Zitat von einfachnurmensch:Und dass man an den Feiertagen besonders sentimental und voller Erinnerungen ist, ist doch nicht ungewöhnlich, oder? Geht doch fast jedem so.
Das stimmt, die Frage ist halt, wie man damit umgeht. Wenn man sentimental wird, voller Erinnerungen, sich darin suhlt, bis man irgendwann vor Traurigkeit und Erschöpfung einschläft, dann ist man eben voller (kontraproduktiven) Selbstmitleid.
Wenn man weint, schreit, Sachen zertrümmert, sich dann aber den Staub von den Klamotten wischt, aufsteht, die (unabänderbare) Vergangenheit akzeptiert und anfängt, nach vorne und auf sich zu schauen, dann ist das der bessere Umgang damit.
Und die erste Möglichkeit ist natürlich die einfache, ganz klar. Aber es geht halt auch anders. Und Holger möchte anderen diesen Weg gerne aufzeigen. Ob man es dann tatsächlich tut, ist natürlich jedem selbst überlassen.
Zitat von einfachnurmensch:Du bist halt schon "weiter" als wir....
Ja, aber das kommt nicht von alleine, sondern ist ein harter Kampf mit sich selbst, in dem man dafür aber nur gewinnen und nicht verlieren kann

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Im Übrigen halte ich Selbstmitleid nicht für so negativ, wie sonst scheinbar jeder. Wenn man etwas schlimmes erlebt hat, ist es völlig richtig, dass man Mitleid mit sich selbst hat. Haben ja alle anderen Menschen auch. Ich denke es gehört zur Verarbeitung auch dazu, dass man sich selbst mal richtig in seinem eigenen Mitleid suhlt. Es hat ja auch irgendwo etwas tröstendes. Wichtig ist nur, dass man dann nicht auf ewig darin verharrt, sondern wieder nach vorne schaut. Das schaffen die meisten Menschen ja auch ohne Probleme und die, die es nicht so ohne weiteres schaffen sind vermutlich hier

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Aber an dem Punkt kommt man dann halt auch meistens nicht weiter, wenn der Betreffende das nicht zulassen kann.