cat004
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Ich lese schon seit einigen Tagen bei Euch im Forum mit. Nun möchte ich meine Situation mit Euch teilen - vielleicht könnt ihr ja Eure Sichtweise mitteilen. Wäre sehr dankbar, da ich nicht mehr klar sehen / denken kann...
Ich kenne meinen Mann nun seit 6 Jahren. Seit der ersten Begegnung wusste ich: DER ist es! Vor 3 Jahren hat er mich gefragt, ob ich ihn heiraten möchte. 2009 haben wir unsere Hochzeit gefeiert, anfangs 2010 kam unser Sohn zur Welt. Wir hatten gerade unser Eigenheim bezogen (Haus). Unser Sohn kam mit einem Herzfehler auf die Welt. Es war eine schwierige Zeit. Aber er hat alles gut überstanden. Ich / wir hatten grosse Angst um ihn. Er musste auch mit 5 Wochen operiert werden. Aber IMMER hatte ich das Gefühl, mein Mann ist mein "Fels in der Brandung", ich konnte mich immer voll auf ihn verlassen; wir haben das gemeinsam getragen und überstanden.
Diesen Herbst ist unser 2. Sohn zur Welt gekommen. Ebenfalls ein Wunschkind. Es war eine Risikoschwangerschaft. Ich hatte Blutungen und musste mich schonen und wir durften über mehrere Monate keinen S. haben. (jedenfalls nicht "richtig").
Bereits im Sommer, als ich hochschwanger war, habe ich bemerkt, dass mein Mann sich verändert hat. Er war distanziert und kühl und oft auch genervt von uns (dem grossen Sohn und mir). Es war ihm einfach alles zu viel. Ich sollte mich schonen wegen der Schwangerschaft, aber er hat mich nur wiederwillig unterstützt... habe vieles doch selber gemacht im Haushalt etc... Ich habe ihn mehrmals darauf angesprochen, was mit ihm los sei. Er wisse es nicht, war dann die Antwort. Er hat NIE mit mir offen geredet. Habe es wirklich immer wieder versucht.
Dann musste ich 3 Wochen in die Klinik wegen schweren Komplikationen - ich hatte solche Angst um das Baby... Er musste sich um den Grossen kümmern. Bei seinen Besuchen in der Klinik stellte ich fest, dass es meinem Mann anscheinend sehr schlecht geht. Er war bleich, wortkarg und hat sich nicht um mich gekümmert. Ich war emotional so allein... Auch in dieser Zeit suchte ich das Gespräch. Aber er äusserte sich nicht so richtig. Sagte nur immer wieder, es ginge ihm nicht gut. Es kam so weit, dass ich in der Klinik lag und am meisten Sorge um meinen Mann hatte, statt um unser Kind und mich..! Dachte an psychische Erschöpfung / Burn-out etc. Auch hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon mehrmals gefragt, ob er eine andere habe. Nein war immer die Antwort. Und er hatte mir auch in dieser Zeit per SMS geschrieben, dass er mich liebt (zum Hochzeitstag). Ich wusste weder aus noch ein, habe sogar seine Freunde kontaktiert, sie sollen sich bitte um ihn kümmern, da ich selber das nicht konnte wegen dem Klinikaufenthalt. Ausserdem hat er ja nicht mit mir geredet.
Als ich dann wieder zu Hause war, ging es meinem Mann anscheinend immer noch schlechter. Er war müde, gereizt und nicht belastbar. Ich habe, trotz grosser Schwäche von der schweren Geburt, eigentlich die ganze Arbeit mit den Kindern gemacht. Um ihn zu entlasten. Habe immer wieder gefragt, was denn los sei, gefragt ob es die Beziehung sei... Er sagte immer, er wisse es auch nicht... Ich habe Beratungsstellen im Internet rausgesucht, ihn gebeten dass wir Hilfe beanspruchen. Er sagte einfach nichts dazu. Manchmal hat er geweint.
Dann habe ich irgendwann die Geduld verloren und ihm gesagt, dass es so nicht weiter geht. Plötzlich rückte er heraus, dass die Beziehung für ihn nicht mehr stimme. Ich war (trotz Vorahnung) geschockt und flüchtete mit den Kindern zu meinen Eltern. Tags drauf haben wir ohne Kinder einen Spaziergang gemacht. Ohne irgend etwa über die Beziehung zu reden. Danach nahm er mich ganz fest in den Arm und hat mich geküsst. Er suchte immer wieder meine Nähe. Ich war so erleichtert.
Aber er wurde nicht besser... Er war wieder so komisch und abwesend und abweisend... Ich sprach ihn wieder an und fragte direkt: hast du eine andere? Liebst du mich nicht mehr? Er antwortete darauf nicht... wich irgendwie aus. Ich ging schlafen - er hat sich wieder nicht geäussert und sich auf kein Gespräch eingelassen.
Am folgenden Abend öffnete er eine Flasche Wein und wollte sich mit mir "versöhnen". Er wollte besprechen, was wir besser machen können als Paar und sagte, dass er als zweifacher Vater nun zuerst seine Rolle finden müsse. Damit habe er Mühe. Ich war wieder erleichtert. Wir hatten auch wieder S., da ich nun nach der Geburt wieder so weit war. Aber er war irgendwie anders dabei...
Dann kam der Tag X. Wir waren nachmittags mit der ganzen Familie bei einer Familienfeier. Er hielt da immer wieder meine Hand, hat mich geküsst, an meinem Haar geschnuppert... Nach aussen der liebende, treusorgende Mann und Vater. Am Abend entdeckte ich dann zufällig auf meinem (!) PC ein E-Mail von ihm an seinen Arbeitskollegen: ...blabla... Habe dir ja erzählt, dass es mit meiner Frau nicht mehr so gut läuft... Nun ist es so, dass ich mich in eine andere verliebt habe. Es ist xy. Ihr geht es gleich. Nun muss ich mich entscheiden....
Ich war geschockt! Flüchtete aus dem Haus und kehrte erst zurück, als er weg war. Zum Glück schliefen die Kinder schon und bemerkten nichts.
3 Tage später wollte er mich treffen. Ich dachte, er will sich entschuldigen und erklären und um mich und die Familie kämpfen. Weit gefehlt! Er zählte mir auf, was ihn alles dazu bewogen hat. Ich sei so negativ gewesen und er habe dieses Leben so gar nie gewollt(!). Das ist so unfair! Und es stimmt einfach nicht. ER wollte es genau so wie ich. Dann erfuhr ich das ganze Ausmass: er hat mich während der Schwangerschaft und nachher immer wieder mit dieser Schl... betrogen. Mich belogen, er müsse Ueberstunden machen. Ich könnte kotzen! NIE hätte ich gedacht, dass mein geliebter Mann zu so etwas fähig ist! Er entschuldigte sich nicht mal. Ich bin dann davongelaufen.
Ich habe mich dann 2 Wochen zurück gezogen, wohnte mit den Kindern bei meinen Eltern. Habe das kräftemässig mit den Kleinen nicht allein geschafft. War (bin) emotional total fertig. Kann es nicht glauben! Es tut so weh. WIE konnte ich mich so täuschen! Warum tut er uns das an? Ich stehe vor einem Trümmerhaufen. Alles ist kaputt. Alles was wir waren ist kaputt. Unsere Familie, unsere Liebe, alles gibt es nicht mehr. Warum hat er mich los gelassen? Habe ich es zu spät bemerkt? Wie kann ein werdender Vater so etwas machen? Wie kann er noch in den Spiegel schauen? Warum hat er mich immer wieder angelogen? Warum musste ich das Ganze auf so schmerzhafte Weise selber rausfinden? WAS ist das für eine Frau, die sowas mitmacht? Schläft mit einem verheirateten Mann, dessen Frau schwanger ist? Ich habe sie in der Vergangenheit sogar mehrmals gesehen. Sie war bei unserer Hochzeit um zu gratulieren..! WIE kann sie sowas?
Lange konnte sich dann mein Mann nicht entscheiden, was er will. Nachdem ich ihm vor 10 Tagen gesagt habe, dass ich uns eine Chance geben würde, sagte er JA! Er wolle das auch. Dann hörte ich 2 Tage nichts mehr von ihm und auf mein Nachfragen hiess es: ich bin mir doch nicht 100%ig sicher... Das bin ich doch auch nicht! Aber ich hätte es zumindest versucht. Er sagt, sein Herz gebe einfach kein eindeutiges Signal.
Die ganze "Kommunikation" erfolgte übrigens per Mail und SMS. Wir haben 2 mal versucht miteinander zu sprechen. Es geht einfach nicht. Zu viele Emotionen. Ich bin zu stark und kann mich genau artikulieren - er fühlt sich in die Ecke gedrängt und reagiert entsprechend "agressiv", will sich rechtfertigen und verteitigen.
Ich war so enttäuscht, dass er zuerst JA zu uns sagt und dann doch wieder NEIN, dass ich ihm eine SMS geschrieben habe: fahr zur Hölle, du bist für mich gestorben. Darauf hin kam ein Mail: nun seien wir an einem Punkt, wo sich unsere Wegen trennen... Wieder fiel ich ins bodenlose. NEIN ich will nicht!
Nun hat er doch eingewilligt, in eine Beratung zu gehen. Wir brauchen jemanden, der unsere Gespräche begleitet. Allein gehts nicht. Wenn auch unsere Ehe nicht mehr zu retten ist (ich will das nicht wahrhaben oder glauben!), so müssen wir doch einiges wegen Kindern und Haus und Finanzen regeln... Ich will nicht alleinerziehend sein! Wie schlimm muss es mit mir sein, dass er für ein Leben ohne mich sogar die Kinder verlässt? Das kann doch nicht sein. Ich bin doch eine gute Frau, liebenswert, verständnisvoll, nicht unattraktiv. Eine gute Mutter...
Bitte helft mir mit Euren Tips / Gedanken dazu. Ich danke Euch. Und entschuldigt den laaangen Text.
Traurige Grüsse CAT


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