Zitat von ExMitschreiberin:Heute nehme ich an, dass kein Mensch, der nicht auch narzisstische Anteile hat, sich über Jahre in eine Beziehung zu einem charmanten, funkelnden Größenwahnsinnigen verbeißt. Man mag es Liebe nennen und diese Liebe kann sich sehr intensiv anfühlen aber schaut euch einmal die ganz "normalen" Pärchen an...schaut euch Menschen an, die nicht funkeln, die in sich ruhen, nichts besonderes darstellen, keine Gefühle von Himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt auslösen...Viele von euch schrieben, dass sie nie so geliebt haben wie in Narzzeiten und dass kein anderer Mensch sie je wieder so berühren konnte bzw. andere potentielle Partner als "Langweilig" erscheinen...
Wenn ihr euch darin wieder erkennt, seid ihr dem eigenen Problem schon auf der Spur.
1. Du hast ja schon richtig festgestellt, dass wir alle narzisstische Persönlichkeitsanteile an uns haben und das ist auch gut so. "Echte", krankhafte Narzissten, die zur Empathie unfähig sind, gehören zu einer anderen Spezies, das sind keine Menschen, sie sind wie Aliens. Das falsche Selbst hat bei solchen "Menschen" vollständig die Kontrolle über jegliches Denken und Handeln übernommen, das ist auch schon ein entscheidender Unterschied, krankhafte Narzissten sind in allem was sie tun Narzissten, immer und überall.
2. Ich würde mich davor hüten Opfer narzisstischen Missbrauchs und deren Verhalten zu pathologisieren. Es ist keine homogene Gruppe, jeder kann Opfer von Narzissten werden! Oft befinden sich Opfer narzisstischen Missbrauchs mitten in einer Lebenskrise, wenn sie ihren Narzissten treffen, denn N. können Schwäche, Bedürftigkeit, Abhängigkeit förmlich riechen. Nicht selten sind Opfer Co-Abhängige, die durch ein sehr geringes Selbstwertgefühl glauben keinen anderen Partner finden zu können.
Es ist ja auch nicht so, als wären die Narzissten nicht besonders intelligente, charmante, gutaussehende "Menschen". Oft hängen die Opfer dieser Illusion oder Fantasie an, dem Menschen, den sie glaubten ursprünglich kennengelernt zu haben, den Menschen, in den sie sich verliebt haben, der mit dem tatsächlichen N. objektiv nicht viel gemeinsam hat.
Viele Opfer verfallen den Rettungsfantasien, sie sehen das schwache, gebrochene, unglückliche wahre Selbst des Narzissten, das sie dann versuchen zu retten, oft auch oder gerade weil sie sich durch persönliche Erfahrungen z.B. des Missbrauchs in der Kindheit und Jugend nur zu gut hineinversetzen können. So versuchen viele den Therapeuten oder den Arzt zu spielen. Die gefühlte moralische Überlegenheit gegenüber dem narzisstischen Partner vermag einiges an Missbrauch auszugleichen.
Einige Opfer suchen ein letztes Gespräch, einen Abschluss, um die Sache für sich selbst beenden zu können. Es fällt ihnen schwer mit der Verarbeitung des Erlebten zu beginnen, bevor sie die Gewissheit haben, was dort eigentlich vorgefallen ist, wieso die Partnerschaft nicht funktioniert hat. Nur ist der Narzisst grundsätzlich nicht in der Lage diesen Abschluss zu ermöglichen, weil er keine Verantwortung übernehmen kann und weil aus seiner Sicht die Opfer ihm ein Leben lang gehören. Menschen sind für Narzissten immer und ohne Ausnahme Gebrauchsgegenstände. Der N. sieht seine Opfer wie beispielsweise einen alten Hammer in der alten Werkzeugkiste, den man alle Jahre mal wieder brauchen KÖNNTE, gegebenenfalls möchte und WIRD er darauf zurückgreifen. Die Vorstellung des Unverbindlichen, wenn auch nicht selten unfreiwilligen gefällt dem Narzissten, so wandert er nicht selten zwischen Ex und Ex-Ex und Ex-Ex-Ex-en hin und her, immer dort, wo er sich gerade das Meiste verspricht... heute ein schrottreifer alter Hammer, morgen vielleicht ein lebensnotwendiges Werkzeug, SO, wirklich GENAU SO betrachtet der Narzisst alle Menschen um sich herum.
Nicht wenige Opfer gehen so eine Art "gemeinsame Psychose" bzw. geteilte Psychose mit ihrem Narzissten ein. So werden tatsächliche oder eingebildete Feinde des N. zu gemeinsamen Feinden, Schulden und Verbindlichkeiten zu gemeinsamen Schulden, Pläne und Wünsche so abstrus und selbstzerstörerisch sie sein mögen, zu einer gemeinsamen, oft leider One-Way-Reise geradewegs in die gelebte Hölle.
Oft isoliert der Narzisst seine Opfer fürsorglich von der Außenwelt und macht sie nicht selten finanziell von sich abhängig. Durch letztlich absolut zufällige, deswegen auch krankhafte Belohnungen und Bestrafungen wird ein solchen Opfer einer normalen Urteilsfähigkeit völlig beraubt. Ein solches Opfer bekommt z.B. an einem Tag absolut willkürlich einen Flachbildfernseher geschenkt, wird an einem anderem bedroht und erpresst, es hat dadurch überhaupt keine Grundlage mehr, sich ein objektives Urteil über die eigene Situation zu bilden.
Der Narzisst stellt also gewissermaßen in allen seinen Beziehungen immer wieder den ursprünglichen Zustand des Wahnsinns seiner Kindheit her, der erst zu einem Narzissmus geführt hat. Narzissmus ist ansteckend.
Psychopathische Narzissten schrecken nicht davor zurück ihren Partner offen zu erpressen. "Wenn Du mich verlässt, bringe ich Dich um" ist dann keine Drohung, sondern leider zu oft ein Versprechen.
3. Co-Narzissten sind echte Narzissten, der größte Unterschied ist wohl, dass sie nur Beziehungen mit anderen echten Narzissten eingehen können und wollen, erst durch bzw. in der Beziehung zu einem Narzissten fühlen sie sich lebendig. Anderen, normalen Menschen gegenüber verhalten sich die Co-Narzissten weitgehend wie klassische Narzissten. Co-Narzissten sind eben echte Narzissten, entsprechend "blind" gegenüber dem eigenen Falschen Selbst. Solche Co-NarzisstINEN landen dann immer wieder in Beziehungen zu Narzissten, leider sind sie aufgrund ihres Narzissmus nicht in der Lage die Gefährlichkeit der Narzissten abzuschätzen, das endet dann sehr oft in Selbstzerstörung aus der Sicht der Co-Narzisstin.