Paartherapie ist bestimmt ein gutes Mittel, eine Beziehung wieder auf Vordermann zu bringen, wenn es bei beiden irgendwo zwar hakt, aber grundsätzlich noch Liebe da ist. Funktioniert aber auch nur, wenn beide Partner sich drauf einlassen und ehrlich sind. Und sie sollte keine Zielvorgabe haben, sondern ergebnisoffen angegangen werden: Ergo auch damit, dass festgestellt wird "Es geht nicht mehr, die Ehe/Partnerschaft ist gescheitert".
Der TE formuliert eindeutig, dass "der Zug für ihn abgefahren" sei, und das schon lange. Klar kann man damit um die Ecke kommen, dass er das schon früher hätte angehen können - aber sind wir mal nicht päpstlicher als der Papst. Er hat sich arrangiert, es hat ihm "irgendwie" gereicht, so wie es lief, aber er war zunehmend unzufrieden. Da ist eine neue Liebe jetzt nicht so der außergewöhnlichste Grund, um dann doch endlich den Absprung zu schaffen.
Ich finde, es ist Ziel hoch anzurechnen, dass er relativ schnell die Reißleine gezogen und Klar Schiff gemacht hat. Tut ja auch nicht jeder, Wahrnehmungsstörungen hin oder her.
Ich werf mal meine Lieblingsempfehlung in den Ring: Mediation. Und zwar nicht auf psychologischer Basis, sondern auf rechtlicher. Es hängen Kinder dazwischen, es sind profane finanzielle Dinge zu regeln - oft funktioniert das nicht, wenn man nur im eigenen Saft bratet, erschwerend erst recht, wenn einer der Partner (der Verlassene) Schmerz, Wut und Rachegedanken hat. Ein neutraler Moderator, der diese Dinge auf eine Sachebene lenkt, ist echt Gold wert. Und kann viel Zeit, Ärger und Geld sparen.
Gleich zur neuen Liebe zu ziehen halte ich für eine beknackte Idee. Zum einen denke ich, dass damit den Kindern etwas zugemutet wird, wofür man ihnen ein wenig mehr Zeit gönnen sollte. Zum anderen sollte man sich selber auch ein wenig Abstand zum - hier belasteten und nicht ganz einfachen - Alltagagedöns gönnen. Klar ist die Wolke grade mächtig rosarot, die kann aber schnell verpuffen, wenn der Stress mit den zweifellos vorhandenen "Altlasten" (hört sich böser an, als ich es meine. Nein - Kinder sind keine Last! Okay - spätestens in der Pubertät doch oft schon

) den Honeymoon stört.