Fliesentisch
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Zitat von Tin_:Ich rede auch nicht von absoluter Sicherheit. Das Risiko der Entdeckung (vor allem, da das nun beendet ist) wird mit fortschreitender Zeit geringer ...
Dann ist sie aber trotzdem "herausgekommen", nur hat sich der "Herausfinder" hier eben für die Variante der Nichtaufdeckung dem Betrogenen gegenüber entschieden. Das ehrt dich in gewissem Maße, aber herausgefunden hast du es trotzdem, und die Ehe deiner Bekannten hing zu einem guten Teil davon ab, ob du dicht hältst oder eben nicht. Allein das wäre für mich schon Druck genug, als das mir ein Leben damit auf Dauer unangenehm werden würde.
Du merkst, da ticken wir zwei anders. Für mich gebietet es schon die Fairness, für den Fehltritt, den ich mir geleistet habe, auch meinem Partner/meiner Partnerin gegenüber gerade zu stehen. Wenn man das nicht möchte, dann habe ich zumindest deutliche Bauchschmerzen mit "Sie ist zu sensibel für die Wahrheit!", denn trotz deiner Gegenbeispiele besteht eben das nicht unerhebliche Risiko, dass sie zwangsweise mit der Frage konfrontiert wird, wie sensibel sie in diesem Punkt tatsächlich ist. Und dieses Risiko in Verbindung mit der Aussage, man würde seine Partnerin "perfekt" kennen, ist für mich nicht nachvollziehbar.
Vielleicht würde ich mit deinen Erfahrungen anders argumentieren, aber bei meinen Eltern habe ich die Verarbeitung hautnah mitbekommen, die nach einer Entdeckung folgt, und die möchte ich niemandem zumuten. Weder einer potentiellen Partnerin noch etwaig betroffenen Kindern (hier ja nicht vorhanden, wenn ich mich recht entsinne). So viel Meinung muss unser TE schon aushalten, ohne das zu viel moralinsaurer Zeigefinger in die Argumentation einfließt.
