Porcelina1801
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ich kenne die was wäre wenn-Fragen auch so gut!
Was wäre, wenn ich damals dieses und jenes nicht zu ihr gesagt hätte?
Was wäre, wenn ich früher gemerkt hätte was mit ihr los war?
Was wäre, wenn ich an dem einen Wochenende mit ihr auf das Konzert gegangen wäre, wo sie das erste Mal fremd ging?
Was wäre, wenn ich damals nicht sofort die Wohnung verlassen hätte um ihr Zeit zu geben?
Ich glaube, es ist wichtig dich nicht dafür zu verurteilen, dass du dir diese Fragen stellst. Sie gehören zur Verarbeitung dazu und man kann sie, obwohl man eigentlich weiß, dass sie keinen Sinn haben, auch nicht einfach abstellen.
Bei mir ist es jetzt fünf Monate her und ich kann dir ganz sicher sagen, dass diese Art von Fragen viel viel seltener in meinen Gedanken auftauchen. Die was wäre wenn-Fragen sind in der Anfangsphase der Verarbeitung unheimlich präsent. Gibt es ja z.B. in der Trauerphase nach einem Todesfall auch sehr intensiv. (z.B.hätte sie auch diesen Unfall gehabt, wenn ich sie an dem Tag noch besucht hätte).
Ich erkläre mir das damit, dass bei einer plötzlichen Trennung beim Verlassenen auf einmal ganz starke Ohnmachtsgefühle auftreten. Die gewohnte Kontrolle über das eigene Leben wird einem da fremdbestimmt von jetzt auf gleich entzogen und diese Gedanken sind ein Versuch die Kontrolle zurück zu bekommen.
Jetzt nach fünf Monaten weiß ich, dass ich NICHTS hätte tun können. Selbst, wenn sie mir das Gefühl dazu gegeben hat, indem meine Ex-Frau mir beispielsweise zwei Wochen vor der eigentlichen Trennung gesagt hat, wir müssten unsere Beziehung mal auf die Reihe bekommen. Ich hab dann oft gekocht, ihr kleine Geschenkchen mitgebracht und versucht zu zeigen, wie sehr ich bereit bin an UNS zu arbeiten.
Zu diesem Zeitpunkt war sie aber schon verliebt und all meine Bemühungen haben rein gar nichts gebracht. Sie wollte die Trennung. Das ist nicht zufällig passiert, weil ich am Tag XY etwas falsches gesagt habe.Nein: Sie wollte die Trennung.
Das ist ja das fiese an der ganzen Sache. Du denkst, du hättest etwas tun können, aber du konntest es nicht.
