Zitat:
Zitat von Waslos:Hallo! Ich habe mittlerweile auch alle Beiträge zu diesem Thema durchgelesen. Ich bin nicht so gut in "Worte" ausdrücken. Doch hab ich mir zu einigen Dingen auch so meine Gedanken gemacht.
Wenn man alle Verrücktheiten die du hier aussendest weglässt bleiben unterm Strich nur ein paar Fakten. Ich war vier Jahre durch Schwangerschaften und Kinder zu Hause. In vier Jahren passiert viel und wenn man zusätzlich immer gerne gearbeitet hat, können sich vier Jahre wie ...
Was Du da schreibst, kann ich wirklich gut nachvollziehen und mitfühlen. Manches trifft auf mich zu.
Und hier habe ich damals wirklich angemeldet, um Rat zu erhalten, Austausch zu erfahren. Ich wollte niemanden belästigen, beleidigen, spiegeln...whatever...
Die fehlende Wertschätzung für geleistete Arbeit, welche sich nicht auf einem Gehaltszettel ausdrückt, der fehlende soziale Austausch, das Einschlafen der Beziehung und die Verschiebung des Fokus auf größtenteils nur noch Elternsein. Nun, diese Schwierigkeiten haben andere Menschen auch, ohne deshalb so zu eskalieren. Ist mir völlig klar. Also, was ist der Grund?
Die fehlende sexuelle Anziehungskraft ist ein großer Faktor. Eigentlich der größte, glaube ich. Das ist auch der Punkt, der mich in Hinblick auf Rettung der Beziehung so pessimistisch sein lässt. Sie akzeptiert es mehr oder weniger, dass ich sie nicht(mehr) begehre und "zahlt" es eben durch ihr respektloses, teilweise unverhältnismäßiges Verhalten zurück. Das ist nicht gut. Mal ist es besser und wir sind wirklich sowas wie eine glückliche Familie. Wir verbringen wirklich sehr viel Zeit und beschäftigen uns viel mit unseren Kindern. Sie sind nicht zuletzt deshalb sehr aufgeweckt, herzlich und freundliche Menschen geworden. Bis jetzt zumindest. Und dann kommen Zeiten wie diese gerade, wo meine Unzufriedenheit mit dem Status Quo sich Bahn bricht. Dass ich mit V. nun einen Menschen in meinem Leben habe, der erstmal scheinbar alle meine Sehnsüchte und Wünsche erfüllt, macht es ja gerade so schwer. Den gekauften Sex mit Damen konnte ich schon lange nicht mehr genießen. Ich bin dafür nicht geeignet auf Dauer.
Natürlich frisst mich der Betrug an meiner Frau auf. Diese Lügen liegen wie Blei auf der Seele. Ich weiß, dass eine weitere Enttäuschung für sie kaum zu verkraften wäre und ich will ihr es ersparen. Und ich will es den Kids ersparen. Aber ich weiß nicht, ob das so funktioniert, ob es richtig ist.
Mir geht's nicht um ein gemachtes Nest. Das war mir noch nie wichtig. Wenn ich wüsste, dass V. die Frau für mich ist, würde ich auch einen Drecksjob machen und auf Hartz 4-Niveau mit ihr leben, wenn es am Anfang so wäre. Davor habe ich keine Angst. Mehr Angst habe ich davor, dass ich vielleicht für ein Luftschloss alles auf's Spiel setze und anderen Menschen wehtue, die dafür gar nichts können. Aber ich kann das alles auch nicht ignorieren. Das kann man jetzt ganz toll rational und psychologisch analysieren, greift aber zu kurz...und hilft mir nicht...
Ich danke Dir für Deinen Beitrag. Mit etwas Abstand und hoffentlich etwas aufgeräumteren Gedanken, möchte ich mich für jeden einzelnen Beitrag bedanken. Letztendlich kann jeder Beitrag, egal aus welcher Intension heraus verfasst, hilfreich sein, wenn man ihn für sich deuten kann.