Zitat von Waris07: Eure Beziehung stand an einem "Scheideweg" und ihr wart jeweils für sich und miteinander nicht mehr so wirklich glücklich/ zufrieden.
Das heißt also nüchtern und rein rechnerisch Betrachtet:
Sie holt sich von außen Glück/ Zufriedenheit + Du holst es dir ebenfalls von außen diese Bestätigung = Ihr beide seid glücklich und zufrieden - Ehe gerettet und stabil.
Richtig? Ist das so deine (eure) Rechnung = Lösung?
So stimmt das nicht ganz. Ich muss zur Beantwortung etwas ausholen. Wer die Hintergründe aus den Posts im letzten Frühling kennt, kann ja drüberblättern.
Also, wir haben uns als Doktoranden am gleichen Institut mit dem gleichen Doktorvater kennengelernt. Meine Frau war der akademische Star, ich der Macher. Sie ist höchstbegabt (nein, nicht 130, sondern im nicht mehr wissenschaftlich bestimmbaren 160+ Bereich). Sie war immer Einzelgänger und Eiskönigin, ich everybodies Darling und im Mittelpunkt. Sie war die Trophäe, die jeder für den Vitrinenschrank erbeuten wollte, mir gelang es.
Wir heirateten, wollten früh Kinder, damit sie wieder in Wisschenschaft und Forschung einsteigen und ggfalls habilitieren konnte. Sie betreute die Kids erst ganztags und ich machte Karrieren. Sie begann halbtags als PostDoc an der Uni zu arbeiten und ich wurde der jüngste europäische VP eines internationalen Großkonzerns. Sie mühte sich ab, wenigstens halbwegs anspruchsvolle Aufgaben und Kinder unter einen Hut zu bekommen, ich verwirklichte mich. Sie wurde immer stiller, ich immer aufgekratzter.
Vor 4 Jahren hat ihr die Nachricht, dass eine weit minderbegabte Kommilitonin habilitiert hatte und direkt berufen wurde, den Boden endgültig unter den Füßen weggezogen. Sie begann an sich und ihrem Leben zu zweifeln und hätte am liebsten die Zeit noch mal zurückgedreht. Sie wollte nachholen, was sie verpasst hatte, nur gelang ihr das beruflich in dem bornierten akademischen Umfeld nicht ohne sich wieder voll reinzuwerfen. Also hat sie sich auf Nebenkriegsschauplätzen getummelt und wollte wenigstens nachholen, was die Eiskönigin verpasst hatte. Ich stimmte zu, die Ehe zu öffnen, denn ich bin 6uell nicht eifersüchtig und hatte klare Angebote einer attraktiven Fremdfirmen-Führungskraft. Außerdem efhoffte ich mir ein Aufflammen unseres ehelichen 6-Labens. Sie datete, ich v@gelte mit meiner "Affäre" und jetzt auch häufiger mit ihr. Sie v@gelte irgendwann auch fremd, aber eher selten. Ich dafür nicht mehr, denn meine "Affäre" hatte einen Partner gefunden und ich war passé. Ich hatte zunehmend Schwierigkeiten, Frauen für den kleinen Spaß zu finden und das Nutzen-/Aufwandverhältnis stand in keinem Verhältnis mehr. Ich schlug vor, die Ehe wieder zu schließen, sie lehnte ab. Sie lernte ein paar Monaten später ihren ersten Mann off-line kennen. Er ist erfolgloser Kunstschreiner, aber ein sehr attraktiver Mann und menschlich sehr nett. Sie stellt das Daten ein und konzentriert sich auf ihn. Ich bin froh, denn das Daten lag mir schwer im Magen, sie verliebt sich und sagt mir, sie würde uns beide lieben. Unser 6-Leben intensivierte sich und es war eine Win-Win Situation. Meine Frau bekam ein grandioses Angebot, das unser DrVater eingefädelt hatte. Ich nahm ein 3-Monats Sabbatical, um ihr den Neustart zu ermöglichen. Meine Frau war ab dato wie ausgewechselt, ausgeglichen und fröhlich. Sie feuerte auf allen Zylindern und liebt poly-amor. Ich lerne zufällig eine extrem (!) attraktive Frau auf dem Spielplatz kennen, die aus Jamaika stammte und mit ihrem Mann auf Abordnung hier was. Ich versuchte sie ins Bett zu bekommen. sie wickelte mich um den Finger. Ich verlor mich komplett und verliebte mich. Mein Frau warnt, sie wolle mich zum Absprung benutzen. Ich musste für mich eine Entscheidung treffen und zog mich zurück und litt. Meine Frau fing mich auf. Nach 2 Wochen hin und her rumpelte sich unser Modell ein und ist seit Spätsommer stabil. Ich fing an online zu daten und lernte Miss K kennen. Miss K bezeichnet sich als non-binär und hat die komplementären D/s Neigungen zu mir.
Sodele, das war der Schnell-Durchlauf. Du fragst, ob wir mit uns nicht mehr zufrieden waren. Doch, das waren wir. Nicht mit unserem 6-Leben, aber mir uns beiden und uns als Familie schon. Mit der Rollenverteilung aber nicht. Das Talent meiner Frau verkümmerte total. Du fragst auch, ob wir uns das Glück von außen holen? Nein, für mich ist das die Kirsche auf der Sahne, für meine Frau ist es eine zusätzliche, andere Erfüllung. Könnten wir beide drauf verzichten? Es würde uns schwerfallen, denn wer verzichtet schon gern freiwillig auf etwas emotional schönes und befriedigendes. Würde ich meiner Frau zuliebe verzichten? Ohne Frage. Würde meine Frau mir zuliebe verzichten? Gute Frage.