17

Auf einmal

Carlaa


1100
5
1174
Liebe Mina,
nein, du bist sicher keine richtig blöde Frau, mit der man es nicht aushalten kann. Du hattest sicher auch schon eine Beziehung, in der es nicht tabu war, mal zu weinen.
Ich glaube, ausnahmsweise ist hier Super-@Urmel auf dem falschen Dampfer.
Meine Vermutung: Kollision von Bindungsängstler und Verlustängstlerin. Er erträgt keinerlei Erwartungen. Eine weinende Freundin stellt eine IHN absolut überfordernde Erwartung dar. Er will nur noch abhauen, macht dicht, fühlt sich tödlich bedroht.
Wie klingt das für dich?
Buch dazu: Stefanie Stahl, Jein

04.08.2016 16:06 • x 1 #16


Wiederdabei


56
1
54
Hallo Ihr Lieben

wie ich bemerkt hatte dass mein Mann mit dem Handy heimlich, wenn ich auf die Toilette ging, online ging, ihn darauf ansprach, daraus ein richtiger Streit wurde, und dann eine Trennung auf Zeit dabei rauskam, er zugemacht hat wie eine Auster, und ich meine Koffer gepackt habe........da habe ich ein Drama gemacht.

Ich habe rumgetobt, rumgeschrien, habe alle mir bekannten Schimpfworte ihm an den kopf geworfen und bin mindestens 1 000 x in der Wohnung hin und her gerannt.....

Er hat sein Laptop genommen und Passionen gelegt..... in aller Ruhe....hat mich dann zynisch gefragt ob er mich einweisen lassen soll.....

DAS ist Drama.....!

Unsere Ehe beseht seit 23 Jahren....ich hatte bis zu dem Zeitpunkt nicht den geringsten Anhaltspunkt, dass was nicht stimmen könnte....

Liebe Grüße

04.08.2016 16:12 • x 1 #17



Auf einmal

x 3


Mina769

Mina769


30
2
9
Genau so wie du es sagst! Das stimmt vollkommen! Ich habe zwar keine direkten Verlustängste aber in dem Moment hatte ich schon Angst, ihn zu verlieren.. aber hat denn sowas keine chance, wenn man sich liebt?

04.08.2016 16:16 • #18


Mina769

Mina769


30
2
9
Danke liebe wiederdabei! Ich musste schmunzeln liebe Grüße zurück!

04.08.2016 16:26 • x 1 #19


Carlaa


1100
5
1174
Ich kann dir das Buch nur wärmstens ans Herz legen, ich hatte es monatelang auf dem Nachttisch ...
Sollte es so sein, dass ihn Emotionales aller Art bedroht, dann bist du leider in der hässlichen Situation, dich verbiegen zu müssen, Regungen unterdrücken und cool spielen zu müssen, Desinteresse heucheln zu müssen etc.
Das funktioniert vielleicht eine Zeitlang, aber irgendwann wird dir klar, dass du nicht darauf verzichten kannst, du selbst zu sein.

04.08.2016 16:29 • x 1 #20


Mina769

Mina769


30
2
9
Danke, du hast mir wirklich sehr mit deinen Worten geholfen. Ich glaube, dass ich mich wirklich unterbewusst oft verstellt habe.. nein, ich glaube nicht, dass ich das will. Auch wenn ich es mir jetzt wünschen würde

04.08.2016 16:37 • #21


Carlaa


1100
5
1174
Es ist superschwer, in so einer Konstellation loszulassen. Zumal wenn ich das Gefühl habe, dass sich unter seiner harten Schale doch Liebe, "wie ich sie verstehe", verbergen MUSS ... schließlich hat man es doch in Momenten der Zweisamkeit so deutlich gespürt ...? Es bleiben Fragen über Fragen.

Ich habe mich dann von dieser Nicht-Beziehung abgewandt und mich radikal wie nie zuvor um mich selbst gekümmert. Da bin ich noch dabei.

04.08.2016 16:50 • x 1 #22


Mina769

Mina769


30
2
9
Ja genau. Und ich weiß, dass sich da noch etwas verbirgt. Es ist schwer. Ich mache ihm noch nicht einmal einen Vorwurf oder Wütend oder enttäuscht. Ich bin einfach traurig,dass es nicht funktioniert hat. Wie lange ist deine Trennung her?

04.08.2016 16:57 • #23


Carlaa


1100
5
1174
Etwas mehr als ein Jahr. Er hat nach ein paar Monaten was Neues angefangen, während ich erst jetzt das Gefühl habe, drüber weg zu sein.
Das ganz Schlimme für mich war dann, dass er in der neuen Frau seinen Meister gefunden hat ... sie lässt nämlich IHN nicht richtig in ihr Leben. Das braucht er; er hat was zu kämpfen; und er kann dadurch ganz große Gefühle entwickeln ...
Das weiß ich, weil er mit einer Freundin von mir seit Jahren befreundet ist.
Aber ich will jetzt auch nichts mehr wissen und fahre damit gut.

04.08.2016 17:19 • x 1 #24


Mina769

Mina769


30
2
9
Super, das ist ja leider oft so.. Männer suchen sich schnell Ersatz- jedenfalls habe ich diese Erfahrungen sammeln können. Das erinnert mich an die Beziehungen meines Ex-Freundes vor unserer Zeit. Da hatte er auch immer zu kämpfen und die Mädels machten es interessant. Aber solche Spielchen sind mir zu wider. Man möchte doch genau so sein dürfen, wie man ist.
Ich denke auch, dass mein Ex nochmals die Nähe zu mir sucht, wenn er merkt, dass ich mein leben wieder neu gestalte. Es fühlte sich so an, als er ging. Ich melde mich jetzt jedenfalls nicht und schon gar nicht, werde ich ihm hinterher rennen oder dergleichen. Mir geht's verdammt mies und ich würde es mir wünschen, dass alles wieder gut werden könnte (naive Gedanken, die manchmal kommen :/ ) aber ich bin mir sicher, es wäre der falsche Schritt, auf ihn zuzugehen. Hast du damals gekämpft? Tut sehr gut mit dir zu schreiben!

04.08.2016 17:33 • #25


Carlaa


1100
5
1174
Ja, ich habe ihm einmal in einer Antwort auf seine höflichen Geburtstagswünsche offen geschrieben, wie sehr ich ihn vermisse ... Darauf hat er nicht reagiert. Dazu muss ich sagen, dass meine Abgrenzungsaktion für ihn überraschend kam und ihn sicher sehr getroffen und gekränkt hat.
Allerdings habe ich ihm die Gründe genau erklärt. Ob er aber verstanden hat, um was es mir ging, weiß ich nicht.

Und einmal habe ich noch um ein Treffen gebeten, was er abgelehnt hat. Zu dem Zeitpunkt gab es schon die Neue, was ich damals nicht wusste.

04.08.2016 18:45 • #26


Urmel_

Urmel_


9388
14177
Zitat von Carlaa:
Liebe Mina,
nein, du bist sicher keine richtig blöde Frau, mit der man es nicht aushalten kann. Du hattest sicher auch schon eine Beziehung, in der es nicht tabu war, mal zu weinen.
Ich glaube, ausnahmsweise ist hier Super-@Urmel auf dem falschen Dampfer.
Meine Vermutung: Kollision von Bindungsängstler und Verlustängstlerin. Er erträgt keinerlei Erwartungen. Eine weinende Freundin stellt eine IHN absolut überfordernde Erwartung dar. Er will nur noch abhauen, macht dicht, fühlt sich tödlich bedroht.
Wie klingt das für dich?
Buch dazu: Stefanie Stahl, Jein


Also mit den Bindungsängsten wäre ich sehr vorsichtig. Er hat sich getrennt. Und es gab auch laut der TE vorher keine klassischen Anzeichen, die auf Bindungsangst hindeuten.

Mädels, wie auch bei den Männern in der Lage hilft es euch nicht, wenn ihr die Ursache für eine Trennung zu schnell auf Defizite des Partners schiebt. Das ist zwar gut fürs Ego, verhindert aber zu sehr den Blick auf andere Umstände.

Ich bleib dabei, die TE widmet diesem Umstand zu wenig Aufmerksamkeit. Der Ex hätte als Text alles mögliche schreiben können. Selbst zu wenig Gefühle wäre völlig OK gewesen. Aber was macht er?

->
Zitat:
Er sagte heut bzw schrieb mir, dass er damit nicht umgehen könne,dass ich aus allem ein "Drama" machen würde.


Liebe TE, ich glaube, dass da noch ganz viele Details aus eurem Leben fehlen.

Kein Mann, der einfach "zu wenig Gefühle" sagen könnte, schreibt statt dessen "Drama". KEINER!

Drama war für ihn sehr präsent und der Trennungsgrund!

04.08.2016 20:06 • #27


Carlaa


1100
5
1174
@Urmel_

"Drama" verwendest du ja als feststehenden Begriff aus einem bestimmten Paradigma, wie es zwischen Mann und Frau quasi naturgesetzlich zu laufen habe. Aber nicht jeder verbindet dasselbe damit.

Ich halte es durchaus für möglich, dass ein bindungsängstlicher Mensch dieses Wort verwendet, um die Emotionalität seiner Freundin zu diskreditieren.
Um nicht sagen zu müssen: "Dein Weinen triggert bei mir den Horror meiner Kindheit, ich konnte meiner Mutter nicht helfen gegen den Vater"; oder vielleicht: "Damals zwang mich Mutters Weinen in die Knie, und ich hütete dann meine kleinen Geschwister, statt kicken zu gehen."

Die TE hat geschrieben, dass er wenig Zuneigung und Nähe geben kann.

Es gibt verschiedene Ausprägungen von Bindungsangst. Manchen wird es erst mulmig, wenn es ans Zusammenziehen geht ...

Davon abgesehen stimme ich dir darin zu, dass es nie verkehrt ist, den eigenen Anteil zu ergründen (warum habe ich so lange zugelassen, dass er mich am ausgestreckten Arm verhungern lässt? etc.).

04.08.2016 21:19 • x 1 #28


Mina769

Mina769


30
2
9
Liebe Carla, ich denke,du hast den Punkt sehr gut getroffen. Auch vorher waren bereits starke Anzeichen gegeben. Auch die familiäre Situation ist sehr schrecklich für meinen Ex als Kind gewesen. Mehr als traumatisierend.
Natürlich muss man bei sich selbst schauen lieber Urmel. Das tue ich auch,denke trotzdem,dass das Bindungsverhalten der größte Punkt ist. Schon damals konnte er schlecht mit emotionalen Situationen ungehen und wusste auch, dass es falsch ist, wenn er aus dieser weggrennt. Es geht nicht darum,wer Schuld hat und wer die größten Fehler gemacht hat. Gar nicht. Anscheinend hat es einfach nicht gepasst, wie es Carla sehr genau und einfühlsam geschrieben hat. Verstellen auf Dauer.. nein. Ich hätte gedacht, mit viel Liebe funktioniert es. Anscheinend nicht. Was in seinen Augen Drama bedeutet hat,habe ich ebenfalls schon beschrieben. Und ich denke,dass ich kein "Mädel" bin, was sein Ego nun aufbauen muss und die Fehler nur bei dem Partner zu suchen scheint. Das ist sehr einfach lieber Urmel,leider wirklich sehr einfach gedacht. Ich bin keine 15 mehr.
Trotzdem vielen lieben Dank auch für deine Antwort! Liebe Grüße

05.08.2016 11:48 • #29


Kaetzchen


Liebe Mina,

lies doch mal diesen Artikel hier. Vielleicht helfen Dir einige der Informationen darin, das Ganze zu verstehen? Es sieht nämlich aus der Ferne betrachtet tatsächlich so aus, als hättet Ihr ein Nähe-Distanz-Problem (was in fast jeder Beziehung vorkommt, nur manchmal, wenn die Bedürfnisse entsprechend sehr unterschiedlich sind, eskaliert das Ganze dann gerne mal)

http://ferrantino.de/naehe-und-distanz.html

Alles Liebe!

05.08.2016 12:06 • x 1 #30



x 4




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag