Zitat von carlos7: Sie ist auch sofort zum entscheidenden Punkt gekommen, nämlich dass ich meine Grenzen klarer formuliere, damit es sich für sie nicht so anfühlt, als müsse sie auf rohen Eiern balancieren und erraten, was zu viel und was ok ist.
In einer anderen Situation hat sie dir das bereits ähnlich gesagt. Heißt im Klartext, sie weiß nicht immer wo sie bei
dir dran ist, weil du dich nicht klar positionierst und klare, eindeutige Grenzen formulierst und setzt. Das solltest du,
wurde dir ja hier auch vielfach empfohlen, endlich ernst nehmen.
Zitat von carlos7: denn sie war der Meinung, dass sie in der Beziehungsgestaltung eh schon längst die Führung innehatte und ich mehr die Randbedingungen formuliert hatte
Das ist wahrlich nichts Neues. Das konnte man aus deinen Posts herauslesen. Allerding ist ein Ungleichgewicht
und damit verbunden zunehmend weniger werdende Augenhöhe, alles andere als gut.
Was mir jedoch, bei all dem, was du positiv herausstellst, fehlt, ist ihr eindeutige Bekenntnis zu dir, dass sie fest an
deiner Seite steht und du und die Kinder für sie das Wichtigste in ihrem Leben sind und das immer so sein wird.
Du hattest mich gefragt und gebeten zu erläutern, was ich unter was ist ein " gestandener Mann " verstehe:
Ein gestandener Mann:
- Ist geduldig, diszipliniert, höflich, respektvoll, schützend, kennt seine Stärken und Schwächen, hat Mut und
Courage, verfolgt klare Ziele, findet Lösungen, hat Moral, Anstand, Loyalität, Respekt und Verantwortungsbe-
wusstsein, setzt sich mit Problemen auseinander, statt sich herauszuwinden, und steht zu seinen Werten.
Ein "gestandener" Mann zu sein, bedeutet einfach, für etwas zu stehen und es zur Priorität zu machen. Ich weiß
wofür ich stehe: Meine Familie.
Für deine Frau ist es also ebenso sehr wichtig, wo du stehst und ob du (noch) fest an ihrer Seite stehst. Ihr wird
bewusst sein, dass nur so lange der Schreiner und du das fragile Konstrukt mittragt, kann sie sich sicher fühlen.
Ansonsten könnte es auch für sie ein möglicherweise böses Erwachen, falls ihr an dem Erhalt der Ehe was liegt,
geben.
Zitat von carlos7:
Mir ist nicht klar, wohin ich zurück sollte? In eine monogame Beziehung? Warum sollte ich das tun wollen?
Ich hatte nichts von einer Beziehungsart geschrieben. Eure Ehe steht nicht mehr auf eigenen, festen Füßen.
An den erheblichen Defiziten wurde nicht gearbeitet, im Gegenteil sind weitere kaum mehr umkehrbare hinzu-
gekommen. Nein, ein Zurück in eine monogame Beziehung war nicht gemeint.
Zitat von carlos7: Ich wüsste nicht, worum es bei fehlendem Rückgrat sonst gehen sollte? Ihr stört euch doch massiv daran, dass ich meiner Frau mit (oder eher an) dem Schreiner freier Hand lassen. Warum ist das ein Zeichen fehlenden Rückgrates? Doch nur, wenn man einer monogamen Moraltheorie anhängt
Nein. Das hat hier niemand geschrieben. Das Thema Rückgrat wurde im Thread, und worauf sich das bezog,
eingehend behandelt und ist nachlesbar. Nur soviel, wer fast alle seine Werte, No Go und Tabus nacheinander
aufgibt und das wird nie passieren im Brustton der Überzeugung hier mehrfach verkündet hat und genau das
wenige Wochen später zulässt, hat eines ganz gewiss nicht mehr:
Rückgrat.Zitat von carlos7:
Ich bin ja der Überzeugung, dass ein Mensch nie alle Facetten abdecken kann
1. Ist auch nicht erforderlich für eine gute, liebevolle Beziehung. Jeder hat seine Ecken und Kanten, Stärken
und Schwächen. Entscheidend ist das man den LP so wie er ist liebt, man zueinander steht und weitestgehend
kompatibel ist.
2. Wenn alles, auch das ausgefallenste, abgedeckt werden soll und das so wichtig ist, sollte man keine Familie
mit Kindern gründen. Ob man mit Beliebigkeit, alles erleben und ausleben wollen, am Ende glücklich wird?
Zitat:Zitat Carlos: Es geht mir eher darum, meine Bedürfnisse befriedigt zu bekommen.
Dumm nur, dass deine Frau dir das nicht wie du das willst geben kann oder will und du deiner Frau nicht das
geben kannst oder willst, was sie beim Schreiner gefunden hat. Da sie und du die Abdeckung der eigenen
Bedürfnisse zum mittlerweile nicht mehr verzichtbarem Teil eures Lebens gemacht habt, was macht dann noch
eure Ehe, besser gesagt, was man darunter versteht, aus?
Was hat sich in Wien stabilisiert. Gibt es ein wieder näher aneinander rücken und das Gefühl auf einem festen,
noch gemeinsamen Weg zu sein? Und ist deine Frau in die Ehe zu investieren und wenn ja, was? Wirst du
zukünftig deiner Frau klarere Signale geben und Tabus, No-Go, was du so nicht möchtest, eindeutig und sofort
sagen? Ist dir bewusst geworden, dass das sehr wichtig für deine Frau, aber auch für dich, ist?
Insgesamt hörte sich dein Bericht zu Wien positiv an und man merkt, du bist euphorisch und glaubst, dass alles
nun gut läuft. Ich wünsche dir, dass die positive Momentaufnahme zumindest in den nächsten Wochen und
Monaten Bestand hat.