Liebe @Südfrüchte
Deine Erläuterungen sind sehr interessant und regen zum Nachdenken an.
Ich habe deinen Text wirklich mit großem Interesse gelesen.
Zitat von Südfrüchte:Und selbst in einer glücklichen Beziehung ist es doch dennoch so auch wenn es keine gravierenden Mankos gibt dass vielleicht mal ein Wunsch offen bleibt...
...weil man vielleicht ein Interesse teilt, was der andere nicht hat
...oder man wünscht sich manchmal eine Facette, die der Partner nicht abdeckt
...weil nach längerer Beziehung die Verliebtheit weg ist, vielleicht einem Gefühl tiefer Liebe gewichen ist, aber die Schmetterlinge sind weg
...oder die S. Interessen auseinander gehen
Ja, das ist zusammengefasst vermutlich genau die Begründung, warum es in vielen Fällen zu Affären kommt.
Zitat von Südfrüchte:Aber wenn du trotz Partnerschaft einen anderen Menschen triffst, der dir auch sehr gefällt, der zu dir passt, in den du dich verliebst, den du irgendwann liebst, ohne dass die Liebe zum eigentlichen Partner dadurch weg wäre oder dir dein eigentlicher Partner nichts mehr bedeuten würde...warum wird das so verurteilt?
Verurteilt werden Lügen und Betrügen, Heimlichkeiten...
Funktioniert es denn ohne all dies?
Ich kann dich verstehen, wenn du sehr einleuchtend deine Polyamorie beschreibst.
Das ist sicherlich speziell und nicht allgemeingültig.
Warum das nicht so ist, liegt sicherlich auch nicht nur im fehlenden Selbstbewusstsein begründet.
Wir sind alle anders und empfinden auch nicht gleich.
Somit kann ich deine Meinung akzeptieren aber nicht komplett teilen, da ich die andere Seite, die Position des Betrogenen, erlebt und auch erlitten habe.
Weißt du, mein Selbstbewusstsein ist nicht so schwach und ich scheue i.d.R. auch keine Vergleiche.
Aber trotzdem empfand ich den Betrug mit all den Lügen als etwas einschneidendes und desaströses.
Somit denke ich nicht, dass diese Zweigleisigkeit für den "Betrogenen" so einfach ist - auch wenn es vielleicht rational erklärbar ist, so wie du es beschreibst.
Es sei denn, dass beide informiert sind, darin übereinstimmen und es somit keine Lügen gibt.
Denn belogen zu werden verletzt jeden.
Zitat von Südfrüchte:Ich würde es gar nicht wissen wollen, wenn mein Partner noch eine andere hat, dann würde ich auch vergleichen. Ist die hübscher als ich? Ist die jünger/ humorvoller/ kann besser kochen, hat Eigenschaft xy, die ich nicht habe?
Genau das sehe ich anders.
Ich würde nicht belogen werden wollen.
Eine Lüge, um gnädig zu sein, bleibt dennoch eine Lüge und verletzt sehr, wenn sie ans Tageslicht kommt.
Heimlichkeiten hinter dem Rücken des Partners sind respektlos.
Zitat von Südfrüchte:vielleicht hat kaum jemand ein so unerschütterliches Selbstbild, dass eventuelle Vergleiche ihn oder sie nicht zweifeln lassen würden.
...auch wenn das sicherlich stimmt.
Zitat von Südfrüchte:Aber ich denke, so lange man weiterhin für seinen Partner da ist, ihm keine Ressourcen entzieht, aber einfach noch einen anderen Menschen hat, den man auch mag, sollte man sich deswegen nicht fertig machen lassen. Ja, man betrügt vielleicht....aber welchen konkreten Schaden hat jemand davon?
Die perfekte Welt der Affäre?
Das sehe ich anders, da ich es anders erlebt habe.
Natürlich wird der betrogene Partner geschädigt.
Schon alleine die Tatsache, dass es heimlich passiert, dass Lügen erforderlich sind, dass es einfach unehrch ist.
Warum dann nicht offen darüber sprechen? Vielleicht sieht es der Partner ja ähnlich.