@Salamander
Das glaube ich auch, daß eine Beziehung, in der beide natürlicherweise harmonieren, zumindest auf den wesentlichsten Ebenen, auch glücklich und stabil ist. Und das, ohne daran irgend etwas herumarbeiten zu müssen. Streit und Krisen sind dann auch durchaus nicht zerstörerisch, sondern können sogar förderlich sein. Auch bei den negativen Dingen kommt es ja auf deren Qualität an.
Mir scheint das Grundproblem halt zu sein, daß nicht wenige eine Beziehung mit allerlei Hoffnungen und Erwartungen eingehen, sich darin verfangen und sich diese Hoffnungen und Erwartungen dann nicht erfüllen. Und damit ist dem Elend auch schon das Fundament gelegt. Manche glauben ja im ersten Rausch, es reicht, wenn es da und dort stimmt, zumindest anfänglich; nicht bedenkend, daß sich anfänglich nur die besten Seiten zeigen und auch sie selber noch viel toleranter sind. Man sollte halt besser erst einmal alles ein wenig sacken lassen, ehe man zu große Schritte wagt, um überhaupt in die Lage zu kommen, die Dinge richtig einschätzen zu können.
Nicht zu vergessen ist zudem, daß sich die Persönlichkeiten auch verändern können und es irgendwann zu einem Auseinanderlaufen der Wege kommen kann.
All das wäre ja kein Problem, wenn nicht so oft versucht würde, zu erzwingen, was nun einmal nicht zu erzwingen ist, zumindest nicht in einer echten, authentischen Form. Und Schauspiel oder auch guter Wille werden auf Dauer nicht reichen, um eine Mängelbeziehung zu stabilisieren - was zudem auch reichlich sinnlos wäre. Wer hätte etwas davon? Der äußere Verlust mag zwar da und dort vermieden werden, aber der innere nicht - und auf diesen kommt es ja an. Aus einem leeren Vogelhaus wird nicht mehr viel ausfliegen.
@Kaetzchen
Diese neue "Typenlehre" war mir nicht bekannt. Ich bin da ja ganz im Altmodischen steckengeblieben. Bei mir heißen die vier Grundtypen "Feuer", "Erde", "Luft" und "Wasser"

. Oder, wenn es weit herkommt: Choleriker, Phlegmatiker, Sanguiniker und Melancholiker

.
Jedenfalls bin ich nach dieser (wirklich passenden) Wiener Typenlehre eindeutig ein Mischtyp zwischen Entdecker und Diplomat, und sogar einige Wegbereiter-Merkmale scheinen mir nicht zu fehlen. Allein der Gründer jagt mir geradezu Schreckensschauer über den Rücken

. (Ich dachte immer, in Wirklichkei kann es so etwas doch unmöglich geben

.) In Reinkultur gibt es mich offenbar nicht, was meinen Verdacht nährt, hier müsse irgendwo etwas gründlich schiefgegangen sein

.
Aber Du hast es sogar über Jahre recht gut mit einem Gründer ausgehalten? Respekt! Dafür gibt es postwendend den Niederösterreichischen Unfreiheitsorden in purem Blech!
Ja, natürlich kann man diese männliche Hilflosigkeit nicht pauschalisieren. Zudem mag es sich mittlerweile auch schon gebessert haben. Aber ich habe ja noch die Zeiten erlebt, in denen die Ehefrauen ihren Männern sogar die Socken anziehen mußten, weil sie selber nicht einmal wußten, wozu dieser Dinger eigentlich gut sein sollen. Gar nicht zu reden davon, irgend etwas kochen zu können. Also ein wirklich jämmerlicher Zustand des patriarchalen Debakels.
Wenn beide Entdecker sind, stelle ich mir das aber unter Umständen auch etwas schwierig vor - nämlich dann, wenn die Entdeckungslust ganz verschiedenen Dingen gilt. Allerdings schafft hier sicher Toleranz Abhilfe. Dann gibt es sogar doppelt zu entdecken

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"An einer Beziehung arbeiten" - das erinnert mich immer unweigerlich an die alte chinesische Philosophie, wo es den Ausdruck gibt: "Die Arbeit am Verdorbenen" .;.
Das scheint mir halt der Versuch zu sein, wie bei einer sogenannten "Paartherapie", einem Steinehaufen ein neues Dach aufzusetzen, um es dann wieder für irgendeine Art von Haus halten zu können, das sich zum Glück darunter versteckt.
Wobei der größte Unfug ja ist, überhaupt auf die Idee zu kommen, eine menschliche Natur, ein So-oder-so-Sein therapieren zu können oder auch nur zu wollen. Ich verstehe auch nicht, was sich die Leute davon erwarten. Etwas zusammenhalten zu wollen, das nicht (mehr) zusammenpaßt, kann zu nichts anderem führen als zu faulen Konstrukten, die einem erst recht wieder auf den Kopf fallen. Außer vielleicht jenen, die mit Konstrukten zufrieden sind und dieses Wechselspiel der Gefühle ohnehin nicht brauchen. Aber dann würde ich gleich von Anfang an einen Geschäftsvertrag machen.
@Drakonie
Das tut mir leid, daß da gerade einiges zusammenkommt. Aber ich hoffe, Du läßt Dich davon nicht zu tief runterziehen!
Ich glaube auch, daß das jeder kennt, der schon selber aufgebrochen ist. Diese rückbezüglichen Zweifel, ob man nicht doch besser geblieben, besser noch etwas versucht hätte usw. Nach meiner Erfahrung, ganz allgemein, also auch bei anderen Leuten, geht ein solcher Schuß im Normalfall nach hinten los - was auch nicht verwundert, ist er doch ohnehin nach hinten gerichtet.
Also ich würde mich jedenfalls nicht irritieren lassen! In einen Schlamassel, den man verlassen hat, sollte man auch nicht mehr zurückkehren, weil man realistischerweise kaum etwas anderes erwarten kann, als wieder in demselben Schlamassel zu landen.