carlos7
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Zitat von Waris07:Du als derjenige, der in der Hauptbeziehung mit ihr ist, solltest dich in diesen Nebenschauplatz nicht einmischen und gleichzeitig darauf pochen, dass sie dafür sorgt, dass Mann Nummer 2 begreift, wo sein Platz ist, dass die vereinbarten Grenzen/ Regeln eingehalten werden.
Ich möchte die gestrige Diskussion hier aufgreifen, um ein paar Grundsätze zu verdeutlichen, die vielleicht etwas untergegangen sind oder falsch verstanden wurden.
Zum einen ist mir wichtig zu betonen, dass meine in NYC getroffene Entscheidung wie ich unsere Paarbeziehung führen möchte, nicht nur ein Gedankenexperiment war, sondern ich die Paarbeziehung wirklich so leben möchte und das auch mit meiner Frau so vereinbart habe. Auch wenn (oder gerade weil) ich sehr dominant im 6uellen Bereich bin und zum Teil auch im im gesellschaftlichen Bereich, so möchte ich eine gegenteilige Rolle in der Paarbeziehung haben. Ich möchte, dass meine Frau führt und ich mich unterordne. Dass sie mir im Rahmen unserer Vereinbarung und Grenzen meine Rolle zuweist und dafür sorgt, dass es mir damit gut geht. Dass sie zwar Grenzen testet, wir die Ziehung der Grenzen aber gemeinsam vornehmen.
Für mich fühlt sich diese Rollenverteilung in der Beziehung einfach stimmig an. Erklären kann ich es nicht. Vielleicht ist es eine Kompensation meiner sonstigen Dominant- und Machtbestrebungen. Oder es ist in meinem Elternhaus und meiner Kindheit begründet oder darin, dass ich zu viel Verantwortung zu früh im Leben schultern musste und einen Safe Space brauche, in dem ich die Verantwortung komplett abgeben kann. Wie auch immer, wenn ich in mich hineinhorche, fühle ich einfach dass es "richtig" und "stimmig" ist, wenn meine Frau führt.
So ein bisschen hat sich das durch die D/s Beziehung zu Miss K gefestigt. Dort übergibt mir Miss K nach meinem einleitenden Code-Wort (innerhalb der vereinbarten Regeln) die absolute Verfügungsgewalt über ihre 6ualität und ihren Körper so lange bis einer von uns das Code-Wort wiederholt und wir das Machtgefälle beenden. Sie sagt, innerhalb dieser Zeit fühlt sie sich von aller Verantwortung und allem Druck befreit. Sie lässt sich einfach fallen, komplett und bedingungslos. Für sie fühlt sich das "richtig" an. Und dieses "richtig"-Gefühl habe ich, wenn ich meine Frau innerhalb unserer Grenzen machen lasse.
Insofern hatte ich überhaupt kein Problem damit, als mir meine Frau sagte, dass die letzte Woche Schreiner-Woche wäre und sie ihm mehr Zeit und Aufmerksamkeit widmen würde als mir. Ich habe voll darauf vertraut, dass sie zu ihrem Wort stehen würde und diese Sondersituation auf die eine Woche begrenzt würde, was auch der Fall ist, denn seit Samstag morgen sind wir wieder im alten, eingespielten Modus. Auch dass sie sich entschlossen hat, die Grenze für kommenden Samstag auszuweiten und nicht zur Frühstück wieder da zu sein, sondern erst am späten Vormittag war für mich ok. Deren Jahrestag ist eine Sondersituation und wir reden hinterher darüber, ob die Ausweitung der Grenze als Ausnahme stimmig war und ob wir die Grenze in Zukunft weich oder fest handhaben. Meine Idee des verlängerten Wochenendes war auch nicht komplett auf meinem Mist gewachsen. Natürlich hat mir meine Frau zwischen den Zeilen zu verstehen gegeben, dass sie gerne mal eine längere Auszeit mit ihm nehmen würde. Aber da das klar außerhalb der festen Grenzen war, blieb es ihrerseits bei dem ungeäußerten Wunsch, den ich kannte und dem ich ihr ermöglichen wollte, weil ich sie liebe und wusste, dass ich ihr dmait eine große Freude mache. Ihr mögt das nicht nachvollziehen können (oder vielleicht doch), aber diese Art von Machtgefälle in unserer Paarbeziehung fühlt sich für mich einfach "stimmig" an. Vielleicht liegt es auch daran, dass es das natürlich Beziehungsverhalten (nicht 6uell) meiner Frau ist, dominant zu sein. Beim Schreiner ist es ja durchaus ähnlich, dort führt sie eindeutig. Eventuell sogar über deren Paarverhalten hinaus im er. Bereich.
Zitat von Waris07:Das ist doch gar nicht deine Baustelle – sondern die deiner Frau. Warum wird dieser ich nennen es mal Nebenschauplatz in eure Hauptbeziehung hineingetragen. Da gehört es doch gar nicht hin und kann durchaus für einige Konfliktpunkt/Schieflage sorgen.
Die goldene Regel, die wie ein Bollwerk in einer offenen/ Poly Beziehung in Beton zementiert sein sollte ist: Jede Beziehung steht für sich und es wird nichts vermischt. Es werden keine Probleme/ Konflikte von Beziehung 1 bei Beziehung 2 besprochen oder umgekehrt.
Der andere Punkt, der mir wichtig ist: Ihr sagt, ich solle mich nicht mit dem Wohl des Schreiners beschäftigen, weil das seine eigene Baustelle und wenn schon, dann noch höchstens die meiner Frau ist. Das sehe ich anders. Der Schreiner ist ein Mensch, der meiner Frau wichtig ist und damit ist er mir auch wichtig. Ich will nicht, dass er leidet. Und wenn es eine Möglichkeit gibt, das zu verhindern oder zu lindern, die mir nicht weh tut oder schadet, dann ergreife ich diese Möglichkeit. Selbst wenn ich dann mal eine Woche zurückstehen muss oder meine Frau trösten, weil sie Liebeskummer hat oder seinen Kummer teilt. Da bricht mir kein Zacken aus der Krone und ich habe lieber das Gefühl, geholfen und verzichtet zu haben, als meine Prinzipien nur wegen der Prinzipen durchgezogen zu haben und den Kummer von einem oder zwei Menschen damit zu intensivieren. Insofern nein, ich grenze mich nicht von deren Paarbeziehung ab, sondern beschäftige mich auch damit. Ich finde es auch unrealistische, anzunehmen, dass die beiden Beziehungen vollkommen enkapsuliert nebeneinander bestehen können und sich gegenseitig nicht beeinflussen. Denn das tun sie, sogar stark.