carlos7
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Zitat von Füchsin83:Kann nicht jemand eine summary geben
Weil 734 Seiten....Leute
Wie gestern abend versprochen. @ElGatoRojo und @Renama haben es in ihren pointierten Worten schon ganz gut zusammengefasst, aber ein paar Punkte will ich ins rechte Licht rücken.
Zum einen: Um unseren Hintergrund zu verstehen und warum wir und wie wir sind, ist der folgende Beitrag eigentlich der einzig wichtige:
Zitat von Carlos7:Eigentlich dachte ich, ich hätte das folgende heute morgen schon gepostet, aber offensichtlich nicht... Bevor ich das samstägliche Gespräch mit meiner Frau hier wiedergebe, ist es vielleicht sinnvoll erst mal ein bisschen über sie und mich zu erzählen: Ich bin hier im Süden Deutschlands aufgewachsen. Einzelkind. ..
Was unsere Ehe betrifft: Wir sind über 10 Jahre verheiratet, haben die 2 tollsten Jungs der Welt und meine Frau hat ihre wissenschaftliche Karriere für die meine in der Wirtschaft geopfert. Ihr wären alle Türen der akademischen Welt offen gestanden, statt dessen hat sie sich in Halbtags-Jobs als Post-Doc rumgeschlagen, die eine Beleidigung ihres Intellekts und ihrer Fähigkeit waren. Unter anderem deshalb ist sie in eine depressive Verstimmung reingerutscht, aus der sie heraus die Ehe öffnen wollte. Wenigstens auf dem Gebiet wollte sie ihre Fesseln aus der Kindheit/Jugend abwerfen.
Was mir wichtig ist zu betonen und was aus dem Beitrag des Katers nicht hervorgeht: Ich bin eine extrem treue Seele und würde meine Frau nie hintergehen. Ich hatte keine Geliebte vor der Öffnung, aber dankend den Vorschlag angenommen, da ich eindeutige Avancen bekommen hatte, mich die Vorstellung, meine Frau an andere Männer zu verleihen 6uell kickte und weil ich mir 6uelle Offenheit und gesteigert Libido bei ihr erhoffte.
Nach 6 Monaten hatte sich meine Liaison erledigt und meine Frau datete weiter, mit aller Vorsicht und Bedacht. Ich wollte die Ehe wieder schließen, da ich nur mit viel Aufwand noch jemanden für mich fand, da mich das Kopfkino immer weniger kickte und da meine Sorge um ihre körperliche Unversehrtheit immer mehr zunahm. Sie lehnte sehr bestimmt ab. Es kam insgesamt einige wenige male zum 6, aber ihr Fokus war das selbst bestimmte Flirten und bei sehr großer Sympathie auch mal selbst bestimmte Intimität. Fokus auf: sie bestimmt selbst. Vor einem knappen Jahr lernte sie dann das erste mal jemanden, den Schreiner, im Real Life kennen, etwas das sie vorher mit eisigen Körben zu verhindern wusste. Sie hat ihn an sich rangelassen und im Zuge dessen das Daten anderer Männer komplett eingestellt.
Zeitgleich hat sie über Vitamin B eine super Chance am Institut als leitende Forscherin eines wichtigen Projektes bekommen und geht beruflich voll darin auf. Ich hatte ihr das ermöglicht, indem ich ein 3.Monats Sabbatical genommen habe. Durch Job und Schreiner blühte sie auf und die Stimmung ist seit Monaten wie ausgewechselt.
Bzgl Schreiner: Wir hatten als eiserne Regel vereinbart, dass Fremdverliebtheit nicht vorkommen darf, das genau ist bei ihr aber eingetreten. Es gab ein wenig Zoff zwischen uns und sie hat sich in der Folge von ihm kurzzeitig getrennt. Ich habe dann den Vorschlag gemacht, für den Rest des Sabbaticals eine Testphase zu machen, um zu sehen was die Nebenbeziehung zum Schreiner mit uns macht. Nach den 10 Wochen fanden wir beide unsere Beziehung inniger und 6uell aufregender als je zuvor und haben vereinbart, dass wir so im Dreieck weitermachen. Ich die Nr 1, er die regenerierende und bereichernde Auszeit vom Alltag. Intellektuell und sozial passen die beiden überhaupt nicht zusammen, daher sehe ich ihn trotz der gegenseitigen Verliebtheit/Liebe nicht als Gefahr für unsere Ehe.
Ich selbst habe für mich festgestellt, dass ich nicht zwei Frauen lieben kann. Dates mit einer für mich attraktivst-möglichen, exotischen Frau habe ich kurz vor knapp eingestellt und gelitten wie ein Hund. Später habe ich die Koreanerin kennengelernt, mit der nur auf körperlicher Ebene etwas läuft aber nicht auf emotionaler, was ich gut vereinbaren kann.
Im Grunde hat sich an unserer Paarbeziehung seit dem Sommer nichts geändert. Meine Frau nimmt sich im Schnitt eine Auszeit pro Woche mit dem Schreiner, der gerne mehr (in jeder Beziehung?) von ihr möchte. Mal gibt es auch 2 Tage am Stück, wenn es sich einrichten lässt. Aber im Grunde sind wir in einem recht stabilen Zustand und beide 6uelle und emotional mit unserer Beziehung und unseren Auszeiten zufrieden. Ich bin allerdings mit mir am Hadern, weil ich sehe, dass der Spagat meiner Frau nicht wirklich gutgehen kann in ihrem durchgetakteten Leben. Und weil ich mir selbst immer unsicherer werde, wie ich mein Leben eigentlich um die Fixpunkte meine Frau und meine Kinder leben will. Und weil mich einzelne Situationen unsere Poly-Beziehung manchmal noch etwas überfordern.