hotte
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Ich habe mich selbst seit einem halben Jahr sehr intensiv mit meiner Gefühlswelt auseinander gesetzt und hatte ähnliche Fragen...
Zitat von J_Eulenspiegel:Kann man das Gefühl beschreiben?
Ja, man kann. Es ist nicht immer einfach aber mit etwas Übung gelingt das. Frauen sind "üblicherweise" besser darin Zugang zu ihren Gefühlen zu haben als Männer aber Männer können dies, genug ehrgeiz vorausgesetzt, auch lernen.
Nachdem ich Männerseelen gelesen hatte, habe ich in meinen Männergruppen über das Thema gesprochen und interessanterweise war es ein Kinder- und Jugendtherapeut der als einziger einen "vollständigen" Zugang zu seinen einzelnen Gefühlen hatten und diese klar voneinander abgrenzen konnte. Er meinte das er das auch erst während der "Ausbildung" gelernt habe.
Zitat von J_Eulenspiegel:Ab wann bzw. welchem Zeitpunkt kommen Gefühle dazu?
Ich denke die sollten von anfang an dabei sein. Die "Nervosität" beim ersten treffen, die Aufregung wenn man der Person gegenübersteht etc... Ich glaube in unserem Alter darf man nicht mehr auf die "Schmetterlinge im Bauch" hoffen/warten, die kommen einfach nicht und insbesondere wenn man die eine oder andere Enttäuschung hinter sich hat, denn dann neigt man ja dazu vieles noch kritischer zu hinterfragen.
Zitat von J_Eulenspiegel:Müssen die schon bei den ersten Dates dabei sein?
Siehe oben, Gefühle in meinen Augen ja. Ob man die direkt als dieses Gefühl des "Verliebtseins" beschreiben würde weiß ich nicht. Aber auch Aufregung und vor allem der Wunsch nach einem Wiedersehen, der sich ja darauf begründet das man sich in der Nähe des anderen wohl gefühlt hat etc., sollte schon da sein.
Zitat von J_Eulenspiegel:Ist das bei Männer und Frauen unterschiedlich?
Absolut. Wobei es sicherlich auch deutliche Abweichungen innerhalb der Geschlechter gibt (also Frauen die eher weniger Zugang zu ihren Gefühlen haben und Männer die die reinsten Gefühlsmaschinen sind...). Laut dem Buch "Das weibliche Gehirn" bestimmt der Teststeronschub in den frühen Wochen nach der Empfängnis, nicht nur das Geschlecht des Kindes, sondern tatsächlich auch dessen Umgang mit/Zugang zu Emotionen.
Zitat von J_Eulenspiegel:Hat es etwas mit der Entscheidung aus dem Bauch zu tun?
Ich stelle hier eine gewagte These auf... ein Bauchgefühl ist meist etwas "negatives" bzw. "unangenehmes". Natürlich weiß ich nicht so wirklich wie das bei anderen ist aber für mich spielen sich im Bauch meisst die unangenehmen Gefühle ab und das positive ist etwas das ich eher in der Brust spüre.
Wenn man also vom Bauchgefühl spricht, dann behaupte ich das es darum geht das sich etwas so "schlecht" anfühlt das man es besser bleiben lässt oder eben das die Abwesenheit von warnenden bzw. schlechten Gefühlen dazu führt das man es als "positiv" ansieht.
Im endeffekt ist eine Bauchentscheidung ja etwas sehr intuitives über das man eigentlich nur unterbewusst nachdenkt und das aber trotzdem im Kopf entschieden wird, oder?
Zitat von J_Eulenspiegel:Was machen dann Kopfmenschen - haben die dann keine Gefühle?
Ich bin ein ausgeprägter Kopfmensch und ich habe sehr viele Gefühle. Dummerweise hatte ich 48 Jahre kaum einen Zugang dazu so das sich, insbesondere unangenehme Gefühle, für mich alle gleich angefühlt haben. Ich habe das immer als diffuses Gefühl im Bauch wahrgenommen ohne das ich in der Lage war zu differenzieren ob es Wut, Angst, Trauer oder sonstwas gewesen ist. Erst als ich angefangen habe mich sehr genau damit auseinander zu setzen, habe ich gelernt das zu zerpflücken was mir dann dabei hilft die Ursachen leichter zu finden.
In Bezug auf Dating bzw. dem Kennenlernen von neuen Menschen, hab ich aktuell noch das Problem das ich sehr viel bewerte anhand dessen was ich in meiner Ehe erlebt habe und das ich alles evaluiere um nicht nochmal in die gleichen Probleme zu rutschen. Ich traue also meinen eigenen Gefühlen von nicht so wirklich weil diese auch oft von "Bedürftigkeit" überschrieben werden. Dessen sollte man sich bewusst sein.