Ich möchte Euch mal von der Beerdigung meiner geliebten Mama erzählen
Sie starb Ende Dezember 2021. Die Beerdigung in einem Urnengrab fand im Januar 2022 in einem Friedwald, hier im schönen Taunus statt.
Wir sind nur eine kleine Familie gewesen, es waren neben meiner Schwester und ihren Kindern, Ex-Mann von Schwester sowie seinen Eltern, Freundinnen meiner Schwester und dann zu spät, eben ich anwesend.
Ich kam zu spät

- Mama und ich hatten immer ein super gutes Verhältnis, sie war mir immer eine gute Mutter, war auch meine beste Freundin - mit ihr habe ich alles, wirklich alles besprechen können und sie hat mir immer zur Seite gestanden, wann immer ich Hilfe brauchte (nicht finanziell gemeint) und ich ihr ebenso.
Als ich 15 war, hatte sie es endlich geschafft sich von meinem Vater zu trennen, der sehr gewalttätig uns gegenüber war. Ich hatte ihn verprügelt, nachdem er zum wiederholten Mal an meine Mama gegangen ist. Danach hatte ich alle Schlösser des damals gemieteten Haus ausgetauscht und die Prügel meinerseits haben ihn endlich davon abgehalten, uns weiter zu bedrohen.
Aber, ich kam zu spät zur Beerdigung. Alle haben mich böse angeschaut, auch die Pfarrerin. Dann musste ich im Wald ganz vorne neben meiner Schwester auf einem Stuhl platz nehmen.
Ich habe die erwartungsvollen Blicke aller in meinem Nacken gespürt.: Na, heult er endlich...
Nein, ich konnte nicht heulen. Ich war so unter Stress und diesem Druck, wie gelähmt.
Ich habe lange unter dieser Beerdigung gelitten. Ich weiß heute, dass ich es nicht wahrhaben wollte, dass Mama nun tot ist. Deshalb habe ich das Losfahren zur Beerdigung solange verzögert.
Ebenso weiß ich heute, dass Mama mir das nicht krummgenommen hat - sie wusste immer genau, was ist und wie sehr ich an ihr hänge.
Aber das hat seine Zeit gedauert und immer wenn ich ein Gespräch mit ihr habe, meistens wenn ich alleine draußen im Wald und Feld bin, sehe ich ein Zeichen von ihr am Himmel
