Lieber Panorama,
zunächst einmal mein Mitgefühl für das, was dir gerade widerfährt. Ich habe deinen Strang gelesen und dabei sind mir ein paar Dinge aufgefallen, die ich dir rückmelden möchte.
Zum einen sehe ich es wie viele Foristen schon vor mir als kontraproduktiv an, dass du immer noch der Abwartende, Passive und rein (Er)Duldende in dieser Geschichte bist. Das, was du eigentlich möchtest, nämlich dass deine Frau zu dir zurückkommt, ist durch dieses Stillhalten nicht zu erreichen. Du wirst von ihr gar nicht mehr wahrgenommen und genau dies solltest du umgehend und nicht irgendwann ändern. Die Zeit zu handeln ist jetzt.
Des Weiteren fiel mir bei deinen ersten Posts auf, dass gerade dieses nicht mehr wahrgenommen werden dazu führt, dass deine Frau dir und damit eurer Beziehung eigentlich gar keine Chance gegeben hat. Und gerade diese Chancenlosigkeit und Ohnmacht scheint ja das zu sein, was dich so bedrückt. Und deshalb solltest du unbedingt und sofort aktiv werden.
Als ein weiterer Punkt fiel mir auf, dass diese Chancenlosigkeit, wie du auch wohl richtig selbst erkennst, daran liegt, dass deine Frau sich nicht um euch bemüht hat, sondern sich sehr schnell nach außen orientiert hat. Sie lebt nun in einer neuen, sie emotional völlig absorbierenden Beziehung, bei der sie für dich (im Moment) keinen Platz mehr hat. Du bist für sie nicht mehr wichtig. Sie liebt einen anderen. Diesen gegenwärtigen Umstand musst du, so traurig es auch für dich ist, akzeptieren und dein Agieren allein daran ausrichten.
Wie ich in deinen ersten Posts gelesen habe, führt deine Frau im Wesentlichen zwei Gründe an, die sie von dir weggetrieben haben. Das wäre zunächst deine vermeintliche Untreue und der Umstand, dass du dich ihrer Meinung nach zu wenig um sie gekümmert hast. So gesehen gibt sie allein dir die Schuld für das Scheitern eurer Beziehung. Eine Reflexion über ihr eigenes Tun und Nicht-Tun diesbezüglich findet deshalb nicht statt. Ja, man könnte sogar - wie du ja auch - vermuten, dass dies einzig und allein Selbstrechtfertigungsmuster sind, die es ihr für sie selbst ermöglichen, ihre neue Beziehung als „stimmig“, „erlaubt“ und „gerechtfertigt“ erscheinen zu lassen. Sie trennt sich von dir wegen einer neuen Beziehung und sie gibt zugleich dir die Verantwortung dafür. Im Grunde genommen spielt sie mit ihr das bekannte Spiel des Schwarzen Peters, den du nun hast. Aber gerade hier musst du ansetzen.
Du schreibst, dass du deine Frau (letztlich aus Verlustangst) nicht mit deinem Wissen über die Affäre konfrontieren möchtest. Aber genau dies und nur dies wäre meiner Meinung nach der richtige Weg. Du musst, wie Wurtsmopped es treffend gefordert hat, deiner Frau ihr Verhalten widerspiegeln. Wenn du möchtest, dass sie zu dir zurückkommt, wenn dir etwas an eurer (im Moment – so leid es mir tut- gescheiterten) Beziehung liegt, musst du endlich ehrlich zu dir selbst und zu ihr sein. Du musst sie dazu bringen, dass sie ihr Verhalten reflektiert. Was der AM macht oder nicht macht, oder was dessen Frau weiß oder nicht weiß, ist für eure Beziehung unerheblich. Deine Frau muss erkennen, was sie durch ihr Tun letztlich anrichtet. Du hast in Verantwortung für eure Beziehung die Pflicht deiner Frau offen zu sagen, was du weißt und ihr gegenüber klar zu äußern, was die Affäre deiner Frau für dich emotional bedeutet. Bei diesem Spiel solltest du umgehend den Schwarzen Peter abgeben und deutlich machen, dass nicht du derjenige bist, der betrogen hat, sondern sie, dass nicht du derjenige bist, der sich nicht um den anderen kümmert, sondern sie, dass nicht du derjenige bist, der eure Ehe zerstört, sondern sie, dass nicht du derjenige bist, der den anderen emotional schwer verletzt, sondern sie, dass nicht du derjenige bist, der den anderen nicht liebt, sondern sie…
Diese Ehrlichkeit halte ich persönlich für unabdingbar. Sie setzt aber eben auch voraus, dass du selbst erkennst und dazu stehst, dass dich deine Frau verletzt, belogen, hintergangen und betrogen hat und dass sie dir mit ihrem unglaublich perfiden Spiel, dich über ihren tatsächlichen Trennungsgrund im Unklaren zu lassen und dabei dir sogar noch letztlich die Schuld zuzuschieben, in ungeheurer Weise Schmerz bereitet hast. Diesen solltest du nicht still ertragen. In einer Beziehung muss dieser geäußert und widergespiegelt werden.
Deine Frau „fährt“ diese Affäre mit einem Panzerschiff der Selbstrechtfertigung, da sie sich als Opfer von dir darstellt. Doch ist sie das wirklich, oder ist das reiner Selbstbetrug. Wenn du sie in diesem Panzer weiterfahren lässt, ist sie weg, egal, wie es mit dem AM weitergeht. Fang endlich an, diesen Panzer auseinander zu nehmen.
Du könntest ihr z.B. im Zusammenhang mit der finanziellen Frage des Unterhalts sagen, dass es dir recht ist, sie nicht über das, was ihr rechtlich zusteht, zu versorgen, da sie dich derart hintergangen und schamlos belogen und betrogen hat. Sollte sie leugnen, eine Affäre zu haben, sag ihr, sie solle endlich aufhören, sich selbst und dir etwas vor zu machen. Wenn sie dann wieder auf deine vermeintliche Schuld und Betrügereien verweist, dann sag ihr, dass du niemals mit einer anderen Frau geschlafen hast, weil du sie geliebt hättest und frag sie, ob sie das von sich auch sagen könnte. Mach ihr klar, dass diese Bezugnahme auf deine vermeintlich Untreue reine Taktik ist, das eigene Betrügen zu rechtfertigen und dass daran nichts aber auch schon gar nichts dran wäre und sie das auch wisse, es aber perfide ausnütze. Mach ihr klar, wie grausam es ist dazusitzen und zu wissen, dass der Mensch, den man so sehr liebt, es mit einem anderen treibt und dazu schamlos und hintzerfo..igst lügt. Sag ihr, dass du bis jetzt ruhig gehalten hast, weil du sie geliebt hättest und dabei gehofft hättest, dass sie dich wieder wahr nimmt, aber dass du jetzt vor Schmerz nicht mehr kannst und deshalb bei ihrem schamlosen Lügenspiel, bei dem du von ihr als der Dumme und Schuldige hingestellt wirst, nicht mehr mitmachst, sondern jedem, der es hören möchte, sagst, was der wirklich Grund für ihre Trennung ist. Sollte sie dich wieder bedrängen keine Gerüchte zu verbreiten, die eine andere Familie gefährden könnte, dann sag ihr, dass nicht derjenige, der die Wahrheit sagt, eine Ehe zerstört, sondern der, der betrügt. Frag sie dann doch gleich, ob sie es ertragen kann die Frau ihres AM zu treffen, ob sie sich nicht schämt. Und wenn das nicht der Fall ist, dann kannst du sie ja fragen, ob die Schamlosigkeit und Verlogenheit ihres AM bereits auf sie abgefärbt hat. Frag sie, ob sie ihr eigenes Spiegelbild noch ertragen kann, oder ob sie durch Selbstgerechtigkeit, Verliebtheit und Hormone so vernebelt ist, dass ihr im Ernst gefällt, was sie sieht. Mach ihr klar, dass du davon überzeugt bist, dass sie mit ihrem AM keine rosige Zukunft erwartet, da sie für ihn ja wieder einmal nur eine Affäre ist, mit der er sein Ego pushen und seine 6uellen Vorlieben ausleben kann und dabei seine Frau aufs Übelste hintergeht. Und sag ihr gleich dazu, dass es dir auch egal ist, weil es ja ihre Entscheidung ist, du aber nur darüber kotzen könntest, dass deine Frau letztlich damit für nichts und wieder nichts eurem Sohn schadet…
Man könnte diese möglichen Gesprächsinhalte noch weiter führen und noch drastischer formulieren. Worum es mir dabei geht ist, dir zu sagen, dass es nicht reicht, deiner Frau die finanziellen Konsequenzen ihrer Trennung zu verdeutlichen, sondern vor allem die emotionalen! Sie muss durch dich gebracht werden, über ihr Verhalten dir gegenüber nachzudenken. Und ich glaube, das kann nur auf deutliche, ja vorwurfsvolle und von dir hochemotional gestaltete Art und Weise gelingen. Du musst sie „berühren“ und dies nicht als passives Opfer, sondern in Souveränität und Stärke.
Deshalb mein Appell nochmal an dich: Sei endlich ehrlich zu dir selbst und sei endlich ehrlich zu ihr, sonst bleibst du für sie nicht beachtenswert!
Und wenn es sie weiter „verhärtet“, dann weißt du, woran du an ihr bist. Dann lass sie ziehen. Du bist viel zu wertvoll einfach so abgelegt zu werden und das wird jemand anderes dann bestimmt auch wieder entdecken können.