Zitat von Carlie:Zitat:Seine Frau wollte Dich aber nicht in Ihr Leben lassen,wollte Dich,zumindest nicht so,kennenlernen.Aber jetzt bis Du in ihrem Leben bis an Ihr Ende,einfach so eingefallen.Denkt man darüber eigentlich nach,das man ungefragt,einfach so,für den Rest des Lebens in den Kopf eines wildfremden Menschen eindringt?
Ja, wenn man die Affäre seines EP herausfindet, fühlt es sich genauso an. In dem Moment hatte ich das Gefühl, ein Bulldozer fährt durch die Wand unseres Hauses und direkt durch mich durch. Eigentlich müsste ich tot sein, aber ich lebte noch mit einem riesigen Loch im Körper. (Mit dem Bulldozer meine ich das "Aufdecken der Affäre", nicht die AF) Dazu kam der entsetzliche Gedanke, dass es ein mir völlig wildfremder Mensch geschafft hatte, in meinem Leben zu sein, ohne dass ich es bemerkt hatte, mein Leben systematisch über Jahre unterhöhlt hatte (und am Anfang sieht man nur die AF als die Böse, denn den eigentlichen Betrüger liebt man ja noch). Ich hatte diese Bilder im Kopf, nicht nur wie sie mit meinem Mann zusammen war, sondern wie sie an "meinem" Tisch gesessen hat, meine privatesten Dinge zu Hause gesehen und benutzt hat usw. Es ist ein unheimliches Gefühl, so als hätte sich über Nacht ein Dieb ins Haus geschlichen und man hat daneben im Bett gelegen und hat geschlafen und es nicht gemerkt. Danach habe ich mich zu einem Neuanfang überreden lassen, weil mein Mann ihn so verzweifelt wollte und ich ihn ja noch liebte, aber die AF war ständig in mir, wie ein Hintergrundbild auf dem PC. Oft wurde ich früh wach und hatte so ein Gefühl, wie ein graues Nebelgewühl im Bauch und da wusste ich: jetzt ist sie wieder präsent, fast als wäre sie in mir (klingt wahrscheinlich irgendwie schizophren, hat sich aber so angefühlt).Sie schien wie Kleister an mir zu kleben. Nach fast einem Jahr habe ich dann herausgefunden, dass die Affäre noch läuft und da habe ich mich getrennt. Und mit einem Schlag, so hat es sich für mich angefühlt, war ich von ihr auch befreit. Ja, die AF ist in mein Leben ungefragt eingedrungen, hat meine Gefühle, meine Gedanken und mein Leben ein Jahr lang bestimmt (auch wenn das sicher nicht ihre Absicht war). Ja, sie hat mein Leben verändert, weil sie Teil der Affäre war und nichts mehr für mich so sein wird, wie es einmal war. Nein, sie trägt keine Verantwortung, die hat gefälligst mein Mann zu tragen. Ja, letztlich liegt es an einem selbst, wie man damit umgeht. Man hat immer die Wahl, ob man zulässt, dass andere Menschen das Leben bestimmen (zumindest wenn man davon weiß). Oft gefällt einem der Ausweg nicht (in dem Fall Trennung), aber es gibt einen.
@ Carlie
danke für Deine Ausführungen...es braucht ganz sicher einiges an Mut, um das in DER Form zu schreiben. Und genau DIE Form ist es, die knallhart offenbart hat, wie es um eine solche Situation bestellt ist. Auf den PUNKT gekommen zu sein - Carlie...das hat mir sehr gut gefallen.
Alle Leser - in welcher Position auch immer befindlich - werden sich in der entsprechenden Situation wiedererkannt haben. Es macht aus meiner Sicht sehr viel mehr Sinn, sich der knallharten Tatsachen zu bedienen - ohne jede Beschönigung, ohne jede Beschwichtigung, ohne jede Relativierung. Diese knallharte Herangehensweise birgt immer noch die Möglichkeit, nach Optionen für eine gemeinsame Zukunft zu suchen. Dafür bedarf es allerdings eine hieb- und stichfeste Aufklärung BEIDER Partner. Und sind auch nur die geringsten Bedenken vorhanden, dass eine Einseitigkeit in der Aufarbeitung besteht, macht es keinen Sinn, über Optionen einer gemeinsamen Zukunft nachzudenken.
DEIN Beitrag...er ist für mich von großer Bedeutung, war ich doch in einer langjährigen Affäre der AM, der sich um NICHTS geschert hat, was den betrogenen EM anging - auch wenn die Affäre bis heute "verdeckt" ist - auch Jahre nach dem Ende.
Es werden wieder Stimmen aufkommen, warum nach so langer Zeit noch.... bla bla bla! Die Situation vollkommen zu bereinigen, ist mir wichtig. Die verh. Ehefrau muss ich nicht verstehen, den betrogenen EM muss ich auch nicht verstehen - MICH will ich verstehen, besser verstehen, warum ich mich in eine Affäre begeben habe, was mir über all die Jahre nicht bewusst war, obwohl die verh. Frau für mich ihren EM belogen und betrogen hat.
Einige Leser werden Teile ihrer Affäre im Halbdunkel belassen können, werden verdrängen können, werden "aushalten" wollen, werden mit Gewissensbissen umgehen können....ich will all das nicht. Ich will mit mir ins Reine kommen....soweit es mir möglich erscheint. Die Affäre ist vorbei, was GUT ist. Mit dem Ende der Affäre wurden alle Kontakte von ihr beendet - was gut war (obwohl ich sehr gern das eine oder andere noch besprochen hätte).Die Affäre, die verh. Frau ist "losgelassen".
Affären - Nutzen? Benutzen? Benutzt haben? Benutzt worden sein?
3 Beteiligte gibt es (wenn eine Affäre bekannt wird)....und alle 3 haben unterschiedliche Beweggründe, sich mit dem "danach" zu beschäftigen/auseinanderzusetzen...
Je mehr Gedanken, Meinungen, Ideen eingebracht werden, um so hilfreicher für alle, die es zu lesen bekommen...und ggf. für einen selbst auch noch....