Zitat von carlos7: Irgend etwas ist nämlich anders, seit ich zurück bin. Nicht mal unbedingt bei meiner Frau, sondern eigentlich bei mir.
Carlos, darf ich fragen, was bei deiner Frau nach den 10 Tagen intensiver Schreinerzeit nun anders ist?
Zitat von carlos7: Über diesen Punkt habe ich mit meiner Frau Montag abend noch einmal ausführlich gesprochen und ja, sie fühlt sich in diesem Sinne voll und ganz polyamor und glaubt, dass sie die Liebe zu zwei Menschen erfüllt und glücklich macht
Was soll sie dir auch anderes sagen, ohne das von ihr geschaffene und von dir abgenickte Konstrukt zu
gefährden oder zum Einsturz zu bringen. Ist es nicht genau das, was du an Nähe von ihr vermisst, was die
Realität abbildet?
Ist es nicht so, dass du deine eigenen Werte und No-Go aufgegeben hast und ihr damit das zunehmend leichter
gemacht hast ihr neues Doppelleben zusätzlich zu leben. War es wirklich dein Ziel nur noch in einer Teilzeit-Ehe
zu leben? War es dein Ziel deine Ehe/Familie vom festen Boden auf einen unsicheren Untergrund zu stellen?
War es wirklich dein Ziel, dass deine Kinder in der Zeit wo sie beim Schreiner ist auf ihre Mutter, vermutlich bald
häufiger und länger als bisher, verzichten müssen? Die schöne gemeinsame Zeit mit den Kindern geht so schnell
vorbei und lässt sich nicht nachholen. Ist der Lover von ihr das wirklich wert und möchtest du das so und findest
das gut und richtig?
Klar ist sie noch deine Frau, allerdings nur noch wenn sie bei dir ist. Wenn sie beim Schreiner ist, ist sie mittler-
weile die Frau, und nur, vom Schreiner. Und genau das ist der springende Punkt. Welchen Raum und Zeitrahmen
darf die Zweitbeziehung maximal zulasten der Hauptbeziehung mit den Kindern haben, um der Verantwortung für
die eigene Ehe/Familie mit Kindern gerecht zu werden und die Ehe nicht zu gefährden.
Zitat:Ich habe mich zwar entschieden, die Situation aktiv anzunehmen und nicht die Situation durch
Trennung zu verlassen. Aber... Wie aktiv soll und kann ich gestalten? Wie aktiv soll und kann ich kleine Gesten der Wärme einfordern?
Mehr Nähe, wirst du mittlerweile wissen, erreicht du bei ihr nicht mit deinem bisherigen Verhalten. Solange sie
sich völlig sicher ist nichts dafür tun zu müssen, damit ihr Zuhause mit dir, euren Kindern und Familie wie eine
Festung für sie Bestand hat, wird sich bei ihr nichts daran ändern.
Zitat:Wie aktiv soll und kann ich mich auf den Schreiner einlassen im Sinne ihn als vollwertigen Partner zu akzeptieren?
Das solltest du dir mehr als reiflich überlegen. Das würde beinhalten, die Zweitbeziehung wird damit in Richtung
gleichwertiger Beziehung, aufgewertet.
Wie du schon selbst erkannt hast, werden die Weichen für die nähere und weitere Zukunft jetzt wohl zeitnah
gestellt. Bitte mache keine voreiligen Aktionen, sondern warte den nächsten, nachzuholenden, Termin bei der
Therapeutin ab. Es wäre gut und richtig, mit deiner Frau in ein moderiertes Gespräch zu kommen, bei dem
alles ungeschminkt, sachlich, nichts verschweigend und in die Tiefe gehend auf den Tisch kommt.
Carlos, nicht das, was deine Frau leben will, sondern wie du selbst dauerhaft leben möchtest - du hast nur
dieses eine Leben - und der Schutz und Bestand der Ehe und Familie mit den Kindern, sollte das wichtigste
und wertvollste für dich sein.
Weiß deine Frau Bescheid über deine Gefühlswelt, Gedanken und unsortiert sein? Bist du dir sicher, dass es
den im Test vereinbarten Stopp-Code (Veto) noch gibt? Wie lange wird deine Frau wohl noch das anstrengende,
neben Job, Ehe, Familie Haus und Hof, Doppelleben ohne gesundheitlichen Schaden zu nehmen, durchhalten?
Bist du da wachsam?
Ist es das was ihr da veranstaltet wirklich wert? Bist du dir sicher, dass du mit deiner Frau noch im selben Zug
sitzt und ihr am selben Endbahnhof ankommen werdet?