Toner
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Wem ich jetzt Geschmack auf mehr gemacht habe, hier sind die Videos:
Ich werde mir ab sofort auf jeden Fall mehr von ihm ansehen.
Nach dem zweiten Video überkam es mich. Ich hatte einen unvoreingenommenen Blick auf die Beziehung und es sprudelten aus meinem Kopf unzählige Gedanken dazu, was ich richtig und falsch gemacht hatte und was ich in weiteren Beziehungen anders machen würde.
Also, was habe ich richtig gemacht:
Ich habe ihr Raum gelassen, ihr bisheriges Leben zu leben und nicht mehr Zeit eingefordert, die an anderer Stelle dazu geführt hätte, dass sie etwas vernachlässigt (das haben wir beide getan).
Ich habe Zugeständnisse gemacht und nichts eingefordert. Zum Beispiel im Umgang mit ihren Freunden, der mich sehr störte. Oder die Tatsache, dass sie mit mir nicht zusammen kochen oder laufen wollte, da sie diese Dinge lieber allein tut. Oder in vielen anderen kleinen Dingen.
Ich habe alles dafür getan, ihr ein gutes Gefühl zu vermitteln und das hat sie auch oft erwähnt und geschätzt (Wärme, Komplimente, viel Küssen, S., kleine Aufmerksamkeiten, interessante Aktivitäten, Erkennen von Details).
Ich habe Kritik angenommen, reflektiert und wenn mich die kritisierte Eigenschaft störte, an diesen Defiziten gearbeitet (Was sie mir am Ende vorwarf: Verändere dich nicht für andere Menschen sagte sie).
Ich bin ihr auf Augenhöhe begegnet. Aber gut, diese Eigenschaft kann ich bei allen Menschen anwenden.
Was habe ich falsch gemacht:
Ich habe fast keine Empathie gezeigt. Diese Eigenschaft innerhalb einer Beziehung muss ich noch entwickeln. Ich habe mich trotz der Kenntnis ihrer Scheidung ihre jeweils aktuellen Sorgen nicht erkannt und mich nicht in ihre Lage versetzt. Hätte ich das, wären wir eventuell nicht getrennt. Ich war auch zu wenig aufmerksam um Andeutungen, Zeichen etc. zu erkennen. Man hätte alles früher erkennen können und zumindest darüber reden können bzw. in einigen Situationen anders reagieren.
Weiterhin habe ich ihr emotional zu wenig Raum gegeben und wahrscheinlich damit an die Wand gedrückt. Aufgrund von Unsicherheit und der Angst sie zu verlieren, habe ich ihr viel zu viel Liebesbekundungen gegeben. Das hat sie zwar auch, aber nicht in dem Ausmaße. Zukünftig werde ich mein Augenmerk darauf legen, das Ganze in einem gewissen Gleichgewicht zu halten. Ich bin ihr auch räumlich ab und an zu sehr auf die Pelle gerückt. Habe es aber, als sie es ansprach, abgestellt und ihr mehr Raum gelassen. Weiterhin war ich auch ständig verfügbar und über das Smartphone permanent in ihrem Leben. Ich habe ihr keine Chance gegeben mich zu vermissen oder die Beziehung ein wenig reflektiert zu verarbeiten. Aber daran hat sie den gleichen Anteil der Schuld, denn sie war genauso. Und ich war auch zu oft auf ihr Wohlbefinden bedacht, habe es ihr zu oft Recht machen wollen und ständig gefragt, ob es ihr gut geht.
Den dritten Punkt hatte ich schon schnell erkannt und hier auch schon thematisiert. Ich habe die Beziehung als meinen Lebensinhalt betrachtet und mich damit selbst verloren und sie erdrückt.
Und ich habe nicht eingehakt als sie mich gegen Ende immer mehr kritisiert hat. Konstruktive Kritik in aller Ehren, aber ich hätte ihr die Grenzen aufzeigen müssen.
Jetzt, wo ich das alles niedergeschrieben habe, wundert es mich auch gar nicht mehr so sehr, dass wir jetzt da stehen, wo wir stehen. Das war alles nicht so gesund.
Welche Lehren habe ich daraus für eine nächste Beziehung gezogen?:
Ich würde ab einem bestimmten Punkt mehr über die Beziehung selbst reden, ihr meine Bedenken mitteilen und meine Meinung konsequenter vertreten. Dabei würde ich auch mehr über die Sicht des anderen erfahren und hätte die Möglichkeit, die Beziehung reflektierter zu betrachten. Ich habe zwei befreundete Pärchen, die einmal im Monat essen gehen und über ihre Beziehung reden. Das ist mehr als sinnvoll wie ich heute weiß.
Weiterhin würde ich (sofern das am Anfang möglich ist) kritischer beobachten wie der andere interagiert und eventuelle Spannungen und Konflikte schneller kommunizieren.
Ich bin jetzt an dem Punkt, an dem ich mein Leben bewusster leben und mit Inhalten füllen will. Diese sollen in der nächsten Beziehung Platz finden und auch gemocht und idealerweise geteilt werden.
Als letztes werde ich weiterhin Kritik annehmen aber schneller mitteilen, wenn zuviel kritisiert wird oder ich anderer Meinung bin.
Ich habe gerade etwas Angst davor, dass ich an diesem Punkt schon nach einer Woche stehe. Falls sie sich morgen melden würde und sich mit mir treffen will, könnte sie mein Tempo wohl gar nicht greifen und völlig falsch auffassen. Zugegeben, dieses Szenario ist vollkommen unrealistisch. Bin ich zu schnell mit dem Verarbeiten? Gehe ich zu analytisch vor? Braucht es nicht etwas mehr Zeit als eine Woche? Ich habe ein wenig Angst vor mir selbst. Aber im Augenblick genieße ich zu sehr, einen großen Schritt in die richtige Richtung gegangen zu sein. Wer weiß, vielleicht war dies einer meiner letzten Beiträge
