Eddi
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Yehhhaaaa Finkognito,
die erste Zeit ist wirklich schlimm, da gibts glaube ich tatsächlich nur ganz wenige Sachen die den Schmerz etwas mildern, aber Finkognito gibt ja schon bestmögliche Unterstützung.
Aber nochmal zu dem Thema der Angst und Panikattacken...
Zitat:Nein, mal im Ernst. Natürlich habe ich eine Menge Fehler gemacht...das ist mir vollkommen bewusst. Er hat so manches mal unter meinen Ängsten leiden müssen und meine Panikattacken abbekommen. Ich muss aber auch dazu sagen, dass er der ERSTE Mann in meinem Leben war, der überhaupt bemerkt hat, dass ich aus meiner Vergangenheit noch ein Paket mit mir rumtrage welches verarbeitet werden will und hat mir diesbezüglich auf den Zahn gefühlt.
Zitat:Im Gegenteil, die Angst wird immer größer, die Angst davor, wieder einen Verlust zu erleiden und im Anschluss daran diese Trauer und Schmerzen. Und für mich die logischste Reaktion darauf wäre wieder: totaler Rückzug, keine Beziehungen zu anderen aufbauen etc.
Sonnenschein, auch ich habe diese Erfahrungen machen müssen (heute sage ich, dürfen), für mich zum ersten Mal in meinem Leben. Davor hatte ich schon eine neunjährige und immerhin 1 1/2 jährige Beziehung in denen ich dies nicht ansatzweise hatte. Natürlich auch da hin und wieder Zweifel, negative Gedanken usw. aber keine Angstzustände und Panikattacken. In der letzten Beziehung hatte ich das... konnts mir nicht erklären ! Die Angstzustände waren nahezu dauerhaft vorhanden, nur das die Symthome sich etwas verringerten bzw. ich mich vielleicht einfach nur dran gewöhnt habe, aber sie waren nur selten und dann nur temporär wirklich weg. Die Panikattacken waren der Horror, der ganze Körper hat wellenartig reagiert, kribbeln in den Händen, Beinen, Füßen, Übelkeit, Atemnot... von oben nach unten von links nach rechts usw. usw.
Ich habe seinerzeit für mich daraus abgeleitet, dass ich vielleicht durch meine gescheiterten Beziehungen nun irgendwie... naja... beziehungsunfähig bin. Meine nunmehr X und ich haben darüber sehr... sehr sehr viel gesprochen. Wir haben dabei ganz viele für mich auch neue Themen BEWUSST beackert, Selbstwertgefühl, Verhältnis zu den Eltern und Freunden , Kindheit, Erfahrungen aus anderen Beziehung und und und. Da ist irgendwo in mir ein Knoten geplatzt, ich musste dann ganz oft mindestens zum Ende unserer Gespräche nur noch heulen... vor ihr ! Sie fand das sehr gut, weil ich das so zeigen und rauslassen konnte. Ich hab mich noch nie so aufgehoben und emotional in Gegenwart eines Anderes so gefühlt. Sie hat mich wahnsinnig dabei unterstützt, ich hab mir Literatur besorgt, ne Therapie angefangen und war voller Zuversicht und Hoffnung. War ich doch der festen Überzeugung es läge nur ausschließlich an mir. Außerdem wollte ich vor diesem Problem nicht weglaufen, ich wollte es besiegen und dafür alles, wirklich alles tun. Ich habe zu der Zeit gedacht und gefühlt, mit einer Partnerin die so unterstützt und mich so annimmt wie ich bin, das ist die Richtige.
Nunja... das war SEINERZEIT ! Was ist schief gelaufen oder hatte ich übersehen ?! Kurz und knapp... mehrere Aspekte !
1. Unsere Gespräche, die wir anfangs als ungeheuren wertvollen Schatz sahen wurde zunehmender zur Belastung.
Wir drehten uns thematisch immer wieder im Kreis, die Erfolge kamen wenn nur langsam oder wir haben sie als zu klein übersehen, sie wurde ungeduldig, ich fühlte mich zu sehr unter Druck gestetzt. Daher liebe Sonnenschein hat er dich vielleicht auch mit einer Gangart überrollt, von der er meinte du würdest sie aus seiner Perspektive brauchen. Für ihn war es ein erforderlicher A....tritt damit du weiterkommst, für dich war es ein nachtreten.
2. Ich wurde zur emotional schlaffen Nudel und machte mich ihr gegenüber klein, veruteilte mich wegen meiner Ängste und den mangelnden Erfolgen, hatte schwere Schuldgefühle. Also strengte ich mich noch mehr an, mich damit auseindanerzusetzen und gab der Abwärtspirale damit noch mehr Drall.
3. "Benutzte" ich meine X als Therapeuthin, rückblickend wohl einer der schwersten Folgen. Das kann niemals gut gehen. Sich öffnen, ja, sich anvertrauen, ja, darüber sprechen ja... aber um Himmels Willen nicht jeden Tag und völlig ungefiltert jedes kleine Ziepen ansprechen. Ich verlor in der Zeit für sie an Attraktivität. Wir hatten den Focus aus dem Auge verloren, gemeinsam unbeschwert unser Leben zu genießen. Ich jedoch hatte dann sogar Angst vor der Angst, wann kommt sie das nächste mal, warum und wie lange !
4. Kannte ich zu der Zeit nicht die Probleme meiner X. Heute weiß ich, dass wir uns mit allen Gesprächen nur auf einem Nebenkriesschauplatz aufgehalten haben. Nicht ich war es, der die größten Probleme hatte, aber wir beide taten so als ob.
5. Ich war nicht mehr für Sie da. Dachte sie war stark, dachte sie hatte keine Ängste. Ziemlich egoistisch wie ich heute finde.
Wie kann Euch das "helfen" ?
Liebe Sonnenschein, ihr habt für das gleiche Ziel gekämpft, standet auf der gleichen Seite. Sei dir dessen bewusst. Nur war er irgendwann mit der Situation selbst überfordert, ausgelaugt, kraftlos ohne Perspektive und Hoffnung. Vielmehr hat er selbst wie du schreibst seine eigenen Probleme fleißig verdrängt. Versuch ihm insofern "irgendwann" zu verzeihen, dass er auch durch seine Erziehung geprägt ist und in einer Familie groß geworden ist, in der es nicht üblich war sich damit auseinanderzusetzen. Ja natürlich hätte er es besser machen können, aber dem war nicht so... verzeihe ihm.
Lieber Gast...
ich dachte kurz nach meiner Beziehung, dass bei mir einfach die Gesetze der Resonanz gewirkt haben und ich schuld für das Beziehungsende bin. Du kennst das sicher, mit negativen Gedanken und Zweifeln bewegt man sich automatisch und unbewusst genau in die Sitautation vor der man am meisten Angst hat, die Trennung. Das stimmte aber nicht, zumindest nicht überwiegend. Meine Antennen, meine Wahrnehmung, mein Unterbewusstsein, meine Intuition... egal welchen Namen man dem geben will... hat von Anfang an gemerkt, da stimmt was nicht. Also wurden Ängste erzeugt. Was sollten diese bewirken, genau... den Schutzmechanismus, den Ängste meißtens bewirken sollen... sei vorsichtig. Ich habe sie nur leider falsch gedeutet, sie als was schlechtes betrachtet. Sie verdrängt ! Ich wollte sie nicht in mir haben ! Ich war seinerzeit so dermaßen verliebt, dass ich es mir nicht ansatzweise hätte vorstellen können (wollen!), dass es etwas mit ihr zu tun gehabt haben könnte. Ich will damit sagen... und vielleicht hillft dir das... der Körper hat funktioniert, durch und mit der Angst !
Frage dich mal, warum du die Ängste hattest !? Ja, es sind Verlustängste, aber unter der Angst vor dem Verlust der Trennung, da, genau da verbergen sich die wirklichen Antworten. Suche danach und du wirst erkennen, dass es Spezifiken gibt, die nur in dieser Beziehung oder in dem Partner zu finden waren und daher die Angst vor der Zukunft in einem ganz anderen Licht steht. Du wirst auch auf Dinge stoßen die dich allein betreffen. Aber hey, sei dankbar für jede Antwort, sie bringt dich gerade für die Zukunft weiter. Den anderen Teil, der tatsächlich auf das Gesetz der Resonanz zurückzuführen ist (mein angstfreier Anteil), an dem arbeite ich jetzt auch fleißig.
Erkenne, dass die Angst, an sich nichts schlimmes ist ! Wenn sie kommt, ist sie unangenehm, absolut... aber du siehst selbst, du bist daran noch nicht gestorben. Wenn sie also kommt, empfange Sie respektvoll wie einen guten Freund, nimm sie zunächst einfach wahr. Sei dein eigener Beobachter ! Nichts weiter ! Fühle wo sie steckt, die Angst, im Bauch, in der Brust, ist da ein Kribbeln in der Hand, ein Kältegefühl in den Beinen ? Wie macht sich deine Angst also bemerkbar, fühle es ! Gestehe Dir zu, dass sie da ist. Dann fang an tiefer zu gehen und versuche zu spüren, was dahinter steckt. Wenn du das dann mal verstehst und nachvollziehen kannst, dann wirst du auch die Angst vor der Zukunft in einer neuen Beziehung so nicht mehr haben, versprochen !
Ich bin meiner X schon heute in einigen Momenten für diese Beziehung (Trennung?) dankbar, weil ich daraus so vieeeeeel mitnehme. Neben den vielen schönen Erinnerungen und Erfahrungen die wir zusammen hatten war sie diejenige, die mich zu mir selbst geführt hat, der Prozess hält an, ist natürlich noch laaaaange nicht abgeschlossen. Sie war diejenige die mich hat bewusst mit mir auseinandersetzen lassen. Sie war diejenige die mich auf den Weg geschickt hat, den ich heute beschreite und der für mich selbst sehr viel bringen, wird, das weiß ich. Sie war diejenige durch die ich.... und genau das wird die Zukunft zeigen !
Trotz der Traurigkeit die nachwievor in mir ist, der Verletztheit, des Schmerzes und der Wehmut weiß ich, dass ich ihr irgendwann uneingeschränkt und voller wahrhaftiger (Nächsten)liebe in aller Ewigkeit dankbar sein werde und sie bis dahin der wichtigste Mensch in meinem Leben war dem ich begegnet bin.
LG Eddi
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