnung würde mich wieder weit zurückwerfen. Allein der Gedanke ist schon schwer genug.
Und trotzdem habe ich auch Angst vor der neuen Wohnung. Dann bin ich wirklich allein. Aber ich hoffe, dass ein neuer Ort auch eine Chance für einen Neuanfang sein kann.
Manchmal fühlt sich alles sehr schnell und überstürzt an. Aber im Moment versuche ich einfach Schritt für Schritt das zu tun, was sich für mich am ehesten nach Selbstschutz anfühlt.