Zunächst mal vielen vielen Dank an alle, die sich Freitag Zeit genommen haben, mein angeknackstes Nervenkostüm zu beruhigen. Dann eine Warnung: Es wird lang. Und chaotisch. Und wahrscheinlich kommen die Infos in Etappen, weil ich Dinge vergessen habe.
Daher hier die Executive Summary nach Day Zero:
Fazit 1: Absolut positive Ambivalenz. Mir geht es gut, sehr gut. Ich fühle mich voller positiver Energie. Ein oder zwei Gedanken piksen mein Selbstwertgefühl, aber ich lag goldrichtig mit der Annahme, dass ich das Treffen für mich brauchte.
Fazit 2: Ich liebe meine Frau. Mit diesem Menschen will und werde ich alt werden.
Fazit 3: Ich verstehe komplett, dass sich meine Frau in den Schreiner verliebt hat. Es fällt schwer, ihn in seiner ruhig-geerdeten Art nicht sympathisch zu finden. Und zusätzlich sieht er halt verdammt männlich-gut aus.
Wer noch nicht die Lust verloren hat, hier mein langer Tagebucheintrag.
Wir hatten ein richtig gutes Date, das mir zwar viel zum Nachdenken und Feinjustieren gegeben, aber mich davon überzeugt hat, dass meine Frau und ich auf einem guten Weg sind... und den Schreiner dabei mitnehmen können, ohne dass ich zurückfalle. Ich muss zugeben, dass er mich in einiger Hinsicht wirklich beeindruckt hat. Vor allem, aber nicht nur, optisch/körperlich. Ihn an der Seite meiner Frau zu sehen, hat extreme Ambivalenz ausgelöst. Einerseits hat es mein Kopfkino wahnsinnig angefeuert, andererseits kam ich mir wie der Glöckner von Notre Dame im Vergleich zu ihm vor. Der letzte Punkt nagt doch ziemlich an mir. Andererseits findet mein Kopfkino es extrem anregend, wenn ein optischer Alpha auf meine Frau und nur meine Frau abfährt oder sich ihr sogar unterordnet, obwohl er nahezu jede Frau haben könnte. Das kickt enorm, neben dem 6uellen Aspekt auch das Machtgefühl.
Meine Frau war Freitag im Vorfeld des Treffens wirklich süß und liebevoll um mich bemüht. Wir haben noch einmal gesprochen und spontan bin ich von meinem Plan abgewichen, alleine hinzugehen. Es erschien mir dann doch besser, wenn sie am Anfang dabei ist. Einerseits wollte ich sehen, wie die beiden miteinander umgehen, andererseits dachte ich, dass ein Eisbrecher gut täte. Sie war sofort dazu bereit und der Schreiner war auch ok damit. Wir haben die Au-Pair die Kids bespaßen lassen und sind vorher zusammen essen gegangen. Wie gesagt war sie richtig süß: In jeder Sekunde, in der wir kein Besteck in der Hand hatten, lag ihre Hand auf meiner. Wenn uns jemand gesehen hat, hätte er wahrscheinlich gedacht, wie wären frisch verliebt. Ich habe vor Nervosität allerdings kaum einen Bissen runter bekommen. Danach ging's zum von ihr ausgesuchten Treffpunkt: Einer angesagten Szene-Bar, die ich nicht kannte, aber in der meine Frau schon mal mit dem Schreiner war. Was ich neben ihrer um mich bemühten Art im Vorfeld sehr schön fand war, dass sie beim Austeigen aus dem Auto sofort meine Hand ergriffen hat und demonstrativ auch nicht mehr losgelassen hat, bis wir drei uns in der Bar begrüßten.
Er war bereits da und die beiden haben sich wie alte Freunde begrüßt: Lächeln, Küsschen links, Küsschen rechts und ein schön, dass du da bist. Geht's dir gut?. Drinnen standen wir dann um einen Bistro-Tisch rum. Meine Frau überlässt nichts dem Zufall: Die Bar war perfekt für so ein Treffen gewählt. Laut, aber nicht zu laut. Entspannte Atmosphäre. Gute Stimmung. Gute Drinks. Bei dem Bistro-Tisch stand logischerweise niemand in der Mitte und niemand außen. Hat man eine Person angeschaut, hat man der anderen nicht den Rücken zugedreht. Dennoch hat mich das ganze an den Film erinnert, den ich auf dem Flug nach NYC gesehen habe. Die beiden sahen einfach wie das perfekte Paar aus, ich wette dass niemand der Anwesenden je auf die Idee gekommen wäre, dass ich der Partner der Frau bin und nicht der Schreiner. Eher sahen sie ein Model-Pärchen und einen Bekannten, an den man sich nach ein paar Minuten nicht mehr erinnert. Ich mache mir da nichts vor, wenn es nach Körper oder Aussehen geht, spielen die beiden in einer anderen Liga. Wenn es (nur) danach gehen würde, wäre ich absolut chancenlos. Wie ich schon sagte, das nagt schon. Andererseits kickt es auch gewaltig. Ich kann das Gedühl gar nicht richtig beschreiben... schaurig-schön?
Im Vergleich zum Film hat sich meine Frau allerdings komplett anders als die Frau dort verhalten, nämlich neutral bis mir zugewandt. Es waren so kleine unbewusste oder bewusste Gesten: Wenn sie mit mir gesprochen hat, hat sie wie bei uns oft vorkommend, ihren kleinen Finger auf meinen gelegt, während sie bei ihm absolut jeden Körperkontakt gemieden hat. Als sie sich nach einer halben Stunde verabschiedet hat, sagte sie sie müsse sich jetzt um ihre kleinen Männer zuhause kümmern. Sie denkt, ihre großen Männer kommen sehr gut auch ohne sie zurecht. Zum Abschied gab es für ihn Küsschen links und rechts und für mich auf den Mund und ein bis nachher, Schatz. Jetzt kann man alles überinterpretieren, aber sie hat in meinen Augen schon klar gemacht, wer ihr Haupt- und ihr Neben-Partner ist. Ich habe mir auch eingebildet, dass er ihre Klein-Finger-Reaktion sehr genau registriert hat.
In der knappen halben Stunde haben wir nur unverbindlichen Small Talk gemacht. Zuerst über die Bar, deren Historie und Besitzer der Schreiner kennt, dann über das Restaurant in dem wir essen waren. Dann über einen guten Italiener, in dem die beiden während meiner Reise waren. Über das Stadtviertel und die Szene. Er hat ein wenig über einen Künstler erzählt, der hier wohnt usw usw. Dann hat sie was über unsere Kids eingeworfen und nach den Kids seiner Schwester gefragt. Meine Frau hat das Geplauder grandios gelenkt: Eine perfekte Aufwärmrunde zum ersten Kennenlernen. Ich hätte ihr das ehrlich gesagt nicht zugetraut, schon gar nicht unter dem gegebenen Druck. Eigentlich ist das meine Domäne und sie tut sich mit so etwas eher schwer. Aber... ich habe es ja bereits gesagt: Seit sie den Schreiner kennt, ist sie lockerer geworden. Offensichtlich lockerer als ich es ihr zugetraut habe. Ihr war absolut nicht anzusehen, dass sie unter Druck stand.
Als sie dann ging, entstand erst mal eine sehr seltsame Stimmung. Ist wieder schwer zu beschreiben. Ich versuchte einfah weiter zu plaudern, aber so richtig passend war das auch nicht, also schwiegen wir und Männer-typisch einfach an. Jeder studierte intensiv sein Glas. Und dann hat tatsächlich, und das muss ich ihm echt anrechnen, er das Schweigen gebrochen und gesagt, dass er froh ist, mich mal zu treffen. Er hätte echt Schiss vor dem Abend gehabt, aber dank M (meine Frau) wäre es bisher echt nett gewesen. Und er denkt, ich bin wohl tatsächlich ein so netter Typ, wie sie immer sagt. Manchmal täusche sogar ich mich in Menschen, ich hätte ihm das nie zugetraut den Eisbrecher zu spielen und auf die persönliche Ebene zu gehen. Und dazu auch mit echt passenden Worten. Also er ist nicht nur Body, sondern hat auch was zwischen den Ohren. Vielleicht kein grandioser IQ, aber EQ und Einfühlungsvermögen hat er definitiv. Unser Gespräch war dann in der Folge etwas skurril. Normalerweise würde man einen Hahnenkampf mit stolz geschwelltem Kamm (?) erwarten, wenn zwei Nebenbuhler um eine Frau aufeinandertreffen. Wir haben uns dagegen mit einem Grinsen erzählt, wie nervös wir waren. Ich habe erzählt, dass ich mich den ganzen Tag nicht wirklich konzentrieren konnte und im Restaurant keinen Biss runterbekam, er hat erzählt dass sein Vorgesetzter ihn gefragt hatte ob es ihm gutgehe, weil er so fahrig war. Ich habe ihn da trotz den Erzählungen meiner Frau falsch eingeschätzt... Ich verbinde bei Männern richtig gutes Aussehen immer mit Arroganz. War er überhaupt nicht.
Wir habe uns dann recht lang über seinen Job unterhalten. Das war ein Thema, das mich sehr interessiert hat, vor allem sein Nebenjob als Künstler. Er arbeitet in Fast-Vollzeit als angestellter Schreiner in einer Firma und betreibt sein Kleingewerbe mit ein paar Stunden pro Woche. Seiner Aussage nach kann man von letzterem nicht leben. Er hätte es mal versucht, hätte aber nicht geklappt. Ich weiß von meiner Frau, dass er aus der Zeit noch Schulden hat und ihm immer noch das Finanzamt im Rücken sitzt. Es war schon interessant, wie er über seinen Day to Day Job geredet hat und über sein Kleingewerbe. Da hat man klar gesehen, wo seine Leidenschaft liegt. Er war auch interessiert an meinem Job und meinte, dass M. ihm nie erklärt hat, was ich eigentlich wirklich mache. Apropos M., auch das war irgendwie eine interessante Dynamik. Weder habe ich von meiner Frau gesprochen, noch er von seiner Freundin oder deiner Frau. Wir haben beide sehr darauf geachtet, neutral ihren Namen zu nenne, wenn wir sie erwähnten.
Dann kam das Gespräch so langsam auf meine Frau. Er fragte mich, was sie eigentlich genau tut. Wenn sie beisammen sind, würde sie fast nie ein Wort über ihre Arbeit verlieren. Sie sagt dann meist, sie wolle ihn nicht langweilen. Wäre aber wohl nicht der eigentliche Grund, er bohrt aber ungern bei ihr nach. Ich habe dann ziemlich lang erklärt, was sie in den letzten Jahren seit der Promotion gemacht (oder auch nicht gemacht) hat. Er hat gefragt, ob wir uns an der Uni kennengelernt haben und ich habe ihm grob unsere Beziehungsgeschichte erzählt. Danach haben wir uns wieder eine Weile angeschwiegen. Er meinte dann irgendwann, dass wir also durch und durch eine Akademiker-Familie wären und unsere Kinder das wohl auch würden. Er glaubt nicht, dass er als Akademiker glücklich wäre, ihn würde es begeistern, Dinge mit seinen Händen zu erschaffen die andere Menschen begeistern. Wenn er feststellt, dass Menschen auf Märkten seinen Schmuck oder seine Kunstgegenstände toll aber zu teuer finden, müsste er immer mit sich kämpfen, sie nicht zu verramschen. Wir haben dann ein bischen drüber philosophiert, dass Kunst und Forschung sich gar nicht so unterscheiden: Beide schaffen Neues, das im besten Fall begeistert aufgenommen wird.
Also das Gespräch war wirklich tiefgründig (?). Anders als ich es erwartet hatte. Er hatte so gar keine Schranke und Abgrenzung aufgebaut, sondern war völlig offen´, wie wenn wir uns bereits gut kennen würden. Dabei konkurrieren wir um die Zeiten und die Zuwendung meiner Frau. Wie gesagt, es war von außen betrachtet skurril, aber im Gespräch fühlte es sich ganz natürlich an. Ich glaube tatsächlich, dass es seine ruhige, unaufgeregte, offene Art war, mit der er den Eispanzer meiner Frau wider alle Wahrscheinlichkeit geknackt hat. Man fühlt sich in seiner Gegenwart wahrscheinlich einfach wohl, zumindest mir ging es so. Abgesehen davon, dass ich etwas neben ihm verblasst bin. Irgendwann sind mir zwei junge Frauen ca Mitte 20 aufgefallen, die ihm immer wieder Blicke zugeworfen haben. Nachdem ich das bemerkt hatte, habe ich immer mal wieder rüber geschaut. Bis wir gingen, hat sich am Glotzen der beiden nichts geändert. Am liebsten wäre ich zu ihnen rüber und hätte gefragt, ob ich mich vielleicht anders setzen soll, damit ich auch keinesfalls im Blick bin? Ich glaube was mich da geärgert hat, war das gleiche was mich in Paris geärgert hat (was mich aber sonst stolz auf meine Frau macht): Ich werde ignoriert und nur meine Frau gesehen. Hier auch: Keine der beiden Holden hat mich je angeschaut, wenn ich rüber geschaut habe. Ich war für die beiden offensichtlich so interessant, wie der Barhocker auf dem ich saß.
Wie auch immer, die Beziehung zu meiner Frau haben wir in dem Gespräch erst ziemlich am Ende angeschnitten. Auch das ging wieder von ihm aus, denn irgendwann sagte er, dass er sich gerne bei mir entschuldigen würde. Da das ziemlich unvermittelt kam, hatte ich keine Ahnung, worauf er eigentlich abheben wollte. Er hat dann ein bisschen um den heißen Brei rum geredet und meinte schließlich, dass er ziemlich sauer war, als M. kurzfristig das Treffen mit seiner Schwester abgesagt hatte, die extra in die Stadt gekommen ist, um sie kennenzulernen. M. meinte nur, ich bräuchte ihre Hilfe, da ich eine kleine Krise hätte und hat sich dann zwei Tage nicht mehr bei ihm gemeldet. Worauf er sie unter Druck gesetzt hat. Im Nachhinein täte ihm das leid. Er hätte in seiner Enttäuschung über die Absage des Treffens nicht realisiert, wie sehr er M. damit unter Druck gesetzt hat. Sie hätte sich wirklich Sorgen um mich gemacht und seine Pflicht als Freund wäre eigentlich gewesen, ihr da Kraft zu geben und nicht Kraft zu kosten. Sie haben das unter sich geklärt, aber er wollte sich bei mir auch noch mal entschuldigen. Fand ich eine wirklich tolle Geste von ihm. Und war die perfekte Gelegenheit über Erwartungen an meine Frau zu reden. Ich habe ihm versucht zu erklären, unter welchen Zwängen meine Frau mit Job, Familie, Haus, Hof und mir steht. Hat er auch verstanden und sagte, dass ihm klar sein, dass M. nur sporadisch Zeit mit ihm verbringen könne. Für ihn sei das kein Problem (was ich ihm nicht ganz abnahm). Er meinte er sei eh nicht dafür gemacht, fest an der Seite eines anderen Menschen zu leben. Das hätte er einmal probiert und es wäre im Fiasko geendet. Es wäre schon gut so wie es ist, falls es für mich auch gut so wäre. Musste ich fast lachen... das war sozusagen die Friedenspfeife, die er mir hinhielt: Don't change a winning team. Natürlich habe ich die virtuelle Hand ergriffen und in die implizite Vereinbarung eingeschlagen. Wir waren komplett einer Meinung, dass wir beide aufpassen müssen, meine Frau nicht zu überfordern und zu zerreißen. Seiner Meinung nach nimmt sie sich zu viel zu Herzen. Man würde ihr sofort anmerken, wenn es zwischen ihr und mir mal Knatsch gegeben hätte. Oder wenn es unseren Kids nicht gut gehen würde. Fand ich ziemlich erstaunlich, denn eigentlich behauptet meine Frau immer die Welten strikt zu trennen. Kann sie wohl nicht so gut, wie sie es gerne hätte.
Ich habe ihm dann noch eine Frage gestellt, die vielleicht nicht so schlau war: Ich habe ihn nämlich gefragt, ob er sich eine feste Partnerschaft mit M. vorstellen könnte, wenn sie nicht gebunden wäre. War eigentlich bescheuert, so eine hypothetische Frage zu stellen, aber es hat mich einfach interessiert: Er sagte, dass das schwer zu beantworten wäre. Auf der einen Seite natürlich, auf der anderen Seite wüsste er, dass eine feste Beziehung mit ihr keine Zukunft hätte. Bei ihnen würde die Anziehung auf Gegensätzlichkeit beruhen, das wäre keine Basis für ein gemeinsames Leben. Beruflich, familiär, sozial... alles komplett gegensätzlich. Nein, so wie es jetzt ist, wäre es viel besser. Interessanterweise fragte er mich dann, ob ich mir ein Leben ohne M. vorstellen könne. Was ich natürlich verneint habe. Ich habe ihm dann erzählt, dass ich eine Außenbeziehung habe, die aber nichts an meiner Beziehung zu M. ändern würde (über Miss K wusste er schon Bescheid). Ich habe ihn gefragt, ob er auch noch eine andere Frau neben M. datet. Seine Antwort fand ich sehr interessant: Nein, er hätte derzeit kein Interesse an anderen Frauen. Im Vergleich zu M. fände er alle anderen fad (sic). Ich habe nicht nachgefragt, ob er das Gesamtpaket meinte, den intellektuellen oder den 6uellen Teil. Fand ich aber extrem interessant, wobei noch interessanter war dann (und das ist ein weiterer Punkt an dem ich ein wenig zu kauen habe), dass er meinte: Außerdem fände M. es nicht so prickelnd, wenn er neben ihr andere Frauen datet. Also das mit der Exklusivität zwischen den beiden durchsteige ich nicht wirklich, habe meine Frau da aber jetzt noch nicht drauf angesprochen.
Zum Abschluss haben wir dann einfach noch ein bisschen Smalltalk über Mountain Biken und Skifahren gemacht. Nach guten anderthalb Stunden Zwiegespräch haben wir uns per Handschlag verabschiedet. Ich sagte ihm frei heraus, dass ich froh bin, dass M. ihn kennengelernt habe und dass er ihr gut täte. Sie wäre richtig glücklich seitdem. Er hat sich für das Gespräch bedankt und meinte, dass es gut getan hat, mit mir in Person mal zu reden und vielleicht könnten wir das ja mal wiederholen.
Ich war unmittelbar danach extrem euphorisch. Es war total seltsam. Aller Druck war weg und ich hätte in dem Augenblick 10 Weltkugeln stemmen können. Ich weiß nicht mal warum, aber ich war so vollgepumpt mit Optimismus, dass ich fast geplatzt bin. Zuhause stand meine Frau direkt an der Tür, als ich heimkam und hat mich fragend/besorgt angeschaut. Ich habe nichts gesagt, sondern sie nur fest in die Arme genommen und meine Zunge mit ihr eine Ewigkeit verknotet. Dann sagte ich, dass sie keine Ahnung hätte wie sehr ich sie lieben würde. Wir haben dann mindestens noch eine Stunde gesprochen, weil sie alles ganz genau wissen wollte, am liebsten wörtlich. Außerdem hat sie erzählt, wie sie die erste halbe Stunde erlebt hat. Dann sind wir ins Bett und ich habe meinem Stammhirn freien Lauf gegeben. Und am nächsten Morgen erneut. Ich habe weder abends noch morgens gefragt, sondern habe einfach das Stammhirn regieren lassen, dass nach Abbau der mit Hormonen vollgestopften Adern schrei. Sie hat es offensichtlich genossen und ich glaube auch erwartet. Zumindest schien sie nicht überrascht, dass ich meine Anspannung der letzten Woche auf diese Weise entladen würde. Für mich war es ein Gefühl, wie wenn ich sie wieder in Besitz nehmen würde.
Wir waren uns das Wochenende echt nahe. Gestern abend lagen wir händchenhaltend im Bett und ich sagte zu ihr, dass ich finde wir würden die beste aller Beziehungen führen. Freitag wäre sie die liebevollste Ehefrau der Welt gewesen. Wenn der Schreiner das so wie bisher mitmacht und wenn sie mir ihre Liebe so wie Freitag auch in der Zukunft zeigt, dann können wir von mir aus zu dritt alt werden.
Das war jetzt ein langer Brain Dump. Sicher fällt mir das eine oder andere wieder ein, das ich bereits vergessen habe. Es gibt ein paar ambivalente Gefühle gegenüber dem Schreiner: Einerseits weiß ich, dass ich in freier Wildbahn nicht mit ihm mithalten kann, andererseits macht mich der Gedanke an die beiden an und ich finde ihn sehr sympathisch. Das mit der Exklusivität ist mir immer noch nicht ganz schlüssig und ob meine Frau ihre liebevolle-fürsorgliche Art mir gegenüber im Alltag durchhält, ist auch fraglich. Aber ich bin immer noch energiegeladen positiv nach Freitag abend! Mir geht es echt gut!