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Affäre ganz bitter beendet

Start678

Ich habe hier einige Zeit mitgelesen und mich nie getraut zu schreiben. Ich wäre gerne die Ausnahme gewesen und habe gedacht mein Fall ist so anders. Ein Feedback dazu wollte ich wohl lieber nicht lesen....
Ich bin in den 40ern, verheiratet, Kind und habe einen Mann ebenfalls mit Familie kennen gelernt. Meine Ehe lag seid Jahren darnieder und ich war glücklich diesen Mann getroffen zu haben, der mich vergötterte. Zunächst begann es definiert als Affäre. Wir wollten bei der Familie bleiben. Die Gefühle nahmen aber schnell überhand und es entstand eine heftige Verliebtheit, die alles Maß sprengte.

Nach ein paar Monate kam der Gedanke auf: Wir möchten ein Paar sein und uns trennen. Es folgten (vor allem auf seinen Wunsch hin) Wochen der Gespräche über eine gemeinsame Zukunft. Teilweise schon sehr konkret. Er lernte Freunde von mir kennen und ich schwebte auf Wolke 7. Nach ein paar Wochen ergab ein Streit die Trennung von meinem Mann. Ich dachte, damit bereite ich den gemeinsamen Weg.

Von da an ging es langsam bergab. Es gab zwar oberflächliches Interesse für meine Probleme, ein wirklicher Begleiter war er aber nicht. Das Thema Trennung von seiner Frau sprach er zwar immer mal wieder theoretisch an, aber es passierte nichts. Einmal zeigte er mir eine Wohnung, die er sich ansehen wollte, aber alles verlief wieder im Sand ohne echtes Engagement. Ich blieb ruhig. Wollte nicht drängeln und ihm Zeit geben, aber es ging mir immer schlechter dabei.

Vor ein paar Tagen platze dann alles aus mir raus. Ich sprach über meine Ängste und Sorgen und dass mir ein wirkliches Bekenntnis zu mir fehlt. In diesem Gespräch ließ er mich eiskalt abblitzen. Minutenlanges Schweigen, kein Eingehen auf die Tatsache, dass ich die Situation so nicht mehr tragen kann. Wir fingen uns dann noch mal und in einem nächsten Gespräch sagte er mir, dass er mir eiskalt, dass er nichts anbieten kann, dass seine Gefühle für mich nach dem Gespräch über meine Ängste nicht mehr da sein. Das war die Trennung, klar. Es folgte noch der Hinweis, dass es ein Fehler gewesen sei, dass er mir gesagt habe, dass er mich liebt.
Seitdem bin ich in einem Schockzustand. Monatelange Liebesschwüre, Zukunftsplanung, alles zerplatzt. Offensichtlich hat er mit mir und meinen Gefühlen gespielt. Das ist eine bittere Erkenntnis. Und schon 1000 mal hier berichtet.

01.11.2016 13:10 • x 1 #1


Ricky

Ricky


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Und trotzdem hast Du nur das getan, was Du vermutlich Jahre vor Dir hergeschoben hast: Dich getrennt. Und wenn es nur dazu gut war.

Also viel Glück bei neuen Partner. Und diesmal n bisschen besser wählen und länger hingucken. Reden können nämlich alle... Taten können, die dann meist weniger.

01.11.2016 13:17 • x 3 #2



Affäre ganz bitter beendet

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Start678


Ja, dafür war es wohl gut. Aber die Tatsache, WIE mein AM alles beendet hat war unglaublich. Eiskalt und respektlos. Ich muss völlig blind gewesen sein.

01.11.2016 13:21 • x 1 #3


Ricky

Ricky


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Zitat von Start678:
Ja, dafür war es wohl gut. Aber die Tatsache, WIE mein AM alles beendet hat war unglaublich. Eiskalt und respektlos. Ich muss völlig blind gewesen sein.


Ja, vielleicht warst Du das. Vielleicht haben Dir Deine Hormone "endlich Licht am Horizont, raus aus dieser Hölle" einen eiskalten Streich gespielt. Sowas passiert. Du hast Dich zu sehr darauf verlassen, dass ein weißer Ritter Dich aus Deinem Leben befreit und bist der Realität dann aufn Leim gegangen. Jetzt ist es wie es ist. Du bist erstmal allein und das ist gut so. Versteh mich nicht falsch. JETZT beginnt Dein Schritt in ein NEUES Leben, bei dem Du zu allererst bei DIR anfängst. Ausloten was Du auf gar keinen Fall mehr willst, wovor Du Angst hast und vor allem gucken, warum Dich Dinge und Menschen wann wie triggern.

Wenn Du das rausgefunden hast (kann leider auch länger als zwei Jahre dauern, wenn Du hart mit Dir ins Gericht gehst, geht es aber auch innerhalb eines Jahres), DANN bist Du relaxt und kannst eine Beziehung eingehen, die hält. Oder offene Beziehungen oder wie auch immer.

01.11.2016 13:25 • x 2 #4


sade


Das tut mir sehr leid, aber bei allem Schmerz: es gibt Dir auch eine Chance auf einen Neuanfang, da Du ja immerhin eine tote Ehe beendet hast. Auch wenn Dir das jetzt nicht hilft...
Wir haben das hier schon so oft auseinandergepflückt; irgendwie ist es doch der Klassiker: die Gefühle in einer Affäre werden künstlich hochgepeitscht (durch dieses heimliche Glück, dadurch, dass man irgendwie partner in crime ist, was auch immer..). Oft kommt dann, wenn es um Nägel mit Köpfen geht, die Erkenntnis, dass es doch nicht so toll ist. Eine Affäre ist fast immer eine Traumwelt. Bei Dir hat sie bewirkt, dass Du im realen Leben einen überfälligen Schritt gegangen bist. Das ist gut. Daraus kann etwas entstehen, was für Dich gut ist-auch wenn es ohne ihn sein wird.
Tut mir leid, dass Du das erleben musstest.

01.11.2016 13:26 • x 6 #5


LonelyXmas

LonelyXmas


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Aber jetzt nicht wieder zum Ehemann zurück, weil man sich sooooo alleine fühlt.

01.11.2016 14:07 • #6


Start678


Ich verstehe nicht, dass es wenigstens ein würdiges Ende gab. Mein AM gab sich immer extrem reflektiert und esoterisch gezeigt. Wollte möglichst alles harmonisch regeln. Er hat den Schalter von 100 auf 0 gelegt, mich maximal verletzt. Das ist extrem traurig.

01.11.2016 17:53 • #7


sozialtussi

sozialtussi


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Zitat von LonelyXmas:
Aber jetzt nicht wieder zum Ehemann zurück, weil man sich sooooo alleine fühlt.


Na, der wird wohl dankend ablehnen...

01.11.2016 17:56 • #8


Sashimi

Sashimi


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Zitat von Start678:
Ich verstehe nicht, dass es wenigstens ein würdiges Ende gab. Mein AM gab sich immer extrem reflektiert und esoterisch gezeigt. Wollte möglichst alles harmonisch regeln. Er hat den Schalter von 100 auf 0 gelegt, mich maximal verletzt. Das ist extrem traurig.


Simple. Eure Affäre hat funktioniert weil es eben eine Affäre war. Aber Affären kann man nicht auf der Basis einer Beziehung führen. An dem Tag wo es ernst wurde und einer Anspruchshaltung entwickelt hat, hätte man besser in seiner alten Beziehung bleiben sollen. Was geschehen ist, war nur zu logisch: Das scheitern der Beziehung in die Affäre mitgenommen. Wer will das? Vorallem - wenn doch alles vorher so unkompliziert war?

Die größte Hürde ist jemanden zu vermitteln man wäre ein verlässlicher Partner, wenn man sich aus einer Beziehung für eine Affäre löst.

01.11.2016 17:57 • x 2 #9


Start678


Dass es ernst werden sollte, war ein Gedanke, der zuerst von ihm geäußert wurde. Warum malt man sich eine Zukunft aus, die man offenbar gar nicht will. Das ist doch krank. Wir reden von einem Mann nahe 50y

01.11.2016 18:03 • #10


Sashimi

Sashimi


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Zitat von Start678:
Dass es ernst werden sollte, war ein Gedanke, der zuerst von ihm geäußert wurde. Warum malt man sich eine Zukunft aus, die man offenbar gar nicht will. Das ist doch krank. Wir reden von einem Mann nahe 50y


Er hat doch die Gründe dargelegt. Wenn solche Streitereien die Beziehung kippen ist es ja seine Entscheidung. Ihn stört es, er hat entschieden. Meinst Du nur weil er Zukunftspläne hatte, er nicht die Beziehung bewertet? Du kannst darüber resümieren ob es aus Deiner Sicht gerechtfertigt ist, ändern tut das nichts.

01.11.2016 18:06 • #11


missi54

missi54


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@start678
Es tut mir sehr leid, dass es bei dir auch nicht gut ausgegangen ist. Gehofft, dass es bei uns anders ist als bei anderen Affären haben wir alle und sind bitter enttaeuscht worden. Er hat sich vermutlich an einer Stelle getrennt, wo ihm klar wurde, dass ihn mit dir irgendwann auch nur Alltag erwartet und keine Sonntagsliebe mehr und da war ihm seine gewohnte Sicherheit denn doch lieber. Und - es war keine Liebe. Leidenschaft ja, aber gerade AM sind mit dem Begriff 'Liebe' gerne und schnell bei der Hand. Es tut sehr sehr weh, wenn bei der Trennung die Illusion platzt und man sich dort wiederfindet, wo schon tausende andere AF gelandet sind. Ich moechte dir gerne den Thread zur Unterstuetzung von AFs und AMs ans Herz legen. Hier bekommst du viel Unterstuetzung.

01.11.2016 18:32 • x 1 #12


SilentOne78

SilentOne78


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Zitat von Start678:
Warum malt man sich eine Zukunft aus, die man offenbar gar nicht will.


Hat er beim "Zukunft ausmalen" denn auch mal über die Schattenseiten nachgedacht und mit Dir darüber gesprochen? Die Probleme und Schwierigkeiten die es mit sich bringen kann, wenn aus einer Affäre eine richtige Partnerschaft werden soll? War das irgendwann mal Thema zwischen euch? Oder hat er immer nur von den schönen Seiten geträumt und alles andere verdrängt und ausgeblendet - bis das reale Leben ihm gezeigt hat, dass das Glück seinen Preis hat?

01.11.2016 18:57 • x 1 #13


Entschlossener


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Zitat:
Ich verstehe nicht, dass es wenigstens ein würdiges Ende gab. Mein AM gab sich immer extrem reflektiert und esoterisch gezeigt. Wollte möglichst alles harmonisch regeln. Er hat den Schalter von 100 auf 0 gelegt, mich maximal verletzt. Das ist extrem traurig.


Das tut mir sehr leid für dich. Ich kann nachvollziehen wie furchtbar sich das anfühlt. Wenn man es beendet , hätte man es auch gefühlvoller beenden können und nicht so kalt. Auch der Hinweis, dass es ein Fehler war, dir zu sagen, dass er dich liebt, hätte er sich sparen können. Irgendwie beleidigend und das nach langer Zeit , wo man glaubt, zu lieben und geliebt zu werden. Vermutlich hast du jetzt am Ende sein wahres Gesicht gesehen und alles war keine wahre Liebe sondern mehr dem Konstrukt Affäre geschuldet.

01.11.2016 19:09 • x 1 #14


Start678


Er wollte mir offensichtlich maximal weh tun am Ende. Das ist sehr traurig und ich komme damit nicht zurecht.

01.11.2016 19:40 • #15



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