....@Wirdschon hat es ja schon so schön gesagt, dem kann ich nur zustimmen.

Aus eigener Erfahrung.....- mein Mann ist/ war kommunikativ ähnlich aufgestellt wie Deiner. @Palindrom
Das ist auch einer der Gründe, die zur AF führten, weil die Ablenkung einfacher und weniger anstrengend war,
als daheim mal ein Gespräch, noch dazu über Gefühle, zu führen....
Und er hat sich danach ebenfalls sehr schwer getan, genau mit den von Dir genannten Punkten, die ich mir natürlich auch gewünscht habe. War aber aus seiner Perspektive schon unheimlich weit und aktiv im "Drüber Reden".( sprich ist nicht gleich davongerannt, wenn ich es angesprochen habe
🙄 )...was für ihr halt auch irgendwo anstrengend war, er natürlich das Thema lieber vermieden und lieber vergessen hätte, eben eh kein Redner ist usw usf.
Jetzt kein Mitleid dafür schon klar, aber es gibt halt immer 2 Perspektiven und es ist nicht jeder gleich.
Was mir dann sehr geholfen hat, war ihn irgendwann mehr außen vor zu lassen und mein eigenes zur Kraft kommen zu priorisieren, statt die Energie dahin zu stecken, von ihm Antworten, Erklärungen, Hilfe oder sonst was einzufordern.
Ich habe ihn da lange in einer Bringschuld gesehen, aber letzten Endes bin für mich eben ich verantwortlich, auch dafür, wie meine eigene "Heilung" vorangeht.
Ihm einmal ganz deutlich zu sagen, ( als ich es klarer hatte und auch wieder gefestigter war) was meine Erwartungen an ihn sind und was die Konsequenzen, falls er das nicht kann, war dann der nächste Step. Nicht als Erpressung oder so. Sondern um ihm aufzuzeigen, zu was ich bereit bin, aber was eben von ihm nötig ist, damit es weitergehen kann.
Und auch wenn er vorher schon ziemlich lange reuevoll, bemüht und alles war, hat es diesen Punkt gebraucht, an dem er gemerkt hat, dass wir jetzt hier wirklich am Scheideweg stehen, damit er auch nochmal bereit war genauer bei sich hinzuschauen, sich mit eigenen Themen, die uns eben an den Punkt gebracht haben, auseinanderzusetzen.
Die Gespräche darüber haben uns einander wieder sehr viel näher gebracht, und mir geholfen ihn besser zu verstehen ( nicht zu entschuldigen) und nochmal zu einer ganz anderen Qualität der Reue und Entschuldigung seinerseits ( weiss nicht ob das jetzt verständlich ist.....) geführt. Weil erst dann hat er wirklich verstanden, wie sein Anteil, schon lange vor der AF, daran war, den Weg dahin zu ebnen und warum ein einfach weiter nicht ausreicht.
Das dauert nur leider alles. Und zwar für beide. 9 Monate, das wurde ja schon oft gesagt, ist nicht sehr lang.....Nicht für Dich, um es nur ansatzweise zu verdauen. Und eben auch nicht für ihn, um lebenslange Kommunikations- und Verhaltensmuster hinter sich zu lassen und das noch dazu in einer Ausnahmesituation.
Ob Du darauf warten willst, ist eh Deine Entscheidung. Ebenso, ob Du denkst, dass er immer noch ein / der Mensch ist, mit dem Du überhaupt Dein Leben verbringen willst.
Wenn Dir das Päckchen, dass er euch ins Nest gelegt hat zu groß ist, dann ist es so. Und auch, wenn Du ihm verzeihst, musst Du ja nicht dafür zusammenbleiben, ich finde eh immer, das ist was, mit dem man vorrangig sich selbst befreit.
Nur wenn Du auf was wartest, dass er tun soll, dann würde es sicher nicht schaden, ihm das in aller Deutlichkeit und v.a. mit allen Konsequenzen zu kommunizieren. Er tickt offensichtlich anders und Gedanken lesen kann er nicht und nur weil es für Dich oder uns ja irgendwie logisch sein mag, dass das und das von ihm kommen "muss", heißt noch lange nicht, dass das ihm auch klar ist.