@MarMer
da spielen emotionale Distanziertheit und emotionale Abhängigkeit von der jeweiligen Seite zusammen. Menschen mit Alk. sind distanziert und durch den Alk. auch irgendwie "verdreht". Meinen damaligen Partner habe ich damals irgendwann als Dr.Jekyll/Mr.Hide benannt. Ohne Alk. war er superlieb und hat mir mit seinem schrägen Humor den Tag erhellt (und ja, es war auch toll), manche Situation einfach ins Absurde gedreht. Mit Sprit im Blut konnte er total unberechenbar werden. Er hat dabei nie beleidigt, aber Vorwürfe, manchmal Aggressionen, die kamen. Ich will das nicht weiter triggern und es ist verpackt und in seiner Schublade, aber es ging viel zu lange so, und ich habe immer gedacht, das kann es nicht sein, da stimmt etwas nicht. Genau so.
Ein paar Allgemeinplätze:
Er scheint ein schwarz-weiß Mensch, bei dem Du nie genau weißt, woran Du bist - das Schuldgefühl ist riesengroß. Jedes Verhalten kann eine Tretmine sein.
Er wird Dir anfangs sagen, dass er wegen Dir ein besserer Mensch wird / nicht mehr trinken muss / keine Reha braucht (blüht sprichwörtlich auf)
Er wird Dir später sagen, dass er wegen Dir und Deines Verhaltens wieder anfangen musste zu trinken.
Andere sind immer noch ein wenig schlimmer, als er/sie.
Eine suchtbezogene Person wird immer einen Grund finden, ihrer Sucht nachzugehen.
Eine suchtbezogene Person wird immer einen Weg finden, ihrer Sucht nachzugehen.
Ansagen werden sehr wörtlich genommen. Sagst Du einer Person, Du möchtest sie nicht mehr trinken sehen, wird sie dies außerhalb deines Sichtfeldes tun (Rückzug und Abwehr Deines Partners?)
Deine Suche nach Liebe macht, dass Du helfen möchtest, die alte Zeit wieder zu bekommen. Nicht selten wird eine Kontrollfunktion eingenommen. Du siehst nach, was er so macht. In langjährigen Beziehungen werden Flaschen gezählt, Striche gezogen...
Im schlimmsten Fall beginnst Du, mitzumachen. Oft (nicht immer) werden Partner krank. Dann kreist der eine um das Problem des anderen - der berühmte "Paartanz"
Zum Schluss noch der lakonische Spruch meiner Mutter über meinen Vater, der mir auch ein guter Index wurde: "Bin ich voll, bin ich toll". Habe ich heute nur den Ansatz einer solchen Verhaltensweise, nehme ich die Beine in die Hand, und laufe! Und das, so leise es geht!
Nichts und niemand kann die Lücken in mir füllen, außer ich selbst. Dem anderen wirst Du die innere Leere nicht füllen können, vermutlich. Deshalb sucht er sie in Ablenkung, Alk, gut möglich, auch andere Frauen. Diese Menschen brauchen immer wieder Bestätigung, auch von anderen. Stellst Du die Person infrage, wird er/sie "stachelig". Du darfst nicht fragen, Du bist schuld an diesem oder jenem.
Du verlierst in diesem Spiel. Deswegen ist es eigentlich egal, wer "schuld" ist. Es ist nur ein Hebel, Dich bei der Stange zu halten. Meine Konstellation verlief so ca. 4 Jahre, anfangs als Fernbeziehung, so konnte ich nicht "sehen". Ich bin vollkommen ausgelutscht aus dieser Geschichte gegangen und habe fast nochmal so lange gebraucht, mich dahin zu bringen, wo ich heute bin. Damals habe ich es als leerreich gesehen. Heute ist es verlorene Zeit.
Ich hoffe, ich durfte dies jetzt so schreiben, sonst bitte editieren.
Die Frage bleibt: Möchtest Du einen solchen, ich sage mal, Patienten?
PS: Gut, wenn Du in Therapie bist, es wird Dir helfen, die richtigen Fragen zu finden.
