Zitat von unbel Leberwurst: Wie wäre es denn, wenn Du aus Deinem 60-Stunden Job einen 40-Stunden Job machst (der ja wahrscheinlich sogar so in Deinem Vertrag steht)?
Das ist in meinem Job schlicht und ergreifend nicht möglich. Der Druck würde ins Unermessliche steigen. Das ginge nur bei einem Jobwechsel und dem Abschied von weiterer Karriere. Und dazu bin ich (noch) nicht bereit.
Zitat von Alduin: Hast du mit deiner Frau schon offen und ehrlich besprochen wie ein Wechsel eurer Rollen in der Beziehung aussehen könnte?
Ja klar. Wir unterhalten uns schon darüber. Meine Frau kennt den Druck sehr gut, unter dem ich beruflich stehe und sie möchte mich da nicht auch noch belasten frei nach dem Motto: "Also Schatz, neben deiner Karriere kümmerst du dich um die Kinder. Außerdem gehen 1x die Woche aus und bringen am Wochende zusammen das Haus auf Vordermann. Wie üblich kochst du natürlich am Wochenende und kommst an den Abenden meiner Dates spätestens um 18:00 aus dem Büro, damit ich Zeit habe mich frisch zu machen".
Zitat von ElSue: Belastet Dich denn momentan dieses Gefühl?
Ja, mich belastet es immer wenn ich des Gafühl habe, meine Frau ist nicht zu 100% glücklich.
Zitat von Felica: Bin gespannt, was zu dieser Theorie schreibt
Zitat von So-What: Ich bin da bei oder . Ich finde die Abweisung des Mannes eher bedenklich für . Das könnte bei ihr eine andere Dynamik in Gang setzen.
Die Situation mit dem Kunstschreiner-Date verursacht mit aus 4 Gründen tatsächlich Bauschmeren:
Erstens hatte ich bereits ein komisches Gefühl, als sie mir sagte, dass sie jemandem im Real Life kennengelernt hat. Das passt überhaupt nicht zu ihrer extremen Reserviertheit gegenüber anderen Männern in der Öffentlichkeit. Irgendwas muss er an sich gehabt haben, dass meine Frau Risse in ihrem Eisköniginnen-Panzer gezeigt hat. Zugegebenermaßen sieht er gut aus und figürlich kommt er schon dem Idealtypus meiner Frau nahe... muskulös, groß, breite Schulter, breites Lächeln, Sixpack, lässig gepflegter Gesamteindruck... aber alles nicht aufgepumpt, sondern irgendwie natürlich. Das ist es aber nicht, meine Frau hat schon mehrere Kandidaten des gleichen Kalibers gedated. Es muss also einen anderen Grund geben.
Zweitens hatte meine Frau nix besseres zu tun, als nach der tollen Info über das mögliche Projekt gleich ein Date mit ihm auszumachen, um Körperflüssigkeiten auszutauschen.
Drittens habe ich inzwischen das Gefühl, dass sie mich an dem Koch-Abend bewusst oder (wahrscheinlicher) unbewusst in mein OK zu dem Date rein-manipuliert hat (das ist warscheinlich ein unlogischer Punkt, da ich eh zugestimmt hätte... aber vielleicht wollte sie auch GANZ sichergehen nach unserem samstäglichen Gespräch über ein mögliches Dating-Ende?).
Viertens lief auch das F...ckdate wie schon das Kennenlern-Date nicht nach ihrem/unserem Plan.
In der Summe hinterlässt das bei mir ein mieses Gefühl in der Magengegend. Das muss nicht heißen, dass meine Frau jetzt auf dem Weg ist, ihrem Date emotional zu verfallen und hörig zu werden, wie manche vielleicht befürchten. Viel eher habe die Sorge, dass hier eine Dynamik am Spiel ist, die unberechenbare Ergebnisse erzeugen kann. Wie wenn man sich an einem rasenden Karusell festkrallt. Irgendwann fliegt man davon, es ist aber unvorhersehbar in welche Richtung und wo man landet. Und wenn ich eines hasse, dann solche Ungewissheit. Meine Frau und ich hätten's gerne planbar. Auch ihre Dates... gefahrlos für Gesundheit, Körper und Seele.
Zitat von unbel Leberwurst: In dem Zusammenhang würde ich mal interessieren, ob es ihr da eher um den Sex selber geht oder um die Selbstbestätigung?
Ich denke zu 90% Selbstbestätigung. Vielleicht sogar weniger um die Art Selbstbestätiung, die Frau sich durch die Aufmerksamkeit von Männernholt. Die bekommt sie eh durch Blicke, Anmache und Gesten. Eher ihre eigene Selbstbestätigung, dass sie weder Gummipuppe noch Eiskönigin ist, sondern eine charmant-attraktiv-fröhliche Frau, der die Welt offen und die Männer zu Füßen liegen und die den 6 mit den attraktivsten Exemplaren befreit genießen kann. Das ist so das, was ich mir aus all ihren Aussagen zusammeninterpretiert haben.
Zitat von So-What: Ich frage mich nur schon seit 85 Seiten, warum Du nicht einmal darauf eingehst, was die Sexualität Deiner Eltern mit Dir gemacht hat. Außerdem suchst Du Anregungen und Hilfe, aber weißt es meist doch besser und stehst über allem. Ich verstehe, dass Du gern mehr Sex mit Deiner Frau hättest. Aber Du bist scheinbar völlig davon abhängig, dass es Dir ständig schlechte Laune macht. Was genau macht Dir denn schlechte Laune?
Naja, was soll ich zu der 6uellen Prägung durch meine Eltern groß sagen? Die meiner Frau wurde verkorkst und meine wurde wahrscheinlich über6ualisiert. mir ist schon klar, dass 6 ein entscheidender Kitt im Leben der beiden Karrieremenschen war und dass ich das als erlerntes Muster selbst übernommen habe. Dass Wissen darum ändert aber ja nix an meinem Verlangen, sondern liefert nur eine Erklärung, warume es eben so ist wie es ist.
Und was mir schlechte Laune macht? Der nicht abgelassene Druck und das Gefühl der Zurückweisung, frei nach dem Motto: Meine Frau weiß, wie sehr ich den 6 mit ihr liebe und hält ihn mir dennoch vor. Sie kommt mir zwar ein wenig entgegen, aber halt nur um das Hündchen einigermaßen bei Laune zu halten. Aber sie ist nicht bereit Grenzen zu erweitern oder mein Bedürfnis in den Vordergrund zu stellen.