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Beschreibung/Erklärung von Gefühlen in einer Beziehung

Plague
Zitat von J_Eulenspiegel:
In unserer Lokalzeitung war ein Bericht drin, darin ging es um Chemie zwischen zwei Menschen und was unser Geruchssinn alles steuert. Das merken wir Menschen gar nicht mehr. Es gibt spezielle Parfüms die dafür sorgen, dass in Filmen Emotionen echt sind/wirken.

Das Geheimnis der Pheromone.
Die entscheiden in Sekundenbruchteilen, ob man jemand riechen kann oder nicht.

Bei zu starker Ähnlichkeit der MHC-Rezeptoren geht das übrigens via Pheromone und olfaktorischer Antipathie ziemlich übel in die Hose. Hat was mit zu enger genetischer Ähnlichkeit und Vermeidung von Inzucht zu tun. 😉

x 4 #46


Arella
Zitat von J_Eulenspiegel:
Es gibt spezielle Parfüms die dafür sorgen, dass in Filmen Emotionen echt sind/wirken.
Könnte also bei dir auch so gewesen sein.

Hab ich irgendwo auch schon mal gesehen.
Da duften sich Leute mit Pheromonen ein und hoffen, dass die Mädels dran kleben bleiben. 🤪

x 1 #47


A


Beschreibung/Erklärung von Gefühlen in einer Beziehung

x 3


Arella
Zitat von Plague:
Bei zu starker Ähnlichkeit der MHC-Rezeptoren geht das übrigens via Pheromone und olfaktorischer Antipathie ziemlich übel in die Hose. Hat was mit zu enger genetischer Ähnlichkeit und Vermeidung von Inzucht zu tun.

Das waren die sich überkreuzenden Immunsysteme, wenn ich es recht erinnere.
Damit der Nachwuchs stark und gewappnet fürs Leben ist, sollen die Immunsysteme der Eltern unterschiedlich sein, damit beide Stärken weitergegeben werden.
Um es einfach auszudrücken.
Zu ähnliche und du findest Mann oder Frau nicht "appetitlich gut zu riechen".
Soweit meine letzte Info. Ist schon bisschen her.

#48


Blind-Meg
Zitat von hotte:
die ist so grundverschieden zu mir und triggert viele Red-Flags aber dennoch geht von ihr eine Anziehung aus die mich sprachlos macht.

Möglicherweise ist das einfach nur sexuelle Anziehung, weil eure "Chemie" gut zueinander passt?
Unsere Körper merken das über Pheromone, die Vorgänge sind uns nicht bewusst zugänglich, aber sorgen dafür, dass wir uns zu Menschen hingezogen fühlen, die chemisch gut zu uns passen und mit denen wir gesunde Nachkommen zeugen könnten.
Das ist erstmal nur Chemie, kann sich aber sehr intensiv anfühlen. Und eins ist wichtig: eine solche intensive Chemie-Reaktion sagt NICHTS darüber aus, ob der Mensch charakterlich zu uns passt. Um das zu entscheiden oder zu wissen, muss man sich selbst sehr gut kennen.
Emotional hingezogen fühlen wir uns zu Menschen, die in uns jene Emotionen hervorrufen, die wir aus der Kindheit kennen. Auch hier: nicht weil das dann "richtig" ist oder eine gute Partnerschaft daraus wird, sondern weil unsere Seele das sucht, was sie kennt, und neuem ggü skeptisch ist. Wurde man von seinen Bezugspersonen auf Abstand gehalten und wusste nie so richtig, woran man ist, so werden einen Menschen reizen, die ähnliche Gefühle erzeugen.

#49


Blind-Meg
Sorry doppelt

#50


Blind-Meg
Zitat von Arella:
Hab ich irgendwo auch schon mal gesehen. Da duften sich Leute mit Pheromonen ein und hoffen, dass die Mädels dran kleben bleiben. ...

Jau, fürchterlich. Da gibt es Zeug, das nennt sich Alpha Q. Lies das mal englisch ausgesprochen. Widerlich.

x 1 #51


Worrior
Ich beziehe das Ganze mal auf die gemeinsame Freizeitgestaltung.
Wenn da so gar keine Gemeinsamkeiten da sind wird es sehr schwierig.
Sie muss keine begeisterte Motorradfahrerin sein, kein Interesse an meinem technischen Hobby haben, auch nicht den gleichen Sport machen wie ich.
Wenn sie aber Motorräder hasst, Technik ätzend und langweilig findet und totale Sportabstinenzlerin ist wird es sehr schwer.
Ebenso wenn sie völlig andere Zukunftspläne und Weltanschauungen teilt und meine nicht tolerieren kann.
Gemeinsame Zeit ist gemeinsame Zeit und ich lasse mir nichts mies reden, lasse mich nicht verbiegen oder etwas verbieten.
Ich lasse mich auch nicht manipulieren von solchen Dingen fern zu bleiben, die mir Freude machen oder ein schlechtes Gewissen einreden wenn ich sie tue.
Ich tanze nicht 24/7 zu ihrer Bespaßung um sie herum.

x 1 #52


QueenA
@J_Eulenspiegel Hi

Die Frage Bauchmensch oder Kopfmensch finde ich spannend. Bei mir ist es eigentlich eine Mischung aus beidem.
Ich würde mich selbst als jemand beschreiben, bei dem Herz und Verstand zusammenpassen müssen. Ich verliebe mich nicht kopflos. Mein Kopf schaut am Anfang schon, ob ein Mensch grundsätzlich zu mir passt. Auf der inneren Ebene sind mir ähnliche Werte wichtig. Wenn für mich zum Beispiel Familie ein wichtiger Wert ist und für jemand anderen vielleicht Karriere oder völlige Unabhängigkeit im Vordergrund stehen, dann merke ich schnell, dass es langfristig schwierig werden könnte.

Wenn ich aber einmal verliebt bin, spielt das Bauchgefühl eine große Rolle. Dann funktionieren viele Dinge intuitiver und über das Gefühl.
Interessant finde ich dazu auch ein Buch, das ich gerade zufällig in der Hand habe: „Die Chemie des Glücks“ von Loretta Graziano Breuning. Darin beschreibt sie, dass viele unserer Gefühle auch auf biologischer Ebene entstehen, weil das Gehirn bestimmte Botenstoffe ausschüttet zB. Dopamin, Oxytocin oder Serotonin. Diese beeinflussen, ob wir Freude, Vertrauen oder Bindung empfinden. In dem Sinne hat auch das Bauchgefühl eine ganz reale Grundlage im Gehirn.

Gerade beim OD stelle ich mir deshalb manchmal die Frage, wie das eigentlich funktioniert. Beim Schreiben kann ja schon eine gewisse Nähe entstehen, weil man sich gut versteht, ähnliche Gedanken hat und sich sympathisch findet. Das ist vielleicht eher die Kopf- und Werteebene. Aber ob auch die „Chemie“ stimmt und sich das Bauchgefühl wirklich meldet, merkt man oft erst beim persönlichen Treffen.

Für mich gehört deshalb beides zusammen: ähnliche Werte und dieses Gefühl, dass es sich einfach stimmig anfühlt.

x 1 #53


QueenA
Zitat von Worrior:
Ich beziehe das Ganze mal auf die gemeinsame Freizeitgestaltung. Wenn da so gar keine Gemeinsamkeiten da sind wird es sehr schwierig. Sie muss keine ...

@Worrior

Ich glaube, da sprichst du einen wichtigen Punkt an. Für mich hat das auch viel mit Werten und gegenseitigem Respekt zu tun.
Man muss nicht alle Hobbys oder Interessen teilen. Ich finde sogar, es ist völlig normal, dass jeder auch seine eigenen Dinge hat, die ihm Freude machen. Entscheidend ist für mich eher, ob der andere das respektieren kann.

Schwierig wird es meiner Meinung nach dann, wenn grundlegende Dinge komplett abgelehnt oder schlechtgeredet werden, egal ob Hobbys, Lebensstil oder Zukunftsvorstellungen. Dann fehlt oft die Basis von gegenseitiger Wertschätzung.

Für mich persönlich müssen Herz und Verstand zusammenpassen. Auf der einen Seite ähnliche Werte und eine gewisse Lebensvorstellung, auf der anderen Seite aber auch das Gefühl, dass man sich gegenseitig Raum lässt und sich nicht verbiegen muss.

Am Ende geht es vielleicht gar nicht darum, alles gemeinsam zu machen, sondern darum, dass beide das, was dem anderen wichtig ist, respektieren können.

VG

x 3 #54


hotte
Zitat von Blind-Meg:
Möglicherweise ist das einfach nur sexuelle Anziehung, weil eure "Chemie" gut zueinander passt? Unsere Körper merken das über Pheromone, die Vorgänge sind uns nicht bewusst zugänglich, aber sorgen dafür, dass wir uns zu Menschen hingezogen fühlen, die chemisch gut zu uns passen und mit denen wir ...

Ja, sowas in der Richtung habe ich mir auch gedacht und bin daher sehr vorsichtig mit den Gefühlen die ich meinerseits "akzeptiere" und auslebe. Ich frage schon sehr häufig "ist das nun wirlich so oder bist du gerade needy?".

Das da was mit Pheromonen im Spiel ist, war mir bewusst und ich habe mit ihr tatsächlich drüber gesprochen. Interessant finde ich das wir beide aufeinander eine "unerklärliche" Anziehung ausüben. Im Laufe der Zeit hat sie sich mir mehr und mehr geöffnet und da merke ich nun das persönlichkeitsmässig sehr viel einfach passt.

Allerdings weiß ich auch das ich an einem "Helfersyndrom" leide und eine Frau die "hilfe" oder "support" braucht mein komplettes system triggert (das Gefühl gebraucht zu werden, hilfreich sein zu können etc.). Was jedoch noch ganz wichtig ist, ist das ich tatsächlich offen mit ihr darüber spreche. Wir reden darüber das wir selbst aufgrund vergangener erlebnisse vorsichtig sind, das wir nicht verstehen warum das gegenüber einfach so jede Mauer einreissen kann usw. Alles in allem weiß ich das es ein "Risiko" ist sich wieder zu öffnen aber für mich ist die alternative (Gefühle wegsperren und nur dosiert rausholen) keine Option.

x 4 #55


Blind-Meg
@hotte
Das klingt total gut, wie ihr das macht. Ich denke, wenn man sich seiner Trigger und verletzlichen Punkte bewusst ist, ist damit schon viel gewonnen. Du passt automatisch besser auf dich auf, als du es ohne dieses Wissen könntest.
Dass ihr diese unerklärliche Anziehung gegenseitig verspürt, unterstreicht die Pheromon-Theorie. Beide Körper merken, dass sie zueinander passen.

x 2 #56


Plague
Zitat von Arella:
Das waren die sich überkreuzenden Immunsysteme, wenn ich es recht erinnere.
Damit der Nachwuchs stark und gewappnet fürs Leben ist, sollen die Immunsysteme der Eltern unterschiedlich sein, damit beide Stärken weitergegeben werden.

Würde auch entwicklungsgeschichtlichen Sinn ergeben.

#57


J
Zitat von hotte:
Allerdings weiß ich auch das ich an einem "Helfersyndrom" leide und eine Frau die "hilfe" oder "support" braucht mein komplettes system triggert (das Gefühl gebraucht zu werden, hilfreich sein zu können etc.). Was jedoch noch ganz wichtig ist, ist das ich tatsächlich offen mit ihr darüber spreche

Das finde ich sehr interessant, denn ich denke das auch von mir. Andere sehen das eher anders 🤔
Da verliebt man sich eigentlich in sich selbst, bzw. in die Handlung zu Helfen und dann nicht in die andere Person, oder? 😄

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hotte
Zitat von J_Eulenspiegel:
Das finde ich sehr interessant, denn ich denke das auch von mir. Andere sehen das eher anders 🤔 Da verliebt man sich eigentlich in sich selbst, bzw. in die Handlung zu Helfen und dann nicht in die andere Person, oder? 😄

es ist komplizierter.... das wird auch im Buch "nie mehr mr. nice guy" beschrieben....

Man hilft anderen um dafür dankbarkeit zu erhalten. Diese braucht man wiederum um sein eigenes selbstwert aufbauen und sich selbst damit als wertig zu fühlen. Je bedürftiger der andere, desto größer die Anziehung da man(n) davon ausgeht das die resultierende "bewunderung" bzw. "dankbarkeit" proportional steigt.

Deshalb ist es wichtig sich selbst zu fragen ob man(n) hilft weil man helfen möchte oder weil man(n) sich davon etwas erhofft. Alleine das gezielte hinschauen ist schon die halbe miete um das "Problem" bei einem selbst dauerhaft zu lösen.

#59


A


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