Zitat von Johanna15:Das freut mich wirklich für euch. Und dennoch hattest du bei deiner Aktion sehr viel Glück. Deine Frau hätte den Vorschlag, die Beziehung zu öffnen, auch als demütigend empfinden können, in dem sie sich beispielsweise von Dir in Frage gestellt fühlt. Außerdem bestand die Möglichkeit, dass sie doch Gefallen an ...
Ich gebe Dir hier in allen Punkten recht.
Meine Partnerin und ich, wir sind sehr unterschiedliche Charaktere.
Allerdings hatten wir von Anfang an eine gemeinsame Basis aus mehreren Eckpunkten.
Die wichtigste, das Versprechen, dass wir beide uns gaben, ein Leben lang zueinanderzuhalten, war uns ein Gelübde.
Das hatte und hat nichts mit Religion zu tun, das ist bei uns beiden persönliche Einstellung.
Ja, es war Glück, dass sich zwei Menschen mit gleichen Grundeinstellungen gefunden haben.
Die Öffnung, von der ich sprach, war keine Forderung von mir, es war eine Frage, sie war einverstanden (Neugier).
Ja, es war Glück, dass wir beide nicht damit zurechtkamen, hat aber auch mit der beschriebenen Grundeinstellung zu tun.
Überdies ist eine Partnerschaft, wie wir sie führen, sehr viel Arbeit.
Arbeit, die nie endet, oftmals war sie frustrierend und auch deprimierend, für uns beide.
Unsere Grundeinstellung hat sich nie geändert.
Mit dem Wissen, dass es in einer Beziehung nie 100 % gibt, glaube ich, dass wir die annähernd erreicht haben.
Wir sind keine Symbiose, und wollen es auch nicht sein.
Auch heute gibt es Streit, Missverständnisse, Schmerzen, aber die werden binnen kürzester Frist ausgeräumt.
Für mich ist es heute unendlich zufriedenstellend und damit ein großes Glück, mit dieser Frau zu leben und weiter alt zu werden.
Das Ganze ist das Ergebnis von harter Arbeit und auch von Glück.
Wenn ich mich umschaue, dann sehe ich nur sehr wenige Partnerschaften, bei denen so hart an der Beziehung gearbeitet wurde/wird. Meist steht das Ego, die Selbstverwirklichung im Vordergrund. Vielleicht fehlt auch vereinzelt das Quäntchen Glück.
Ich kann und will nicht die richtige Form von Liebe präsentieren, die muss jeder für sich finden.
Aber ich kann deutlich darauf hinweisen, dass sie Arbeit, Offenheit, Ehrlichkeit und Schmerzen verlangt.
Wer nicht ehrlich zu sich selbst und dem Partner*in ist, resigniert und/oder verbittert ist, die Fehler bei anderen sucht (sind mit Sicherheit auch da) und vor allem nicht standhaft ist, wird die Liebe, die er sucht, nicht finden.
Wenn Du das übergriffig findest, dann muss/kann ich damit leben.
Einer der größten Probleme, die ich nach Affären mitbekommen habe, dass der Betrüger*in nicht wirklich deutlich gemacht hat, dass er/sie die Affäre um des Partners willen bedauert. Einfache Lippenbekenntnisse sind da wirkungslos.