ysabell
Gast
Zitat:Die Digitalisierung hat die größte Veränderung der Menschheit gebracht. Mehr als die Industrialisierung und die Globalisierung. Sie hat uns u.a. eine geringere Aufmerksamkeitsspanne beschert, nur zehn Jahre nach Einführung des Smartphones ist die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne von Menschen auf die einer Wüstenrennmaus gesunkenwenn das so weitergeht - au weia.
Ja, es gibt sicher Menschen, die monogam sind. Die trennen sich dann halt, wenn einer fremdgeht oder ihnen die Beziehung nicht mehr die Erfüllung bringt, und suchen sich die nächste. Stichwort serielle Monogamie. Ist das nun besser, als bei entsprechenden Mängeln oder auch Versuchungen von außen fremdzugehen? Weiß ich auch noch nicht.
Wir können das Rad nicht mehr zurückdrehen. Es gibt die Emanzipation, Frauen sind selbstständig, nicht nur wirtschaftlich, Männer haben plötzlich Ängste, ihre Frau verlieren zu können. Es gibt Internet und Smartphones und damit auch für jeden noch so langweiligen Couchpotatoe die Möglichkeit, seinen "Marktwert" auszutesten. Und wenn sich dann erstmal eine Gelegenheit ergibt ... nun ja. Wer kann da schon nein sagen? Wo Geiz doch so g .eil ist ... und jeder nur das Beste haben will. Das beste Auto, den besten Fernseher, das beste Handy - und neben der besten Frau vielleicht auch noch die beste Geliebte? In anderen Ländern ist die Geliebte ein Statussymbolwer keine hat, ist auch nix wert. Und auch in der Generation unserer Eltern und Großeltern wurde betrogen. Da sprach bloß niemand drüber und es flog auch nicht so häufig auf, weil es halt noch kein WhatsApp und Facebook gab
Ein Werteverfall? Ja, vielleicht. Egoismus ist halt wichtiger geworden als Solidarität. Da passt die Affäre natürlich wunderbar ins Bild, denn sie ist ja vom Egoismus geprägt, und Solidarität ist hier fehl am Platz. Oder ist sie gar doch ein Kompromiss? Wenn der Mann der Frau gegenüber solidarisch bleiben will, also zu ihr stehen und bei ihr bleiben, damit sie abgesichert ist, und trotzdem seine eigenen Bedürfnisse stillen möchte, was mit ihr nicht (mehr) geht? Wenn man sieht, wie viele Frauen doch bereit sind, lieber den Betrüger zu "behalten" als allein dazustehen, ist diese Ansicht vielleicht sogar verständlich. Nach dem Motto: irgendwas ist ja immer
Ja, da ist viel dran. Aber waren nicht die Paare, die sich wirklich liebten und es auch noch hinbekamen, eine schöne Beziehung zu führen, nicht schon immer eher eine Ausnahme?
Und meinst Du nicht, dass die "Orte" an welchen Du nach Informationen suchst (hier z.B. Fremdgehportale oder ähnliches) nicht ein Ballungspunkt von Menschen mit bestimmter "Gesinnung" (mir fällt gerade kein treffenderer Ausdruck ein) sind?
Wenn ich bsw. einen Mann suche, der dr.ogenfrei lebt, sollte ich ihn nicht bei den anonymen Alk. suchen.
Dennoch stimme ich Dir dahingehend zu, dass wohl die Mehrzahl der Menschen von dem Zeitgeist, den Du oben beschreibst, angesteckt sind. Aber es gibt eben auch noch andere. Doch diese findet man eben eher nicht in irgend welchen Dating Apps oder ähnlichem.
Es gibt so einen Spruch, der in etwa lautet: Deine Gedanken sind wie Scheinwerfer. Dorthin, wo du das Licht richtest, das siehst du auch.
Mir ist in den letzten 2 Jahren bsw. aufgefallen, dass die Menschen, die ich kennenlerne, wie ich kein Smartphone, kein Facebook...haben. Nein, das steht ihnen nicht auf die Stirn geschrieben, mir selbst auch nicht. Aber offenbar ziehen sich manchmal ähnlich tickende Menschen an. Damit will ich nicht sagen, dass ich die Nutzung dieser Dinge grundsätzlich falsch finde, nein, nur, dass man Gleichgesinnte anzieht und die eigene Lebensweise sehr dazu beiträgt, wem man begegnet. Ich suche nach einem Beispiel....Vielleicht so: die Wahrscheinlichkeit, einen Mann kennenzulernen, der wenig narzisstisch ist (das bin ich, kann ich, habe ich...), und sich für mehr, als für sich selbst interessiert, ist in einem Seminar mit dem Titel "Wir erkunden Flora und Fauna der Stadt" (
Es gibt auch heute noch eine Menge ernsthafte, beziehungsfähige Menschen....Vielleicht sind sie aber manchmal gar nicht so interessant? Und man versucht statt dessen irgend einen Ego-Glamourtypen für sich zu gewinnen.
Und ja, fremd gegangen wurde schon immer. Aber es ist schon ein gewaltiger Unterschied, ob ein Mensch sich wirklich auf einen anderen einlässt, eine Zukunft mit jemandem aufbaut...und dann vielleicht mal fremd geht oder ins Bor,dell geht; oder, ob man es mit jemandem zu tun hat, dessen Hobby die (online) Jagd nach Anerkennung oder Affairen ist. Und diese Leute kann man m.E. recht gut unterscheiden.