Zitat von Ella: Das verstehe ich voll und ganz, gebe jedoch zu bedenken, dass es ungesunde Situationen gibt, wo genau so ein Verhalten zur Verdrängung führt. Es sind meistens Situationen mit einer sehr starken emotionaler Abhängigkeit. Der Betroffene erkennt es nicht mal.
Ich sage nicht, dass das bei dir so ist - das kann ich nicht wissen - aber ziehe es bitte in Betracht und gehe nach innen.
Ich verstehe deinen Punkt und sehe diese Gefahr auch. Natürlich bin ich emotional mit meiner Frau tief verbunden, so wie jeder Liebende. Ich würde für 3 Menschen auf dieser Welt mein Leben lassen: Für meine Kinder und meine Frau. Ich stelle mir diese Frage schon immer wieder und komme immer wieder zu dem Schluss: Für jeden der 3. Keine Ahnung ob ich da altmodisch bin oder ob da ein Heldenkomplex am Werk ist, aber wenn einen eine zufällige Kugel trifft, dann bitte mich.
Dennoch glaube ich nicht, dass ich emotional abhängig von meiner Frau bin. Ich kann mich schon ganz gut abgrenzen und wenn ich feststellen würde, dass meine Frau falsch spielt oder im Innersten gar nicht die Frau ist, die ich liebe, dann würde mir das zwar das Herz brechen, aber es wäre bei weitem kein Weltuntergang. Ich habe tolle Kinder, komme bei Frauen gut an, habe einen tollen Job und ein recht sorgenfreies Leben. Und ich bin der Überzeugung, dass Liebe eh dem Zufall geschuldet und nicht Schicksal ist. Es gibt da draußen durchaus noch viele passende Deckel für meinen Topf.
Ungesund empfände ich die derzeitige Situation nur, wenn ich das Gefühl von meiner Frau vermittelt bekäme, ich wäre nicht ihre Nr 1 im Leben. Aber das empfinde ich eben ganz anders. Der Blütenblatt-Vergleich ist nach wie vor stimmig. Natürlich kann es gelogen sein, wenn meine Frau ihren Kopf auf meine Brust legt und sagt, dass sie mich liebt. Kürzlich sagte sie mir, dass ich wohl der eine aus 80 Millionen wäre, der sich mit seiner Partnerin über eine zweite Liebe freuen kann und dass sie nie geglaubt hätte, dass so etwas möglich wäre. Das mag jetzt jemand für Manipulation halten, ich glaube aber es ist einfach ein Ausdruck, dass sie mit mir glücklich ist, eben auf unkonventionelle Art glücklich. Und erst recht bin ich das mit ihr, kleine Verletzungen hin oder her.
Zitat von Felica: Findest Du wirklich, dass man diese Ausflüge miteinander vergleichen kann?
Eigentlich schon. Meine Frau und ich haben halt unterschiedliche Ausflugsziele: Meines ist aufregender, leicht dominant/devoter 6, ihres ist romantische Intimität und Nähe mit dem Schreiner. Jeder bekommt hoffentlich bei den Ausflügen das, was er sich wünscht.
Zitat von meineMeinung: Also dass deine Frau den Schreiner liebt und du nur zum Pimpern gehst ist keine Schieflage?
Nein, ich sehe da keine Schieflage. Mir geht es doch bei der Außenbeziehung nicht um Liebe, sondern ausschließlich um guten 6. Im Gegenteil bin ich gottfroh, dass ich mich nicht in Miss K verliebt habe und das wohl auch nie werde (und anders rum hoffentlich auch nicht!). No more Jamaika!
Eine Schieflage wäre es doch nur, wenn ich mich nach anderen Dingen in der Außenbeziehung sehnen würde. Es ist ähnlich wie bei einem Hobby: Der eine geht gerne Laufen, der andere sammelt und katalogisiert südamerikanische Schmetterlinge. Das ist doch auch keine Schieflage, auch wenn die Hobbys unterschiedlich sind. Zur Schieflage würde es erst werden, wenn das Schmetterlingsammeln so viel Aufwand, zB durch Reisen erfordern würde, dass der Partner zu kurz kommt.
Nein, auch bei genauerem Hinsehen, kann ich keine Schieflage sehen. Worin soll die begründet sein?