Zitat von carlos7: Der andere Punkt, der mir wichtig ist: Ihr sagt, ich solle mich nicht mit dem Wohl des Schreiners beschäftigen, weil das seine eigene Baustelle und wenn schon, dann noch höchstens die meiner Frau ist. Das sehe ich anders. Der Schreiner ist ein Mensch, der meiner Frau wichtig ist und damit ist er mir auch wichtig. Ich will nicht, dass er leidet. Und wenn es eine Möglichkeit gibt, das zu verhindern oder zu lindern, die mir nicht weh tut oder schadet, dann ergreife ich diese Möglichkeit.
Ich greife diesen Punkt mal auf:
Du schreibst, dass dich das Wohl des Schreiners interessiert, allerdings denke ich eher im Sinne von "happy wife, happy life".
Das bedeutet: Dein eigentliches Interesse gilt dem Wohl deiner Frau. Das Glück des Schreiners ist dabei eher Mittel zum Zweck und nicht das Ziel. Das soll keine Kritik sein (schlussendlich stehen immer die eigenen Interessen im Vordergrund) und ich will dir nicht unterstellen, dass das Unglück des Schreiners dein Ziel ist.
Nur wird dem Schreiner als vermeintlich schwächsten Mitglied eures polygamen Beziehungskonstrukts das Gefühl gegeben er müsste monogam (im Bezug auf deine Frau) sein um weiterhin Teil dieses Konstruktes zu sein.
Dieser Druck wurde von deiner Frau ausgeübt, obwohl der Schreiner sich eindeutig verliebt hat und im Moment nicht polygam ist. Das ist aber auch kein Wunder, da (und hier offenbart sich die Toxizität der Handlungen deiner Frau) im ja die Möglichkeit genommen wurde sich polygam zu entwickeln (wenn er das denn möchte und kann).
Du konntest dich polygam entwickeln, weil dir die nötigen Freiheiten eingeräumt wurden. Frag dich mal wie sich das entwickelt hätte, wenn dir deine Frau zu verstehen gegeben hätte, dass sie "es nicht mag" wenn du weitere Partnerinnen hast.
Gleichzeitig ist es fraglich ob der Schreiner polygam ist oder sich polygam entwickeln kann. Im Moment ist er, im Sinne einer monogamen Liebe, verliebt in deine Frau.
Um mal einen weiteren (unpassenden
😉 ) Vergleich zu bemühen:
Der Schreiner agiert wie ein Dro. und deine Frau ist seine Dro..
Deine "Lösung" besteht darin dem Schreiner, wenn er Entzugserscheinungen zeigt, mehr seiner Dro. zuzugestehen.
Wenn er dann wieder normal wirkt (die Aussagen seiner Schwester lassen darauf schließen, dass er auch im Alltag mit eurer Konstellation) nimmst du ihm die Extrarationen weg....
Glaubst du, dass das eine nachhaltig gute Strategie ist (im Sinne des Wohl des Schreiners)?
Schlussendlich solltest du erstmal entscheiden wie du im Bezug auf die Nebenbeziehung deiner Frau handeln willst.
Egoistisch ("happy wife, happy life)? Dann halte dich aus der Nebenbeziehung raus und zieh deine Grenzen. Ich halte diesen Ansatz persönlich auch für ok. Jeder von euch hat sich auf diesen Konstrukt eingelassen (auch der Schreiner), womit auch jeder die Konsequenzen seiner Entscheidung tragen muss.
Altruistisch (im Sinne eurer polygamen Beziehung)? Dann solltest du den zugrunde liegenden Konflikt(e) angehen und nicht noch Öl ins Feuer gießen. Das heißt:
- auf deine Frau einwirken, dass sie den Schreiner in seiner polygamen Entwicklung so unterstützt, wie sie es bei dir getan hat (sicherlich nicht in dem Maße, sie sollte ihm aber keine Steine in den Weg legen).
- wenn der Schreiner das nicht packt, überlegen ob er wirklich der "richtige" Partner ist.
Mach dich mal in dem Punkt ehrlich.