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Ablenkung in Zeiten von Corona?

irgendwannwohl

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Hallo zusammen,
mein Freund hat sich vor 4 Wochen überraschend von mir getrennt. Seit gestern herrscht nun die offizielle Kontaktsperre, nachdem ich es zwar schon mal versucht habe, aber nicht erfolgreich war. In der letzten Woche kam es auch nochmal zum Treffen, erhöhte Aufmerksamkeit seinerseits, aber nun endgültig der Schlussstrich. Mir fällt es unheimlich schwer mich von der Situation abzulenken. Ich habe Stressbauchschmerzen und meine Gedanken kreisen ständig um ihn. Insbesondere jetzt kann man sich nicht verabreden und etwas unternehmen. Vorallem abends geht es mir immer wieder richtig schlecht. Wie lenkt ihr euch in Zeiten von Corona von Liebeskummer und Schmerz ab?

27.03.2020 09:09 • #1


Fanta1

Fanta1


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Zitat von irgendwannwohl:
Mir fällt es unheimlich schwer mich von der Situation abzulenken. Ich habe Stressbauchschmerzen und meine Gedanken kreisen ständig um ihn. Insbesondere jetzt kann man sich nicht verabreden und etwas unternehmen.

Ja, für Liebeskummer und auch für das Gegenteil- nämlich die Dating-Phase ist Corona denkbar worst case. Das eigene persönliche Chaos ist gepaart mit dem offziellen Chaos.

Du kannst ja mal etwas mehr erzählen- wie alt seid ihr ? Wie lange wart ihr zusammen? Warum kam es zur Trennung? Hat dein Ex schon eine Neue ?

27.03.2020 10:19 • x 1 #2



Ablenkung in Zeiten von Corona?

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irgendwannwohl


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Ich weiß noch garnicht, ob ich bereit dafür bin, alles zu erzählen. Wir sind 30/31 und waren vielleicht verhältnismäßig für euch nur kurz zusammen, nämlich offiziell 8 Monate. Haben uns davor 3 Monate gedated. Die Zeit war super intensiv, wirklich fast jeden Tag gesehen und Nächte miteinander verbracht. Am Anfang war ich mir nicht sicher, ob ich die Beziehung eingehen wollte. Dann hab ich mich immer mehr geöffnet und mich schließlich in ihn verliebt.

Jetzt ist es aus und ich habe das Gefühl, ich habe alles falsch gemacht. Unter anderem hat er mir vorgeworfen viel zu lange gebraucht zu haben, um mich zu öffnen und ihm zu spät gesagt zu haben, dass ich ihn liebe. Obwohl er während der Beziehung gesagt hat, er würde es verstehen und vorallem aber wissen wie ich fühle.

Generell sind all seine Trennungsgründe davon geprägt, dass es lösbare Herausforderungen sind, wenn er denn nur mit mir darüber gesprochen hätte. Das hat er bei unserem Trennungsgespräch auch zugegeben. Aber er hätte die Kraft dafür nicht mehr. Und die Einsicht würde bei ihm nichts auslösen.

Für mich war alles ziemlich überraschend, zwar hatte ich im Januar gemerkt, dass er ein wenig anders ist und vielleicht auch ungewohnt distanzierter agiert, aber als ich ihn mehrmals darauf angesprochen habe, hat er mir immer wieder versichert, dass es absolut nichts mit mir zu tun hat und es nur durch neuen Stress auf der Arbeit bedingt ist. Er hat auch immer betont, wie leid es ihm tut, dass ich das auf uns beziehe. Im Nachhinein hat er gesagt, ich hätte einfach vor ihm gemerkt, dass er die Beziehung nicht weiterführen möchte und er hätte nicht auf sein Unterbewusstsein gehört.

Was mich am meisten mitnimmt, ist neben seiner jetzigen Abgeklärtheit (in der Beziehung war er so liebevoll und nähebedürftig), dass ich ihm von Beginn an, mitgeteilt hatte, was meine größte Angst ist. Nämlich von einem Tag auf den anderen in Stich gelassen und verlassen zu werden. Er hat mir immer wieder versichert, dass er dies niemals tun würde. Und er es bisher in seinen Beziehungen auch immer so gehandhabt hat, dass wenn Probleme da sind und er nicht mehr glücklich ist, das natürlich anspricht und man daran versucht zu arbeiten. In unserem Trennungsgespräch sagte er mir, er habe daraus nur gelernt, dass man so etwas nur in die Länge zieht. Und das wolle er nicht. Er würde mich lieben, aber Liebe sei nunmal nicht genug.

Wir hatten eine wirklich intensive Zeit, und ich liebe diesen Mann wie keinen anderen vor ihm, er hat schon früh von zusammenziehen gesprochen und eigentlich haben wir auch fast bereits zusammen gewohnt.

Ich weiß nicht, ob er jemand anderen hat. Er meinte, es gibt keine andere Frau.

Ich kann mich einfach nicht richtig ablenken und das ist für mich gerade das schlimmste. Habt ihr Tipps?

27.03.2020 11:58 • x 1 #3


Bolognese


Zitat von irgendwannwohl:
Hallo zusammen,
mein Freund hat sich vor 4 Wochen überraschend von mir getrennt. Seit gestern herrscht nun die offizielle Kontaktsperre, nachdem ich es zwar schon mal versucht habe, aber nicht erfolgreich war. In der letzten Woche kam es auch nochmal zum Treffen, erhöhte Aufmerksamkeit seinerseits, aber nun endgültig der Schlussstrich. Mir fällt es unheimlich schwer mich von der Situation abzulenken. Ich habe Stressbauchschmerzen und meine Gedanken kreisen ständig um ihn. Insbesondere jetzt kann man sich nicht verabreden und etwas unternehmen. Vorallem abends geht es mir immer wieder richtig schlecht. Wie lenkt ihr euch in Zeiten von Corona von Liebeskummer und Schmerz ab?


Ich treffe mich täglich zu zweit mit Bekannten zum Sporteln oder auf n Besuch auf der Terrasse.

Komplette Kontaktsperre zu Menschen halte ich alleine im Appartement nicht aus.

Die Leute sind aber auch alle alleine, insofern besteht da kein großes Risiko.

Ansonsten alleine spazieren, zuhause Krafttraining, Gitarre spielen in der Sonne, mit Mutter telefonieren....

27.03.2020 13:28 • x 1 #4


Hope_is_Gone

Hope_is_Gone


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Ach Mäuse Mist...

Ja das geht leider vielen so.
Die Zeit ist momentan sehr hart für verlorene Seelen.
( besonders abends und am WE)

Ich kann dir auch nur raten was dir auch die anderen geraten haben.

Schließ dich nicht zuhause ein und denke zuviel an ihn, geh raus in die Sonne hole dir ein Kaffee und setze dich auf eine Bank und lese ein Buch.
Wenn du draußen bist und andere Menschen sieht fühlt man sich nicht mehr sooooo allein. ^^

Und eine andere Option ist sich hier den Kummer von der Seele zu schreiben.

Fühl dich gedrückt!

27.03.2020 16:37 • x 1 #5


DieSeherin

DieSeherin


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lass dich mal drücken - liebeskummer ist grässlich und gerade jetzt hat man wirklich nicht so wahnsinnig viel ablenkung!

Zitat von irgendwannwohl:
Was mich am meisten mitnimmt, ist neben seiner jetzigen Abgeklärtheit


er muss wahrscheinlich so sein/tun, weil denjenigen, die sich trennen, das auch nicht immer unbedingt leicht fällt!

es wird dir aber jetzt nicht weiterhelfen, wenn du im rückblick anaylierst, was du hättest tun können, was du falsch gemacht haben könntest - es wäre jetzt viel besser, wenn du dich auf dich ganz alleine konzentrierst. schreibe eine wunschliste, was du alles tun willst, bis die ausgangsbeschränkungen vorbei sind:

- ein musikinstrument lernen?
- ein buch schreiben?
- deinem papa einen pullover stricken?
- eine alte freundin aus dem kindergarten bei facebook finden?
- alle götter- und heldensagen lesen?
- all deinen lieben mal einen handgeschriebenen brief schicken
- deinen kleiderschrank ausmisten...

und dann schreibst du auf, was du tust, wenn du wieder uneingeschränkt rausdarfst:

- mit deinen besten freundinnen einen back-tag machen
- ein fest mit deinen lieben organisieren
- den nachbarn ein selbstgebackenes brot bringen
- endlich mal alleine essen gehen und die leute beobachten
- den größten eisbecher essen, den die eisdiele anbietet
- ...

27.03.2020 17:25 • x 1 #6


irgendwannwohl


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Zitat von Hope_is_Gone:
Ach Mäuse Mist...

Ja das geht leider vielen so.
Die Zeit ist momentan sehr hart für verlorene Seelen.
( besonders abends und am WE)

Ich kann dir auch nur raten was dir auch die anderen geraten haben.

Schließ dich nicht zuhause ein und denke zuviel an ihn, geh raus in die Sonne hole dir ein Kaffee und setze dich auf eine Bank und lese ein Buch.
Wenn du draußen bist und andere Menschen sieht fühlt man sich nicht mehr sooooo allein. ^^

Und eine andere Option ist sich hier den Kummer von der Seele zu schreiben.

Fühl dich gedrückt!



Danke! Ja, das mit dem draußen ein Buch lesen werde ich tatsächlich einfach mal machen und du hast auch recht...wenn man irgendwie doch unter Menschen ist, fühlt man sich nicht so einsam. Ich war gerade auch lange mit einer Freundin in der Sonne spazieren und das hat auch gut getan. Obwohl wir auch an vielen Orten waren, die ich mit ihm in Verbindung bringen. Aber ich glaube, es tut gut sie irgendwie zu entzaubern und sie mit anderen Menschen neu zu erleben.

27.03.2020 19:57 • x 1 #7


irgendwannwohl


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Zitat von DieSeherin:
lass dich mal drücken - liebeskummer ist grässlich und gerade jetzt hat man wirklich nicht so wahnsinnig viel ablenkung!



er muss wahrscheinlich so sein/tun, weil denjenigen, die sich trennen, das auch nicht immer unbedingt leicht fällt!

es wird dir aber jetzt nicht weiterhelfen, wenn du im rückblick anaylierst, was du hättest tun können, was du falsch gemacht haben könntest - es wäre jetzt viel besser, wenn du dich auf dich ganz alleine konzentrierst. schreibe eine wunschliste, was du alles tun willst, bis die ausgangsbeschränkungen vorbei sind:

- ein musikinstrument lernen?
- ein buch schreiben?
- deinem papa einen pullover stricken?
- eine alte freundin aus dem kindergarten bei facebook finden?
- alle götter- und heldensagen lesen?
- all deinen lieben mal einen handgeschriebenen brief schicken
- deinen kleiderschrank ausmisten...

und dann schreibst du auf, was du tust, wenn du wieder uneingeschränkt rausdarfst:

- mit deinen besten freundinnen einen back-tag machen
- ein fest mit deinen lieben organisieren
- den nachbarn ein selbstgebackenes brot bringen
- endlich mal alleine essen gehen und die leute beobachten
- den größten eisbecher essen, den die eisdiele anbietet
- ...



Wow, danke! das sind echt tolle Vorschläge, die ich mir wirklich alle zu Herzen nehmen werde. Inbesondere jetzt abends fällt es mir besonders schwer mich abzulenken. In den letzten Tagen habe ich stundenlang auf sein online-Zeichen gestarrt und gehofft von ihm zu hören. Das muss jetzt aufhören. Und deine Vorschläge sind echt gold wert! Danke!

27.03.2020 20:00 • #8


Bolognese


Zitat von irgendwannwohl:


Danke! Ja, das mit dem draußen ein Buch lesen werde ich tatsächlich einfach mal machen und du hast auch recht...wenn man irgendwie doch unter Menschen ist, fühlt man sich nicht so einsam. Ich war gerade auch lange mit einer Freundin in der Sonne spazieren und das hat auch gut getan. Obwohl wir auch an vielen Orten waren, die ich mit ihm in Verbindung bringen. Aber ich glaube, es tut gut sie irgendwie zu entzaubern und sie mit anderen Menschen neu zu erleben.


Nee, ich würde ganz woanders hingehen... jetzt beginnt die Zeit der Spaziergänge mit Deiner Freundin in anderer Umgebung. Der Typ wird dann bald zur Vergangenheit gehören.

27.03.2020 20:01 • x 1 #9


Nina2020


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Naja ich liege im Bett und schaue aus dem Fenster. Jetzt sind es schon 49 Stunden.
Du bist nicht alleine

27.03.2020 20:10 • x 2 #10


irgendwannwohl


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Ich weiß nicht, ob es hilfreich ist...aber irgendwie auch wieder gut zu wissen, dass es mehreren Menschen so geht.

Nachtrag:
Ich glaub jedenfalls da oben mag mich gerade jemand so richtig verarschen. Mein Dad ist in Italien, schwer krank und seit 7 Wochen im Krankenhaus. Und gerade eben kam die Nachricht, dass er nun leider positiv auf dieses beschissene Virus getestet worden ist.

27.03.2020 21:30 • #11


Nina2020


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Zitat von irgendwannwohl:
Ich weiß nicht, ob es hilfreich ist...aber irgendwie auch wieder gut zu wissen, dass es mehreren Menschen so geht.

Nachtrag:
Ich glaub jedenfalls da oben mag mich gerade jemand so richtig verarschen. Mein Dad ist in Italien, schwer krank und seit 7 Wochen im Krankenhaus. Und gerade eben kam die Nachricht, dass er nun leider positiv auf dieses beschissene Virus getestet worden ist.


Das tut es! Es geht aktuell vielen Menschen so wie Dir. Du bist nicht alleine. Also Kopf hoch. Wir müssen alle kämpfen

Oh nein. Das tut mir wirklich von Herzen leid. Wie ist der derzeitige Gesundheitsstand von ihm? Gehts ihm einigermaßen besser ? Ist er alleine dort

28.03.2020 14:04 • #12


irgendwannwohl


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Ich frage mich auch einfach, wann wirklich diese vollkommene Akzeptanz einsetzt. Dass es jetzt wirklich vorbei ist. Und man nicht mehr hofft, dass er sich wieder meldet und alles wird gut.

Er leidet an einer chronischen Niereninsuffizienz. Die Krankenhäuser sind ja leider nicht für Besucher etc. geöffnet. Somit kann er auch nicht besucht werden.

28.03.2020 14:42 • x 1 #13


Nina2020


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Zitat von irgendwannwohl:
Ich frage mich auch einfach, wann wirklich diese vollkommene Akzeptanz einsetzt. Dass es jetzt wirklich vorbei ist. Und man nicht mehr hofft, dass er sich wieder meldet und alles wird gut.

Er leidet an einer chronischen Niereninsuffizienz. Die Krankenhäuser sind ja leider nicht für Besucher etc. geöffnet. Somit kann er auch nicht besucht werden.


Bis die vollkommene Akzeptanz eingesetzt, dauert es wohl eine weile. Ich z.B. Hoffe dass er sich nicht meldet. Das würde alles schwerer für mich machen.

Ich hoffe, dass dein Vater schnell wieder gesund wird. Bleib positiv und stark! Es fühlt sich an, als würde grad alles auf einmal passieren und es würde einen erdrücken.
Es wird aber besser!

29.03.2020 23:55 • #14


Andie


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Zitat von Nina2020:
Naja ich liege im Bett und schaue aus dem Fenster. Jetzt sind es schon 49 Stunden.
Du bist nicht alleine

Hallo ich bin Andie, ich bin 45 und seit gestern 17:00h wieder Single und befinde mich im absolut freien Fall. Hab seitdem viel geweint, nicht geschlafen, 1/3 Banane gegessen, ...
Gepaart mit der Corona Krise doppelt schwer und nicht fassbar, da man nicht zu Familie, Freunden, Nachbarn darf und Dich keiner in den Arm nehmen kann zum trösten...
Mein Herz tut so sehr weh der Schmerz ist unerträglich. Sobald ich die Augen schließe sehe ich ihn, bin in Szenen unserer Beziehung. War lange spazieren aber auch dort immer wieder Erinnerungen, Tränen, ....
Gepaart mit der Frage @warum können wir nicht gemeinsam für die Beziehung kämpfen@...
Es ist meine zweite schwere Trennung. Die erste war (fast) genau vor 10 Jahren. Damals verheiratet (14 Jahre zusammen)... Trennung und Scheidung ...das volle Programm - Viele Wunden und Verletzungen. Ergebnis wurde mitgeteilt, Entscheidung zur Trennung vollkommen egoistisch alleine getroffen. Aus.
Jetzt wiederholt sich alles. , nur mit dem Unterschied, dass damals schon eine neue Partnerin zur Seite stand.,
Obwohl ich keine Beziehung wollte und auch noch nicht soweit war trat mein jetziger Ex in mein leben. Gestern am Jahrestag (7 Jahre) war es dann vorbei. Hab viel mit ihm gesprochen, mit Familie und Freunden. Für alle ist es ein Schock. Antwort von ihm auf die Frage, warum er nicht mit mir kämpfen will.... er hat mich noch sehr lieb und ich sei ein sehr wertvoller Mensch für ihn, aber er liebt mich nicht mehr. Das tut so unfassbar weh.
Hab bereits einige Chats gelesen und auch die Ratgeber. Tolle Tipps, Anregungen und aus Erfahrung kann ich sagen richtig, nur gerade kann ich überhaupt nicht nach vorne Blicken, da diese Trennung gefühlt gerade mein Herz aus meinem Körper reizt.
Beim Tsunami sagte man die zweite Welle wäre die schlimmste und so fühle ich mich auch ...

30.03.2020 02:36 • #15



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