Mondschatten
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Denn für mich bleibt noch die Frage offen, wie wir in Zukunft miteinander umgehen sollten. Aber erst mal zu meiner Geschichte:
Ich war gerade an einem Punkt in meiner Beziehung mit meinem Mann angelangt, an dem ich kurz vor der Trennung stand. Dann habe ich jemanden kennengelernt, der mir einfach nur durch seine Art gezeigt hat, dass ein Mann auch anders sein kann. Dieser Mann hat sich dann um mich bemüht, zu mir Kontakt aufgenommen und mir auch gestanden, dass er noch mit der Mutter seines Sohnes (ein Jahr alt) zusammenlebt. Er habe aber keine richtige Beziehung zu dessen Mutter, da sie sehr viel streiten würden und in getrennten Räumen schlafen würden. Sie sei ungewollt schwanger geworden, nachdem sie sich gerade mal drei Wochen kannten. Wir waren also beide quasi in einer ähnlichen Situation.
Ich trennte mich daraufhin von meinem Mann - nicht, um mit dem Anderen zusammen sein zu können, sondern weil ich merkte, dass die Beziehung einfach nicht mehr funktionierte und ich schon alles Erdenkliche unternommen hatte, um diese zu retten.
Er hingegen warb weiter um mich, bis wir auch eine Affäre begannen. Er sagte mir von vornherein, dass er in der Liebe bereits schwer enttäuscht worden sei und viel Zeit brauche, um sich wieder auf eine Frau ernsthaft einlassen zu können oder sich zu verlieben. Ich habe mich trotzdem auf ihn eingelassen, in der Hoffnung, das würde sich schon geben.
Wir konnten sehr gut miteinader reden und ich mochte viel an seiner Art. Bald gestand ich ihm, dass ich verliebt war.
Das Ganze zog sich 1,5 Jahre hin. Er hat sich nie getrennt, denn, wie er mir ehrlich sagte, hatte er zwar "Gefühle" für mich, seine Liebe zu mir war und ist aber nicht so groß, dass er sich deswegen von der Mutter seines Sohnes trennen würde. Denn er hatte immer zu große Angst, seinen Sohn zu verlieren, der noch sehr klein war. Nun ist sein Sohn 2,5 Jahre alt. Mit der Mutter des Kindes lebt er nach wie vor zusammen, wenn sie auch keine richtige Beziehung haben. Aber als Eltern funktionieren sie und streiten auch weniger miteinander. Er meint, dass sie ihm gesagt hat, sie wolle auch in Zukunft keine körperliche Beziehung mit ihm und er hat ihr daraufhin gesagt, er würde sich dann eine Andere suchen.
Ich habe mich zwischenzeitlich mal von ihm getrennt, wir sind wieder zusammengekommen, habe eine Freundschaft versucht, das hat nicht geklappt und jetzt habe ich die konsequente Trennung beschlossen. Er sagte mir, mir wäre die Trennung von meinem Mann ja leicht gefallen, da ich schon einiges versucht hatte und mich sowieso trennen wollte. Außerdem wäre ich mir meiner Kinder sicher. Bei ihm sei das anders.
Wegen dieser offiziellen "Beziehung" zu der Mutter des Kindes musste ich mich allerdings immer versteckt halten, da er sie nicht verletzen wollte. Ich war davon abhängig wann er mal Zeit hatte bzw. eine Ausrede finden konnte, um mich zu sehen. Er sagte immer, er würde sich eines Tages trennen. Einmal sagte er sogar, er würde sich ganz bald trennen, da sie in dieser Zeit viel miteinander stritten. Aber er hat sich bis heute nicht getrennt und wird es sicher auch so bald nicht tun. Er suchte in mir das, was er in seiner offiziellen Beziehung nicht bekommen konnte: Wärme, Liebe und S.
Ich habe mich würdelos gefühlt, ungeliebt und wie ein dummes Kind, weil ich trotz allem bei ihm geblieben bin. Immer hin und hergerissen, ständig habe ich mich mit Gedanken und Entscheidungen gequält. Dazu kam natürlich das schlechte Gewissen ihr gegenüber, die von dem Ganzen nichts wusste, auch wenn sie sicher was geahnt hat. Ich habe immer darauf gedrängt, dass er ihr die Wahrheit sagt. Er wollte aber lieber alles Verstecken, so lange er noch mit ihr unter einem Dach wohnte und hatte zu große Angst, seinen Sohn zu verlieren. Ich habe zwar die schönen Momente genossen und er hat mir auch über die Trennung von meinem Mann samt Umzug und erstes Alleinsein hinweg geholfen. Aber im Endeffekt habe ich auch viel gelitten.
Dadurch, dass er mir nie große Versprechungen gemacht hat und auch nicht erzählt hat, er wäre über alles verliebt in mich, habe ich mich emotional auch nicht allzu tief in das Ganze verstrickt und mir nicht so große Hoffnungen gemacht. Außerdem habe ich auch etwas Zweifel, ob eine Beziehung zwischen uns wirklich funktionieren würde. Die vielen Verletzungen und das hin und her haben dafür gesorgt, dass mir die endgültige Trennung nicht ganz so schwer fiel, wie es noch vor einem halben Jahr gewesen wäre.
Nun macht er mir aber den Vorwurf, dass ich unsere bestehende Freundschaft einfach so beenden wollte und so tun wollte, als sei er tot. Ich hielt es eigentlich für das Beste, erstmal keinen Kontakt miteinander zu haben. Der Gedanke daran, ihn nun für immer und endgültig zu verlieren, also auch die Freundschaft mit ihm, fällt mir aber auch sehr schwer. Wir haben uns viel gegenseitig unterstützt und konnten immer gut miteinander reden und mir gefällt sein Humor. Außerdem habe ich keinen einzigen guten männlichen Freund.
Ist es wirklich notwendig den Kontakt so abrupt und komplett abzubrechen?
Hat jemand von euch Erfahrungen damit gemacht, nach einer Affäre eine Freundschaft zu haben?
Ich habe schon überlegt, ob wir den Kontakt zunächst vielleicht auf telefonieren, schreiben und Treffen an öffentlichen Orten reduzieren könnten. Somit besteht keine Gefahr, dass wir wieder im Bett landen. Wenn wir beieinander sind, ist die Anziehung allerdings sehr groß und ich würde ihn am Liebsten immer umarmen und küssen, wenn er in meiner Nähe ist.
Freue mich auf eure Kommentare und Erfahrungen .

