Zitat von Zaungast: Das ist die typische Affärendynamik mit Single/ Gebundenen Konstellation.
Der Verlierer ist der Single. Klar zeigt er sich nach außen cool. Innerlich zerbricht er vielleicht schon.
Anzeichen zeigen sich jetzt durch die Weihnachtszeit.
Ich stimme dir zu, dass er meine Frau mit Sicherheit gerne für sich hätte. Die Aussage seiner Schwester im Herbst ging ja ser eindeutig in diese Richtung. Nämlich, dass er weit mehr für meine Frau empfinden würde, als er ihr sagen würde. Und dass er mit einem mal sogar Interesse an Familie und Kinder entwickelt hat. Du hat ganz zu Beginn einmal etwas gesagt, das mir nach wie vor sehr präsent ist: Wir müssen aufpassen, dass er auch auf seine Kosten kommt und dürfen ihm nicht das Gefühl geben, er wäre nur fünftes Rad am Wagen. Da mache ich mir tatsächlich immer wieder Gedanken drum: Natürlich hätte ich meine Frau gerne 24/7 um mich herum, aber wenn meine frau ihm nicht genug Zeit und Zuwendung schenkt, ist er mit Sicherheit recht bald weg. Das ist schon eine schmale Gratwanderung und ich denke, wir haben zwischen den Jahren zu sehr auf uns optimiert.
Ich wollte das eigentlich nicht schreiben, weil ich Bedenken hatte, dass die Reaktion hier wäre: Siehst du, euer Modell klappt nicht. Aber offensichtlich hat der Schreiner weit mehr unter dem fehlenden Kontakt gelitten, als meine Frau gedacht und ich geahnt haben. Der letzte persönliche Kontakt war der Overnighter vom 22. auf den 23.12. Dann gab es ganz sporadischen Online-Kontakt über die Feiertage und im Urlaub war wie immer Kontaktsperre.
Wir kamen dann am Freitag vor Heilige 3 Könige nach Hause und meine Frau ist nachdem die Kinder im Bett waren erst mal für 1h im Büro zum Videocall mit ihm verschwunden. Danach war sie sichtlich angegriffen. Sie meinte es ginge ihm nicht gut, er hätte vor allem nach Weihnachten (hat er bei seiner Schwester verbracht) unter Liebeskummer gelitten. Er hat ihr sichtlich leid getan und sie hat sogar ein paar Tränen verdrückt, was bei ihr echt selten vorkommt. Mir hat das auch echt leid getan, sowohl für ihn, als auch für meine Frau. Ich mache mir schon Vorwürfe, dass ich wieder einmal egoistisch mein Ding durchgezogen habe. Meine Frau hatte vor dem Urlaub angefragt, ob wir wirklich wie üblich Kontaktsperre während der Zeit halten, obwohl ja schon 2 Wochen vorher fast eine solche bestand. Ich habe da nicht wirklich drüber nachgedacht, sondern einfach nur "ja, klar" gesagt. Je mehr ich jetzt darüber nachdenke, desto unsensibler komme ich mir vor. Ich an seiner Stelle wäre da auch frustriert und deprimiert gewesen.
Auf jeden Fall habe ich meiner Frau letzte Woche deshalb nicht nur komplette freie Hand, sondern sie ermutigt, soviel Zeit mit ihm zu verbringen, wie möglich. Ich bin sogar über meinen Schatten gesprungen und habe eheliche Abstinenz für die Woche verkündet, so dass sie sich auch voll auf ihn konzentrieren kann. Hat sie auch getan. Sie hat außer dem Samstag abend nach dem Urlaub noch 2x bei ihm übernachtet und hat sich in fast jeder Mittagspause mit ihm getroffen. Sie sagt, sie hat alles getan, ihm zu zeigen, dass sie ihn in ihrem Leben haben will und als Mann und Partner wertschätzt.
Natürlich fühle ich mich jetzt ein bisschen zurückgesetzt. Ich merke natürlich schon, dass ihre Gedanke gerade viel um ihn kreisen und sie überlegt, wie sie die Bindung zu ihm intensivieren kann. Da merke ich dann schon einen Abzug partnerschaftlicher Energie aus unserer Beziehung. Ich hoffe und denke aber, dass sich das in den kommenden Tagen wieder gibt. Außerdem steht ja auch Ende des Monats der Kurzurlaub an.
Ich weiß nicht, ob mich mein Gefühl täuscht. Unser Dreieck klappt im Alltag eigentlich richtig gut. Aber sobald eine Sondersituation eintritt, zB durch Urlaub, Reise oder ähnliches, kommt das System in Unwucht und es dauert eine ganze Weile, bis wir uns wieder eingerenkt haben. Ob sich das mit der Zeit und mit größerer Routine bessert, kann ich natürlich nicht sagen, hoffe aber drauf. Vielleicht muss ich mich auch noch mal mit ihm oder wir alle drei uns zusammensetzen und darüber reden, wie wir mit solchen Situationen umgehen wollen.