Zitat von Psychomantis:
Tut halt weh zu wissen, dass sie jetzt bei wem anders ist und wieder erniedrigt wird.
erniedrigt zu werden, kann auch das Gefühl geben, dass es jemand wirklich ernst mit einem meint.
in destruktiven Beziehungen, die länger halten, greifen Hingabe und Defizite in einer Dynamik ineinander, die von außen kaum zu verstehen ist. sehr lebendig, sehr intensiv, sehr pathologisch.
Aber solche Beziehungen einzugehen, oder an ihnen teil zu nehmen, kann einen genauso kaputt machen, wie der Konsum harter Dr. die sind übrigens häufig mit im Spiel.
ich hatte mal was in der Entwicklung mit einer Borderlinerin. Die hat mir den Kopf verdreht, das war unglaublich. So geliebt, gebraucht, gewollt und gefordert hatte ich mich noch nie gefühlt.
Glücklicherweise hatte ich mir davor schon gewisse Einstellungen erarbeitet, die verhindern sollen Dramen endlos ausufern zu lassen.
Aber seither kann ich sehr gut nachvollziehen, warum manche Menschen sich aus ihrem gesamten Leben heraus reißen lassen, und Dinge tun, die sie von sich selbst nie gedacht hätten.
Drama kann für Menschen guten Willens einen unglaublichen Sog entfalten, denn es fühlt sich so sinnvoll und wichtig und richtig an, sich da einzubringen. und zu retten.
Aber das ist ein Trugschluss, denn das Drama ist ausagiertes Defizit der beteiligten Persönlichkeiten. Darauf lässt sich keine Beziehung aufbauen, die tragfähig ist auch für den Alltag, die Mühen der Ebene.
Darauf lässt sich nur Drama aufbauen.
An dem Punkt bist Du als Retter schon. Eure Beziehung ist bereits dramatisch.
willst Du wissen, was passieren würde, gelänge es Dir, sie zu retten?
Du würdest sie langweilen.
Sobald ihr in ruhigerem Fahrwasser angekommen wärt, und Dir praktische Fragen des Zusammenlebens in den Sinn kämen, würde sie sich gar nicht mehr gemeint fühlen. Und sie würde Dir irgendwo in Deine Persönlichkeit reinschlagen, wo es bleibende Schäden verursacht. Nur um wieder Leben in der Bude zu haben.
und wolltest Du das wirklich? ein Drama leben, das niemals endet?
vielleicht liest Du Dich mal etwas in die Fachliteratur solche Beziehungen betreffend ein, Psychomantis?
für Therapeuten ist das verpflichtend, denn in ihrer Helfer-Rolle sind sie anfällig für die Retter-Rolle. Ihre Supervisionen haben unter anderem auch diesen Zweck: zu verhindern, dass sie in solche Dynamiken hinein gezogen werden.