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Beschreibung/Erklärung von Gefühlen in einer Beziehung

J
Ich habe mich gefragt und auch schon mit jemanden darüber unterhalten, woher kommen Gefühle?

Sind das "chemische" Reize oder sind dass unbewusste Steuerungen von unserem Gehirn?

Sind große Gefühle in der Kennenlernphase wichtig?
Ich habe schon gehört, dass aus Freundschaften die besten Beziehungen werden. Das würde bedeuten, einen anderen Menschen kennenlernen durch z.B. gemeinsame Hobbies, daraus entsteht Freundschaft, dann evtl. Freundschaft + und dann eine Beziehung 🤔😂
Über OD ist das ja nicht so möglich außer das gemeinsame Hobby wäre OD zu durchwühlen 😱😂

x 2 #31


Plague
Zitat von J_Eulenspiegel:
Sind das "chemische" Reize oder sind dass unbewusste Steuerungen von unserem Gehirn?

Wenn man sich die Emotionstheoretiker anschaut, dann ist eine Mischung aus beidem.

Der hauptsächtliche Ort der emotionalen Verarbeitung im Gehirn ist das limbische System im Mittelhirn. Hier sitzen so wichtige Strukturen wie die Amygdala (unser "Wachhund" und "Angstgedächtnis") oder der Hippocampus (wichtig für die Gedächtnis-Enkodierung).

Sämtliche einströmenden Reize werden werden über den Thamalus ins limbische System verschaltet, erhalten damit eine emotionale Qualität und werden dann auch mit Hilfe der Großhirnrinde kognitiv verarbeitet oder moduliert. Dazu hat z.B. der Frontalkortex mit der zentralen Exekutive viele Verbindungen von und zum limbischen System. Über diese Schiene scheinen zentrale Prozesse der Emotionsregulation zu laufen.

Dauerstress in Kindheit und Jugend (durch emotionalen Missbrauch, physische oder 6uelle Gewalt) schädigt durch Cortisol- und Katecholamin-Dauerbeschuss nachweislich genau diese Strukturen im Frontalkortex und scheint mit vergrößtertem Amygdala-Volumen sowie verkleinertem Hippocampus-Volumen in Zusammenhang zu stehen. Das scheint das organische Korrelation für schwerer Störungen der Emotionsregulation bei Traumafolgestörungen wie kPTBS oder BPS zu sein.

Auch Erfahrungen, die über den Hippocampus ins semantische Netzwerk des Langzeitgedächtnisses integriert werden, erhalten über das limbische System emotionale "Metadaten", die bekannterweise auch den Abruf erleichtern, egal ob positiv oder negativ.

Man geht davon aus, dass vor allem die Basis-Emotionen sehr wichtige entwicklungsgeschichtliche Funktionen haben, die das Überleben des Individuums und der Art sichern. Kann man bei Bedarf bei Izard nachlesen.

Außerdem geht man davon aus, dass Emotionen etwas Universelles sind. Hier hat vor 60 Jahren schon die Gruppe um Peter Ekman (der sich heutzutage mit dem Thema Mikro-Expressionen beschäftigt) zeigen können, dass überall auf der Welt Bilder von emotionalen Gesichtsausdrücken kulturübergreifend mit den selben Emotionen verknüpft werden. Diese Ergebnisse konnte man sogar auch bei Primaten finden.

x 4 #32


A


Beschreibung/Erklärung von Gefühlen in einer Beziehung

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Plague
Zitat von J_Eulenspiegel:
Ich habe schon gehört, dass aus Freundschaften die besten Beziehungen werden.

Bei Freundschaften ist vor allem die emotionale Nähe / Vertrautheit (intimacy) wichtig. Das ist eine wichtige Basis. Kommen dann Verbundenheit (commitment) und Leidenschaft (passion), hätte man alle wichtigen Voraussetzungen für die Anfangsphase einer Beziehung. Erfahrungsgemäß nimmt die Leidenschaft im Laufe der Zeit ab, während emotionale Nähe und Verbundenheit bleiben. Das deckt sich mit den Befunden, die man aus der Forschung zu langjährigen Beziehungen kenn.

Zitat von J_Eulenspiegel:
Das würde bedeuten, einen anderen Menschen kennenlernen durch z.B. gemeinsame Hobbies, daraus entsteht Freundschaft, dann evtl. Freundschaft + und dann eine Beziehung

Geteilte (emotionale) Erfahrungen sind die Grundlagen für emotionale Nähe bzw. Vertrautheit.
Bei einer F+ wird aber häufiger außer dem Bett nichts Weiteres geteilt. Daher würde dieser Zwischenschritt schon mal nicht funktionieren. Dummerweise funkt allzu oft auch noch Oxytocin dazwischen und beschert (oft einseitig) dann doch Gefühle und Bindungsbedürfnis, so dass das ganze Konstrukt in sich zusammenfällt.

x 3 #33


Blind-Meg
@Worrior
Du bist son richtiger MGTOW, oder? Wenn nicht: werd doch bitte einer. Halt dich doch raus aus dem Dating-Mist, wenn doch sowieso in deinen Augen alle kaputt, bedürftig und gestört sind.

x 1 #34


Sonnenschein85
Zitat von J_Eulenspiegel:
Ich habe mich gefragt und auch schon mit jemanden darüber unterhalten, woher kommen Gefühle? Sind das "chemische" Reize oder sind dass ...

Ich hatte meinen Mann auch durch Freunde kennen gelernt. Er war auch vorher 2 Jahre mein bester Freund. Ich fand das damals sehr schön. Man wusste eben das es auch menschlich gut passt und man sich aufeinander verlassen kann.

Für mich ist es schön, wenn man nicht nur auf romantischer Ebene passt sondern auch ein freundschaftliches Verhältnis hat.

x 4 #35


Ameise_78
Zitat von Blind-Meg:
MGTOW

Ui... wieder was gelernt... 👀
Was es heute nicht alles gibt... anders als manch Andere/r denke ich da durchaus, dass Therapiestuben ihre Berechtigung haben 🤭
Das einzige was ich teilweise anzweifle, ist die Qualität der Therapien... aber von kompetenten Menschen gut umgesetzt kann das schon sehr viel bringen...

Sorry fürs OT...

x 2 #36


Arella
Zitat von J_Eulenspiegel:
das gemeinsame Hobby wäre OD zu durchwühlen

Danke für den Lacher. 😅

x 1 #37


Arella
Zitat von J_Eulenspiegel:
Sind große Gefühle in der Kennenlernphase wichtig?

Ich glaube das irgendwie nicht unbedingt.
Glaube, es gibt beides.
Kann sein, je älter man wird, dass es auch auf leisen Pfötchen beginnen kann.
Man lernt einen Menschen kennen, weil er sich erst nach und nach zeigt.
Das bedeutet aber, dass man in Kommunikation miteinander geht.
Sich fragt, über dies und das.
Das kann auch über gemeinsame Aktivitäten gehen.
Ich z.B. frage gern nach.
Gern auch viel.
Ich finde es schön, zu wissen, was jemand über sich und die Welt denkt.
Kommt dann nur ein: Ist halt schön. Ja, finde ich auch.
Und es bliebe auf dem Level.
Wäre mir das zu wenig.
Je länger ich nachdenke, ja doch, es geht glaube ich, ab dem fortgeschrittenen Alter eher anders herum.
Man lernt sich kennen und die Gefühle kommen dann.
Nach und nach.
Aber auch nur, wenn es eben mental passt.

#38


Arella
Schreibe noch einmal genauer, möchte mir dafür ausreichend Zeit nehmen. Lachendes Gesicht

#39


J
Ich lese gerade in einem Buch woraus ich etwas zitieren bzw. zusammen fassend schreiben möchte.
Das Buch heißt Positives Denken und ist von Konstantin Starke. In dem Kapitel Glück sind einige Zeilen die zu diesem Thema passen drin.
Die haben mich zum nachdenken gebracht, euch vielleicht auch.
"Die Liebe ist eine Himmelsmacht" hat man früher gesagt.
Es gibt viele Gefühle/Themen die einen glücklich machen nur die Liebe ist das schwerste und somit größte Glück was man bekommen kann.
Die Liebe ist das unveränderliche Gefühl die richtige Person gefunden zu haben. Das heißt nicht, dass diese Personen perfekt sind, sondern dass diese Person für DICH und nur für DICH allein perfekt ist. Eines der wichtigsten Dinge die Beziehungsexperten und Psychologen herausgefunden haben, ist zwar dass sich Gegensätze anziehen, aber leider immer nur für eine gewisse Weile. Wichtig dabei ist dass der/die Partner/in Augen nur für DICH hat und nahezu alle Interessen mit dir teilt. Es fängt schon mit der Nahrung an ein Veganer und ein Fleischesser - können nahezu nicht zusammen glücklich werden. Viele wollen ihre Freizeit und ihre eigenen Lebensstil habe (wie die Ernährung) das bekommt man in "jungen" Jahren alles gut hin. Wenn es dann in die gemeinsam Rente geht, dann merkt man ob man noch zusammen passt oder nicht. Der Großteil eurer Leidenschaft sollte übereinstimmen. Tanzen, Wandern, Zocken, Streamen, Ausgehen, Partys usw.
Das ist eine Zusammenfassung, was das Buch zum Thema Glück in einer Beziehung schreibt.
Es kommt noch ein bisschen darauf an was für eine Art Beziehung man führt bzw. ob man sich dort ehrlich einig ist. Wenn sich beide einig sind, dass man sich nur z.B. 3 Abenden sieht und die anderen getrennt etwas unternimmt, dann ist das auch okay. Aber keiner von beiden in einer Beziehung sollte sich zu so etwas überreden lassen. Auch ein zu großer Kompromiss kann auf Dauer eine unglückliche Beziehung nicht retten, sondern eine Trennung nur hinauszögern.

Im nächsten Kapitel wird wieder darauf eingegangen, nur wenn du dich liebst, kannst du jemanden anderen Lieben. Du musst also von dir überzeugt sein, wie sonst kannst du einen andere Person dazu bringen dich zu lieben - wenn du es nicht einmal selbst tust. Du musst dich wertschätzen, sei gut zu dir selbst.
Eine Partnerschaft und eine Liebe ist ein ständiges Arbeiten miteinander, es ändern sich gewollt oder ungewollt Dinge im Leben. Krankheit, Kinder, Geldprobleme, andere Probleme.
Sobald einer von beiden in einer Beziehung meint dass er an sich oder der Beziehung nicht mehr arbeiten möchte, wird früher oder später die Trennung kommen. Viele Menschen haben mittlerweile mit sich selbst zu kämpfen und dass muss bereinigt sein, bevor man in einer Beziehung kommt. Die Themen die man selbst hat die bearbeitet man mit sich selber und Themen die die Beziehung angeht, diese werden gemeinsam bearbeitet. Die andere Person in der Beziehung ist nicht euer Therapeut sondern maximal ein Unterstützer. Ja wenn eine Person eine Krise durchmacht und dass offen kommuniziert, dass hier etwas geändert wird mit professioneller Hilfe, werden die meisten Partner/innen hierbei Verständnis zeigen und unterstützen und sich zurück halten - dass ist aber kein Dauerzustand, irgendwann ist der Akku leer.

Was haltet ihr von der Zusammenfassung aus dem Buch - ein Teil sind meine Worte und ein Teil direkt fast aus dem Buch zitiert. - Feuer frei 😂 für Diskussionen, Anregungen, eure Meinung usw.

x 2 #40


Arella
Zitat von J_Eulenspiegel:
Die Themen die man selbst hat die bearbeitet man mit sich selber und Themen die die Beziehung angeht, diese werden gemeinsam bearbeitet. Die andere Person in der Beziehung ist nicht euer Therapeut sondern maximal ein Unterstützer.

Wie erstaunlich. In dem Buch kommen viele Themen vor, die ich auch angesprochen hatte, ist ja ein Ding.

x 2 #41


Arella
Zitat von J_Eulenspiegel:
ist zwar dass sich Gegensätze anziehen, aber leider immer nur für eine gewisse Weile.

Genau das hab ich im Laufe des Lebens auch rausgefunden.
Gegensätze ziehen sich meiner Meinung nach nur in jungen Jahren an. In etwas höherem Lebensalter bedeuten sie wohl eher Stress.
Zitat von J_Eulenspiegel:
Wichtig dabei ist dass der/die Partner/in Augen nur für DICH hat und nahezu alle Interessen mit dir teilt.

Ich denke, je höher die Schnittmenge, desto besser.
Ist natürlich schwierig von den gemeinsamen Interessen her, wenn er NUR angelt, und sie NUR häkelt. Lachendes Gesicht

x 1 #42


hotte
@J_Eulenspiegel

Zitat von J_Eulenspiegel:
Im nächsten Kapitel wird wieder darauf eingegangen, nur wenn du dich liebst, kannst du jemanden anderen Lieben. Du musst also von dir überzeugt sein, wie sonst kannst du einen andere Person dazu bringen dich zu lieben - wenn du es nicht einmal selbst tust.

Ich möchte gerne bedingt widersprechen.... Ja, man sollte sich selbst lieben bzw. mit sich selbst im reinen sein aber ich muss niemanden "dazu bringen" mich zu lieben.

Ich habe eine Frau kennengelernt. total verrückt, zwar auf einem datingevent aber sie war nur begleitung für eine Freundin und ich wollte mir nur selbst beweisen das ich mutig genug war. Sie war die Affäre eines typen... (ich will das einfach nicht Beziehung nennen) der sie auch noch verarscht hatte... naja.. irgendwie haben wir uns doch angenährt... worauf ich hinaus will, die ist so grundverschieden zu mir und triggert viele Red-Flags aber dennoch geht von ihr eine Anziehung aus die mich sprachlos macht. Mittlerweile habe ich auch viel mehr einblicke hinter ihre fassade und habe gemerkt das viele der vermeindlichen RedFlags gar nicht da sind aber ich finde es total interessant.

Das interessante daran ist das ich in vielen Dingen von Selbstzweifeln zerfressen bin und sie diejenige ist die mit den Kopf gerade rückt und Feedback gibt das mich aufbaut.

Ich glaube der Punkt der hier wichtig ist, ist das man sich grundsätzlich selbst lieben sollte oder zumindest für liebendwert halten sollte. Das heisst nicht das man alles an sich lieben muss.

x 1 #43


J
Zitat von hotte:
grundverschieden zu mir und triggert viele Red-Flags aber dennoch geht von ihr eine Anziehung aus die mich sprachlos macht.

In unserer Lokalzeitung war ein Bericht drin, darin ging es um Chemie zwischen zwei Menschen und was unser Geruchssinn alles steuert. Das merken wir Menschen gar nicht mehr. Es gibt spezielle Parfüms die dafür sorgen, dass in Filmen Emotionen echt sind/wirken.
Könnte also bei dir auch so gewesen sein.

Natürlich muss ich niemanden bringen mich zu lieben. Wenn ich es nicht schaffe mich zu lieben wie will dass dann eine andere Person tun. Ich sollte also als liebenswerte Person auftreten, so dass es die andere Person merkt.

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Blind-Meg
Zitat von J_Eulenspiegel:
Was haltet ihr von der Zusammenfassung aus dem Buch - ein Teil sind meine Worte und ein Teil direkt fast aus dem Buch zitiert. - Feuer frei für Diskussionen, Anregungen, eure Meinung usw.

Dem Teil mit der Beziehungsarbeit stimme ich uneingeschränkt zu. Ich glaube, das findet bei der Mehrzahl der Paare einfach nicht statt, man lebt so nebeneinander her.

Mit den übereinstimmenden Interessen sehe ich es nicht ganz so streng. Eine Schnittmenge braucht man definitiv, und es hilft, wenn diese ausreichend groß ist. Ansonsten kann es aber auch genügen, wenn man offen und neugierig für die Interessen des Partners ist und bereit, sich darauf einzulassen, selbst wenn man sie nicht teilt.
Und der Rest wird durch den 3. Faktor quasi von selbst erledigt, nämlich dem Nähe-Distanz-Thema. Wenn 2 Menschen am liebsten jede Sekunde zusammen verbringen wollen, brauchen sie mehr gemeinsame Interessen als welche, die sich nur 1x die Woche sehen. Da hat dann ja jeder automatisch Zeit für seine eigenen Dinge.

Ich halte es für wichtig, sich mit diesen Punkten aktiv auseinanderzusetzen. Es gibt manchmal Paare, die kurz vor einer Trennung stehen und sich wieder berappeln, indem sie in getrennte Haushalte gehen. Die funktionieren als Paar, aber nicht zusammen lebend. Leider gibt es für die meisten da nur ein "ganz oder gar nicht", und irgendwann, wenn man älter ist, kommen viele auf die Idee, mit keinem mehr zusammen leben zu wollen. Das ist mir zu radikal, ich würde es jeweils davon abhängig machen, wie die beiden Persönlichkeiten und Bedürfnisse jeweils sind und wo die Schnittmengen liegen. Dazu muss man sich selbst aber git kennen und gut drüber reden können, und da sind wir wieder am Anfang - das können viele halt nicht.

x 3 #45


A


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