Zitat von aequum: Nein, ich meine die Sessions der EF mit Übernachtung bei ihrem Lover oder die WE-Trips mit ihm.
Das was Du aufführst sind nur Abwesenheiten über ein paar Stunden.
Vom Prinzip stimme ich Dir zu und Du hast natürlich recht, dass solche Abwesenheiten Familienzeit reduzieren. Aber für mich ist das eine Frage der Relation. Bisher gab es in mehreren Monaten gerade mal zwei 2-Tagestrips, die jeweils einen Abend und einmal einen Morgen und einmal einen Tag Familienzeit gekostet haben. Lass es von mir aus in Zukunft 1 Trip 2-Tagestrip pro Monat geben. In Summe sind das ca 12 Tage weniger Familienzeit. Dafür gibt es eine ausgeglichene und gut gelaunte Mama und Ehefrau und leidenschaftlichere Liebhaberin, die Frage ist also: netto-Gewinn oder Netto-Verlust für die Familie? Ich tendiere derzeit zu Netto-Gewinn oder einer schwarzen Null.
Gegenbeispiel: Ich bin Ende Oktober bis Anfang November für 1,5 Wochen auf Geschäftsreise in den USA. Das ist ähnlich langer Abzug von Familienzeit und nur eine einzige von mehreren Reisen. Darüber redet niemand, das wird als selbstverständlich hingenommen. Dabei habe ich das verdiente Geld sicher weniger nötig als meine Frau ihre Auszeiten nötig hat.
Zitat von kata_smiles: Warum sie es dir zumutet? Weil du es zulässt. Auch in diesem Thread passt dieser häufig strapazierte und dennich richtige Forensatz.
Andere PartnerInnen verlieben sich neu und führen heimliche Affairen oder trennen sich.
Sie darf eben und ist ( deswegen? du würdest das verneinen) noch da.
Ja, ich erlaube es und ja, unter anderem deshalb ist sie natürlich noch da. Wäre sie auch noch da, wenn ich es kategorisch verboten hätte? Wer weiß... Menschen machen bei hormoneller Vernebelung durchaus manchmal Fehler. Man angenommen, sie wäre aufgrund eines Verbotes nicht mit dem Schreiner in einer Beziehung aber dennoch bei mir geblieben: Wäre sie glücklich? Wäre ich glücklich?
Ich formuliere mal den Forensatz "Warum sie es dir zumutet? Weil du es zulässt." um in "Warum sie es dir zumutet? Weil du es zulassen
willst". Den umformulierten Satz würde ich unterschreiben. Ich habe mich
bewusst entschieden, ihr eine Nebenbeziehung zu erlauben. Aus der Erwartung heraus, dass diese Nebenbeziehung unsere Hauptbeziehung besser macht. Und trotz Mikroverletzungen hat sich das bisher bewahrheitet. Emotional und 6uell sind wir uns näher als die 3-5 Vor-Schreiner-Jahre. Daher ja, ich habe es bewusst zugelassen. Die Betonung liegt auf
bewusst.
Zitat von Leonie71: Möglicherweise ist es nur mein eigenes Kopfkino, aber ich sehe da durchaus zwei Welten.
Die eine wäre euer Leben, geprägt von Leistung, Erfolg und Ratio. Wirkt auf mich ein wenig kühl und distanziert.
Die andere wäre das Leben des Schreiners, kein oder wenig Druck, dadurch empfundene Leichtigkeit, jeder ist ok, so wie er ist. Kein fester Rahmen. Möglicherweise Nestwärme.
Das deckt sich recht genau mit meiner Sicht von 2 disjunkten Welten, in denen sich meine Frau bewegt. Ich denke, sie ist mir wirklich,
wirklich dankbar, dass ich ihr das erlaube und weiß, dass es wohl nur ganz wenige Männer gibt, die das tun würden. Nutzt sie diese Erlaubnis aus, um sich endgültig und ausschließlich in der drucklos leichten Welt niederzulassen? Ich denke nein, denn mit dieser Entscheidung wäre brachialer Druck auf diese Welt mit einem Mal da. Trennungskinder, Scheidung, Umzug, Job-Unsicherhiet, Zukunftsfragen... schneller könnte die leichte Welt nicht bleischwer werden.
Zitat von Leonie71: Möglicherweise kollidiert hier dadurch Ratio mit Emotio. Verschiebung der eigenen Bedürfnisse.
Auch eine Eisprinzessin kann sich verändern, genau wie ein starrer Carlos.
Ist die Frage, können die Bedürfnisse aller unter einen Hut gebracht werden.
Ja, ich glaube wir beide machen derzeit eine Reise quer durch unsere Beziehungsbedürfnisse. Wie ich gestern sagte, bei meiner Frau sehe ich eine Entwicklung hin zu mehr Gelassenheit und innerer Ruhe. Die Reise tut ihr gut, auch wenn sie manchmal auch für sie belastend ist. Was ich bei mir sehe, weiß ich noch nicht... aber verändert habe ich mich definitiv. Ob zum Guten oder Schlechten müssen andere beurteilen.
Zitat von ElGatoRojo: Diese primär kaufmännische Betrachtunbgsweise einer Beziehung zu einer Frau versperrt dir den Blick auf das Wesentliche.
Was wäre aus deiner Sicht das Wesentliche? Bitte nicht wieder die Idee, meiner Frau völlig freie Hand zu geben und meine partnerschaftlichen Bedürfnisse zu ignorieren. Das kann, will und werde ich nicht.
Zitat von Felica:Für mich bleibt an dem Format ein negatives Geschmäckle, wenn nun ein Coach dabei hilft, dieses Beziehungsmodell aufrecht zu erhalten oder zu moderieren. Das ist ein ganz anderer Ansatz bei @Lotte08 und @Springfield, wo ich das Modell gelungen sehe.
Das verstehe ich, allerdings musst du fairnesshalber zugeben, dass @Lotte08 erst durch einen schmerzhaften Affären-Prozess in der Ehe 2.0 angelangt ist und es auch danach eine ganze Weile des Eingroovens benötigt hat, bis sie einen stabilen Zustand erreicht haben. Bie @Springfield ging der erste Versuch einer Eheöffnung komplett in die Hose und die die Ehe trotz Kind in die Brüche.Seine Ex ist samt Kind seitdem mit dem prolligen Nachbarn zusammen. Erst die zweite Ehe hielt der Öffnung stand. Insofern finde ich unser Beziehungsmodell bisher vergleichsweise krisenarm und der Ansatz mit dem Coaching hilft uns hoffentlich, ähnlich traumatische Erfahrungen zu vermeiden, wie sie @Lotte08 und @Springfield machen mussten.
Abgesehen davon, meine Nervosität aber auch Vorfreude auf die samstägliche Inquisition steigt. Ob zum Treffen mit Schreiner's Schwester kommen wird, steht dagegen immer noch in den Sternen, ist aber auch nicht mein B.. Es kommt wie es kommt. Von Sonntag bis Dienstag nutzen wir das schöne Wetter und fahren zu fünft mit Au-Pair in die Berge. Ich denke wir werden da auch einiges an Pärchen-Quality-Time verbringen können, da die Kids und Au-Pair super harmonieren. Vielleicht finden wir ja einen einsamen Heuschober auf der Alm für Pärchen-Freuden. Hatten wir bisher noch nie auf der Speisekarte. Dienstag bin ich dann gestärkt hier zurück und kann vom Treffen mit der Koreanerin und ihrer Frau berichten.