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An der Verletzung zerbrochen

sensitivemind

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Hallo ihr Lieben,

Ich wollte mich mal kurz vorstellen, ich bin männlich und bin 29 Jahre. Ich bin sehr dankbar für dieses Forum und dass ich hier so viel Empathie finden kann. Ich bin leider in einem Zustand, in dem ich mich nicht so darüber freuen kann, aber es berührt mich trotzdem.

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, denn ich habe immer noch das Gefühl, dass ich für das was ich erlebe einfach keine Worte finden kann.
2019 war ein für mich sehr aufwühlendes Jahr. Am Anfang des Jahres starb mein Vater nach einer kurzen (3 Tage) und schweren Krankheit. Das war ein totaler Schock für mich und bis heute verfolgen mich die Erlebnisse von damals sehr. Auch weil die Begleitumstände sehr schwer zu verarbeiten sind, aber das soll hier nicht das Thema sein.

Im selben Jahr habe ich in meinem Masterstudium auch meine große Liebe kennengelernt, eine Frau, die so sanftmütig, bezaubernd und schön war, dass ich oft vor Freude geweint habe, wenn ich wieder alleine war, nachdem wir uns getroffen haben. Der Beginn unserer Beziehung war vorsichtig, ich war irgendwie schüchtern, weil ich, von verletzenden Erfahrungen geprägt, nichts vermasseln wollte und weil ich auch das Gefühl hatte, dass ich einfach aufgrund von dem Tod von meinem Vater und anderen Erfahrungen nicht so viel Glück geben kann und sie das aber verdient hätte. Deshalb versuchte ich es langsam anzugehen.

Sie wirkte auch schüchtern auf mich und es war eine Charaktereigenschaft von ihr, dass sie nicht so leicht über ihre Gefühle sprechen konnte, und so wollte ich sie auch keinesfalls überfordern. Aber ich empfand, dass uns etwas magisches umgab und wenn ich versuchte uns von außerhalb zu betrachten (also jenseits meiner emotionalen Wahrnehmung) wirkte es irgendwie unglaublich schön, wie schüchtern, sensibel, aber auch schön sich unsere Beziehung entwickelt hat. Natürlich war das auch von innen so. Wie wenig wir brauchten und wie einfach alles um uns herum unwichtig wurde, sobald wir zusammen waren. Und es war auch so berührend, wie wir mit der Zeit unsere Zweifel, Ängste und Sorgen, die aus früheren Verletzungen entstanden waren, einfach immer mehr ablegen konnten. Und auch wenn wir uns zeitlich nicht so viel sehen konnten wurde es für meine Wahrnehmung mit jeder Begegnung vertrauter, intensiver und meine Liebe immer sicherer, mein Glück immer mehr. Ich erlebte mit ihr auch das erste Mal einen Urlaub mit einer Frau und ab da begann ich richtig zu träumen, dass mir vielleicht doch noch vergönnt ist, noch all die schönen Erlebnisse einer Beziehung zu erfahren.

Hierzu ein kurzer Exkurs: Daran hatte ich nämlich lange Zweifel, denn ich habe mit 17 und 18 sehr schwere Schicksalsschläge erlebt, nachdem zuerst mein bester Freund bei einem Autounfall gestorben ist und wenig später meine damals erste gute Freundin und gleichzeitig erste Liebe Selbstmord begannen hat, weil sie von ihrem Vater in ihrer Kindheit schwer S. missbraucht wurde und den Schmerz einfach nicht verarbeiten konnte, egal wie sich auch gekämpft hat. Diese Erfahrungen führten dazu, dass ich in gewisser Hinsicht auch bisschen vereinsamt bin, weil die meisten Leute damals eben glücklich waren und ich das Gefühl hatte, dass ich mit meinen Gefühlen eigentlich in einer ganz anderen Welt lebe und mich dann auch zurückziehen musste. Naja und als ich mich dann wieder einigermaßen gefangen hatte und genug Vertrauen geschöpft hatte, würde ich leider zwei weitere Male sehr oberflächlich verletzt. Also einmal weil ich zu klein war und die Frau größer und das andere Mal wurde ich ohne Begründung stehengelassen, vielleicht weil ich damals zu offen mit meinen Gefühlen war.

Naja, wieder zurück zum eigentlichen Thema. Also in der Beziehung lief dann wirklich alles sehr schön. Also klar, ich merkte, dass wir uns vielleicht nicht so schnell entwickeln, wie andere Liebespaare, und dass meine Freundin Schwierigkeiten hatte sich zu öffnen, was in gewisser Hinsicht bisschen Selbstzweifel in mir geweckt hat. Aber ich hab ihr immer gesagt, dass sie mir alles sagen kann, wenn sie sich etwas wünscht und ich das noch nicht so merke. Insgesamt hatte ich aber immer das Gefühl, dass wir stetig Fortschritte machen und dass wir einfach Geduld, viel Zeit miteinander brauchen und einfach ein bisschen Glück. So lebten wir dann mit wunderschönen Erlebnissen, so vielen geteilten Gemeinsamkeiten und für mich unvorstellbar berührenden Momenten. Wir hatten nicht einmal einen Streit.

Bis sie im Oktober 2020 eine Zahnoperation hatte und plötzlich alles anders wurde. Bei unserem ersten Telefonat nach der Operation, sagte sie deutlich, dass sie mit ihrem Leben unzufrieden ist (die Wohnsituation bei ihren Eltern, der Stress der OP, bisschen Schwierigkeiten im Schreiben der Masterarbeit) und ich wollte ihr wirklich nur Verständnis, Mitgefühl und Ratschläge entgegenbringen, die vielleicht helfen könnten, diese Dinge zu lindern. Doch daraufhin hat sie sich sehr angegriffen gefühlt und das Telefonat recht plötzlich beendet. Ich war daraufhin total verwirrt, weil egal wie sehr ich nachgedacht habe, ich konnte nicht im geringsten erkennen, was ich bei dem Telefonat falsch gemacht haben könnte. Ich habe dann daraufhin eine SMS geschrieben und ihr gesagt, dass wenn ich sie mit einer Aussage verletzt haben sollte, sie das jederzeit sagen kann und wenn es so sein sollte, dass es mir sehr leid tut und ich das gern wieder gutmachen würde. Es kam daraufhin aber mehrere Tage keine Reaktion, bzw. nur so eine SMS, ob wir telefonieren können, dass sie dann aber plötzlich doch nicht mehr wollte. Ich hab ihr dann gesagt, dass mich das traurig macht und ich gern einfach nur wüsste, was ich falsch gemacht habe. Nach paar Tagen schrieb sie dann, dass sie gern am Dienstag zu mir kommen würde. Dort sagte sie mir dann, dass sie das mit uns beenden will, weil sie sich nach unseren letzten Beiden treffen erschöpft gefühlt hatte. Ich habe mit Verständnis reagiert, ihr geschildert was ich für sie empfinde, wie schön alles für mich war, dabei musste ich auch sehr weinen. So wirklich genauere Erklärungen von ihrer Seite bekam ich leider nicht, obwohl ich es versucht habe. Sie verließ dann meine Wohnung, nach einer Stunde stand sie aber wieder vor meiner Tür und schrieb mir mehrere SMS, ob wir nochmal kurz reden können. Ich habe dem natürlich zugestimmt und sie hat sehr geweint, aber irgendwie hat sie mir auch nichts wirkliches gesagt. Ich habe nur gemerkt, dass sie offensichtlich meine Nähe suchte, aber ich wollte ihre emotionale Verwirrung nicht ausnutzen (sie gestand mir später, dass sie bereits da ihre Entscheidung bereut hatte/ das war auch mein Eindruck, aber ich wollte ihr eben Zeit geben, sich darüber klar zu werden, was sie will und nicht ausnutzen, dass sie gerade so berührt ist) und bald verabschiedeten wir uns also. Ich sagte ihr, dass meine Liebe für sie bleiben wird und sie sich melden soll, wenn sie ihre Entscheidung bereuen sollte.

In den folgenden Monaten kamen dann 3 SMS (obwohl ich sie um Abstand gebeten hatte), die ich als eher unpersönlich deuten würde und dich ich auch nicht so richtig einordnen konnte (Wünsche zum Geburtstag und ein frohe Weihnachten zu Weihnachten, worauf ich aber nicht mehr reagieren konnte, weil ich darüber so traurig war). Sie kontaktierte auch einen Freund von mir, mit der Bitte sich um mich zu kümmern.

Im Januar kam dann eine weitere SMS, ob ich Zeit habe, dass wir uns sehen. Da das sehr nahe an dem Todestag von meinem Papa war, habe ich sie einfach gefragt, was denn der Grund ist weshalb sie mich treffen will. Daraufhin schrieb sie, dass sie einfach gern Leute trifft, die sie mag. Ich antworte, wie sehr mich das trifft, die unpersönlichen SMS, dass sie Freunde von mir kontaktiert, dass sie mich nahe am Todestag von meinem Papa treffen will, einfach weil sie gern Leute trifft? Ich hab ihr dann nochmal erzählt, wie sehr mich die Trennung erschüttert hat, weil ich die Gründe einfach nicht verstehen konnte, und weil sie so aus dem nichts kam, ohne dass ich je eine Chance hatte etwas zu ändern, an mir zu arbeiten, für unsere Beziehung zu kämpfen.
Daraufhin gestand sie mir, dass sie mich sehr vermisst und sehen wollte, ob sie noch Gefühle für mich hat. Ich schrieb ihr dann, dass das natürlich ganz was anderes ist und wir uns gern treffen können, wenn wir einfach ehrlich miteinander umgehen. Sie bat daraufhin um einen Tag Bedenkzeit, und schrieb mir dann aber, dass sie in keinem glücklichen Zustand ist und deshalb mit dem Treffen noch warten will. Ich antwortete, dass mir das leid tut, wenn es ihr schlecht geht und ich das verstehen kann und wenn ich ihr irgendwie helfen kann sie sich aber immer bei mir melden kann.

Daraufhin hörte ich monatelang nichts von ihr, was natürlich schwierig war, weil sie irgendwie schon auch wieder Hoffnung in mir geweckt hatte. Und weil ich mir Vorwürfe machte, dass ich damals einfach hätte zusagen sollen, weil dann vielleicht alles gut geworden wäre. Und weil ich schwankte zwischen der Erwartung, dass sie sich ja bestimmt bald melden würde und der Furcht, dass ich jetzt vielleicht nie mehr etwas hören würde.

Im Juli 2021 kam dann eine Nachricht von ihr, dass sie mich sehr vermisst und gerne sehen würde, ob noch Gefühle da sind. Zu dieser Zeit hatte ich irgendwie schon fast damit abgeschlossen und nicht mehr mit einer Nachricht gerechnet. Trotzdem sagte ich zu, weil ich sie menschlich einfach noch so lieb hatte und ich auch stark genug war um ggf. damit umgehen zu können, sollte sie merken, dass es doch keine Gefühle mehr gibt.
Bei unserem ersten Treffen im Juli war es wieder wunderschön, ich hatte das Gefühl ihr tut ihr Verhalten sehr leid, obwohl ich ihr das schon ewig verziehen hatte, was ich ihr auch erklärte. Ich sagte, dass für mich nur wichtig ist, dass sie dieses Mal offener mit mir spricht, wenn sie wieder unglücklich mit mir sein sollte und mich nicht wieder vor vollendete Tatsachen stellt. Denn ich schilderte ihr in deutlich abgeschwächter Form, wie sehr ich damals gelitten habe und wie schwer ihr Verhalten es mir gemacht hatte, damit abzuschließen. Sie sagte ihr tut es total leid und sie schämt sich auch dafür. Ich sagte, dass ich alles verziehen habe und sie sich bitte keine Gedanken mehr machen soll. Denn ich hatte es nur erwähnt, um einfach meinem Wunsch Nachdruck zu verleihen, dass es bei zweiten Mal nicht wieder so läuft.

Nun ja, was dann kam, war Paradies für einen Monat. Die Gefühle kamen schnell zurück, sie wollte mich am liebsten jedes Wochenende sehen, Mitte August wollte sie mit mir an den Gardasee fahren, sogar für eine Woche. Dort sagte sie, dass sie das nie gemacht hätte, wenn nicht schon wieder Gefühle für mich da wären. Ich war irgendwie tief berührt, wie wir für diese zweite Chance gekämpft haben und sie nur wirklich wahr wird. Natürlich hatten die Monate davor (aufgrund von vielen Faktoren) deutliche Wunden bei mir hinterlassen und das merkte ich schon noch jeden Tag. Aber ich merkte, wie ich mit jedem Tag wieder selbstsicherer, glücklicher, und in meiner Wahrnehmung attraktiver wurde und ich dachte spätestens in paar Wochen hätte ich das Selbstverständnis und die Art, in die sie sich damals verliebt hatte, wieder ganz hervorgeholt. Denn eigentlich habe ich diesen Selbstwert nie verloren, nur habe ich ihn irgendwann bisschen verdrängt, weil es mir leichter viel, so mit all diesen unerklärlichen Enttäuschungen umzugehen, die mir im Jahr 2020 und 2021 widerfahren sind.

Dann kam der 15. September, wir haben das Wochenende gemeinsam verbracht. Wir machten einen Stadtspaziergang, tranken Aperol, gingen Abendessen. Am nächsten Tag gingen wir gemeinsam klettern, das hatte sie begonnen, nachdem ich das Klettern wirklich sehr liebe. Am Abend merkte ich, dass etwas nicht stimmte. Und sie sagte mir, dass sie gestern nichts empfinden konnte, es heute aber wieder total schön war. Und dass sie mich eigentlich fragen wollte, ob wir zusammenziehen wollen, jetzt aber irgendwie verunsichert ist. Ich schilderte ihr meine Gefühle und sagte, dass ich das natürlich traurig finde, aber ich gerne bereit bin alles zu tun, damit wir einen Weg finden, das gemeinsam zu schaffen. Ich muss dazu sagen, sie war psychisch schon auch unter Druck, der nicht mit unserer Beziehung in Verbindung stand. Deshalb wollte ich kämpfen, aber ich hab ihr auch angeboten, dass wir einfach erstmal wieder eine Pause machen können uns sie vielleicht rausfinden soll, was sie wirklich empfindet. Am nächsten Morgen hat sie dann sehr schönen und intensiven S. initiiert und bei der Verabschiedung fragte ich, ob das jetzt vielleicht die letzte Verabschiedung ist, was sie verneinte.

Es schien dann wieder relativ normal, wie schrieben SMS, telefonierten, sie sagte bald sehen wir uns wieder, wir hatten eigentlich schon einen Termin, wobei sie dann jedoch eine Mandelentzündung bekam und wir den absagen mussten. In der folgenden Woche (Mitte Oktober), sollte sie ein Zahnimplantat bekommen, dass sozusagen den Abschluss zu der Operation von 2020 bilden sollte, die unserer ersten Trennung vorausging. Eigentlich sollte es nur ein ganz kurzer Eingriff werden, doch irgendwie ging was schief und sie bekam eine schlimme Entzündung und große Schmerzen. Das zog sich über 3 Wochen und am Ende mussten sie das Implantat wieder entfernen. Ich versuchte in der Zeit so gut es geht für sie da zu sein, aber sie konnte natürlich nicht wirklich sprechen, also waren es eben nur SMS. Ich merkte, dass sie psychisch sehr belastet war, ihre Antworten wurden immer kürzer und egal wie ich mich bemühte, es wurden immer weniger. Mich hat das auch sehr belastet, aber ich wollte sie gar nicht drängen oder irgendwie noch mehr belasten. Wisst ihr, ich habe schon einmal erlebt, wie ein geliebter Mensch vor meinen Augen psychisch auseinanderfällt und ich weiß heute 10 Jahre später noch genau wie es war als ich dann vom Selbstmord erfahren musste und ich merkte, dass ich einfach nicht helfen konnte. Wie sehr mich das belastet hat, wie ich dadurch auch ein Trauma erfahren habe. Irgendwie war die Situation deshalb auch so schrecklich für mich, weil mich alles an den Oktober 2020 erinnert hat und ich so große Sorge hatte, dass nun wieder so eine sinnlose Trennung bevorsteht und ich sie förmlich riechen konnte. Aber meine Gefühle und Bedürfnisse waren mir egal, ich wollte nur einfach nicht, dass wieder ein so lieber Mensch Selbstmord begeht.

Ende Oktober bekam ich dann eine SMS, dass sie aufgrund von vielen Faktoren keine Kraft für eine Beziehung wie die unsere hat, weil sie in der Beziehung nicht aufrecht zu sich selber sein konnte, weil sie sich leer fühlt, nichts mehr empfindet und keine Intention für ein Treffen, oder einen Anruf spürt. Sie schrieb auch, dass sie noch glaubt, dass wir die Beziehung in der Zukunft noch fortsetzen können, wenn es so sein soll und sich keine anderen Möglichkeiten ergeben haben. Und es ihr leid tut, sie aber keine Kraft hatte es mir persönlich zu sagen und sie sich aber jetzt um sich kümmern muss. Sie endete mit ich hoffe du kannst das verstehen und akzeptieren, wenn du es nicht eh schon geahnt hast.

Ihr könnt euch vermutlich vorstellen wie es für mich war. Zu der Zeit hatte ich mein Handy immer auf laut und ich habe jede ihrer SMS sofort gelesen, weil ich mir so Sorgen um sie gemacht habe. Als ich das dann gelesen habe, bin ich auf offener Straße weinend zusammengebrochen. Zum Glück hat sich dann ein älterer Mann um mich gekümmert. Am liebsten hätte ich auf diese SMS gar nicht mehr geantwortet, aber ich hatte einfach so Sorge um sie und meine Bedürfnisse waren für mich in dem Moment nicht bedeutend. Also antwortete ich sehr neutral, dass ich es verstehen kann, es mir sehr leid tut und ich aber finde, dass unsere Beziehung ein besseres Ende als eine SMS verdient hätte. Und dass es helfen würde auch abschließen zu können. Ihr müsst euch vorstellen, ich hatte ja keine Ahnung was wirklich los und passiert war und ich dachte in einem Gespräch würde zumindest wenigstens das noch bisschen klar werden.

Sie antwortete am Tag später dann, dass ich damit recht habe, wir gerne telefonieren können und sie es mir auch viel lieber persönlich gesagt hätte. Jedoch hatte ich beim von ihr vorgeschlagenen Termin keine Zeit und ich sollte sie dann also anrufen, wenn ich Zeit habe. Das tat ich dann auch, aber erreichte sie nicht und es kam dann auch kein Rückruf mehr. Paar Tage später kam dann die Nachricht, dass wir vielleicht am Wochenende probieren können nochmal zu telefonieren. Die Formulierung hat mich schon sehr verletzt, also hab ich sie gefragt, ob sie denn überhaupt telefonieren mag, weil ich auch akzeptieren kann, wenn sie das nicht will. Daraufhin kam dann wieder das ganze Wochenende nichts. Daraufhin kam dann die SMS, die aus mehr Zeilen bestand, aber unter anderem auch sagte dass sie natürlich nochmal bereit wäre mit mir zu telefonieren, wenn ich das will. Naja und dann starb irgendwie noch mehr in mir, denn inzwischen waren seit der Trennungs- SMS einfach 2 Wochen vergangen und ich hatte einfach nicht geschafft sie zu erreichen. Und ich habe erkannt, dass ich aufgeben muss. Ich hab dann nochmal gefragt, ob sie denn telefonieren will und ich mich aber inzwischen auch damit abfinden kann, wenn sie das nicht mehr will. Daraufhin kam keine Antwort mehr.

Es ist schwer zu beschreiben, wie es mir seitdem geht. Ich habe ein mit 1,0 abgeschlossenes Masterstudium, ich bin sportlich, kreativ, vielfältig interessiert, bodenständig und mit schönen Träumen, Empathie und einer eigentlich unerschütterlichen Lebensfreude ausgestattet.
Aber ich bin seitdem zerbrochen, ich habe Tränen in den Augen, wenn ich spazieren gehe. Mich reden echt oft Frauen an und sie sagen mir, dass ich sehr attraktiv bin (scheinbar sehe ich besser aus wie so ein Frauenschwarm aus einer aktuellen beliebten Serie, das hab ich nun schon 3 mal gehört). Ich bedanke mich immer für die Komplimente, aber währenddessen muss ich immer aufpassen, dass keine Tränen aus mir herausbrechen. Ich denke mir dann, ich bin einfach unfähig zu geben und so zerbrochen, dass ihr etwas besseres verdient habt. Und klar hätte ich Bedürfnisse, ich meine ich wurde in den letzten 2 Jahren genau an 21 Tagen berührt oder umarmt, aber ich kann einfach trotzdem nicht.

Ich weine täglich nachts im Schlaf, morgens und abends und manchmal auch tagsüber. Ich komme mir so vor als wäre ich eigentlich kein Mensch mehr, ich habe schon Anti-Depressiva genommen, eine psychiatrische Einrichtung besucht (beides hat nichts geholfen, aber das war auch klar, denn ich bin weder Depressiv noch psychisch krank). Ich hatte auch meinen ersten Job nach dem Studium gefunden, dort waren alle total zufrieden mit mir, meine Chefin sagte, dass mich alle so fröhlich finden und ich so gute Ideen habe und so aufmerksam bin. Ich musste immer aufpassen, dass ich nicht weine, weil ich wusste wie anders es in meiner Seele ist und weil ich einfach nichts empfinden konnte bei all diesem Lob. Ich habe diesen Job auch schnell wieder gekündigt. Inzwischen lebe ich in meinem Auto auf der Rückbank, weil ich leider keinen Kontakt mehr zu meiner Familie habe und leider auch irgendwie keine wirklich guten Freunde. Ich habe mich total zurückgezogen, weil mein Schmerz über diese Verletzung so groß war.

Also mir ist auch klar, dass ich in einer sehr hinterlistigen Situation bin und mich diese Erfahrung auch sehr lange begleiten und prägen wird. Und ich suche jetzt deshalb auch nicht unbedingt nach Rat, weil ich ja merke, wie ich selbst einfach nicht glauben kann, dass etwas so schnell und so rasend passieren kann. Manchmal denke ich mir auch, dass wenn ich das jemandem erzählen würde, er es vielleicht eh nicht glauben kann.

Es war mir aber einfach ein Bedürfnis meine Situation niederzuschreiben.

Bitte verzeiht die Textlänge und alle meine Rechtschreib- und Grammatikfehler, ich schreibe vom Handy und unter großem seelischen Druck. Ich freue mich jedenfalls über alle Reaktionen und Leser. Und gerne auch die, die mein Verhalten kritisieren wollen.
Danke und viele Grüße

21.05.2022 14:25 • x 5 #1


Milly85

Milly85


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Puh… ganz schön langer Text. Habe es mir jetzt auf höherem Tempo vorlesen lassen, weil das sonst echt zu viel geworden wäre.

Was ich nicht ganz verstanden habe, was hast du denn zu ihr gesagt, weshalb sie sich so angegriffen gefühlt hat? Das hast du jetzt natürlich ausgelassen, sodass man gar nicht beurteilen kann, ob sie bei der ersten Trennung übertrieben hat oder wie oder was…

Generell merke ich, dass du einfach seeeehr verkopft bist. Klar, du bist geprägt durch die Dinge die dir passiert sind, aber pass auf, dass du auch mal los lassen kannst und nicht ständig von so ner schwarzen Wolke über deinem Kopf begleitet wirst.

Freunde hast du keine? Das ist noch so ein Punkt an dem du wirklich arbeiten solltest! Nur alleine den Partner zu haben ist Zuviel Druck und Verantwortung auf den Schultern des Partners. Der Fokus liegt ja NUR auf ihr.

Das macht dich, trotz des guten Aussehens nicht wirklich attraktiv für viele frauen…

Ich denke ihr hattet einfach ne ungünstige Konstellation, sie als auch du haben beide psychische Probleme …. Keiner ist wirklich stabil von euch, also kommt es immer zu so "Drama".

Wenn du gar nicht mehr kannst, würd ich vielleicht doch noch mal geschlossene therapeutische Hilfe suchen? (Keine Ahnung wie das läuft.) wieso schläfst du jetzt auf der Rückbank des Autos? Das hab ich nicht mitbekommen…

21.05.2022 14:43 • #2



An der Verletzung zerbrochen

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Milly85

Milly85


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PS: ja, ok du sagst du hast keine Depression … aber ständiges weinen ist ein Hinweis auf eine Depression! Sei dir da mal nicht zu sicher. Such dir schnellstmöglich ne Therapie damit du nicht wirklich auf der Straße landest und kaputt gehst!

Keine Frau (Mann) der Welt ist es wert, dass man so kaputt geht. was dir fehlt ist ne ordentliche Portion Wut auf diese Person, die mir dir gespielt hat als wärst du ein kleiner Ball. Du bist aber kein ball, du bist ein MANN! Der ein gutes Leben haben könnte, wenn er sich mal zusammenreißt!

Dir sind schon schlimme Sachen passiert, da kann dich doch so ne "fast"Beziehung nicht komplett aus der Bahn werfen?

Wie alt bist du und sie?

21.05.2022 14:47 • x 1 #3


sensitivemind


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@Milly85 danke, dass du so schnell geantwortet hast! Das freut mich sehr!
Tut mir auch leid, dass es so ein langer Text wurde. Ich wollte einfach versuchen, dass die wichtigsten
Dinge beschrieben sind.

Zitat von Milly85:
Was ich nicht ganz verstanden habe, was hast du denn zu ihr gesagt, weshalb sie sich so angegriffen gefühlt hat? Das hast du jetzt natürlich ausgelassen, sodass man gar nicht beurteilen kann, ob sie bei der ersten Trennung übertrieben hat oder wie oder was…


Zu dieser Frage. Also es ging um ihre Masterarbeit, sie sagte, dass sie so Probleme hat etwas zu schreiben. Sie sagte, dass sie einfach nicht weiter kommt, wenn sie bei ihrer Familie ist. Und wenn sie aber in ihrer eigenen Wohnung ist, auch nicht wirklich etwas weiter bringt und dort aber auch nicht wirklich sein will, dort aber theoretisch natürlich konzentrierter und ungestörter arbeiten könnte.
Das war ja auch alles in der Corona Zeit mit lockdowns etc.

Ich hab ihr einfach nur gesagt, dass ich ihr gerne beim Schreiben der Masterarbeit helfen kann und auch so gern helfen würde. Und dass ich ihr vorschlagen würde, dass sie einfach mal in ihre Wohnung fährt und mal versucht sich dort ein paar Tage nur auf die Masterarbeit zu konzentrieren. Denn das hatte sie einfach auch noch nicht probiert, sie sagte damals hätte es einfach keinen Grund gegeben, alleine in der Wohnung zu sein. Also ich weiß ja wie das ist, man braucht immer bisschen, dass man so richtig in einen Schreibprozess kommt. Und ich hab versucht ihr auch Hoffnung zu machen und Also es war wirklich eine Lappalie gewesen, sie hat selbst gesagt, dass das kein Grund war, weder für eine Trennung, noch um überhaupt verletzt zu sein.
Sie sagte nach der ersten Trennung auch, dass sie selber nicht weiß, weshalb sie sich getrennt hat und ich immer unglaublich lieb zu ihr war.

Und doch ich habe schon ein paar Freunde, aber die sind inzwischen auch wegen ihren eigenen Kindern recht eingespannt. Ich habe aber viele leidenschaftliche Hobbys und ich bin auch gerne alleine, also ich war sicher keine Klette. Wir hatten auch eher zu wenig Zeit miteinander, als zu viel.
Naja und ich kann auch nichts dafür, dass ich sehr wichtige Menschen in meinem Leben so früh verloren habe und mich das einfach prägt. Und ich fände schade, wenn ich das einfach nicht mehr erzählen könnte, weil dann jede Frau Angst bekommt, dass ich zu abhängig von ihr bin.
Ich denke, wenn das für andere Menschen die Attraktivität von mir so stark negativ beeinflusst, dann bin ich ehrlich gesagt lieber unattraktiv.

21.05.2022 17:11 • x 1 #4


Milly85

Milly85


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Ja, du musst halt das passende Gegenstück finden. Solange du nicht klammerst ist ja alles in Ordnung, für einer schlechten Vergangenheit kann keiner was.


Sie ist also grundlos wütend geworden und hat das Gespräch beendet. Nur weil du ihr vorgeschlagen hast, fürs lernen lieber in ihre Wohnung zu fahren? Was ist das denn für ein Grund?

Ich kann mir vorstellen, dass sie da irgendwas anderes hören wollte von dir und dann geschmollt hat. Irgendwie totales Prinzessinenverhalten… das ist doch kein Grund um einen Streit vom Zaun zu brechen?

Ich denke du musst mit etwas Abstand einfach sehen, dass sie nicht so toll ist und auf den Podest gehört, auf den du sie gerade stellst. Die war einfach eine dieser Frauen die nie 100% weiß und wusste was sie will, schnell verunsichert ist… etc. wahrscheinlich hat sie selber ne schwierige Kindheit hab ich recht?

Hast du dir noch mal überlegt zur Therapie zu gehen? Ständiges Bedürfnis nach weinen ist jetzt auch nicht so toll. Und oft bahnt sich damit ja auch wie gesagt eine richtige Depression an

21.05.2022 17:20 • #5


Snipes

Snipes


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Zitat von sensitivemind:
und ich immer unglaublich lieb zu ihr war.

Du warst irgendwie immer nur lieb oder mega traurig, zumindest liest sich das so. Ob es so gut war ihr direkt deine Vergangenheit auf dem Silbertablett zu servieren, bezweifele ich ehrlich gesagt. Es tut mir wirklich leid, dass dir das alles passiert ist, aber gerade am Anfang einer Beziehung möchte man doch eher Spaß und Lockerheit als dürstere Wolken aus der Vergangenheit. Ich habe auch den Eindruck, dass Du sie enorm bemuttert hast und dich irgendwie immer und bei allem in ihrem Leben eingemischt hast. Du wolltest ihr nur helfen, weiß ich, aber solch ein Verhalten kann auch wirklich abstoßend auf den anderen wirken und dazu führen, dass er sich abgewertet oder sogar minderwertig fühlt. Das dann in der Kombi mit deinen emotionalen Ausbrüchen ist ihr vermutlich zu viel geworden.

Ich verstehe dich schon, aber Du hast offensichtlich keine wirkliche Erfahrung in Bezug auf Frauen. Das alles, was Du hier als toll und liebenswert an dir darstellst, schreckt viele Frauen zu Beginn eher ab, weil ihnen ein hochemotionaler Mann mit einem Haufen Problemen im Gepäck nicht als kompetenter Partner erscheint. Du sollst deine Vergangenheit natürlich auch nicht komplett verleugnen, aber zum einen musst Du das alles irgendwann aufgearbeitet haben und zum anderen die Frauen in deinem Leben nicht so früh damit belasten. Irgendwann kann man über alles reden, aber gerade in den ersten Monaten wollen Frauen Sicherheit bei und durch ihren Partner spüren. Schließlich soll er sie und die gemeinsamen Kinder evtl. irgendwann mal vor der bösen Welt beschützen und nicht heulend in der Fußgängerzone stehen.

21.05.2022 17:32 • x 4 #6


sensitivemind


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@Milly85 also ja weinen ist vielleicht ein Hinweis. Aber ich weine nicht weil ich depressiv bin. Nicht umsonst sagen Menschen, das sie all das gar nicht glauben können, weil ich eigentlich immer so fröhlich wirke und in den Begegnungen und auch mit mir selbst intensives Glück empfinden kann.
Und ich war ja auch schon in Behandlung und nicht nur bei einer Person. Ich kenne mich auch selbst sehr gut mit psychologischen Theorien aus. Ich meine ein Psychiater hat wörtlich zu mir gesagt, dass ich hier nicht hingehöre und dass ich viel zu intelligent bin und deshalb auch selbst erkannt habe, dass psychologische Interventionen in meinem Fall sehr limitiert sind…

Zu dem mit dem zusammenreißen, also darauf kann ich nicht so viel antworten, ich sehe das einfach etwas anders.
Und ich kann nur sagen, dass mein Leben auch reich an vielen außergewöhnlich schönen Erlebnissen ist.

Und ja das ist ein guter Tipp mit der Wut, die könnte ich haben. Aber tatsächlich empfinde ich Liebe für diese Frau, noch immer, und egal wie sehr sie mir objektiv und subjektiv auch weh getan hat und wie wenig ich mir eigentlich in der zweiten Trennung erwartet hätte.

Ich fragte mich auch, warum es mich so aus der Bahn wirft, ich denke die Tatsache wie unnötig es war, dass es so weh tun musste. Und wie sehr ich vertraut habe. Dass ich es einfach nicht verstehen kann und ich einfach keine Erklärung dafür habe, wieso man einem Menschen, dessen Vergangenheit man kennt, in der Trennung so behandelt. Weil, wenn ich es nicht besser wüsste, dann denken müsste, dass sie es aus schlimmstem Egoismus, Geringschätzung mir gegenüber und Empathielosogkeit tat!
Aber es müsst einfach alles gelogen sein, wenn das wirklich der Grund war.
Und ich will es aber auch nicht glauben, denn das würde mir noch viel mehr weh tun, als die Wahrheit an die ich aktuell glaube…

21.05.2022 17:39 • x 1 #7


sensitivemind


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@Milly85 ja, deine Beschreibung von ihr passt sehr gut. Sie weiß nicht was sie will, aber ich kann es ihr nicht übel nehmen.

Ich denke meine vorherige Mail schildert meine Einstellung zu Therapie ganz gut. Sonst kann ich auch das Buch "Wahnsinn und Gesellschaft" empfehlen, das zeigt wie gefährlich es ist, wenn man für alles was Menschen empfinden Diagnosen stellt. Wie gesagt ich habe auch Erfahrungen mit Psychopharmaka/Therapien und ich wäre ihnen dankbar gewesen, wenn sie geholfen hätten.

21.05.2022 17:44 • #8


sensitivemind


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@Snipes Mhm, ich kann alles nachvollziehen was du schreibst, aber in den Details war es zwischen uns einfach anders. Ja ich hab sie nach dem Tod meines Vaters kennengelernt, ja das war eine sehr schmerzhafte Zeit. Aber das wusste sie. Und ich denke unsere Beziehung war immer sehr entspannt, ich hab bei ihr nie wirklich gejammert, wir hatten viele schöne, entspannte, besondere Erlebnisse, Leichtigkeit, Tage an denen gestern und morgen nicht existieren, und nicht ich habe mich zuerst verliebt, sondern sie.
Ich denke, wenn sie meine Vergangenheit wirklich abgeschreckt hätte, dann wäre das so nicht passiert.
Also auch zu den Erfahrungen mit Frauen möchte ich etwas erklären. Ich habe eher zu viele Erfahrungen mit Frauen, nicht zu wenig. Mag sein, meine Beziehungen waren irgendwie auch sehr bitter, aber ich habe in meinem Leben sehr viele verschiedene Frauen gedated, mich selten verliebt und meist haben sich die Frauen verliebt.
Also ich kann verstehen, wie du zu deiner Einschätzung kommst, ich würde sie auch ähnlich treffen, wenn ich meine Geschichte, die Geschichte eines fremden Menschen wäre, und ich deshalb die kleinen Details nicht kenne.
Leider ist diese Lösung aber zu leicht, daran liegt es nicht.
Wie gesagt ich bin auch kein jammerer, oder der nur Gelegenheiten sucht, dass er anderen Menschen seine Vergangenheit ausbreiten kann. Im Gegenteil, ich wirke wohl auf fremde Frauen eher unnahbar, mysteriös, aber auch offen, fröhlich und sympathisch, sehr im Moment lebend, etc.

21.05.2022 18:01 • #9


Löwin45

Löwin45


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Lieber @sensitivemind
Du schreibst sehr ausführlich und bleibst respektvoll und wertschätzend, obwohl dein Kummer spürbar ist.
Klasse,
… auch wenn es schwer fällt, deine Einschätzung nachzuvollziehen:
Zitat von sensitivemind:
Im selben Jahr habe ich in meinem Masterstudium auch meine große Liebe kennengelernt, eine Frau, die so sanftmütig, bezaubernd und schön war, dass ich oft vor Freude geweint habe, wenn ich wieder alleine war, nachdem wir uns getroffen haben.

… denn sanftmütig erscheint sie dabei nicht.

Dein Wohlwollen, deine Bemühungen und dein supergroßes Verständnis ihr gegenüber ist deutlich erkennbar.
Aber hat sie es verdient?
Alles, was du berichtest, klingt nach einem Mensch, dem es ausschließlich um sich selbst geht.
Eine Zahn-OP, Masterarbeit… sind sicherlich Anzeichen einer super stressigen Zeit. Aber rechtfertigt dies, so rüde gegenüber Menschen zu sein, die sich sorgen und die man liebt?
Nein, nicht wenn sie eure Beziehung als wertvoll und kostbar empfunden hätte.
Denn dann hätte sie euch geschützt.
Stattdessen missbrauchte sie dich als Ventil ihrer frustrierenden Situation.
Versteh mich bitte nicht falsch. Eine gute Beziehung sollte dies aushalten können. Dennoch ist dies gefährlich, wenn die Beziehung noch nicht so lange existiert.
Nun ja, sie ging sorglos damit um, denn sie war sich deiner sicher.
Besorgt, dass du dich zurückziehen könntest, war sie scheinbar nie.
Möglicherweise war sie auch einfach viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt und sah dich nicht.
Aber, bist du nicht auch ein Mensch, der es verdient hat, gesehen zu werden?
Nun…
Etliche Monate später warf sie erneut Köder aus.
Und dann wieder und wieder.
Jedes Mal, wenn du dich einbrachtest, spielte sie ihr Spiel. Du warst immer da.
Und respektvoll agierte sie dabei sicherlich nicht.

Mannoman - was für eine Drama-Queen.
Schau sie dir genau an.
Zitat von sensitivemind:
Doch daraufhin hat sie sich sehr angegriffen gefühlt und das Telefonat recht plötzlich beendet.

Kritik kann sie scheinbar gar nicht ertragen.
Puhh, sie ist kein sanftmütiges und schönes Wesen, sondern eine Frau, die sich ganz alleine in den Fokus stellt und sich nicht in Frage gestellt fühlen möchte.

Warum?
Ob dies an mangelnder Liebe zu dir liegt oder ob sie einfach so gestrickt ist? Keine Ahnung.

Was kannst du tun?
Jetzt besinn dich doch mal auf dich und deinen Wert.
Du bist doch nicht selbstverständlich.
Dich als Partner zu haben, ist doch wertvoll.
Frag dich doch mal…
Empfand sie das?
Bemühte sie sich um dich?
Was hatte sie je für dich getan?
Wie viele Stunden verbrachte sie damit, um über dich und deine Befindlichkeiten nachzudenken?

Nein, sie ist nicht sanftmütig, sondern ichbezogen und abgestumpft.

Dass es dir leid tut, du Liebeskummer hast und es dir weh tut, ist fühlbar.
Dein Verständnis und dein Bemühen um sie, sind ebenfalls fühlbar.
Ja es tut weh. Es tut mir wirklich leid.
Aber hast du dich einmal gefragt, ob sie dich überhaupt verdient hat?

@sensitivemind
Du verdienst eine Partnerin, der du wichtig bist und nicht eine Frau, die ausschließlich sich selbst sieht und dich als Spielball ihrer Launen benutzt.

21.05.2022 18:56 • x 7 #10


Waspy


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Zitat von sensitivemind:
Und ich will es aber auch nicht glauben

Das musst Du doch zum Glück auch nicht!
Bleib in Deinem Vertrauen darauf, dass das Leben es gut mit uns meint, dass ist was kernig Sinniges. Wirklich!
Manche Dinge brauchen Geduld und Zeit. Wir sind alle Menschen.
Keine Päpste oder Nonnen. Selten jedenfalls.
Wenn Du daran arbeitest, Dein Vertrauen weiter zu Erden, dann kann es nur gut werden. Egal wie behindi, traurig oder kryptisch es manchmal aussieht.
Daumendrücker!

21.05.2022 19:26 • x 1 #11


LikeTheStars21


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Ich kann grad gar nichts Kontruktives beitragen. Spüre aber deine Traurigkeit und würde dir einfach mal eine Umarmung dalassen.

21.05.2022 19:34 • x 2 #12


itsizak

itsizak


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Zitat von Löwin45:
Lieber @sensitivemind Du schreibst sehr ausführlich und bleibst respektvoll und wertschätzend, obwohl dein Kummer spürbar ist. Klasse, … auch wenn es schwer fällt, deine Einschätzung nachzuvollziehen: … denn sanftmütig erscheint sie dabei nicht. Dein Wohlwollen, deine Bemühungen und dein supergroßes ...

Wow. Was für ein Text. Die Situation des TE und mir ähnelt sich ein wenig und deshalb kann ich deinen Text @Löwin45 sehr gut nachvollziehen.

Ich glaube die Herausforderung von dir, lieber TE, liegt darin, nicht abschätzen zu können, wann es Sinn macht, aufzugeben. Ich glaube auch, so wie du hier schreibst, reflektieren, denken und Respekt an den Tag legen kannst. Leider kannst du das nicht von deiner Ex erwarten. Löwin45 hat es so gut ausgedruckt: Sie ist ein egoistischer. Sie denkt an sich und an ihren Vorteil. Warum meldet sie sich denn immer wieder bei dir? Weil ihr vermutlich langweilig ist, weil sie grade nostalgisch ist und/oder weil sie nichts mit sich anzufangen weiß. Sie weiß nicht, wo ihre Reise hingeht. Weißt du es? Wenn ja, dann hast du ihr gegenüber einen Vorteil, der so einschüchternd auf die Person wirken kann, die diesen Vorteil nicht hat. Sie versucht dich mit den Nachrichten klein zu halten. Eine Arbeitskollegin nannte solche Menschen mal Energievampire. Sie saugen förmlich ihr gutes Gefühl aus deinem Körper, in diesem sie sich auf ihr Niveau ziehen. Sie können nichts mit Menschen anfangen, die selbstbewusster und Struktur in ihrem Leben haben. Sie suchen dann Opfer und was passt da besser als ein Mensch, der so ist wie Du? Du hast viel von dir erzählt und ich kann das sehr gut nachvollziehen. Ehrlich gesagt dachte ich bei dem Text an meine aktuelle Situation.

Wir hatten uns getrennt und nach einer Woche haben wir uns zur Aussprache getroffen. Danach war ich total verwirrt, weil ich mich habe um den Finger wickeln lassen. Ich fuhr zu ihr und zog sogar bei ihr ein. Mein ganzer Körper hat sich gegen diese Entscheidung gewehrt, bis ich im Verlauf der Woche meine Sachen eingepackt habe und gefahren bin. Vorher habe ich natürlich mit ihr geredet und es wurde respektlos. Ehe ich respektlos wurde, habe ich mich für die destruktive Kritik bedankt und bin gefahren. Sie schrieb mich dann nochmal an mit einer Nachricht, wo ich mir dachte...SOWAS WÜRDE ICH NIEEEEEEEEEEMALS schreiben. NIEMALS! NIEMALS! Sowas egoistisch, unreflektiertes, ich-bezogenes, dreistes und unverschämtes habe ich nach einer Trennung noch NIE gelesen.

Ich habe Respekt vor meiner Ex und ich wünsche ihr nur das Beste. Aber so lasse ich nicht mit mir reden und so lasse ich nicht mit mir umgehen. Warum? Habe besseres verdient. Wie du. Du hast jemanden verdient, der deine guten Seiten zu schätzen weiß, deine Geschichte versteht und dich unterstützt. Die Unterstützung kannst du von ihr niemals erwarten. Solche Menschen können nicht unterstützen, weil sie zu egoistisch sind. Sie denken an ihren Vorteil und um diesen zu bekommen wäre es falsch, den Partner zu unterstützen, weil das vielleicht im Nachteil endet.

Blockier sie. Ich habe es mit meiner vor wenigen Tagen gemacht. Ist besser so. Ich schwöre es, sie würde sich in ein paar Wochen/Monaten melden. Und damit es nicht dazu kommt und ich nicht schwach werde: Geblockt.
Gehe du auch diesen Schritt und kümmere dich um dich.

21.05.2022 19:47 • x 4 #13


Urmel_

Urmel_


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Zitat von sensitivemind:
Aber ich empfand, dass uns etwas magisches umgab

Ich möchte nicht den Finger in die Wunde stecken, ich möchte mich nicht über Deine Gefühle lustig machen, ich will Dir keinen Schmerz bereiten. Ich sage Dir nur ehrlich, dass ich beim Lesen Deines Beitrags an die folgende Szene gedacht habe.

Ich nehme mal die wichtigste Aussage am Ende des Clips vorweg: Frauen haben genug mit ihren eigenen Emotionen zu tun, die wollen ein maskulines Gegengewicht dazu. Wenn man es also mit den Emotionen übertreibt (individuell), dann gehen Frauen auf Distanz.

21.05.2022 19:52 • x 2 #14


itsizak

itsizak


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Zitat von Urmel_:
Ich möchte nicht den Finger in die Wunde stecken, ich möchte mich nicht über Deine Gefühle lustig machen, ich will Dir keinen Schmerz bereiten. Ich sage Dir nur ehrlich, dass ich beim Lesen Deines Beitrags an die folgende Szene gedacht habe. Ich nehme mal die wichtigste Aussage am Ende des Clips vorweg: Frauen ...

Ich möchte mit einem Mann zusammen sein der mich ignoriert, der mich für selbstverständlich hinnimmt und der nur vorgibt an mir als Menschen interessiert zu sein und an dem was ich denke, damit er mir an die Wäsche gehen kann.

Herzlichen Glückwunsch. Sie haben soeben den Kaputte-Frauen-Code geknackt. Welche vernünftige Frau will so behandelt werden? Ich hoffe, das ist eine Hyperbel um die Bedeutung beider Seiten (Mann und Frau) klar zu machen...

21.05.2022 19:58 • x 1 #15



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