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Akuter Liebeskummer

hotte
Hallo @Luk86

schön das du den den Weg hier hin gefunden hast auch wenn es eher ein trauriger anlass ist. Es zeigt aber auch das du dich nicht aufgibst und nach Lösungsansätzen suchst.

Deine Gefühle und Zweifel sind in meinen Augen verständlich und ich kann es 100%ig nachvollziehen. Auch meine Trennung hat in mir diese Gefühle, Zweifel und Kritik freigesetzt. Aber der Schmerz hat auch etwas anderes freigesetzt das ich bei dir auch schon leicht wahrnehme..... transformative energien. Ok, das mag jetzt esoterisch klingen ist aber eigentlich nur überkandidelt für "du bist bereits etwas zu tun / an dir zur Arbeiten".

Die Überweisung für eine Therapie ist ein erster Schritt, aber du darfst dich nun um einen Therapeuten kümmern mit dem du dann vielleicht auch andere Theme angehen kannst die vielleicht dazu geführt haben das deine emotionale Welt so ist wie sie ist.

Keine direkte Hilfe aber irgendwie hilfreich war für mich das Buch "Männerseelen" von Björn Süfke. Das was du beschreibst ist bei Männern tatsächlich nicht so selten, insbesondere der Mangelnde Zugang zur eigenen Emotionswelt. Das Buch (und Therapie und vieles andere) hat mir echt die Augen geöffnet.

Selbsthilfegruppen für Männer sind oftmals auch eine gute Anlaufstelle. Ich habe in Köln eine solche Gruppe gefunden und da geht es halt um den Umgang mit verschiedenenen Themen, nicht nur Trennung. Natürlich kann eine thematische Gruppe (z.B. Trennung) auch helfen. Wichtig ist der austausch mit anderen. Du darfst lernen das du nicht alleine bist. Du bist nicht der erste der das durchmacht und du wirst nicht der letzte sein und wie du schon selbst geschrieben hast... irgendwann wird es dir wieder besser gehen.

Spazierengehen hat mir tatsächlich auch geholfen den Kopf frei zu bekommen (und nebenbei bin ich soviel gelaufen das ich angefangen habe abzunehmen....)

Zu guterletzt der NOTFALLTIPP. Wenn gar nix mehr geht und du das Gefühl hast das dir alles zuviel wird.... ruf die Telefonseelsorge an! Die leute werten nicht, bieten dir eine andere sichtweise und ein offenes Ohr.... ich hab die zweimal in den letzten Monat in Anspruch genommen und bin dankbar für dieses Angebot.

Achja... ein Tagebuch in das du einfach deine Gefühle reinschreibst und zwar so wie sie aus dem kopf kommen (ohne auf schönschrift oder sonstiges zu achten) kann auch helfen.

Erstmal das akute bekämpfen und platz und kraft zu schaffen damit du nachhaltige Veränderungen anstossen kannst.

Ich wünsche dir viel erfolgt.

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Sonnenschein85
Zitat von hotte:
Hallo @Luk86 schön das du den den Weg hier hin gefunden hast auch wenn es eher ein trauriger anlass ist. Es zeigt aber auch das du dich nicht ...

Den Ratschlägen schließe ich mich an.

Frische Luft, Bewegung, spazieren gehen, Sport, alles aufschreiben, interessante Bücher, sich etwas selbst gönnen, unter Leute gehen, Freunde treffen, sich ablenken, Gefühle zulassen/rauslassen, darüber sprechen...all das hat mir geholfen.

x 1 #32


A


Akuter Liebeskummer

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L
Ich bin seit gestern in diesem Forum, ich hätte niemals gedacht, dass ich ein solches mal in Anspruch nehmen würde. Meine Männlichkeit stand derart im Fokus, dass ich es gar nicht für möglich gehalten hätte, hier mal Hilfe zu suchen und auch - das kann ich jetzt schon sagen - auch bekommen zu haben.

Ich bin euch für eure Erfahrungen und Tips / Ratschläge sehr dankbar. Ich merke aber auch, dass ich intuitiv schon das ein oder andere nicht ganz falsch angehe und hoffe dass ich weiter auf dem richtigen Weg bleibe.

Ich lebe am Rande Berlins, es ist mir bereits gelungen einen Termin mit einem Therapeuten zu vereinbaren und ich freue mich sogar schon darauf, mal n bisschen aufzuräumen bzw. Mal ne kleine Anfahrtskizze in mein Inneres zu bekommen und das damit einhergehende Verhalten zu verstehen.

Dümmer wird man danach wohl nicht sein.

Auch die Podcasts und Bücherempfehlungen sind für mich sehr interessant. Da habe ich wohl was abzuarbeiten.

Ich hoffe dass ich eines Tages auf der anderen Seite stehen werde und den Neuankömmlingen hier einen ersten Leitfaden an die Hand geben und Trost spenden kann.

Ich bin euch jetzt schon sehr dankbar, macht bitte weiter so, es gibt viele die euch brauchen

x 2 #33


L
Gestern war ein Tag an dem ich dachten dass es irgendwie wieder gut wird, aber heute bin ich wieder sehr traurig und leer.

Ich möchte ich schreiben, dass es mir schlecht geht und sie davon überzeugen, dass ihre Entscheidung kurzsichtig ist.

Es ist für mich rational nicht erklärbar, dass sich gegen mich, die Familie und das Haus entscheidet und ein Leben als Teilzeit-Alleinerziehende entscheidet.

Sie sagte, dass sie mich liebt und das auch immer tun wird, nur dass sie sich zum ersten Mal für sich, anstelle der Beziehung entscheidet.

Das grausamste ist, dass sie immer einen Hoffnungsschimmer auf ein Wir bestehen lässt, indem sie generell nicht ausschließt, dass man sich neu verliebt.

Ich zerbreche an dieser Hoffnung, auch weil ich weiß dass es sehr sehr unrealistisch ist.

Je weiter man sich entfernt, desto mehr wird sie wohl erkennen, dass es die richtige Entscheidung ist und sie glücklicher damit ist.

Es ist einfach zerstörerisch

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Stella31
Zitat von Luk86:
Ich möchte ich schreiben, dass es mir schlecht geht und sie davon überzeugen, dass ihre Entscheidung kurzsichtig ist.

Das wäre sehr ungünstig.
Wenn du ihr mit Vorwürfen kommst und ihr ihre Weitsicht in Frage stellst, wirst du das Gegenteil erreichen als Annäherung.

Was du tun könntest wäre ein Brief, in dem du über deine Gefühle schreibst. Und zwar ohne irgendwelche Schuldzuweisungen.
Schreib auf, was du fühlst. Was du vermisst. Welche Hoffnung du hast. Was du nicht für sie getan hast und welche Erkenntnisse du nun hast.
Ohne bedrängen, sondern wenn dann mit konkreten Ideen, wie du an dir arbeiten willst. Und das so oder so. Nicht nur, um das für sie zu machen, sondern weil du es für dich tun willst!

Lies den Brief mehrfach durch. Am besten lässt du mindestens ein paar Stunden vergehen bis du ihn abschickst.

Und wenn das zu nichts mehr führt, sollten alle weiteren Briefe nicht mehr an sie verschickt werden, sondern nur deiner Verarbeitung dienen

#35


N
Luk86,

das tut mir sehr leid, dass es Dir so schlecht geht.

Zitat von Luk86:
Meine Männlichkeit stand derart im Fokus,

So wie Du diese Männlichkeit beschreibst, scheint sie Dich sehr einzuschränken.
Was gibt Dir diese Männlichkeit denn, dass sie es wert ist, darüber eine Familie zu verlieren?

Zitat von Luk86:
Sorgen, Probleme, Nöte oder Ängste wurden jedoch niemals angesprochen, soweit ich mich erinnern kann. Demnach gab es keine, scheinbar hat man sich diese Strategie angenommen, damit man in der Spur läuft.

Alles, was Du mit "man" beschreibst, kannst Du offenbar nicht für Dich selbst annehmen und akzeptieren. Da schau genau hin.

Vielleicht ist es so, dass Deine Eltern als Nachkriegsgeneration einen vermeidenden Umgang mit Schwierigkeiten und Gefühlen hatten, weil die Kraft sonst fehlte.

Du als Kind hast das natürlich erstmal als "normal" und "macht man(!) so" übernommen.

Und diese Strategie hat Dir auch lange gute Dienste geleistet.
Jetzt ist es vielleicht langsam an der Zeit, diese Vermeidung aus der Kindheit nicht länger in Dein Erwachsenenleben mitzunehmen und Dich dem zu stellen, was Du bislang vermeidest.

Zitat von Luk86:
Bis jetzt bin ich super durchs Leben gekommen, konnte mich weitestgehend vor Schmerz und Leid freihalten.

Das ist die eine Seite der Medaille.
Aber wer sich Schmerz und Leid vom Hals hält, hält sich auch Freude und Nähe vom Hals.

Und dann bluten auch alle, die mit Dir Freude und Nähe teilen wollen, an Dir regelrecht aus und verhungern.

Zitat von Luk86:
Es ist für mich rational nicht erklärbar, dass sich gegen mich, die Familie und das Haus entscheidet und ein Leben als Teilzeit-Alleinerziehende entscheidet.

Weil ein Haus niemals emotionale Wärme, Nähe und Geborgenheit ersetzen kann.
Weil sie lieber Teilzeit-glücklich als Vollzeit-unglücklich ist.

Es gibt für Frauen keinen akzeptablen Grad an Unzufriedenheit/Unglück/Elend.
Sie wird immer in Richtung Zufriedenheit und Glück gestrebt haben und dabei wieder und wieder und wieder an Deiner Kälte zerschellt sein. Lieber allein und arm, als mit jemandem reich, der nicht am selben Strang zieht und das Unglücklichsein der Partnerin für dauerhaft akzeptabel hält.

Zitat von Luk86:
Sie sagte dass sie aufgehört hat Erwartungen an mich zu haben.

Das ist der Todesstoß.

Eine Partnerin, die keine Erwartungen mehr an Dich hat, wird sich Dir nicht mehr öffnen. Sie ist final enttäuscht. Diese Tür ist endgültig zu, so leid mir das für Dich tun.

Konzentrier Dich auf Dich und auf eure Tochter. Mehr kannst Du nicht tun. Du schaffst das und bekommst ab Montag professionelle Unterstützung dabei. Und es wird von Tag zu Tag leichter.

x 1 #36


L
Danke für die ausführliche Rückmeldung.

Ich habe langsam verstanden, dass ich meinen Weg der Reparatur gehen muss und möchte, ohne dass ich Bedingungen oder Erwartungen an ein Zurück daran knüpfe. Das werde ich tun.

Es ist für mich sehr schwer zu ertragen, diese Frau so unglücklich gemacht zu haben.

Ich muss mich, nach einiger Literatur, jedoch auch fragen ob ich wirklich sie zurück möchte oder den Zustand, die Kontrolle, den bedingungslosen Platz an ihrer Seite. Zu oft habe ich sie enttäuscht und entwertet oder abgewiesen.

Was das Liebe? Vielleicht! War sie gesund? Niemals!

#37


A
Zitat von Luk86:
Meine Männlichkeit stand derart im Fokus, dass ich es gar nicht für möglich gehalten hätte, hier mal Hilfe zu suchen

Was hat denn das eine mit dem anderen zu tun? Im Gegenteil, das was du jetzt tust, nach Hilfe zu suchen und dich zu öffnen, ist männlich, weil lösungsorientiert.

#38


N
Zitat von Luk86:
Ich muss mich, nach einiger Literatur, jedoch auch fragen ob ich wirklich sie zurück möchte oder den Zustand, die Kontrolle, den bedingungslosen Platz an ihrer Seite. Zu oft habe ich sie enttäuscht und entwertet oder abgewiesen.

Was das Liebe? Vielleicht! War sie gesund? Niemals!

Mach Dir das Leben nicht schwerer als nötig.

Du brauchst imho noch ganz viel Abstand (zeitlich und emotional), um Deine Beziehung wirklich sinnvoll betrachten und abschließen zu können.

Eine Liebe ist vielschichtig und das, was wir an einer Beziehung vermissen, ist auch vielschichtig.
Die Formel "hab sie unglücklich gemacht" oder "war keine Liebe, nur Status" bildet nur einen Teilaspekt ab. Und der muss nicht Mal stimmen.

Auch Deine Ex hat sich Dich ja mit den Eigenschaften ausgesucht, die Du hast bzw. hattest. Und erkennt jetzt, dass es nicht reicht.

Ein Mann, der weder Leid noch Schmerz, weder Freude noch Nähe wirklich zulässt, ist distanziert und kalt, aber auch wahnsinnig verlässlich und berechenbar. Vielleicht hat sie ja erkannt, dass es das Positive nicht ohne das Negative gibt. Und jetzt, wo euer Kind größer ist, kann sie besser auf Zuverlässigkeit und Beständigkeit verzichten und vermisst daher die Kehrseite der Medaille, die Nähe und Wärme, mehr als das noch vor 4 Jahren der Fall war. Eine Eierlegende Wollmilchsau ist niemand von uns. Aber es ist von Vorteil, wenn man sich öffnen und auch wieder verschließen kann. Wenn Du das lernst, geht es Dir besser als dem Luk, der nur verschlossen war. Aber auch besser als den Gefühlsmenschen, die immer offen sind.

x 2 #39


L
@Nalf

Ich bin immer wieder erstaunt wie präzise analytisch Menschen sind, die weder mich noch meine Beziehung kennen.
Es gab in der Tat in der Vergangenheit tiefgreifende Belastungen in Hinsicht auf die Gesundheit unserer Tochter. Diese wurde 4x am Hals operiert, fast ein Jahr lang sah ich bei Ärzten oder lag zusammen mit ihr im Krankehaus. Nun ist alles gut und sie wird selbstständiger und der Alltag wird einfacher.
Es stimmt mich aber auch traurig, wenn meine ehemalige Freundin meine Stärken in Anspruch genommen hat und mich während meiner Schwächen verlässt.

x 1 #40


N
Zitat von Luk86:
Es stimmt mich aber auch traurig, wenn meine ehemalige Freundin meine Stärken in Anspruch genommen hat und mich während meiner Schwächen verlässt.

Das kann man so sehen.

Oder auch so:
"In der Vergangenheit hat es gepasst. Wir waren ein tolles Team und gingen durch Höhen und Tiefen. Aber jetzt, da alles etwas ruhiger wird, fällt auf, dass wir gar nicht wirklich zusammen passen. Er zu rational, ich zu gefühlig. Er braucht es, in Ruhe gelassen zu werden. Ich brauche Nähe und Austausch."

Das wäre eine genauso "richtige" Beschreibung dessen, was euch da passiert ist.

Das Schöne: Die vergangenen Jahre kann Dir keiner nehmen. Sie sind ein großes Geschenk, das viele Männer nie erleben dürfen.
Und ab jetzt wird es anders, zunächst viel anstrengender, aber zwischen Deiner Tochter und Dir vielleicht auch noch viel inniger, weil ihr euch auf euch konzentriert. Du darfst wachsen und Dich auch nochmal verändern. Und Dich mit einem ganz essenziell wichtigen Thema beschäftigen: Dem Loslassen. Und dem Behalten, ohne festzuhalten. Wenn Du da irgendwann hin kommst, treu und loyal zu sein, ohne Zustände konservieren zu müssen, hast Du einen Superskill für Dich freigeschaltet, der Dir in ganz vielen Situationen Freiheit schenkt und Leid erspart.

Und noch etwas (hust) Positives kann ich in Deiner Situation sehen: Da Dir jetzt die Midlife Crisis ungefragt vor die Füße gelegt wurde, ersparst Du Dir, Dir all diese Fragen mit 45 oder 60 stellen zu müssen.

Ich drück Dir die Daumen, dass die Person am Montag "your kind of guy/gal" ist, mit der Du alle jetzt anstehenden Themen gut besprechen kannst.

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L
@Nalf

Da kommt was auf mich zu! Danke nochmals für deine reflektion!

#42


A


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